Von der Brust zur Flasche und zurück?

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Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Vielen Dank, Teazer, das freut mich ungemein! Ich bin so unglücklich mit der Situation und habe das Gefühl, dass die Kleine eigentlich auch kein zufriedenes Flaschenkind ist.

Also, hier die Gewichtsdaten:
4.7 2890g (KH)
6.7. 2650g (KH)
15.7. 3030g (Hebamme)
17.7. 3130g (Hebamme)
22.7. 3430g (Hebamme)
26.7. 3640g (Hebamme)
15.8. 4150g (Hebamme)
27.8. 4400g (Hebamme)
9.9. 4600g (Hebamme)
12.9. 4750g (ab hier geliehene Digitalwaage)
19.9. 4860g
21.9. 4880g
25.9. 4950g
26.9. 5010g
30.9. 5120g
1.10. 5160g
3.10. 5180g
6.10. 5250g
10.10. 5330g
19.10. 5450g
22.10. 5640g

Heute hab ich sie noch nicht gewogen.

Ich hatte mir die Waage aus der Apotheke geliehen, weil ich selbst das <Gefühl hatte, dass irgendetwas nicht stimmt Und ich mir Sorgen um ihr Gewicht machte: Sie ließ sich ab Abend, später auch Nachmittag nicht mehr stillen und wirkte auch sonst nach dem Stillen nicht mehr so zufrieden wie zuvor. Nur nachts lief alles problemlos.

Auch jetzt mit Flasche ist das Thema Füttern bei uns schwierig: Sobald sie müde ist, geht nichts mehr. Das war an der Brust genauso. Erst per Nuckel beruhigt und in den Halbschlaf gebracht, trinkt sie. Als ich noch gestillt habe, war ich nur damit beschäftigt, sie zum Schlafen zu bringen und 30min danach anzulegen.
Meinst Du der Nuckel ist der Grund für das ganze Übel? Hätte ich doch nur auf mein Gefühl gehört und das gelassen!

Seit einer Woche etwa stille ich gar nicht mehr, sondern gebe die Milch nur noch per Flasche. Deshalb handelt es sich bei den Angaben auch nicht um Zufütternmengen, sondern um ganze Mahlzeiten.

Unser gestriger Tag sah so aus:
11x Flasche, insgesamt 860ml, davon 800 MM

Sind die Angaben so verständlich?

Und wie meinst Du das mit dem Brust statt Nuckel? Soll ich sie rausnehmen, wenn sie schläft und ich Stillposition bringen? Leider sind meine Brustwarzen nicht per se nuckelfreundlich. Sie müsste sie also erst mal ansaugen und „zurecht formen“, falls Du weißt, was ich meine.

Tausend Dank noch mal für Deine Hilfe! Ich bin gespannt, wohin uns dieser Weg führen wird.




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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Liebe Xtina,

vielen Dank für die Angaben. Damit konnte ich mir ein besseres Bild machen. Deine Tochter hat gut zugenommen. Das schonmal vorne weg.

Ich antworte jetzt ausführlich auf Deine bisherigen Posts. Mir ist wichtig, dass Du verstehst, wie es zu Euren Problemen gekommen ist, damit Du nachvollziehen kannst, warum ich Dir jetzt zu bestimmtem Dingen rate. Dieser Beitrag wird sehr ausführlich sein. Keine Sorge: Danach wird es nicht mehr so viel auf einmal zu lesen und zu beantworten geben. :)
Xtina hat geschrieben: 20.10.2019, 13:06 Sie bekommt zu 90 Prozent Muttermilch per Flasche, der Rest ist Pre.
Toll, dass Du so viel pumpst. Ich weiß, wie anstrengend das ist. Aber dass Du so viel Milch hast, wird die Rückführung an die Brust massiv erleichtern.
Nachts kommt sie das erste Mal nach etwa vier Stunden, danach fast alle zwei Stunden. Tagsüber haben wir auch einen Rhythmus von 2 bis 3 Stunden. Dabei trinkt sie etwa 100ml.
Ich vermute, die Menge bezieht sich auf die Flasche? Babys im Alter Deiner Tochter trinken statistisch 688-922 ml Muttermilch in 24h. Diese Menge ist bei 100-ml-Flaschen natürlich schnell gedeckt, insbesondere wenn ein Baby eher am unteren Bedarf angesiedelt ist.

