Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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blueberry
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von blueberry »

blueberry hat geschrieben: 08.09.2022, 17:10 Und zum Zungenband (auch mit vielen Fotos für einen ersten Eindruck und weiterführenden Links): [...]
Ups, der Link ging ins Leere. Hier nochmal neu:

EISL (03/2021): Das zu kurze Zungenband - ein Thema für die Stillberatung
blueberry mit großem und kleinem Frühlingskind (2010 und 2013)
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blueberry
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von blueberry »

Und jetzt hab ich die frühen Stillzeichen (Stillen ist ja nicht nur Ernährung) bzw. "frühe Hungerzeichen" oder "Babys Hungerzeichen" doch noch auf deutsch gefunden:

https://www.afs-stillen.de/wp-content/u ... eichen.jpg
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Badewannennilpferd »

blueberry hat geschrieben: 08.09.2022, 17:10 Schade, dass Du da anfangs so schlecht beraten wurdest :( . Selbstverständlich lohnt sich das in jedem Alter noch, zu versuchen, was am Stillen zu verbessern: der größte Teil der natürlichen Stillzeit liegt doch noch vor Euch.
(Die WHO-Empfehlung für Stillkinder weltweit ist: 6 Monate vollstillen, danach neben Beikost mind. bis zum zweiten Geburtstag weiterstillen, und darüber hinaus, solange Mutter und Kind das möchten)

Die Beikost ändert anfangs an der Milchmenge eigentlich nicht nennenswert was (klar, viele Kinder werden schneller und effektiver, aber deshalb Schmerzen nicht nochmal ursächlich anzugehen, finde ich, öhm, befremdlich :| ?).

Fünf Monate dauerhaft wunde Brustwarzen und nur "das verwächst sich" bzw. "das lohnt jetzt nicht mehr" als professionellen Rat... Wow. :(

----------------------------------
Also, ich versuch mal einen Rundumschlag :mrgreen: , damit Du hoffentlich möglichst schnell was findest, das hilft. Das alles gilt unter der Voraussetzung grundsätzlich guten Gedeihens.


Hier erstmal umfassende, evidenzbasierte Hinweise zur Behandlung wunder Brustwarzen vom Europäischen Institut für Laktation und Stillen:
EISL (06/2022): Wunde Mamillen in der Stillzeit

Und zum Zungenband (auch mit vielen Fotos für einen ersten Eindruck und weiterführenden Links):
EISL (03/2021): Das zu kurze Zungenband ... llberatung.

Ja, manche (Kinder-)Zahnärzt:innen und Logopäd:innen kennen sich damit auch ohne Spezialisierung aus. Manchmal aber auch nur mit dem anterioren Zungenband (das, was oft die typische Herzform macht), nicht aber mit dem posterioren. Ich würde mich nach jemandem umhören, der auch posteriore Zungenbändchenprobleme erkennt/behandelt. Und v.a. auch "schon" bei Stillproblemen, nicht erst wenn später Kieferorthopädische Behandlungen offensichtlich nötig werden/Sprach-/Schluckstörungen bei fester Kost auftraten.

Wichtig natürlich: bei Stillproblemen (wenn irgend möglich) grundsätzlich keinerlei künstliche Sauger (Stillhütchen, Flasche, Schnuller, Trinklerntassen mit Silikonschnabel, ... [Ausnahme vielleicht: kurz Schnuller zum Autofahren]).
Sonst kann man sich mit besserer Technik an der Brust meist abmühen, wie man will - am künstlichen Sauger ist die Zungentechnik anders, der Mund weiter zu, der Saugreiz am Gaumen stärker, kommt keinerlei Reaktion bei Kieferklemmen oder beißen... [Ein Erwachsener macht Fahrschule ja auch nicht abwechselnd auf Automatik- und Schaltgetriebe].
Nötiges Zufüttern oder Überbrücken von Mamas Abwesenheit sollte immer stillfreundlich erfolgen, um Saugverwirrung keine Chance zu geben.

Gut ist auch, möglichst oft schon bei frühen Stillzeichen/Hungerzeichen anzulegen (auch wenn diese sich nach ca. dem 5. Monat graduell verlieren und das Baby z.B. irgendwann auch einfach so seine Händchen in den Mund nimmt, Gegenstände gezielt mit dem Mund erforscht u.ä.). Grundregel: möglichst nicht erst anlegen, wenn das Baby schon weint (bzw. bei einem "aufgelösten Baby" erstmal kurz versuchen, anders zu beruhigen (aufrecht tragen, schuckeln, Hautkontakt, ...) dann anlegen. Ein bereits weinendes Baby ist oft zu hektisch, um sauber anzudocken und die Technik ist oft generell schlechter, das Saugen vor Einsetzen des ersten Milchspendereflexes der Mahlzeit ungeduldiger/heftiger und für die BW oft strapazierender als bei einem früher/häufiger angelegten Baby (Richtwert: ca. 8-12x in 24h).

