Von der Brust zur Flasche und zurück?

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Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

So, Tag zwei ist rum - ein Tag mit Höhen und Tiefen, der versöhnlich geendet ist: Das Kind ist ohne Nuckel an der Brust eingeschlafen. :D

Die Nacht war ein voller Stillerfolg. Am Vormittag ist es mir auch gelungen, sie im Halbschlaf zu stillen. Dadurch hat sie auch prompt länger geschlafen als sonst. Trotzdem habe ich da - völlig verunsichert - zweimal nachgefüttert. Zu, Nachmittag hin wurde es generell schwieriger. Zweimal habe ich sie zwar an die Brust bekommen, aber deutlich gemerkt, dass sie nicht auf den Milchfluss warten wollte. Sie war total ungeduldig und hat an der Brustwarze gezerrt, weil nicht sofort was kam. Immer wieder angedockt und angedockt. Da half nur noch die Flasche. Da wäre sicher das BES genau richtig für diesem Fall, oder?
Nachts stillen Babys oft kürzer als tagsüber. Erinnerst Du Dich noch an meine Erklärung, warum das nächtliche Stiolen so wichtig ist? Der MSR löst schneller aus und die Milch fließt zügiger und reichlicher.
Tatsächlich? Sie war jeweils kaum länger als 3, 4 Minuten an der Brust, hat aber recht viel geschluckt in der Zeit.
Es gibt keine Sicherheit. Es kann tausend Gründe geben, warum ein Baby unzufrieden ist. Aber volle Windeln und alters- und typgemäßes Zunehmen zeigen, dass genug "rein" kommt. Die Windeln siehst Du zeitnah, die Waage zeigt es im Verlauf.
Und deshalb bin ich so froh, dass ich Dich habe, die Du einen Blick auf beides hast! Das nimmt mir etwas die Angst.
Wenn ich so die Zahlen von heute gegen die vom 23. sehe, an dem ich gar nicht gestillt habe, fällt es mir schwer zu glauben, dass sie heute tatsächlich 550ml aus meinem Brüsten bekommen hat. Hat sich jedenfalls nicht so angefühlt! Und dann müsste sie auch echt ne Schnelltrinkerin sein, denn mehr als 5 Minuten hat sie, glaube ich, nie getrunken.
Ach, ich komme einfach nicht aus dieser Angstfalle heraus, dass ich mein Kind nicht ausreichend ernähre! Sie ist nämlich auch eine echt quengelige, die schnell meckert und da denke ich immer als erstes: oje, sie hat Hunger!
Lass den Schnuller ganz weg. Ihr braucht ihn nicht. Der Daumen stellt kein Problem dar und ist kein Zeichen für Hunger, sondern einfach für ihr Saugbedürfnis. Saugen hat nicht nur mit Ernährung zu tun, sondern hilft auch der (Selbst-)Regulierung. Freu Dich einfach, dass sie die Umstellung so gut mitmacht.
Das beruhigt mich! Für mich waren Hände im Mund nämlich immer ein Alarmsignal und Zeichen für Hunger.
Ich befürchte, ganz weglassen kann ich den Schnuller immer noch nicht. Manchmal kriege ich sie nur darüber zum Andocken. Also Nucki rein und beruhigen, Nucki raus, Brust rein.

Ob ich es morgen ganz ohne Flasche schaffe? Oder zumindest den Vormittag ohne?
Mein Ziel ist es, wieder so selbstverständlich zu stillen, wie wir das am Anfang getan haben - ohne Schwierigkeiten, Weinen, Ängste. Im Moment klappt das nur ganz in Ruhe, am besten im abgedunkelten Raum. Das ist ja leider nicht so richtig alltagstauglich und mich graut es schon davor, wenn ich nächste Woche nachmittags wieder mit der Kleinen meinen Großen zu seinen Kursen bringen muss um ich nicht weiß, wie ich sie unterwegs satt bekomme.

