Weiterführende Schule

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Dickkopf-Mama
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Hat das Stadtkind schon Erfahrung mit Streichern gemacht? Also wie ernstzunehmend ist der Wunsch?
Gilt das Interesse nur einer bestimmten Streicherart oder allgemein?
Die Tochter einer Freundin war Feuer und Flamme für eine Bläserklasse. Sie hat das Fagott bekommen. Am Anfang hat sie es sich noch schön geredet, später wurde es zäher und zäher. Wenn man dann ggf. noch ordentlich für die anderen Fächer büffeln muss stell ich es mir echt hart vor.
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
davisalo
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von davisalo »

anitramk hat geschrieben: 30.12.2020, 08:44
blauelagune hat geschrieben: 30.12.2020, 07:20 Was ist denn das für eine musikalische Ausbildung? Und was wird da erwartet?
Von den reinen Schulnoten her, würde sie ja aktuell eine Empfehlung fürs Gymnasium bekommen. Am favorisierten Gymnasium gibt es Streicher-Klassen (an anderen Schulen "nur" Bläserklassen) und differenzierten Musikunterricht. Und allgemein vielfältige musisch/künstlerische/sportliche Angebote. Selbst ihr Klassenlehrer meinte, dass er beim Stadtkind dort einen Schwerpunkt sieht und das sei tatsächlich für ihn ein gutes Argument für diese Schule. Die Schule ist im Nachbarort. Sie würde so 5 Minuten mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren, keine 5 Minuten mit dem Zug zur nächsten Stadt und dann noch gut 5 Minuten laufen (also wirklich nicht die Welt).

Die Oberschule hier vor Ort (neben der Grundschule, also keine 10 Minuten Fußweg) ist mehr kaufmännisch und technisch von den beruflichen Schwerpunkten / Wahlfächern ab Klasse 7 ausgelegt aber auch von den ganzen Zusatz- und Ganztagsangeboten ab Klasse 5/6. Um dann noch zusätzlich eigene Interessen in der Freizeit zu verfolgen fehlt dann befürchte ich die Zeit, weil dafür müsste sie dann halt wieder in die Nachbarstadt.

Die IGS ist eine 17 minütige Fahrt mit dem Zug, und dann noch knapp 20 Minuten Fußweg. (wobei sie da natürlich auch ihr Fahrrad im Zug evtl. mitnehmen könnte).
Ich finde, Du schreibst sehr deutlich pro Gymnasium.
Wenn der Lehrer sie dort sieht, sie sich diese Schule wünscht, dann würde ich sie dorthin gehen lassen. Denn dann hat sie Motivation zum Lernen!!

Wir haben diese Entscheidung ja gerade durch. Es war so was von unklar. Und in den ersten Wochen hätte ich heulen können, weil ich das Gefühl hatte, sie schafft es nicht... Weil ich sie doch nicht quälen wollte. Weil sie es viel schwerer hatte als der Rest der Klasse. Weil sie auf einmal nicht mehr die Beste der Klasse war, sondern sich eben eher sehr schwer tat.
Ich habe überlegt, sie rauszunehmen. Aber das wollte sie nicht.
Wir hatten ganz schöne Kämpfe, weil sie eigentlich auch nicht arbeiten wollte...
Und irgendwann kam der Kick. Es sieht so aus, als bekäme sie jetzt maximal in Sport eine 3 im Zeugnis. Sonst werden es Zweien. Und das ist erst das erste Halbjahr! Bei der Großen wurde es im zweiten Halbjahr noch mal besser.
Sie wollten beide diese Schule. Sie wollen gut sein.
Hätte ich sie auf eine Schule MEINER Wahl geschickt, hätte diese Motivation gefehlt!
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
davisalo
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von davisalo »

Dickkopf-Mama hat geschrieben: 30.12.2020, 08:59 Hat das Stadtkind schon Erfahrung mit Streichern gemacht? Also wie ernstzunehmend ist der Wunsch?
Gilt das Interesse nur einer bestimmten Streicherart oder allgemein?
Die Tochter einer Freundin war Feuer und Flamme für eine Bläserklasse. Sie hat das Fagott bekommen. Am Anfang hat sie es sich noch schön geredet, später wurde es zäher und zäher. Wenn man dann ggf. noch ordentlich für die anderen Fächer büffeln muss stell ich es mir echt hart vor.
Es kann aber auch ein willkommener Ausgleich sein!
Meine Tochter wollte Geige - seit ihrem 6. Geburtstag. Sie startete mit 8 (weil sie mit 6 gerade mit Klavier begonnen hatte :? ). Sie liebt das Instrument bis heute!!! Und ich glaube, diese Liebe bleibt bestehen!
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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Dickkopf-Mama
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Und wenn sie jetzt statt der gewünschten Geige den Kontrabass bekommen hätte?
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blauelagune
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von blauelagune »

Hatte sie schon mal irgendein Streichinstrument in der Hand? Weiß sie, was sie da erwartet? Ich spiele selber Geige und Bratsche, mein Mittlerer hat mit 5 Jahren begonnen, Geige zu spielen. Er ist richtig gut. Aber damit auch weit über dem Durchschnitt. Und er übt freiwillig täglich mindestens 30 Minuten.

