Von der Brust zur Flasche und zurück?

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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Hallo! :)
Xtina hat geschrieben: 25.10.2019, 20:42 So, beide Kinder schlafen, der Tag ist fast rum, dann will ich mal berichten, wie es heute gelaufen ist. Auf jeden Fall komplett anders als erwartet - ich habe nämlich ganze 5 mal kurz gestillt. Und das, obwohl ich doch dachte, die Kleine würde meine Brust nur anschreien und könnte gar nicht mehr andocken! Doch, kann sie wohl, und sie scheint es sehr genossen zu haben. Sie ist heute Abend auch an der Brust eingeschlafen. Da war kein Nuckel nötig!
Großartig! :)
Allerdings - und jetzt die große Einschränkung - sie hat dabei nur wenig getrunken, nicht mehr als den ersten MSR mitgenommen und danach böse an der Brustwarze gezogen, weil nichts mehr kam.
Und prompt bin ich schwer verunsichert, ob meine Kleine heute genug bekommen hat.
Beim ersten MSR kommt eine Menge Milch. Und wenn es ihr nicht reichen würde, würde sie einfach häufiger stillen. Dein Baby ist schließlich kompetent.
Xtina hat geschrieben: 26.10.2019, 09:38Was für eine Nacht! Ja, ich habe sie nur gestillt - und zwar 5 mal von 0 Uhr an. Ich bin echt müde, aber glücklich und hoffe so sehr, dass sie auch genug bekommen hat! Ich hatte jedes Mal beim Anlegen das Gefühl, dass sie nicht gerade ausdauernd trinkt, sondern nur die ersten beiden Milchspendereflexe mitnimmt. Damit sie nicht hungern muss und weil sie im Schlaf recht unruhig war, habe ich sie einfach immer wieder angelegt. Meine Befürchtung ist jetzt, dass sie jetzt zu wenig fettreiche Milch mitbekommen hat, da sie immer nur so kurz getrunken hat.
Nachts stillen Babys oft kürzer als tagsüber. Erinnerst Du Dich noch an meine Erklärung, warum das nächtliche Stiolen so wichtig ist? Der MSR löst schneller aus und die Milch fließt zügiger und reichlicher.
Trotzdem musste ich heute früh nach dem Aufstehen noch mal abpumpen, weil meine Brüste so spannten. Habe mehr als 100ml rausbekommen. Das macht mich skeptisch...
Mich überhaupt nicht. :lol: Deine Kleine hat die Milchproduktion so angekurbelt, dass diese etwas zu viel produzierte. Das pendelt sich bald ein.
Die angebotene Flasche mit Muttermilch hat die Kleine nach dem Schläfchen zwar abgelehnt, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass sie nicht so hundertprozentig zufrieden ist. Wie kann ich da sicher gehen?
Es gibt keine Sicherheit. Es kann tausend Gründe geben, warum ein Baby unzufrieden ist. Aber volle Windeln und alters- und typgemäßes Zunehmen zeigen, dass genug "rein" kommt. Die Windeln siehst Du zeitnah, die Waage zeigt es im Verlauf.
Generell: Was mache ich, damit sie wieder ausdauernder saugt? Soll ich heute tatsächlich einfach Komplett auf die Flasche verzichten und hoffen, dass sie sich holt, was sie braucht?
Das wäre tatsächlich mein Vorschlag. Mit dem asymmetrischen Anlegen (Link s.o.) und Brustkompression kannst Du ihr helfen. Ansonsten braucht sie einfach saugerfreie Zeit. In ein paar Tagen läuft dann alles rund. Du wirst sehen.
Und soll ich nachpumpen, wenn ich das Gefühl habe, dass sie nicht gut getrunken hat?
Nein, denn sonst kann Deine Brust nicht lernen, wann welche Menge Milch gebraucht wird.
Xtina hat geschrieben: 26.10.2019, 11:52 Interessant! Aber ich glaube trotzdem, dass sie Hunger hatte.
Woran machst Du das fest?
Gerade wieder im Halbschlaf gestillt und jetzt liegt sie neben mir uns nuckelt begeistert an ihren Fingerchen und ich frage mich sofort: Hat sie noch Hunger??? Der Nucki hat seit gestern übrigens vom Daumen Konkurrenz bekommen.
Lass den Schnuller ganz weg. Ihr braucht ihn nicht. Der Daumen stellt kein Problem dar und ist kein Zeichen für Hunger, sondern einfach für ihr Saugbedürfnis. Saugen hat nicht nur mit Ernährung zu tun, sondern hilft auch der (Selbst-)Regulierung. Freu Dich einfach, dass sie die Umstellung so gut mitmacht.
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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Gerade gab es einen Rückschlag: Obwohl sie ohne Nuckel eingeschlafen ist (kurz nur), wollte sie nach dem Aufwachen nicht an die Brust. Es waren zwei Stunden vergangen, sie war aber gut gelaunt, lachte meine Brust an, leckte und signalisierte: Kein Hunger. Eine halbe Stunde später war sie dann aber total grantig, ließ sich nicht anlegen und nur umständlich mit dem Nuckel beruhigen und per Flasche füttern. Ich hatte dann aufgegeben und wollte nicht, dass sie das Stillen als Zwang empfindet. 80ml gingen weg. Aber sie hat eben auch die Flasche erst nach Überredung genommen.
Da werd mal einer schlau draus!
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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Warum überredest Du sie? Wenn sie nicht trinken will, dann will sie nicht trinken. Gerade abends verarbeiten Babys den Tag. Da ist Unzufriedenheit nicht automatisch Hunger. Überrede sie zu nichts, sondern sei für sie da (kuscheln, singen, reden, ...) Wenn sie Hunger hat, wird sie an die Brust gehen. Sie kann es schließlich. Überlass ihr die Steuerung, das ist nämlich ihr Job. Deiner ist es, zu versuchen adäquat zu reagieren. Es ist nicht Deine Aufgabe, ihr Milch aufzudrängen, die sie nicht selbst einfordert. ;)
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Maxmama »