Manchmal ist auch eine besondere Gaumenform das Problem. Bei einem hohen, schmalen Gaumen z.B. kann das manchmal schubbern, bis das Kind größer ist und die BW da besser "reinpasst". [Manchmal hilft es dann, eher gerade, mit zwischen Daumen und restlichen Fingern wie ein "Sandwich" flacher geformter Brust anzulegen, statt "sehr" asymmetrisch. Gerader zeigt die BW etwas mehr vom engen Gaumen weg. Muss man ausprobieren.]

Manchmal liegt auch irgendwas sonst beim Kind vor (KISS, sehr hoher/sehr niedriger Muskeltonus, ...).

Manchmal hilft es auch, doch nochmal gezielt verschiedene Stillpositionen durchzuprobieren (jede in Ruhe und häufiger als einmal "üben").

Bei meinem einen Kind ging aufgrund (weder von KiA noch Hebamme zunächst bemerkten körperlichen Besunderheiten) z.B. im ersten LJ ausschließlich(!) Stillen im Liegen (neben mir auf Sofa, Picknickdecke, Autkofferraum ...) bzw. (seltener) auf einem supergut zwischen meinem Bauch und angehockten/aufgestellten Beinen postierten (kleinen, nicht zu nachgiebigen) Stillkissen. Das änderte sich erst im zweiten LJ irgendwann mit zunehmender Muskelkraft, aufholender motorischer Geschicklichkeit des Kindes und vor allem: nach erfolgter KISS-Behandlung beim Spezialisten). Wiegehaltung, Football, ... das führte alles zu schlechtem Anlegen und zu wenig Brust im Mund (und Schmerzen bei mir).


Manche Babys kommen auch schlicht mit Stillen "gegen die Schwerkraft" (also z.B. in der Wiegehaltung, wo die Schwerkraft das Kind ja quasi vom der Brust wegzieht oder das Stillkissen wegrutscht) nicht gut zurecht:
Da hilft dann "Intuitives Stillen"/"Zurückgelehntes Stillen"/"Laid Back Breastfeeding", wo die Mutter halb-aufrecht zurückgelehnt sitzt/liegt, und das Baby kaum halten muss, weil es von der Schwerkraft zur Brust hin bewegt wird und leichter einen Mundvoll Brust im Mund behalten kann (Kinn schön an/in die Brust gelehnt, Nase frei, wie man es beim asymmetrischen Anliegen ja auch macht).
Da gibt es zahlreiche YT-Videos mit ganz verschiedenen Variationen im Detail. Allen gleich ist, dass das Baby nicht von der Brust wegrutscht und in (halber) Bauchlage seine angeborenen Reflexe zum Positionieren besser nutzen kann (dieses typische "Ärmchenrudern/Brust wegschubsen/Brust boxen" bei Neugeborenen ist z.B. eigentlich der Versuch des Kindes, sich bäuchlings AUF der Mutter liegend selbst anzulegen.)

Bonus: das Stillen mit dem Baby in Bauchlage (bzw. tendenziell zur Bauchlage kippender Seitenlage) hilft auch, wenn der Milchspendereflex zuweilen (sehr) stark ist, dem Baby die Milch zu schnell/zu stark in den Mund/Rachen sprudelt (besonders ungünstig in Rückenlage) und das Baby sich deshalb "umpositioniert", weil es so versucht kann, die Brust bisschen "abzuklemmen" oder den Strahl vom "in den Rachen spritzen" bisschen umzulenken/sich nicht zu verschlucken.


Gute Besserung und möglichst bald eine fortan entspannte Stillzeit! :slürp*

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ZAHNEN ansich kann auch völlig unabhängig von bisheriger Anlegetechnik zu wunden BW führen - hatte ich fast jedesmal zumindest leicht. Der Speichel des Kindes ist dann auch "aggressiver" (das hilft m.W. beim Durchtritt der Zähne durchs - dann etwas "angegriffene" Zahnfleisch und verursacht wohl auch diese typischen Zahnungsdurchfälle bei manchen Kindern). Und wenn die Zähne erstmal da sind, ist das für das Kind ja auch total ungewohnt. Da muss sich die beste neue Haltung oft auch erstmal wieder finden.
(Und je nachdem, wo die ersten Zähne durchkommen, also beim Stillen unter der Zunge schubbernd, wo das Kind es merkt oder zuerst oben, und damit auf der BW schubbernd, wo das Kind es nicht fühlt - die Mutter aber umso mehr, ist die Lernkurve des Babys auch unterschiedlich.)
Oh wow Vielen Dank! Das ist wirklich sehr lieb. Vieles davon mache ich schon. Wir stillen auch fast ausschließlich im Liegen. Es geht aber auch anders aber es ist ihm am liebsten so. Ich werde einfach dran bleiben und nochmal jemand neues drauf gucken lassen. Ich sehe es nämlich auch so das wir erst am Anfang der Stillzeit stehen.

