mein Name ist Lena und ich habe jetzt einige Zeit hier im Forum mitgelesen und gestöbert. Jetzt muss ich mich selbst mit einem Hilfegesuch an euch wenden.
Kurz zu unserer Vita:
Mein Sohn wurde am 02.07.2025 per Kaiserschnitt geboren. Er ist mein zweites Kind. Der ältere ist jetzt 18 Monate alt.
Schon bei meinem älteren Sohn hatte ich massive Stillprobleme und war von der Geburt und der Zeit danach regelrecht traumatisiert. Im KH damals gabs "das volle Programm". Geburtsstillstand nach 26 Std. Wehen, dann Kaiserschnitt, der leider mit einem T-Schnitt und schlechten Vitalwerten des Kindes endete. Wir fühlten uns nach der Geburt beide wie vom LKW überrollt. Stillen gestalte sich schwierig. Er meldete sich nicht oft genug und trank nicht energisch genug. Ich legte anfangs nicht oft genug an. Im KH dann Stillhütchen, Zufüttern ab dem 4. Tag wegen Gewichtsverlust über 10%, und Zack hingen wir in der Still-Pump-Zufütterungsspirale fest. Beim Pumpen kamen bei mir jedoch nie mehr als 20ml. Nach echt anstrengenden 6 Monaten habe ich dann das Stillen aufgegeben. Und wird sind schweren Herzens zur Flasche und Vollfütterung von PreNahrung übergegangen.
Bei meinem 2. Sohn hatte ich mir fest vorgenommen, dass diesmal alles besser wird. Leider war eine vaginale Entbindung durch den vorherigen T-Schnitt nicht mehr möglich. Damit habe ich mich arrangiert und mich entsprechend zum Thema "Stillen nach KS" belesen und vorbereitet. Kolostrum ausgestrichen, mir einen Plan zurechtgelegt, Bonding direkt im OP sofortiges anlegen etc.. Ich war wirklich zuversichtlich.
In den ersten 2 Tagen lagen wir nur im Bett und haben gekuschelt und dauergestillt. Dann am 3. Tag wurden wir mit -7% Abnahme nach Hause entlassen. Ich legte fleißig an und wartete auf den Milcheinschuss. Nach ca. 5 Tagen merkte ich dann dass mein Sohn nicht "sauber" trank. Er drückte beim Stillen mit seinen Kauleisten die Brustwarze und damit die Milchkanäle regelrecht zusammen, so dass er zwar sehr stark saugte, aber nur sehr wenig Milch bekam. Meine Brustwarzen sahen nach jedem Stillen von der Form her aus wie ein neuer Lippenstift und hatten eine weiße Linie. Meine Hebamme schlug aufgrund der unzureichenden Zunahme und teilweise sogar wieder Abnahme Alarm und bestand auf das Zufüttern. Also fütterte ich PreNahrung zu. Nach Begutachtung wurde das hintere Zungenband durchtrennt. Hierdurch trank er erstmal 3 Tage noch schlechter und ich versuchte durch pumpen auszugleichen. Leider pumpte ich immernoch nur lediglich 20-25 ml. Wir fütterten per Fingerfeeding zu. Nachdem die Heilung vorangeschritten war, besserte sich auch sein Trinkverhalten sehr schnell. Leider wurde er trotzdem an meiner Brust nie satt, obwohl er gefühlt 24/7 angedockt war. Weiteres Zufüttern war nötig, die Menge an PreNahrung stieg langsam. Dann ab dem 23. Tag begann er zunächst nach dem Trinken zu Spucken, dann ab Tag 26 verschlimmerte es sich und er erbrach nach jeder Mahlzeit; nach Untersuchung beim Kinderarzt, wurde eine Krankenhauseinweisung nötig. Seit dem 28.07. waren wir nun im KH. Wir stillten trotz des Übergebens weiter. Es dauerte einige Tage bis eine gesicherte Diagnose gestellt wurde. Am 04.08. wurde dann wegen Pylorusstenose operiert. Seit dem gehts bergauf. Der kleine Mann erholt sich gut und übergibt sich seit der OP auch nicht mehr. Wir wurden zwischenzeitlich entlassen.
Wir stillen nach wie vor ca. 8 Mal täglich und ich pumpe so gut es eben geht mit einem Baby was sich nicht gut ablegen lässt und fast nur auf mir schläft und einem 1 1/2 jährigen, in dessen Gegenwart pumpen nicht möglich ist. Ich schaffe es so ca. 3-4 mal am Tag abzupumpen zusätzlich zum Stillen. Aber die Pumpmenge bleibt leider immer gleich. Immer nur 25-30 ml. Auch die Trinkmengen (belegt durch Stillproben/wiegen) stagnieren bei 25-30 ml.
