Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

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Greymalkin
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Greymalkin »

Liebe Amaryllis,

ich lese auch schon eine Weile still mit und nehme viel Anteil an deiner Geschichte. Mir ging es vor einem Jahr ganz genau wie dir, du formulierst oft genau das aus, was ich damals dachte und durchmachte. Ich nahm zwar kein Domperidon, habe aber bis zum 10. Lebensmonat immer mit sporadischem Powerpumpen nachgeholfen, um die Milch fließfreudig zu halten. Das soll keine Empfehlung sein und ob das alles wirklich nötig war, oder ob es hauptsächlich mir geholfen hat, indem es ein bisschen Kontrolle suggeriert hat, werde ich wohl nie wissen. Mein MSR war zeitweilig ebenfalls "kaputt", sodass ich dachte, es sei jetzt aus, aber irgendwie lief es dann doch immer mal wieder und stabilisierte sich wieder. War ne schreckliche Zeit, aber zum Abstillen konnte ich mich auch nie durchringen, da es ja prinzipiell funktionierte. Das wäre wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod gewesen, wie mein Mann es treffend kommentierte.

Also was ich sagen will : Ich kann dich voll verstehen in allem - möchte aber auch mitgeben, dass es sich für mich im Nachhinein gelohnt hat durchzuhalten und nicht vor der eigenen Panik, es könnte was nicht ideal laufen, einzuknicken. An der dann doch immer leichter werden Stillbeziehung bin ich auch selbst gewachsen und ich bin jetzt SO froh, diese Zeit mit meinem Sohn noch zu haben. Jetzt ist es entspannt und schön und so, wie ich mir das immer vorgestellt hatte.
Natürlich musst du die Kosten-Nutzen-Rechnung für dich selbst anstellen, aber auch wenn es sich jetzt wie eine zu große Belastung anfühlt, kann sich ein Durchhalten trotzdem (für beide!) lohnen.
Deine Tochter wird von deinem inneren Kampf vermutlich nicht allzu viel bemerken, da sie besser versorgt ist, als du dir und ihr zutraust - darauf hat ja außerdem deidamaus ihr Auge.

Alles Liebe!
+ Sohn 1 (5/2019) + Sohn 2 (8/2021) + Tochter (4/2025)
amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

deidamaus hat geschrieben: 31.10.2020, 21:58 Amaryllis, die Gewichtswerte sind erstmal völlig unauffällig. In dem Alter deines Babys liegt die Zunahme nur noch bei durchschnittlich 70-140g in der Woche und die Zunahme verläuft immer mehr in Sprüngen. Von daher ist alles gut.

Lege sie einfach häufig an und versuche nicht zu sehr auf den "nicht auslösenden MSR" zu achten. Vielleicht merkst du ihn garnicht. Milch bekommt dein Baby sicherlich genug, sonst sähen die Gewichtswerte ganz anders aus.

Sorry, muss die Kinder noch ins Bett bringen,
deidamaus
Danke, dass du dir gestern Abend noch die Zeit genommen hast, mir zu antworten. Ich habe deine Nachricht gelesen und sie hat mir gut getan.

Ich habe mich auch schon wieder etwas gefangen. Mein gestriger Beitrag war geradaus am emotionalen Tiefpunkt formuliert, bitte entschuldige.

Ich habe heute nochmal gewogen:
11.06 2980 Geburt (Hebamme, Tuchwaage)
08.10. 5830, 12x stillen, 7x Pipi, 4x Stuhl, 2x abgepumpt (180 ml)
11.10. 5910, 15x stillen, 8x Pipi, 2x Stuhl, 2x abgepumpt (140 ml)
15.10. 5990, 15x stillen, 8x Pipi, 3x Stuhl
18.10. 5970, 14x stillen, 8x Pipi, 1x Stuhl (wenig)
20.10. 5980, 15x stillen
21.10. 5970, 17x stillen
25.10. 6100
28.10. 6150
31.10. 6100

Mein Ziel ist es, von der Waage wegzukommen und nur noch zu den U-Untersuchungen zu wiegen. Alles andere nährt meinen Kontrollzwang und ist auf Dauer wohl ziemlich ungesund für meine mentale Verfassung und vielleicht auch für die meines Kindes. Ich will auf keinen Fall, dass sich meine Unsicherheit auf mein Kind überträgt. Sie soll lernen, dass die Welt ein sicherer Ort ist und man vertrauen kann.

Wie kann ich das umsetzen?
Wie kann ich die Waage loswerden?

