Spätes Frühchen und wenig Milch

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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amaryllis
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von amaryllis »

Civica84 hat geschrieben: 15.12.2020, 05:13 Danke Amaryllis. Letzte Woche hätte ich dir da noch zugestimmt, aber nachdem das jetzt so tagelang geht, sehe ich da gar kein Licht mehr... Ich Weine ja jetzt schon seit einer Woche jeden Tag. Jeden Tag mehr. 🙈
Was sagt dir denn dein Gefühl, was dir/euch helfen würde?
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).

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Civica84
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Civica84 »

Das ist wahrscheinlich das Problem, mein Gefühl sagt gar nichts mehr, ich fühle mich nur noch ausgebrannt.

Ich bin eigentlich ein ruhiger, gelassener Mensch und halte viel aus, aber darauf war ich nicht vorbereitet. :lol:
Langsam mache ich mir Sorgen, dass ich selbst in irgendeine psychische Geschichte rein rutsche. Ich werde viel zu schnell gereizt.
Vielleicht würde ich mir wünschen, dass man den Auslöser für das Geschrei findet und beheben kann, also Bauchschmerzen oder was auch immer es ist. Oder wenn es doch Hunger ist zufüttern, keine Ahnung. Ihr geht es ja augenscheinlich auch ziemlich schlecht den ganzen Tag. Die ersten Wochen hat sie noch häufig gelächelt, davon ist ja auch nichts mehr zu sehen. :?
amaryllis
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von amaryllis »

Ob du zufüttern solltest oder nicht, kann und darf ich dir nicht empfehlen, da ich keine Stillberaterin bin, aber bedenke, dass in letzter Instanz immer noch du entscheidest, was du oder dein Baby braucht.
Wenn du glaubst, dein Baby schreit, weil es Hunger hat, dann darfst du auch entscheiden, ihm etwas zu geben.

Ich war auch oft in der Situation, nicht zu wissen, ob mein Baby jetzt Hunger hat oder ob etwas anderes klemmt. Ich habe ihm dann 20-30 ml Milch mit einer Spritze oder einem Löffel gefüttert, sodass ich wusste, der Magen ist nicht leer und der "Bärenhunger" kann es in dem Moment nicht mehr sein, ich habe sie aber auch nicht so abgefüllt, dass sie für Stunden nicht mehr an die Brust will. Das hat mich mental entspannt und ich konnte besser mit weiterer Unruhe umgehen.

Zu einem späteren Zeitpunkt in unserer Stillbeziehung hat es mir immer gut getan, wenn mein Mann die Kleine nachmittags in die Trage gepackt hat und 1-2 Stunden mit ihr und dem Hund spazieren gegangen ist. Da konnte ich dann baden, schlafen und gedanklich einfach mal abschalten. Du bist den ganzen Tag hauptsächlich alleine mit deinem Baby oder?

Das sind jetzt nur zwei persönliche Beispiele. Ich finde es wichtig herauszufinden, was einem persönlich guttun würde und Wege zu finden, das umzusetzen. Du darfst nicht auf der Strecke bleiben. Das ist essentiell.
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Civica84 »

Danke für deine Worte Amaryllis und dass du dir mein Gejammer anhörst. Du hattest es ja auch nicht einfach.

Ja, die Tage hat es mir immer geholfen, wenn ich mal eine kurze Auszeit am Tag hatte. Nein Mann muss aber die Woche arbeiten und da scheint auch sehr viel los zu sein, dass er da ziemlich eingespannt ist. Wir haben dann die Schwiegermutter gebeten zu helfen, die schwört aber auf den Nucki und möchte auch die Flasche geben, wenn die kleine Hunger hat. Aber sie hat ja nonstop Hunger. Oder irgendwas anderes, aber man denkt immer erst an Hunger.

Ich weiß nicht wie ich das Dauerstillen unter einen Hut mit meiner eigenen Versorgung bringen soll. Habe seit Tagen sehr wenig gegessen, kaum mal geduscht oder Zähne geputzt und Trinken kommt auch zu kurz. Außerdem habe ich privat noch einiges zu klären, wo mein Vater mir hilft so gut es geht, aber trotzdem leider kurzfristig noch organisiert werden muss und meine Unterschrift auf Dokumente muss... So vieles, was mir wichtig wäre, bleibt liegen (Rückbildungskurs suchen zum Beispiel). An der frischen Luft war ich auch seit dem Kinderarzt nicht. Ich bemühe mich, schaffe das aber nicht alles zusammen und hänge mittlerweile in so einer Erschöpfung, dass auch kleine Handlungen schwer fallen...
Nananix
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Nananix »

Ich stimme amaryllis zu.