Ich nehme seit Tag 7 Bockshornklee (weiß, dass das nicht unbedingt helfen muss), seit 10 Tagen Domperidon 10mg (3 x 2 Tabl. täglich), habe im KH 1 x täglich 1 Std. Powerpump gemacht, an 3 Tagen hintereinander. Füttere per BES zu. Trinke ca. 3 Liter stilles Wasser täglich. Esse gesund und ausreichend. Aber nichts passiert.
Was mache ich falsch. Was kann ich noch tun um die Milchmenge zu steigern und natürlich sukzessive die PreNahrung zu reduzieren?
Hier noch die Beantwortung der Fragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen? Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Ja es wird derzeit sowohl abgepumpte MuMi als auch Pre zugefüttert. Derzeit ca. 60-80 ml pro Mahlzeit, ca. 6-7 x täglich. Ca. 30 ml erhält er pro Mahlzeit durchs Stillen.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Leider dauert das Stillen mit Zufüttern teilweise über 1 Stunde. Zugefüttert wird per BES. Derzeit leider immer nur relativ kurze Schlafpausen, aufgrund der vorangegangenen OP ist alles noch ein wenig durcheinander.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Ausscheidung ca. 6-7 nasse Windeln, ca. 5-6 mal täglich Stuhlgang
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme? siehe oben
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Wir haben vor der OP ein paar mal per Flasche zugefüttert, weil die Ärzte im KH wissen wollten, ob es an der Trinkgeschwindigkeit oder Menge etc. liegt, dass er erbricht. Ansonsten kein Schnuller und keine anderen Fremdsauger. Zufütterung per BES.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir haben selbstverständlich einen Kinderarzt und eine Hebamme. Beide sind jedoch bei der Stillthematik wenig hilfreich, da beide eher "unemotional" zu Thema Stillen eingestellt sind. Unser Kinderarzt ist aber ansonsten echt toll. Mit der Hebamme stimmt die Chemie leider nicht.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und nehme L-Thyrox 50 ein. Diese habe ich jetzt seit 2 Tagen in Absprache mit meinem Hausarzt um 25 mg auf 75 mg täglich erhöht um zu schauen was es mit der Milchmenge macht.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern. siehe oben
- Gebt uns genaue Daten!
Bei dem Verdacht auf Gedeihstörungen oder Fragen zur Milchmenge solltet Ihr alle gemessenen Gewichtsdaten mit genauem Datum angeben. Wichtig ist auch, wo und mit welcher Waage gemessen wurde. Beispiel:
02.07. 3430 g Geburt KH
03.07. 3250 g KH
04.07. 3180 g Entlassung KH
05.07. 3020 g Hebamme
06.07. 3110 g Hebamme
07.07. 3160 g Hebamme
08.07. 3080 g Hebamme
09.07. 3000 g Hebamme
10.07. 3080 g Hebamme
11.07. -
12.07. -
13.07. -
14.07. 3170 g eigene Babywaage
15.07. -
16.07. 3020 g Hebamme
17.07. 3030 g Hebamme
18.07. 3130 g Kinderarzt
19.07. 3270 g Hebamme
20.07. 3250 g eigene Babywaage
21.07. -
22.07. -
23.07. 3374 g Kinderarzt
24.07. -
25.07. 3250 g Kinderarzt
26.07. -
27.07. 3090 g eigene Babywaage
28.07. 3030 g Kinderarzt
29.07. Aufenthalt KH mit Infusionsgaben (Gewichte nicht mehr aussagekräftig)
30.07. -
31.07. -
01.08. -
02.08. -
03.08. 3550 g (ohne Nahrung mit Infusion - KH-Waage)
04.08. -
05.08. 3640 g (ohne Nahrung mit Infusion - KH-Waage)
06.08. -
07.08. 3530 g (ohne Nahrung mit reduzierter Infusion nach OP - KH-Waage)
08.08. 3390 g (mit 500 ml Milchnahrung - ohne Infusion - KH-Waage)
09.08. 3410 g (mit 520 ml Milchnahrung - ohne Infusion - KH-Waage)
10.08. 3430 g (mit 525 ml Milchnahrung - ohne Infusion / Entlassungsgewicht - KH-Waage)
11.08. -
12.08. -
13.08. -
14.08. -
15.08. 3710 g (eigene Babywaage)
16.08. 3730 g (eigene Babywaage)
17.08. 3790 g (eigene Babywaage)
Soweit erstmal der Stand der Dinge. Sollten noch Fragen offen sein, beantworte ich diese selbstverständlich gerne.
Vielen lieben Dank im Voraus für Eure Einschätzung und Hilfe.
LG
Lena