Danke auch dir, Greymalkin, für deinen ausführlichen Beitrag. Es tut gut zu lesen, dass man nicht alleine ist und dass eure Stillbeziehung nun so wunderbar ist. Das gibt mir Hoffnung und Mut, nicht aufzugeben :-)

Ich schließe nicht aus, dass ein Großteil meiner Probleme in meiner Psyche begründet liegt. Wenn ich mein bisheriges Leben Revue passieren lasse, offenbart sich da schon ein gewisses Muster. Ich neige dazu, mich exzessiv mit Themen auseinandersetzen und mich starren Vorgaben und Zahlen zu unterwerfen, wobei ich dazu tendiere, Intuition und Individualität zu vernachlässigen. Das will ich unbedingt ändern, da es mir die Leichtigkeit und Freude an der jeweiligen Thematik nimmt und natürlich auch mein Umfeld nicht unbeeinflusst lässt.
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).

Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.
amaryllis
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

Da die Liste fehlerhaft war, hier nochmal:

11.06 2980 Geburt (Hebamme, Tuchwaage)
08.10. 5830, 12x stillen, 7x Pipi, 4x Stuhl, 2x abgepumpt (180 ml)
11.10. 5910, 15x stillen, 8x Pipi, 2x Stuhl, 2x abgepumpt (140 ml)
15.10. 5990, 15x stillen, 8x Pipi, 3x Stuhl
18.10. 5970, 14x stillen, 8x Pipi, 1x Stuhl (wenig)
20.10. 5980, 15x stillen
21.10. 5970, 17x stillen
25.10. 6100
28.10. 6150
31.10. 6080
01.11. 6100
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).

Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.
Amarantha
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Amarantha »

Liebe Amaryllis,

Auch ich lese in deinem Thread mit und wollte dir mal einen Drücker da lassen.
Du gibst dir wahnsinnig viel Mühe und bist bestimmt eine zauberhafte Mama für deine Kleine.
An deinen Beiträgen erkennt man finde ich sehr gut, wie reflektiert du bist und Probleme bei dir selbst ausmachst und auch direkt angehen willst. Das finde ich sehr beeindruckend. Diesen hohen Grad an Selbsterkenntnis haben nicht so viele Menschen.
Aber vielleicht magst du dir selbst den Gefallen tun und nicht so streng mit dir selbst sein. Wir alle sind nur Menschen und glücklicherweise nicht perfekt.
Mit Winterkind 12/19 und Herbstkind 10/22
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von deidamaus »

Wegen mir darfst du die Waage gerne komplett wegpacken. Es ist alles in Ordnung, die Zunahme war nie das Problem, solange du das Domperidon genommen hast.

Dein Baby ist ja auch bereits 4 1/2 Monate alt, es wird also nicht mehr so lange dauern, bis es Beikost einfordert bzw. du Beikost anbieten solltest (spätestens mit einem halben Jahr).

Wann ist denn der nächste U-Termin?

Liebe Grüße
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Jara »

Liebe Amarylöis,

auch ich lese hier regelmäßig mit und wollte dir meine Hochachtung aussprechen! Du bist eine tolle Mama! :)

Ich wollte dir kurz zum MSR was sagen: du erkennst ihn, wenn die Region um die Brustwarzen herum irgendwie “gefüllt“ wirkt.

Bei mir funktioniert ausstreichen übrigens überhaupt nicht, ich drücke die Milch ab. Also wie beim Melken (nicht wild auf der Brust drücken oder so) .. Da kommt die Milch dann im Strahl. Hab dazu ein Video von einer Stillberaterin bei YouTube gesehen, weiß aber nicht, ob sie Technik hier empfohlen wird..? (Vielleicht kann deidamaus dazu etwas sagen?)

Ich löse den MSR aus, indem ich etwas über die Brustwarzen reibe (gerne auch ein Shirt noch drüber oder so) .. Und rund um die Brustwarzen herum etwas “knibbel“ ..so eine ganz leichte Massage der Brustwarzenregion.

Alles Liebe für dich!
Glücklich mit Schrödinger <3 (07/20)
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von deidamaus »

Viele Frauen merken den MSR auch garnicht, sondern erkennen es nur daran, dass das Baby anfängt regelmäßig zu schlucken. Und wenn sich die Frau darauf nicht konzentriert, sondern nebenher den Geschwistern vorliest, telefoniert, ein Buch liest, sich unterhält etc. dann bekommt sie es meist überhaupt nicht mit.