Vielen vielen Dank euch allen!
J 03/2022
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Polarfuchs »

kängräng hat geschrieben: 30.07.2022, 17:29
delfinstern hat geschrieben: 30.07.2022, 16:43 Es gibt seit ca 1,5 Jahren eine gemeinsame (!) Richtlinie von Kinderärzten und Zahnärzten. FlouridTabletten bis 1. Geburtstag, ab 1.geburtstag 500ppm Fluorid in der Zahnpasta, ab 2 Jahren 1000ppm(oder was genau die Einheit ist). Fluorid und kein Fluor.
Genau das sagte die KiÄ als Begründung.
Aber es bringt ja nichts, wenn die Bauchschmerzen der Kleinen wirklich davon kommen.
Ich werde es einfach mal ausprobieren und im Zweifel dann Fluorid über die Zahnpasta.

Wir haben zum Glück die D-Fluoretten ohne Aromen und Co und lösen sie auf dem Löffel in ein paar Tropfen Muttermilch auf. Die Kleine nimmt sie auch ohne Probleme, aber es ist schon auffällig, dass die Bauchschmerzen seitdem wieder mehr wurden und immer so ab 4 Uhr morgens :(.

Danke für euren Input. Ich bin jetzt etwas klarer, was ich ausprobieren möchte.
Einfach mal für zwei Wochen und schauen, ob es hilft.

Zwar schon gaaaanz lange her aber falls ihr die Probleme immernoch habt: bei unserer großen kam es definitiv von den Tabletten und wir haben dann auch auf das Öl gewechselt und hatten ab da an keine Probleme mehr…
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Reike »

Muss ich nach einer Mammographie und Stanzbiopsie eine Stillpause machen? Das Stillkind ist 2 und stillt abends und nachts noch.
Ich habe heute kurzfristig einen Termin bekommen, aber der Arzt fragte mich eben schon, was ich denn hier wolle. Solange ich Stille, könne er die Untersuchungen eigentlich eh nicht machen. Nach dem Ultraschall hält er das jetzt doch für notwendig/machbar. Nur ich weiß nicht, ob ich auf seine Aussagen zum Stillen dann vertrauen kann.
Liebe Grüße von Reike
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von ShinyCheetah »

Reike hat geschrieben: 19.09.2022, 10:58 Muss ich nach einer Mammographie und Stanzbiopsie eine Stillpause machen? Das Stillkind ist 2 und stillt abends und nachts noch.
Ich habe heute kurzfristig einen Termin bekommen, aber der Arzt fragte mich eben schon, was ich denn hier wolle. Solange ich Stille, könne er die Untersuchungen eigentlich eh nicht machen. Nach dem Ultraschall hält er das jetzt doch für notwendig/machbar. Nur ich weiß nicht, ob ich auf seine Aussagen zum Stillen dann vertrauen kann.
https://www.google.com/url?sa=t&source= ... ALkTUDcyi9

Kurz gefasst, beides ist für das Kind völlig problemlos. Aber die Diagnosestellung ist bei einer laktierenden Brust schwieriger und kann falsch positiv ausfallen. Darum ist es sinnvoll, vor den Untersuchungen die Brust zu leeren bzw., wenn man eh abstillen möchte, bis nach dem Abstillen zu warten. *Deshalb* abzustillen ist aber nicht sinnvoll!

Ich drücke dir die Daumen, dass alles in Ordnung ist!
mit Sohn F (Ende September 18)
und Tochter V (Ende Juni 21)


The trick to happiness wasn't in freezing every momentary pleasure and clinging to each one, but in ensuring one's life would produce many future moments to anticipate. Shallan Davar/Brandon Sanderson
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von ShinyCheetah »

Also nein, keine Stillpause.
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Reike »

Danke. Abstillen ist aber jetzt wohl der nächste Schritt...
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von IrisMads »

Oh Reike, ich hoffe der Befund ist nicht der Grund dafür.
Mit Sternchen 01/07, dem Murkel 11/07 , dem langersehnten Wunder Knuti 01/21 und 2 tollen Katern
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Re: Stillen: kurze Frage- kurze Antwort (Bitte ersten Beitrag beachten!)

Beitrag von Reike »

Doch, leider.
Der Befund von der Biopsie fehlt natürlich noch. Aber es ist wohl sehr eindeutig. 😥
Liebe Grüße von Reike
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