Außerdem halten größere Protionen länger satt. Das ist von der Natur aber nicht unbedingt vorgesehen. Die meisten Stillpaare brauchen 8 bis 12x stillen, damit es rund läuft. Viele brauchen es häufiger, wenige kommen mit seltenerem Stillen aus.

Das regelmäßige Stillen läuft im Idealfall ganz von alleine und die Uhr spielt keine Rolle. Es wird einfach nach Bedarf gestillt: Entweder das Baby meldet, dass es stillen möchte, oder die Mutter möchte stillen (z.B. weil ihre Brust spannt oder sie vor einem Spaziergang das Baby definitiv satt wissen will).

Wenn es jedoch nicht rund läuft, dann macht es Sinn, etwas mehr auf die Abstände zu achten und eine Zeit lang nach der Uhr zu stillen - außer der Bedarf meldet sich schon früher, ganz klar.
Wenn sie müde ist, muss ich sie erst in den Halbschlaf schuggeln, damit sie aus der Flasche trinkt, obwohl sie hungrig ist. Als wir noch gestillt haben, war es zuletzt genauso. Ich hatte gedacht, es würde mit der Flasche einfacher - kam aber nicht so.
Aufgeregte Babys müssen sich erst beruhigen, bevor sie trinken können. Da ist es egal, ob Brust oder Flasche angeboten werden. Im Halbschlaf lässt sich oft auch besser anlegen, selbst wenn Stillprobleme bestehen. Daher ist gerade das nächtliche Stillen so wichtig.

Da der Schnuller jedoch dazu verführt, Hunger zu übernuckeln, ist es sehr wichtig, diesen - wenn überhaupt - erst einzuführen, wenn das Stillen gut etabliert ist, und nur sehr dosiert zu geben, z.B. beim Autofahren. Sonst passiert oft, was bei Euch geschehen ist:
Den Nuckel bekam sie mit circa 6 Wochen auf Anraten der Hebamme („Die hat ein großes Saugbedürfnis, da muss ein Nucki her.“) Mittlerweile schläft sie nicht mehr ohne Nuckel ein.
Solche Aussagen wie die Deiner Hebamme machen mich immer etwas fassungslos. Aber allein an ihr kann man schon erkennen, dass Deine Hebamme leider keine Ahnung vom Stillen hat. Menschenkinder heißen "Säuglinge", weil sie saugen müssen. Dieses Verhalten ist wichtig, damit das Baby genug Milch trinkt und die Stillende genügend Milch produziert. Mutter Natur wäre schön dumm, einem Baby ein Bedürfnis zu geben, dass für seine Versorgung unnütz oder übertrieben wäre.

Ja, es gibt Babys mit stärkerem Saugbedürfnis als dem anderer Babys. Das bedeutet jedoch nicht, dass es für die Milchproduktion unnötig ist und deshalb durch den Schnuller ersetzt werden könnte. Ich rede hier natürlich von reif und gesund geborenen Kindern wie Deiner Tochter.

Der Schnuller ist ein massiver Eingriff in die Milchbildung und birgt zusätzlich die Gefahr einer Saugverwirrung. Dasselbe gilt für Flaschensauger.
Unser Stillstart war problemlos. Sie trank gut, nahm gut zu, ließ sich überall auch unterwegs stillen. Allerdings hat meine Hebamme früh zum Flaschegeben geraten, weil ich anfangs das abendliche Clustern zu anstrengend fand (und es leider nicht besser wusste). Das haben wir dann leider öfter abends gemacht.
Clusterfeeding ist wie das non-nutritive Stillen - umgangssprachlich "Nuckeln" genannt - wichtig für die Milchbildung. Es ist ein völlig normales Stillverhalten.