Diese Klassen klingen immer ganz toll. Aber es ist neben der Schule noch mal ein ziemlicher Aufwand : Einzelunterricht, Ensemble, Proben. Meinst Du, sie schafft das?

Wenn sie es will, würde ich es wohl machen. Aber ich würde wohl schon mal einen Plan B entwickeln.
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von Luzia »

anitramk hat geschrieben: 30.11.2020, 06:13
Aber er hat immer wieder betont, dass ihm Deutsch Bauchschmerzen macht. Ihr Haupt-Manko ist das Lesen. Und natürlich auch ihre AVWS (auditive Verarbeitungswahrnehmungsstörung) - sie bekommt halt manchmal nicht alles mit im Unterricht (also Arbeitsanweisungen, wenn die Geräuschkulisse schon wieder lauter wird). Inzwischen hat sie einen Nachteilsausgleich und sie organisiert und motiviert sich selbst inzwischen recht gut (natürlich hat sie auch Tage, wo sie keine Bock mehr hat - vor allem wenn etwas nicht klappt und anstrengend ist).

Der Lehrer meinte zu mir, an der Oberschule wird sie viel schneller und einfacher Erfolgserlebnisse haben, da sind die Klassen kleiner und das Lernpensum ist nicht so hoch und komplex (besonders was die zu lesenden Texte angeht). Und sie muss sich da nicht so anstrengen, kann einfach "mitlaufen". Bei uns im Ort hört die Oberschule nach Klasse 10 auf. Ganz wenige wechseln dann noch aufs Gymnasium.
Das mit dem Lesen sehe ich als Problem. Am Gymnasium wird eben nicht mehr alles (mehrfach) erklärt. Arbeitsanweisungen müssen gelesen und ausgeführt werden, vor allem in Klassenarbeiten und Tests. Das ganze Lernen am Gymnasium ist stark verschriftlicht und basiert auf Sprache. Wer Schwierigkeiten mit dem Lesen hat, bekommt schnell überall Schwierigkeiten.

Hohe Geräuschkulisse? Hui, wenn ich da an so manche 6.- und 7.-Klässler denke. Die können oft nach 2h Ruhe einfach nicht mehr länger leise sein. Pubertärer Gehirnumbau bei oft 30 Leuten gleichzeitig dazu. Wer da mit Lautstärke nicht umgehen kann, hat oft verloren.
Die kleinen Klassen und Erfolgserlebnisse an der Oberschule wären für mich entscheidend.

Wenn deine Tochter ein Instrument lernen möchte, dann melde sie an der Musikschule an. Auch dort gibt es früh die Möglichkeit, im Anfängerorchester zu spielen.
davisalo
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von davisalo »

Dickkopf-Mama hat geschrieben: 30.12.2020, 09:14 Und wenn sie jetzt statt der gewünschten Geige den Kontrabass bekommen hätte?
Ich habe statt der gewünschten Geige mich für ein Blasinstrument entschieden, weil es nur ein Blasorchester vor Ort gab. Dort wurde es statt der gewünschten Querflöte eine Klarinette.
Ich habe dort zehn Jahre gespielt. Die Lust am Instrument ist leider nie gekommen.
Niemals habe ich jemandem davon erzählt. Aber Ihr glaubt nicht, wie sehr ich das Geigenspiel meiner Tochter genieße!!!
Liebe Grüße
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blauelagune
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von blauelagune »

Auditive Wahrnehmungsstörung und Orchester bzw. Ensemblespiel stelle ich mir auch nicht einfach vor.
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davisalo
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von davisalo »

blauelagune hat geschrieben: 30.12.2020, 09:45 Auditive Wahrnehmungsstörung und Orchester bzw. Ensemblespiel stelle ich mir auch nicht einfach vor.
Vielleicht genau das Training, das sie braucht?
Liebe Grüße
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blauelagune
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Re: Weiterführende Schule

Beitrag von blauelagune »

davisalo hat geschrieben: 30.12.2020, 09:47
blauelagune hat geschrieben: 30.12.2020, 09:45 Auditive Wahrnehmungsstörung und Orchester bzw. Ensemblespiel stelle ich mir auch nicht einfach vor.
Vielleicht genau das Training, das sie braucht?
Auch nur Streicher zusammen sind ziemlich laut. Die Anweisungen werdenvauch mal während des Spielens reingerufen. Klar, Versuch macht klug. Aber ich denke schon, dass man in dem speziellen Fall einen Plan B zumindest in der Tasche haben sollte.
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