Grizelda hat geschrieben: 21.02.2024, 19:37
((Grizelda und große Maus)) Ich hoffe, ihr kommt bald genauer dahinter und findet etwas, das ihr hilft, sich selbst wieder positiver wahrzunehmen.
Mäuschen
... fragte mich gestern Abend kurz vorm Einschlafen, wie lange es noch dauern wird, bis das amputierte Bein meiner Schwester wieder nachgewachsen sei.

... hat scheinbar alle Erklärungen dazu verdrängt und dachte, das heile genau wie Hautverletzungen, Knochenbrüche usw einfach wieder - und da der Stumpf durch die Schwerkraft nach einem langen Tag im Rollstuhl tatsächlich "länger" wird/aussieht ist das ja auch nicht wirklich verwunderlich.
... hatte das gestern ziemlich zu schlucken als ich erklärt habe, dass das Bein leider nicht nachwächst.
... hat seither eine aufgewühlte Mama. Diese Traurigkeit und Hilflosigkeit in ihrer Reaktion, ihre neue Klarheit darüber, dass ihre Wünsche zu bestimmten Unternehmungen mit ihrer so geliebten Patin wirklich nie mehr möglich sein werden... Es zerreißt mir das Herz.
Bärchen
... hat es in dieser Hinsicht wohl deutlich leichter, denn er hat keinerlei Erinnerung an meine Schwester mit beiden Beinen.
Beide
... genießen die Zeit hier bei den Schwiegereltern samt Tante und deren drei Kindern sehr.
... bemerken bisher (zum Glück) kaum bis nicht, dass die anderen drei Enkelkinder auch hier vor Ort bevorzugt werden (dass die Großeltern ständig und lange dort sind, da jetzt sogar eine Ferienwohnung im Neubau auf dem Gelände bauen, aber bei uns höchstens mal für drei Stunden vorbeikommen checkt unsere Große hingegen deutlich und bringt es mittlerweile der Oma gegenüber auch zum Ausdruck).
Vor allem der Kleine hat es deutlich schwerer im Vergleich zur gleichaltrigen Cousine, obwohl sie es auch faustdick hinter den Ohren hat, aber halt "geschickter austeilt" und schneller "offensichtlich leidet".
... haben eine Mama, die es hier gerade zunehmend anstrengend findet, obwohl es schön ist, einander zu sehen und ich jeden Einzelnen schätze und mag. Aber in dieser Konstellation wird der Besuch hier echt zum Eiertanz, regelmäßig muss ich drauf achten, wer hier meine Kinder wie anspricht (die Große ist nunmal sensibel und sehr gefühlsstark und v.a. der Opa merkt nicht, was da mit die "lapidare Äußerungen" bewirken und dann wird sich gewundert, wenn das Mäuschen irgendwann nicht mehr kooperieren kann) und vermitteln, damit nicht immer nur mein Kleiner blöd da steht, weil er sich halt noch nicht so gut verbal äußern kann wie die gleichaltrige Cousine (bei der der Opa auch immer wieder betont, dass er sich mit ihr ja besonders gut stellen müsste, sie würde ja noch am längsten im Haus neben ihrer neuen Ferienwohnung wohnen und über seine erstgeborene Enkelin geht ja eh nichts), seine ersten nonverbalen und verbalen Signale übersehen oder missachtet werden und man sich dann über ihn aufregt, weil er irgendwann halt lauter und wilder wird.
Argh!
(Sorry, wahrscheinlich alles bisschen durcheinander, aber es muss gerade mal raus. Morgen fahren wir wieder heim, in die gewohnte Umgebung und zurück in unsere Routinen, die für beide Kinder so wichtig sind. Und obwohl ich weiß, dass sie ihre Verwandtschaft vermissen werden, bin ich froh, wenn wir wieder daheim sind. Allein schon, weil die Umgebung halt einfach kleinkindsicher ist und ich allein dadurch schon deutlich weniger angespannt sein werde als für hier.)