Du hast den ganzen Tag über Hormone in Deinem Körper, die für das Stillen wichtig sind. Allerdings sind die Rezeptoren nicht immer gleich empfindlich. Am stärksten reagieren sie nachts und in den frühen Morgenstunden. Deshalb fließt da die Milch in dieser Zeit leichter. Über den Tag nimmt die Empfindlichkeit immer weiter ab, bis sie abends am geringsten ist. Daher kommt es abends zum Clusterfeeding. Die Babys müssen etwas härter für den Milchfluss arbeiten. Es dauert länger, bis eine Sättigung erreicht wird. Durch das Clusterfeeding signalisiert das Baby der Brust: Ich bin noch da und brauche mehr. Dadurch geht der Körper der Mutter nachts wieder in den Produktionsmodus über,

Wenn man das versteht, sieht man auch, warum das Überbrücken des Clusterfeedings so fatal für die Milchbildung ist. Durch die Flasche entsteht eine lange Stillpause, die der Brust "kein Bedarf" signalisiert. Diese reduziert dann die Produktion und nachts, wenn wieder gestillt werden soll, fließt die Milch nicht so gut, wie sie es täte, wäre abends nach Bedarf gestillt worden. Das Baby ist dann an der Brust unzufrieden, ggf. wird wieder die Flasche gegeben und der Kreislauf von Zufüttern und Unzufriedenheit an der Brust führt letztendlich zum Pumpstillen oder Abstillen.

Zusätzlich zu der künstlichen Stillpause macht auch noch der Flaschensauger regelmäßig Probleme. An der Flasche wird eine andere Technik benötigt als an der Brust. Manche Babys wechseln problemlos zwischen Flasche und Brust hin und her, viele aber leider nicht. Sie versuchen mit der Flaschentechnik an der Brust zu trinken und scheitern.

Auch kommt aus der Flasche ohne Aktivität des Babys Milch. Stillen ist ohne aktives Baby eigentlich nicht möglich. Wartet ein Baby an der Brust auf das Schlaraffenland, dann ist auch hier Frust vorprogrammiert.

All diese Punkte zusammen genommen führen dazu, dass ein Baby nicht mehr an die Brust geht. Die Folge: Abstillen. Gut, dass Du zu uns gefunden hast. Wir können gemeinsam daran arbeiten, dass Ihr Zwei bald wieder entspannt stillen könnt. :)
Ich selbst bin über die Probleme an einer postpartalen Depression erkrankt, nehme stillfreundliche Medikamente.
Gut, dass Du Dir Hilfe geholt hast. Sollte ich Dich hier in der Beratung mal überfordern, dann melde mir das bitte zurück.
Mein erstes Kind lag nach der Geburt in der Kinderklinik, daher konnte ich nur pumpstillen, was ich 6 Monate lang gemacht habe.
Das hast Du toll gemacht. Die Pumperfahrung hat Dir in den letzten Wochen sicher sehr geholfen. Jetzt lass uns schauen, was es braucht, damit Du die Pumpe bald im Schrank verstauen kannst.
Xtina hat geschrieben: 24.10.2019, 11:34 Ich hatte mir die Waage aus der Apotheke geliehen, weil ich selbst das <Gefühl hatte, dass irgendetwas nicht stimmt
Gut, dass die Waage schon da ist. So kannst Du gleich morgen mit unserer Routine beginnen. Bitte wiege Deine Tochter jeden Morgen unter den gleichen Bedingungen: z.B. um 8 Uhr, nach dem Aufwachstillen, mit frischer Windel, ohne Kleidung. Diese Zahlen zeigen zwar nicht die echte Zunahme - schließlich sind Blase und Darm mal mehr oder weniger gefüllt. Aber es ergibt sich für mich so eine Kurve, in der ich Ausreißer erkennen und ausklammern kann.

Außerdem brauche ich noch täglich folgende Angaben:

- Wie oft wurde gestillt und/oder die Flasche gegeben?
- Wie groß war die Füttermenge in 24h?
- Wie viele Windeln gab es? Jede schmutzige Windel gilt als "Stuhl", jede ausschließlich nasse Windel wurd zu "Urin" gezählt.