Ich schicke Dir hier einen grossen Drücker und gratuliere Dir zu den bisherigen Fortschritten!
Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine, und bei der Rückkehr zum Vollstillen hatte ich dieselben Ängste und Sorgen, ob mein Kind genug bekommt und selbst genug trinkt. Ob es jedes Mal Hunger ist, wenn er weint, etc. Es ist eine Riesenumgewöhnung für Dich als Mutter, dass Du nicht anhand der getrunkenen Einheiten überprüfen kannst, ob Dein Kind genug getrunken hat, sondern auf Dein Kind vertrauen kannst, dass es sich genug nimmt. Ich habe ewig gebraucht, mein Stillvertrauen wieder aufzubauen. Aber mit der Super-Beratung hier, Gewichtskontrolle, Anzahl der Windeln hast Du ein wirklich gutes Sicherheitsnetz, um dich über die Umstellung zu trauen. Und ja, es ist schwierig, und manchmal sind es 3 Schritte vor und 2 zurück. Man will ja in erster Linie sein Kind gut versorgt wissen.
Ich deück Euch die Daumen und wünsch Euch alles Gute!
Für mich als Laie liest es sich sehr gut! :D
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Maxmama hat geschrieben: 26.10.2019, 20:19 Ich schicke Dir hier einen grossen Drücker und gratuliere Dir zu den bisherigen Fortschritten!
Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine, und bei der Rückkehr zum Vollstillen hatte ich dieselben Ängste und Sorgen, ob mein Kind genug bekommt und selbst genug trinkt. Ob es jedes Mal Hunger ist, wenn er weint, etc. Es ist eine Riesenumgewöhnung für Dich als Mutter, dass Du nicht anhand der getrunkenen Einheiten überprüfen kannst, ob Dein Kind genug getrunken hat, sondern auf Dein Kind vertrauen kannst, dass es sich genug nimmt. Ich habe ewig gebraucht, mein Stillvertrauen wieder aufzubauen. Aber mit der Super-Beratung hier, Gewichtskontrolle, Anzahl der Windeln hast Du ein wirklich gutes Sicherheitsnetz, um dich über die Umstellung zu trauen. Und ja, es ist schwierig, und manchmal sind es 3 Schritte vor und 2 zurück. Man will ja in erster Linie sein Kind gut versorgt wissen.
Ich deück Euch die Daumen und wünsch Euch alles Gute!
Für mich als Laie liest es sich sehr gut! :D
Oh, vielen Dank, Maxmama! Das tut gut zu hören! Kann ich Deine Geschichte hier auch irgendwo nachlesen? Sie ist gut ausgegangen, ja?
In der Tat bin ich auch gar nicht sicher, woher unsere Stillprobleme nach den ersten zwei sehr entspannten Monaten so plötzlich kamen. War es wirklich der Nuckel? Oder meine Angst, sie würde nicht satt werden und der ständige Glaube, ich müsste zufüttern? Ich hab ja jetzt tatsächlich nur eine Woche komplett pumpgestillt, aber ja, so eine Flaschenskala gaukelt einem Kontrolle vor...
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Teazer hat geschrieben: 26.10.2019, 19:33 Warum überredest Du sie? Wenn sie nicht trinken will, dann will sie nicht trinken. Gerade abends verarbeiten Babys den Tag. Da ist Unzufriedenheit nicht automatisch Hunger. Überrede sie zu nichts, sondern sei für sie da (kuscheln, singen, reden, ...) Wenn sie Hunger hat, wird sie an die Brust gehen. Sie kann es schließlich. Überlass ihr die Steuerung, das ist nämlich ihr Job. Deiner ist es, zu versuchen adäquat zu reagieren. Es ist nicht Deine Aufgabe, ihr Milch aufzudrängen, die sie nicht selbst einfordert. ;)
Ich empfinde es gar Nicht als Überreden, sondern glaube wirklich, dass sie die Nahrung braucht. Keine Ahnung, warum sie sich so schwer tut mit dem Trinken: Ist sie überreizt? Zu müde?
So fingen vor einigen Wochen ja auch unsere Probleme an: Am Nachmittag und am Abend ließ sie sich nicht stillen - obwohl nach Stunden der Stillabstinenz definitiv Hunger da gewesen sein musste.
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von delfinstern »