Deswegen ist es sinnvoll sich nicht darauf zu fokussieren, sondern einfach das Baby machen zu lassen. Das kann es nämlich wunderbar alleine.

Liebe Grüße
deidamaus
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von amaryllis »

deidamaus hat geschrieben: 02.11.2020, 08:48 Viele Frauen merken den MSR auch garnicht, sondern erkennen es nur daran, dass das Baby anfängt regelmäßig zu schlucken. Und wenn sich die Frau darauf nicht konzentriert, sondern nebenher den Geschwistern vorliest, telefoniert, ein Buch liest, sich unterhält etc. dann bekommt sie es meist überhaupt nicht mit.

Deswegen ist es sinnvoll sich nicht darauf zu fokussieren, sondern einfach das Baby machen zu lassen. Das kann es nämlich wunderbar alleine.

Liebe Grüße
deidamaus
Ich fokussiere mich auch eher auf das regelmäßige Schlucken und genau das bleibt leider meistens aus. Ohne das Schlucken würde ich den Msr auch nicht spüren. Sie zieht anfangs kurz mit 4-5 Zügen die Milch aus dem Kanälen weg und wartet danach oder muss mindestens 4-5x saugen, um einmal zu schlucken. Nach solchen Stilleinheiten ist die Haptik der Brust nach dem Stillen auch nahezu unverändert. Nur wenn der Msr (so wie ich ihn kenne) einsetzt schluckt sie für einige Minuten bei jedem oder jedem zweiten Zug und lässt nach einer Weile dann zufrieden los. Danach ist die Brust auch deutlich weicher/leerer. Das passiert zur Zeit nur sehr selten. Bis vor einer Woche gab es diese Phase fast bei jedem Stillen.

Gestern gab es 4x stillen mit regelmäßigem (mindestens eine Minute) schlucken. Sonst lief es immer so wie oben beschrieben ab. Vorgestern sogar nur einmal.

Sie pinkelt aber nach wie vor viel, Stuhlgang hat sie kaum noch. Das letzte Mal war, glaube ich, vor drei Tagen. Aber du sagst ja, dass das okay ist, in ihrem Alter.

Im Alltag wirkt sie aber nicht besonders unzufrieden. Ob sie Hunger hat, kann ich generell schwer sagen, da sie immer etwas in Mund hat.

Jetzt gerade (erstes Stillen nach dem Aufwachen) lief es wieder ohne regelmäßige Schluckphase ab. Sie strampelt dann auch viel und lässt nicht los. Ich versuche mir keinen Kopf zu machen, aber irritierend ist es durchaus.
Fühlt euch gegrüßt von amaryllis und der kleinen Schnute (*06/20).

Wenn du loslässt, hast du zwei Hände frei.
Nananix
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Nananix »

Ich möchte Dir auch mal einen Drücker und etwas Zuversicht da lassen! Mir ging es mit den Gefühlen zum Thema Stillen ähnlich wie Dir (Druck und fehlende Kontrolle). Ich konnte leider wirklich nicht vollstillen und das hat mich furchtbar belastet. Ich habe mich 7 Monate lang mit dem BES herumgeplagt (Domperidon hatte leider nicht angeschlagen) und bin aber auch so unendlich froh, dass wir dadurch eine Stillbeziehung etablieren konnten!

Ich weiß, dass Du Dich mittlerweile wieder besser fühlst. Super! Aber ich wollte Dir auch sagen, dass es schon mal vorkommen kann, dass man mit dem Gedanken spielt, abzustillen, nur um sich direkt danach wieder zu denken "sicher nicht". Bei allem, wo Du hohe Erwartungen an Dich selbst hast, drängt sich ab und zu halt auch der Zweifel in den Vordergrund. Aber super, dass er sich nicht lange dort hält! ☺

Zum MSR: ich spürte und spüre ihn nie. Deidamaus hat ja schon von ein paar Möglichkeiten geschrieben, sich abzulenken. Ich glaube, dass Ablenkung wirklich toll ist, wenn man Probleme hat, die Kontrolle abzugeben und in dem Fall das Baby einfach machen zu lassen.

Alles Liebe!
mit der Winterraupe 01/2020 ❤🐛❤ und dem Sommerbär 09/2023 ❤️🐻❤️
Kobold
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Re: Baby wecken oder nicht, damit Milchbildung nicht abnimmt?

Beitrag von Kobold »

Ich wollte einfach mal einen lieben Drücker da lassen und dir sagen, dass du mit deinen Sorgen und Gedanken nicht alleine bist. (( ))
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