04.07. 2890g, KH
06.07. 2650g, KH
02.08. 3740g, KiA
09.09. 4600g, Hebamme
03.10. 5180g, ab jetzt eigene Waage
06.10. 5250g
10.10. 5330g
19.10. 5450g
22.10. 5640g
23.10. xxxxg, 0x gestillt, 11x Flasche, 800ml MuMi, 60ml Pre
25.10. 5700g, 5x gestillt, 9x Flasche, 640ml MuMi, 5x Urin
26.10. 5710g, 7x gestillt, 5x Flasche, 250ml MuMi, 4x Urin, 1x Stuhl
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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Denke nicht an nächste Woche. Das macht bloß Druck. Nimm jeden Tag einzeln.

Probiere doch mal morgen einen flaschen- und schnullerfreien Tag einzulegen. Kuschelt Euch ins Bett oder aufs Sofa und lass Dich überraschen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
AP estab. 2009, 2011 & 2014
Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Du hast das selbst geschrieben.
Haha! Ertappt!
Das ist tatsächlich völlig normales Babyverhalten. Es ist super anstrengend, gar keine Frage. Aber zu füttern, insbesondere mit der Flasche, ist da nicht die Lösung.
Du bist die Erste, die mir das sagt! Zwei Stillberaterinnen, die bei mir waren, und meine Hebamme, hatten keine Erklärung für das Verhalten. Letztere riet dann ja auch offensiv zur Flasche, als ich zu Beginn mit dem Problem zu ihr kam.
Wenn das normal ist, sehe ich ein, dass ich eben einfach ein Baby habe, dass nicht wie viele andere überall und zu jedem Tageszeit gestillt werden kann. Das macht es mir leichter, damit umzugehen! Aus meinem Bekanntenkreis kannte niemand dieses Phänomem. Die haben alle Anfänger-Stillbabys.
Hast Du ein Tragetuch oder eine gute Trage, die Ihr beide mögt? Tragen hilft ungemein. Manche Kinder kommen abends an der Brust nicht "runter". Tragen ist kein Zaubermittel, aber z.B. schnelles spazieren gehen oder auf einem Gymnastikball wippen hilft oft. Mein Mann hat abends oft mit unserer Jüngsten im Tuch die Küche aufgeräumt oder Wäsche zusammen gelegt; stillen wollte sie erst nach dem Einschlafen.
Das klingt in der Tat wie bei uns!
Die Manduca, die ich habe, mag sie nicht. Bin aber in 10 Tagen auf einem Trageseminar und erhoffe mir damit, eine geeignete Trage zu finden.
Das denkst Du. Aber das muss nicht ihre Meinung sein. Mag sein, dass sie Hunger hat. Aber solange sie nicht bereit zum Trinken ist, gibt es etwas, das zuerst überwunden werden muss: Müdigkeit, Aufregung o.a. Die Flasche ist nicht die Lösung, sondern verhindert lediglich, dass Du lernst, was wirklich hilft.
Sehr gut zu wissen!!! Ich muss zur Erklärung sagen: Bevor ich damals meinen Sohn per Flasche gestillt habe, trank er zwei Wochen lang per Stillhütchen an der Brust und hat in der Zeit nur geweint. Es stellte sich raus, dass er nie satt geworden war. Sobald er die Milch per Flasche bekam, war er satt und selig. Das wurmt mich heute noch.
Deine Tochter ist gut versorgt und kann länger ohne stillen auskommen, als Du denkst. Nachts schlägt sie sich dann wieder den Bauch voll.
Babys sind sehr kompetent. Du kannst Deiner Tochter vertrauen, dass sie trinkt, wenn sie es braucht. Verzichtet sie, dann kannst Du Dir sicher sein, dass sie es sich später holt. Das gilt natürlich nur, wenn sie keinen Infekt o.ä. hat.
Das beruhigt mich sehr! Werde versuchen, daran zu denken, wenn‘s mal wieder hakt.
Was Du beschreibst ist wirklich völlig normal. Super anstrengend für uns Mütter, aber nicht gefährlich und erst recht kein Zufüttergrund.
Aye aye!
Und noch mal tausend Dank! Du schaffst tatsächlich, was anderen Stillberaterinnen bisher nicht gelungen ist: Mir das Gefühl zu vermitteln, dass alles in Ordnung so ist und ich einfach entspannt so weiter machen soll.
Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Puh, es bleibt schwierig und ich mache mir Sorgen!
Wir haben die ganze Nacht über 5x mal gestillt und ich hatte das Gefühl, dass sie teilweise für ihre Verhältnisse recht lange getrunken hat (Bis zu 10min.). Aber schon heute Morgen nach dem Aufwachen sowie zwei Stunden danach geht kaum was. Sie hat nur kurz angedockt und selbst den ersten MSR nicht zu Ende getrunken.
Und dann das: 70g weniger auf der Waage als gestern! Es fällt mir schwer, nicht doch zur Flasche zu greifen...