Das sieht dann in etwa so aus:

15.07. 3800 g, 11x gestillt (4x mit BES), 1x Flasche, 250 ml PRE, 50 ml MuMi, 5x Urin, 1x Stuhl

Es macht Sinn, die 24h immer ab dem Wiegen zu zählen. Leg Dir dafür einen Zettel an Euren Wickelplatz und einen zweiten an Euren Stillplatz, jeweils mit Stift. Sann musst Du nur schnell das Gewicht notieren und einen Strich oro Windel oder Stilleinheit machen. :)
Auch jetzt mit Flasche ist das Thema Füttern bei uns schwierig: Sobald sie müde ist, geht nichts mehr. Das war an der Brust genauso. Erst per Nuckel beruhigt und in den Halbschlaf gebracht, trinkt sie. Als ich noch gestillt habe, war ich nur damit beschäftigt, sie zum Schlafen zu bringen und 30min danach anzulegen.
Diesem Kreislauf können wir übergangsweise entrinnen, indem Ihr nach der Uhr stillt: tagsüber alle 2h, nachts alle 3h. Die Abstände werden immer von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet, als z.B. 8 Uhr - 10 Uhr - 12 Uhr - 14 Uhr - 16 Uhr - 18 Uhr - 20 Uhr - 23 Uhr - 2 Uhr - 5 Uhr - usw.

Mit diesen Abständen kommt Ihr auf mindestens 10x stillen in 24h. Mindestens, weil Du natürlich auch früher stillen sollst, wenn Deine Kleine Hunger signalisiert.
Seit einer Woche etwa stille ich gar nicht mehr, sondern gebe die Milch nur noch per Flasche. Deshalb handelt es sich bei den Angaben auch nicht um Zufütternmengen, sondern um ganze Mahlzeiten.
Gut, dass Du die Flasche schon häufig gibst. Mit durchschnittlich 78 ml gestern sind die Portionen auch nicht so groß. Daher liegt die Hauptaufgabe darin, die Brust wieder "schmackhaft" zu machen und alle Störelemente zu beseitigen. Dazu gehört als erster Schritt das Weglassen des Schnullers und die Einführung einer stillfreundlichen Zufüttermethode.
Und wie meinst Du das mit dem Brust statt Nuckel? Soll ich sie rausnehmen, wenn sie schläft und ich Stillposition bringen?
Es gibt zwei Methoden, um den Schnuller abzugewöhnen:

a) "kalter Entzug": Der Schnuller wird verbannt und stattdessen die Brust oder wenn das (noch) nicht geht, der kleine Finger zum Nuckeln angeboten.

b) langsames Ausschleichen: Der Schnuller wird z.B. zum Einschlafen noch gegeben, jedoch direkt nach dem Einschlafen entfernt. Es kann versucht werden, das schlafende Kind dann bei Nuckelbedürfnis an die Brust zu legen, anstatt den Schnuller zurück zu geben.

Generell empfehle ich Variante A. Sie ist zwar teilweise anstrengender, dafür jedoch schneller und verleitet nicht zu Rückfällen. Ist der Schnuller keine Option, ist man auch kreativer und lernt schneller, was funktioniert. Außerdem fällt der Schnuller als Auslöser der Saugverwirrung weg und kann Erfolge an der Brust nicht gleich wieder zunichte machen.

Das Gleiche gilt für die Flasche. Solange sie in Verwendung ist, werden alle Bemühungen an der Brust erschwert. Dein Baby muss vergessen wie es ist, aus der Flasche zu trinken und am Schnuller zu nuckeln. Stattdessen muss sie (wieder) lernen, aus der Brust zu trinken und dort auch trocken zu nuckeln. Da Du eine Menge Milch hast, wird das sicher schnell funktionieren. Aber zunächst brauchen wir noch ein Hilfsmittel, damit Du an der Brust zufüttern kannst. So lernt Deine Kleine, wieder gerne an die Brust zu gehen und die richtige Technik, ohne Störungen.

In Eurem Fall rate ich zum Brusternährungsset (BES). Das kannst Du in der Apotheke bestellen. Da der Beipackzettel recht dürftig ist, solltest Du Dir vor der ersten Nutzung die ElternInfo Brusternährungsset herunterladen und durchlesen.

Wichtig ist, dass Du Dich mit dem BES auch praktisch auseinandersetzt: mehrfach auseinander- und zusammenbauen, mit Wasser befüllen, anbringen und den Fluss regulieren üben. Erst wenn Du Dich mit dem Gebrauch sicher fühlst, benutzt Du es das erste Mal mit Milch und Baby. Deine Tochter sollte natürlich guter Laune und noch nicht allzu hungrig sein.

