ShinyCheetah hat geschrieben: 24.07.2022, 18:21
Allerdings wäre es besser, eine lokale Therapie zu machen. Weißt du, warum das bei dir nicht gemacht wird?
Im Beitrag von Embryotox ist von Pilzinfektionen der Vagina die Rede, nicht von Nagelpilz. Für vaginale Pilzinfektionen wird dann auf lokale Behandlung verwiesen. Fluconazol wird da auch oft als Einmaldosis eingesetzt (in anderen Ländern übrigens rezeptfrei zu bekommen zur Eigenbehandlung von Vaginalmykosen).
Das ist bei Nagelpilz anders: Dort wird ab einem gewissen Punkt (vor allem auch bei langsam wachsenden Fußnägeln) auf (zusätzliche) systemische Behandlung gesetzt - und zwar meist so lange, bis der entsprechende Nagel herausgewachsen ist, was beim großen Zehennagel schonmal mehr als sechs Monate dauern kann.
Mamamelia hat geschrieben: 24.07.2022, 18:37
Ja, das kenne ich. Nur bin ich nicht ganz schlau daraus geworden, ob eine längere Therapie auch möglich ist.
Ich bin da keine Fachfrau, sondern nur "recherchierende Lain" - soviel vorweg. Aber hier das, was ich gefunden habe:
Der ganze Embryotox-Artikel bezieht sich ja auf die Einsatzfelder Vaginalmykose oder Pilzbefall der Brust, im Sinne von "Milchgänge"
(wobei "bei nachgewiesener Candida-Infektion der Brust", wie es da bei Embryotox so schön heißt, so eine Sache ist, da es sich dabei meist um eine Ausschlussdiagnose handelt. Anderes Thema - ich wollte es nur erwähnt haben für Leute, die später mal nach "Fluconazol" im Forum suchen wegen Milchgangssoor: in Muttermilchabstrichen ist eine Pilzinfektion in der Regel NICHT nachweisbar, da Muttermilch das Wachstum des Pilzes hemmt. Siehe auch Still-Lexikon-Eintrag im Link unten.)
Da die "mehrtägige orale Therapie" von Brustsoor mit Fluconazol bei Embryotox als stillverträglich gelistet ist, hier mal zum Vergleich, was man da einnehmen würde:
Die übliche Dosis beträgt in der Regel 400 mg am ersten Tag und anschließend 200 mg täglich mindestens zwei Wochen lang (s. z.B. LactMed zu diesem Thema). Das Baby muss auch bei einer Fluconazol-Behandlung der Mutter mit einem Antimykotikum (z.B. mit Miconazol, Nystatin, Clotrimazol oder Fluconazol) mitbehandelt werden – die Fluconazol-Dosis, die in die Muttermilch übergeht, ist zu gering, um beim Baby gegen die Hefeinfektion effektiv zu wirken. Weiterstillen ist sowohl unter der lokalen als auch unter der Arzneimitteltherapie zum Einnehmen uneingeschränkt möglich.
[...] Die Therapie muss über das Ende der Symptome hinaus mindestens 14 Tage lang fortgesetzt werden, um das Wiederaufflammen der Erkrankung zu vermeiden.
Quelle:
https://www.still-lexikon.de/soor-infektion/
Das ist also schonmal
deutlich mehr Fluconazol als wöchentlich 150 mg.
Außerdem wird laut Artikel selbst unter dieser höheren Dosierung keine therapeutische Dosis beim Baby erreicht.
Fluconazol ist außerdem als Medikament auch für Neugeborene ab dem ersten Tag zugelassen. Hier ein Zitat aus dem Beipackzettel:
Neugeborene und Säuglinge bis zu 4 Wochen erhalten dieselbe Dosis in mg/kg Körpergewicht wie ältere Kinder, aber in den ersten 2 Lebenswochen im Abstand von 72 Stunden und in den nächsten 2 Lebenswochen im Abstand von 48 Stunden.
Hinweis:
Für Neugeborene, Säuglinge und Kleinkinder empfiehlt es sich generell, um eine genaue Dosierung zu gewährleisten, unaufgeteilte flüssige Darreichungsformen mit dem Wirkstoff Fluconazol zu verwenden.
Quelle:
https://beipackzetteln.de/fluconazol-150-mg
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Wenn ich das so lese, würde ich als Laie sagen: wenn Dein Arzt
(und Ärzte sind oft SEHR schnell mit Abstillempfehlungen, wenn es um Medikamente geht oder verweigern Stillenden nötige medikamentöse Therapien) Dir sagt, Du könnest unter der Nagelpilzbehandlung mit 150 mg/Woche weiterstillen, würde ich ihm da vertrauen. Er hat sich sicherlich belesen/erkundigt. Evtl. hat er sogar Kontakt mit Embryotox aufgenommen oder den aktuellen Schäfer/Spielmann im Regal stehen.
Gute Besserung.