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06.07. 2650g, KH
02.08. 3740g, KiA
09.09. 4600g, Hebamme
03.10. 5180g, ab jetzt eigene Waage
06.10. 5250g
10.10. 5330g
19.10. 5450g
22.10. 5640g
23.10. xxxxg, 0x gestillt, 11x Flasche, 800ml MuMi, 60ml Pre
25.10. 5700g, 5x gestillt, 9x Flasche, 640ml MuMi, 5x Urin
26.10. 5710g, 7x gestillt, 5x Flasche, 250ml MuMi, 4x Urin, 1x Stuhl
27.10. 5640g, 6x gestillt, 0x Flasche, 2x Urin (bisher)
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Maxmama
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Maxmama »

Guten Morgen!
Mach dir nicht zuviele Sorgen deshalb wirst du hier ja begleitet.
Am Vormittag „wenig“ trinken hatten wir hier auch, morgens ist die Milch fettreicher und macht länger satt.

Und wegen des Gewichts, keine Panik, ging mir auch so, hier werden Gewichtsreihen bewertet, und keine Einzelwerte.
Aber Teazer meldet sig bestimmt noch.
Und 1x Stuhlgang mehr oder weniger macht auch schon was aus.

Vertrau auf Dich und Dein Baby!

Alles Liebe
:5: Maxmama mit dem gewünschtesten Zwergenkönig ______(12/2018)
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Maxmama
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Maxmama »

Wenn ich mich eichtig erinnere hatten wir vormittags oft Trinkabstände von bis zu 3,5 Stunden. An anderen Tagen wieder stündlich. Wie unsere Babys es wollen und brauchen.
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Maxmama hat geschrieben: 27.10.2019, 10:16 Guten Morgen!
Mach dir nicht zuviele Sorgen deshalb wirst du hier ja begleitet.
Am Vormittag „wenig“ trinken hatten wir hier auch, morgens ist die Milch fettreicher und macht länger satt.

Und wegen des Gewichts, keine Panik, ging mir auch so, hier werden Gewichtsreihen bewertet, und keine Einzelwerte.
Aber Teazer meldet sig bestimmt noch.
Und 1x Stuhlgang mehr oder weniger macht auch schon was aus.

Vertrau auf Dich und Dein Baby!

Alles Liebe
Danke Dir! Und trotzdem hat mein Mann ihr gerade eine Flasche gegeben. Sie hat gebrüllt wie am Spieß, wollte aber partout nicht die Brust. 80ml waren ratzfatz weg. Und ich hab jetzt mal abgepumpt. Hab Angst, dass meine Milch sonst zurück geht.

Übrigens hab ich gestern Abend mal in Deinem Thread gestöbert. Das Problem mit der einen schwachen Brust habe ich auch. Rechts kommt bei mir viel weniger, sie ist auch kleiner und ich traue mich kaum, sie anzubieten. Hast Du das in den Griff bekommen?
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Maxmama
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Maxmama »

Soweit ich weiß, und auch da hat mir die Stillberatung hier weitergeholfen, ist das völlig normal, dass eine Seite weniger Milch produziert und die Milch dort langsamer fliesst. Man sieht halt auch optisch einen Unterschied. Ich habe/lege an der schwächeren Seite bevorzugt an, manchmal besteht mein Kind mittlerweile wach auf die gute Seite, dafür hat er zum Einschlafen und Nuckeln die schwächere lieber. Bei meiner Schwester wars sogar so, dass die schwächere Seite nach 6 Monate praktisch angestillt war, sie hat dann mit einer Brust weitergestillt. Auch das ist möglich und ausreichend, aber auch hierzu schreibt Teazer sicher noch etwas.