Wo schläft Dein Baby denn für gewöhnlich? Im eigen Bett/Zimmer, im Stillbalkon oder im Familienbett? Oder schläft es meist im Tuch o.a. ein?
Leider sind meine Brustwarzen nicht per se nuckelfreundlich. Sie müsste sie also erst mal ansaugen und „zurecht formen“, falls Du weißt, was ich meine.
Das müssen alle Babys. ;) Und auch mit Flach- oder Schlupfwarzen lässt sich stillen. Oder gibt es noch eine andere Besonderheit?

- - -

So, das waren viele Antworten und einige Fragen. Ich fasse das Wichtigste nochmal zusammen:

- täglich unter gleichen Bedingungen wiegen
- Stilleinheiten, Flaschenanzahl, Füttermenge und Windelanzahl notieren
- mindestens 10x stillen/füttern in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken: Tipps für schläfrige Babys)
- keine künstlichen Sauger

Was meinst Du? Wollen wir es zusammen anpacken?
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Liebe Teazer, vorweg: Wow, vielen Dank für Deine Hilfe und die Mühe, die Du Dir hier machst! Das weiß ich wirklich zu schätzen! Ganz toll!
Ich habe auch wieder Hoffnung gefasst, auch wenn die Situation bei uns aufgrund des schlechtes Tagesschlaf der Kleinen wirklich verzwickt ist. Im Grunde fingen Mit ihrer permanenten Übermüdung die Probleme auch erst an.

Es freut mich zu lesen, dass H. Gut zugenommen hat. Ich habe mir da nämlich einen wahnsinnigen Druck gemacht, sozusagen als ihr Alleinernährer. Möglicherweise hat sie auch das gespürt und zusammen mit meiner Verzweiflung, wenn das Stillen mal nicht geklappt hat, führte das in eine Abwärtsspirale.

Deine Erläuterungen klingen absolut einleuchtend und ich wünschte, ich hätte all das vor dem Stillstart gewusst! Und dass meine Hebamme keine Expertin in Sachen Stillen ist, hab ich auch schon gemerkt. Schade übrigens, dass die Krankenkassen keine Stillberatung bezahlen - umso toller, dass Ihr das hier ehrenamtlich macht! Hut ab!

Ich muss gestehen, im Moment kann ich mir einen Verzicht auf den Nuckel noch nicht vorstellen. Sie kommt ja ohnehin tagsüber kaum in den Schlaf und wenn, dann nur so. Schläft sie hingegen nicht, trinkt sie auch nicht... Ein Teufelskreis! Habe es eben im Schlaf mal versucht, aber sie konnte meine Brustwarze nicht greifen (Flachwarze) und bevor sie wach wird, hab ich Ihr wieder den Nuckel gegeben.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Vorhin habe ich sie nach ihrem Schläfchen nach einer Woche Stillpause einfach mal angelegt und war völlig perplex, dass sie tatsächlich angedockt und sogar den ersten MSR ausgelöst hat! Sie kann es also noch! Allerdings hat sie nur kurz getrunken und mir danach deutlich zu verstehen gegeben, dass sie noch Hunger hat und die Flasche braucht! Ist dafür das BES gedacht, dass sie schneller ein Erfolgserlebnis beim Trinken hat? Denn die Milch ist bei mir ja im Grunde genommen da - das Kind muss nur arbeiten. Ich scheue das Getüdel damit ehrlich gesagt etwas, aber wenn es der einzige Weg ist, muss das Ding wohl her...

Teazer, beflügelt durch den Anlegeversuch vorhin habe ich gedacht, ich werde das nächtliche Stillen doch wieder versuchen. Vermutlich wird sie dann ja nicht die Mengen trinken, die sie jeweils durch die Flasche bekommt (2x 100ml - gegen 1 Uhr und gegen 4 Uhr), aber dann stille ich eben einfach häufiger. Was meinst Du? Nur, damit sie es eben nicht ganz verlernt und damit ich quasi am Ball bleibe.
Sie schläft übrigens im Beistellbett direkt neben mir, tagsüber auch bei mir im Wohnzimmer.

Ich hab das mit dem Zitieren noch nicht raus, geht am iPad wohl auch nicht so einfach. Deswegeb hoffe ich, ich habe nichts vergessen zu beantworten! Die Daten für heute reiche ich am Abend nach.

