Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

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amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

So, es ist definitiv der Msr.

Ich habe gerade 20 Minuten (!) Affentanz an der Brust mit strampelndem Baby, das mir das ganze Dekolleté zerkrazt hat, hinter mir. Solange hat es gedauert bis im umgekehrten Vierfüßlerstand (mein Kopf an ihren Beinen) der Msr einsetzte. Sie war wohl so hungrig, dass sie tatsächlich solange am Stück gesaugt hat, da gibt sie sonst schneller auf. Sobald die Milch floss, stoppte das ganze Theater auf Knopfdruck und sie trank lammfromm beide Seiten komplett leer. Jetzt ist sie total entspannt und happy. Anschließend wurde ich auch noch vollgekotzt.

Warum braucht das bei mir nur so lange? Das hatte ich auch früher schon öfter mal und zwar auch, wenn ich völlig entspannt war/bin. So systematisch allerdings nur bei der ersten Gewichtsstagnation. Das legte sich aber, sobald die Milchmenge durch das Dom wieder mehr wurde. Super schnell war mein Msr noch nie, aber das ist ja wirklich übertrieben. Da muss eine Lösung her.
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Valeska
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Valeska »

Hm, könnte es auch so sein:

Dein Baby war aufgebracht wegen etwas anderem (beim Spaziergang haben die Bäume lauter gerauscht als sonst, der Papa ist rausgegangen und hat die Tür zugemacht, es ist eine Fliege vorbeigeflogen, das Söckchen hat gedrückt, der Himmel war grau, heute ist Sonntag ...) und hat 20 Minuten gebraucht, um so weit runterzukommen, dass sie trinken konnte. Als sie soweit war, hat sie den MSR ausgelöst und sich sattgetrunken.

(Vielleicht sagt dir "confirmation bias" was?)

Das Verhalten könnte 1 zu 1 von meiner Tochter stammen, wir hatten bloß seit der KKH-Entlassung keine Stillprobleme mehr, sodass ich nie in Versuchung gekommen bin, all das unerklärliche Babyverhalten an der Brust zu interpretieren.
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amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

deidamaus hat geschrieben: 08.11.2020, 19:52 Gehe mit dem Domperidon ruhig wieder runter, es bringt ja keine Änderung.
Meinst du wirklich so schlagartig? Irgendwie ist mir das nicht Geheuer. Wäre es nicht vielleicht sinnvoller, die Dosierung beizubehalten, bis das Syntocinon (hoffentlich) wirkt und ich durch die regelmäßigere Brustentleerungen die Milchproduktion wieder angekurbelt habe? Wenn ich dann ein "Backup" habe, könnte ich wieder auf 3x1 runtergehen. Oder was meinst du? Das letzte was ich jetzt gerade brauche ist noch weniger Milch als eh schon.

Ich weiß, ich mache jetzt wieder eine Wissenschaft daraus, aber ich vertrage mental gerade absolut keine weiteren Negativerlebnisse mehr.

Eine Fachfrage noch: Hast du Erfahrung und oder Literatur zu dem beschriebenen Gewöhnungseffekt beim Syntocinon?

Den möchte ich natürlich in jedem Fall vermeiden. Ich habe allerdings auch schon von Mamis gelesen, die mittels Syntocinon ohne Probleme 6 Monate pumpgestillt haben. In der Literatur konnte ich bislang auch nichts zu einem Gewöhnungseffekt finden.

Ist dieser eine reale oder vielleicht doch eher eine postulierte Gefahr, die dann durch Mundpropaganda weitergegeben wurde?
Valeska hat geschrieben: 08.11.2020, 20:28 Hm, könnte es auch so sein:

Dein Baby war aufgebracht wegen etwas anderem (beim Spaziergang haben die Bäume lauter gerauscht als sonst, der Papa ist rausgegangen und hat die Tür zugemacht, es ist eine Fliege vorbeigeflogen, das Söckchen hat gedrückt, der Himmel war grau, heute ist Sonntag ...) und hat 20 Minuten gebraucht, um so weit runterzukommen, dass sie trinken konnte. Als sie soweit war, hat sie den MSR ausgelöst und sich sattgetrunken.

(Vielleicht sagt dir "confirmation bias" was?)

Das Verhalten könnte 1 zu 1 von meiner Tochter stammen, wir hatten bloß seit der KKH-Entlassung keine Stillprobleme mehr, sodass ich nie in Versuchung gekommen bin, all das unerklärliche Babyverhalten an der Brust zu interpretieren.
Confirmation bias sind mir durchaus bekannt und glaube mir, ich frage mich Tag ein und Tag aus, ob ich diesen unterliege. Es sprechen aber einfach alle Indizien für ein Msr-Problem.