Wo versuchst du zu stillen? Meine Jungs wollten schon früh nur noch im dunklen Schlafzimmer stillen, alles andere lenkt zu arg ab. Klingt blöd, aber ich hab ab 2 Monate abends den Tag wiederholt "wir haben x gemacht und y, wir waren in z...." "was willst du mir noch erzählen?"... Dann kam er runter und konnte trinken
Liebe Grüße
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Maxmama
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Maxmama »

Ja die Geschichte ist gut ausgegangen, wir stilken immer noch begeistert, er ist jetzt 10 Monate alt.
Ich lass Dir mal den Link da:

viewtopic.php?f=2&t=213627&p=5389573#p5389573

Alles Liebe!
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Xtina hat geschrieben: 26.10.2019, 20:41 Ich empfinde es gar Nicht als Überreden
Du hast das selbst geschrieben.
⬇️
Xtina hat geschrieben: 26.10.2019, 17:49 Aber sie hat eben auch die Flasche erst nach Überredung genommen.
;)
Keine Ahnung, warum sie sich so schwer tut mit dem Trinken: Ist sie überreizt? Zu müde?
Das ist tatsächlich völlig normales Babyverhalten. Es ist super anstrengend, gar keine Frage. Aber zu füttern, insbesondere mit der Flasche, ist da nicht die Lösung.

Hast Du ein Tragetuch oder eine gute Trage, die Ihr beide mögt? Tragen hilft ungemein. Manche Kinder kommen abends an der Brust nicht "runter". Tragen ist kein Zaubermittel, aber z.B. schnelles spazieren gehen oder auf einem Gymnastikball wippen hilft oft. Mein Mann hat abends oft mit unserer Jüngsten im Tuch die Küche aufgeräumt oder Wäsche zusammen gelegt; stillen wollte sie erst nach dem Einschlafen.
So fingen vor einigen Wochen ja auch unsere Probleme an: Am Nachmittag und am Abend ließ sie sich nicht stillen - obwohl nach Stunden der Stillabstinenz definitiv Hunger da gewesen sein musste.
Das denkst Du. Aber das muss nicht ihre Meinung sein. Mag sein, dass sie Hunger hat. Aber solange sie nicht bereit zum Trinken ist, gibt es etwas, das zuerst überwunden werden muss: Müdigkeit, Aufregung o.a. Die Flasche ist nicht die Lösung, sondern verhindert lediglich, dass Du lernst, was wirklich hilft.

Deine Tochter ist gut versorgt und kann länger ohne stillen auskommen, als Du denkst. Nachts schlägt sie sich dann wieder den Bauch voll.

Babys sind sehr kompetent. Du kannst Deiner Tochter vertrauen, dass sie trinkt, wenn sie es braucht. Verzichtet sie, dann kannst Du Dir sicher sein, dass sie es sich später holt. Das gilt natürlich nur, wenn sie keinen Infekt o.ä. hat.

Was Du beschreibst ist wirklich völlig normal. Super anstrengend für uns Mütter, aber nicht gefährlich und erst recht kein Zufüttergrund.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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