Mit einem High-need-baby kann ich im Nachhinein nur sagen: mach alles, was DIR gut tut. Wenn es Dich beruhigt, zu wissen, dass mit der Kleinen alles gut ist, lasst sie checken. Wichtig ist aber auch, dass Du Dir kleine Inseln schaffst. Du hast geschrieben, dass Du keine Zeit für die Tiere hast und es scheint Dir wirklich wichtig zu sein. Vielleicht könnt ihr Euch an anstrengenden Tagen eine Aufteilung vereinbaren, die Dich ein bisschen entlastet und bei den Tieren zur Ruhe kommen lässt?
mit der Winterraupe 01/2020 ❤🐛❤ und dem Sommerbär 09/2023 ❤️🐻❤️
Jara
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Jara »

Ich kann mich da gut dran erinnern.. Kurz nach dem errechneten ET fing Schrödinger auch an zu schreien.. Wir wussten nicht wieso.. Ging wochenlang so.. Ich hatte dann von Träumeland die Einschlafhilfe-App geladen und davon das Staubsauger-Geräusch hat geholfen.

Ist jetzt viel besser geworden und er braucht die App nicht mehr.. Ich hatte das Gefühl, dass er plötzlich viel mehr von seiner Umwelt mitbekommen hat und einfach überfordert war, das Rauschen hat dann geholfen. Und ich hab auch viel geweint. Aber das diente dem Stressabbau und hat mich beruhigt.

Wenn es dir schlecht geht, sprich bitte auch deine Hebamme darauf an. Wär ja echt schade, wenn du in eine Wochenbettdepression rutschst..

Das Lächeln hat in den Alter übrigens nichts zu sagen, da musst du dir keine Gedanken machen :) .. Das bewusste Lächeln kommt ja erst noch :) .. Das war bei uns so ungefähr sechs Wochen nach ET.
Glücklich mit Schrödinger <3 (07/20)
Nananix
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Nananix »

Ich möchte Dir übrigens mal kurz einen Drücker da lassen. Mir ging es ganz ähnlich. Uns konnte damals leider gar niemand unterstützen, daher kann ich Dich nur dazu ermutigen, es mit der SchwieMu zu versuchen. Eine halbe Stunde kann anfangs auch eine wahre Wohltat für eine gestresste Mama sein. Und in einer halben Stunde schafft es die Kleine zumindest einmal am Tag ohne Nachstillen und Deine SchwieMu schafft es auch ganz bestimmt ohne Schnuller und Flasche. Und wenn sie älter wird, könnt ihr den Zeitraum nach und nach sicher ausdehnen.

Beim Lesen kann ich mich wieder an dieses Gefühl erinnern und würde unglaublich gern helfen! ❤
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Julili
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von Julili »

Liebe Civica,

ich lese seit Anfang an deinen Thread mit und möchte dir auch gerne mal dalassen, dass du es super machst und irrsinnig stolz auf dich sein kannst!
Beim Lesen erinnere ich mich auch immer wieder an unsere Anfangszeit. Kaum dachte ich, dass die anstrengende Phase vorbei sei fing die nächste an, stillen Tag und Nacht und leider auch fast keine Unterstützung, ich hab da auch viel geweint und mich überfordert gefühlt. Eine Zeit lang hat Gucki nur mit laufendem Fön und im Stehen gestillt, da dachte ich mir auch dass ich das keine zwölf Monate durchhalte. Aber auch diese Marotte hat sich wieder gelegt (und andere hinzugekommen).

Es ist durchs Lesen hindurch echt spürbar wie sehr du dich bemühst und kämpfst und dass dir das viel abverlangt. Fühl dich bitte gedrückt und bestärkt in dem, was du tust!
Liebe Grüße von Julia und L 8/2020, kleiner Löwe wird viel getragen und gekuschelt
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DerStoepsel
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von DerStoepsel »

Ich lese hier immer mal mit und wollte dir einen Drücker da lassen und dir ganz viel Kraft senden!
Und mir hat, als es mit S2 noch sehr sehr schwierig war, am Anfang (und immer noch) die automatische Federwiege gerettet! Ich möchte meine Swing to sleep nicht mehr missen und man kann sie zum ausprobieren sogar mieten.
Bei uns hat ein Besuch beim Osteopathen etwas Besserung gebracht!
Ich verspreche dir: alles wird wieder besser!! 💪💪💪
💚🧡💙💜♥️
Sohn Nr. 1: 05/17
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SchneFiMa
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Re: Spätes Frühchen und wenig Milch

Beitrag von SchneFiMa »

Hallihallo,

Entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte. Hier war etwas Land unter. Das klingt alles sehr anstrengend bei euch. Ich stimme einer Userin zu, dass wenn du dich unsicher fühlst, ob das alles so richtig, ihr das checken lassen solltest.

Ich kann erst morgen die Daten nochmal in die Kurve eingeben, je nachdem welche Werte ich zum Rechnen nehme ist die Zunahme gerade noch ok, bis unter den Durchschnitt. Ich würde jetzt an dieser Stelle gerne eine Zufütterung empfehlen und damit der Erfolg des Stillens, den ihr jetzt erreicht habt, nicht gebrochen wird, rate ich dir zur Benutzung des BES.
Ich schlage vor, 100-120ml zuzufüttern. Pumpst du noch ab oder würdest du Pre gebenwollen? Falls zweites, dann sag mir doch bitte, welche Menge man gut anrühren kann, also 30/35/40ml?

Was meinst du, ist das für euch ok?

Viele Grüße
SchneFiMa
SchneFiMa mit
der Großen (09/07) und der Mittleren (05/10)
sowie
den zwei Burschis 26.02.18
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