1. Baby nur unruhig, wenn kein Msr auslöst.
2. Baby erst unruhig, seit kein Msr auslöst.
3. Baby nimmt nicht zu, seit kein Msr mehr auslöst.
4. Baby hat an Tagen, an denen kein Msr auslöst deutlich weniger Ausscheidungen.
5. Abpumpen parallel zum stillen klappt nicht mehr, seit kein Msr auslöst (war sonst idiotensicher).
6. Ausstreichen mit Msr super einfach, ohne Msr Schwerstarbeit.
7. Bei Stillmahlzeiten ohne Msr schluckt Baby nur anfangsn 4-5x und danach nur noch bei Kompression oder starker (!) Massage der Brust, während des Saugens. Mit Msr schluckt Baby mehrere Minuten am Stück, ohne jegliche Eingriffe meinerseits.
8. Die Brust ist nach Stillmahlzeiten ohne Msr nahezu unverändert, nach jenen mit Msr total weich und leer.
(9. Andere Seite tropft beim "richtigen" Msr), eher unwichtig, passiert aber immer.

Das sind mir einfach zu viele Zufälle auf einmal.
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Jara
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Jara »

Könntest du beim Stillen die “freie“ Brust stimulieren? Also über die Brustwarze streicheln, sanft massieren etc?

Der MSR wird ja immer beidseitig ausgelöst und vielleicht kannst du dein Kind so beim Auslösen etwas unterstützen.
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amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Das habe ich schon versucht, leider erfolglos.

Gestern hat es zweimal im völlig verkrampften (!) Vierfüßlerstand funktioniert. Jetzt versuchen wir es gerade seit geschlagenen 60 Minuten.

Erst 40 Minuten im Vierfüßler und nun sogar seit 20 Minuten im Auto. Die Maus ist wach und sauft wirklich die ganze Zeit. Es passiert leider nichts, trotz Ablenkung durch Hörbuch. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter. Und ich bin sogar noch immer entspannt, nur leider absolut ratlos.

Sie hat jetzt erschöpft losgelassen und kann langsam nicht mehr. Verständlich.
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amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Jetzt sind es fast zwei Stunden und wir sind noch immer wach und meine Brüste noch immer voll.

Ich war bis jetzt entspannt und habe meine absolute Lieblingsmusik gehört, am Baby gerochen und war wirklich verliebt in sie und auch Erinnerungen an die Kennenlernzeit mit meinem Mann. Dabei habe ich auch nicht auf die Uhr gesehen oder mir irgendwie Stress gemacht. Es bringt nichts.

Jetzt muss ich doch heulen. Es kotzt mich nur noch an und langsam will ich nicht mehr. Außerdem tut mir mein Baby sehr Leid. Wegen mir ist sie jetzt die ganze Nacht wach und auch noch hungrig. Ich gebe ihr jetzt wahrscheinlich mal eine Flasche. Es reicht irgendwann. Meine Energie ist verbraucht und auf mit Spritze füttern und dann noch eine Stunde ausstreichen habe ich keinen Bock mehr.
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Freshi »

((Amaryllis)), das klingt wirklich heftig! Jetzt sitzt du mitten in der Nacht sogar schon ins Auto zum stillen, das ist echt zu krass oder?! Du tust wirklich alles für dein Baby und das Stillen, aber vergiss dich selbst dabei nicht!
Ich wünsche dir sehr, dass das Spray gut wirkt und du endlich wieder entspannt stillen kannst.

Was mich allerdings (bei meinem Baby) stutzig machen würde: Sie versucht seit zwei Stunden an Milch zu kommen, das gelingt nicht und sie eskaliert deswegen nicht vollkommen? Mein Baby meldet ganz ganz ganz selten akuten Hunger an, aber wenn, dann ist das deutlich zu hören...
Manchmal ist das größte Glück ganz klein... (05/18)&(06/20)
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Willma
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Willma »

Du Ärmste! Achte auch auf dich, totale Erschöpfung kannst du jetzt nicht gebrauchen.
Weinen hat mir immer ganz gut geholfen, meine Hebamme sagte immer "wenn Tränen fließen, fließt auch die Milch".
Mich wundert es allerdings auch, dass dein Baby so lange saugt ohne zu eskalieren. Meine Babys haben alle Terror gemacht und mir die Ohren weg geschrien.
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Sommermama2017 »

Hm, mal ein vorsichtiger anderer Gedanke, vielleicht kann deidamaus noch was zu sagen: könnte Magnesium helfen? Muskelentspannend, damit der MSR eher kommt und weniger verkrampft?

Ansonsten: ((amaryllis))
Liebe Grüße von Sommermama mit L. 07/17 und A. 01/21
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Sommermama2017 hat geschrieben: 09.11.2020, 09:06 Hm, mal ein vorsichtiger anderer Gedanke, vielleicht kann deidamaus noch was zu sagen: könnte Magnesium helfen? Muskelentspannend, damit der MSR eher kommt und weniger verkrampft?

Ansonsten: ((amaryllis))
Das nehme ich schon. Habe auch Calcium/Magnesium in Kombi schon probiert.

An der Entspannung kann es unmöglich liegen, weil es gestern sogar einmal klappte, als ich total verkrampft über ihr hing und echt sauer war, weil sie mir alle fünf Sekunden ins Gesicht trat.

Das blöde Spray dauert halt noch, da es importiert werden muss. Keine Ahnung, wann ich es bekomme. Wahrscheinlich jedoch nicht vor dem Ende der Woche. Ich merke ja auch, dass die Milch zurückgeht. Es ist wie eine traurige Wiederholung von damals...
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