Lasst Euch nicht entmutigen, ihr habt schon so tolle Fortschritte gemacht und stillt nachts wieder.
Bei uns war die Umstellung zurück zur Brust auch nicht problemlos.
Bei mir war auch immer die Sorge, dass mein Kind nicht genug bekommt, das jedes Schreien Hunger sein könnte - auch dass ist nicht gesagt, manchmal hab ich z. B. ihn beim Stillen durch meine Angst, „er bekommt zu wenig“, zum Weitertrinken animiert, damit überfüllt und er hatte Bauchweh.
Wie alt ist Dein Kind jetzt genau? In dem Alter steht ein grosser Entwicklungsschub an, es kann auch sein, dass es nur Eure Nähe will, ich glaube in dem Alter wollte mein Kleiner nur herumgetrageb werden.
Und auch die Angst, dass ich pumpen muss, weil sonst die Milch wegbleibt - das abzulegen hat gefühlt am längsten gedauert, ganz lange hab ich noch 1x am Tag abgepumpt. Und nun ist der Tiefkühler voll, ich hab fast nichts verbraucht, und kanns bald nur noch als Badezusatz verwenden...
Dabei stimuliert nichts besser die Brust, als Dein Kind, wenn es selbst trinkt.
Und es dauert lang, bis man diese Ängste los ist.

@Teazer: Ich hoffe, ich hab da nicht vorgegriffen mit meinen Äußerungen?

Ich drück Dich ganz fest, es ist völlig normal, wie es Dir geht, und die Sorgen, die Du Dir machst, machen sich ganz viele Mamas.
Aber mit der Hilfe, die Du hier bekommst, werdet ihr sicher bald entspannt stillen ! :D
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Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Danke, Maxmama! Aber bei uns kommt offenbar noch erschwerend hinzu, dass die Kleine eine Saugverwirrung hat. So erkläre ich mir jedenfalls, dass sie trotz Hunger die Brust anbrüllt - im wachen Zustand.
Eben hat sie nach dem Schläfchen ganz gut getrunken und beim Wickeln sogar einiges wieder ausgespuckt. Ich werte das mal als Zeichen, dass sie wirklich satt ist.
Lösche Benutzer 25726

Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Lösche Benutzer 25726 »

Oh je, du klingst gerade echt gestresst.
Brust anbrüllen muss wirklich nicht heißen, dass dein Kind Hunger hat. Irgendwas ist ganz sicher, sei es ein Pups der quer sitzt, irgendwas irritiert sie, die Windel ist nass, an der Kleidung drückt was, zu warm, zu kalt, langweilig, sie will kuscheln, sie will rumgetragen werden, oder 1000 andere Gründe. Und dann kommst du mit der Brust :D
Sie kann es noch nicht sagen was ist, ihre einzige Möglichkeit dir zu zeigen, dass Stillen jetzt nicht die Lösung ist, ist zu schreien. Klar, es zuerst mal mit Stillen probieren ist nie verkehrt, aber es passt halt nicht immer. Und das dann zu akzeptieren und nach anderen Beruhigungsmöglichkeiten zu suchen ohne Flasche und Schnuller zu benutzen ist ohne Zweifel anstrengend.
Auch problemlos vollgestillte Kinder brüllen oft ohne ersichtlichen Grund.
Bleibt dran, ihr seit schon so weit gekommen. Dein Kind kann an der Brust trinken, das zeigt sie dir doch ganz deutlich. Und trau dich ins kalte Wasser zu springen, lasst Flasche ind Schnuller weg. Weiter vorne war schon mal verlinkt, dass auch satte Kinder die Flasche leer trinken. Das zeigt keinen Hunger an.
Trau dich, trau dich, trau dich!
Das Vertrauen, dass das eigene Kind weiß, was und wieviel es braucht, muss man üben. Aber hier seid ihr bestens betreut, wenn was ist sagt Teazer schon Bescheid.
Was kann denn passieren? Dass deine Kleine Hunger hat? Dann einfach Brust anbieten. Wenn sie will, kann sie stillen. Wenn nicht, annehmen und eine andere Lösung suchen.

Und was das einseitige Trinken angeht: meine Tochter hat hier eine Seite abgelehnt, weil ihr da zuviel kam. Irgendwann wars dann egal, da kam sie damit klar.
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