Liebe Grüße!

Xtina
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von mäuschenmama »

Hallo Xtina,

ich kann verstehen, dass dich das Getüdel mit dem BES erstmal etwas abschreckt. Aber mit ein bisschen Übung hast du den Dreh bald raus. Und es ist letztlich weniger Spül- & Auskochaufwand als die Fläschchen, die sich tagsüber in der Spüle stapeln (mein Mann war allein davon letztlich begeistert in Sachen BES vs. Flasche - Sauger spülen haben wir hier gehasst und waren so froh, als das dann wegfiel). Und falls dich das Umhängen oder Festkleben zB stressen sollte, kannst du es auch einfach in die Hand nehmen und deiner Kleinen den Schlauch in den Mund geben und mit dem Finger halten. So kam ich persönlich besser zurecht, das ist einfach immer ein ausprobieren.
Hier findest du auch ein paar Tipps:

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https://www.stillen-und-tragen.de/forum/viewtopic.php?f=2&t=210187&sid=22b20b5c8449e2a37a3ed3925d722dba
Ich freue mich sehr mit dir über dein Erfolgserlebnis und wünsche dir alles Liebe! Toll, dass du den Weg zurück zur Brust versuchen willst und dir hier kompetente Hilfe gesucht hast! :)
Liebes Grüßle, mäuschenmama

mit dem mäuschen 02/2019 und dem bärchen 11/2021
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von mäuschenmama »

Ups, irgendwie scheint das mit dem Link nicht so richtig geklappt zu haben... Ansonsten über die Suche mal nach dem "BES - Erfahrungsaustausch und best practice"-Thread suchen.
Liebes Grüßle, mäuschenmama

mit dem mäuschen 02/2019 und dem bärchen 11/2021
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Teazer
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Hallo! :)
Xtina hat geschrieben: 25.10.2019, 14:07 Ich habe auch wieder Hoffnung gefasst, auch wenn die Situation bei uns aufgrund des schlechtes Tagesschlaf der Kleinen wirklich verzwickt ist. Im Grunde fingen Mit ihrer permanenten Übermüdung die Probleme auch erst an.
Das wird sicher besser, wenn wir gemeinsam systematisch an die Sache herangehen.
Es freut mich zu lesen, dass H. Gut zugenommen hat. Ich habe mir da nämlich einen wahnsinnigen Druck gemacht, sozusagen als ihr Alleinernährer. Möglicherweise hat sie auch das gespürt und zusammen mit meiner Verzweiflung, wenn das Stillen mal nicht geklappt hat, führte das in eine Abwärtsspirale.
Das kann gut sein. Um diesen Druck zu nehmen, beobachte ich die Gewichtsentwicklung genau. Den Bereich kannst Du ganz mir überlassen.
Deine Erläuterungen klingen absolut einleuchtend und ich wünschte, ich hätte all das vor dem Stillstart gewusst! Und dass meine Hebamme keine Expertin in Sachen Stillen ist, hab ich auch schon gemerkt. Schade übrigens, dass die Krankenkassen keine Stillberatung bezahlen - umso toller, dass Ihr das hier ehrenamtlich macht! Hut ab!
Genau deshalb machen wir es. Jede stillende Frau, die Hilfe braucht, soll sie auch bekommen; unabhängig vom Geldbeutel.
Ich muss gestehen, im Moment kann ich mir einen Verzicht auf den Nuckel noch nicht vorstellen. Sie kommt ja ohnehin tagsüber kaum in den Schlaf und wenn, dann nur so. Schläft sie hingegen nicht, trinkt sie auch nicht...

So geht es den meisten hier. ;) Und sann sind sie ganz überrascht, dass das Thema nach wenigen Tagen erledigt ist. Vielleicht hilft Dir der Gedanke, dass der Schnuller nur ein Ersatz für Deine Brust ist und keineswegs eine Notwendigkeit darstellt.
Ein Teufelskreis! Habe es eben im Schlaf mal versucht, aber sie konnte meine Brustwarze nicht greifen (Flachwarze) und bevor sie wach wird, hab ich Ihr wieder den Nuckel gegeben.
Du kannst ihr mit der asymmetrischen Anlegetechnik helfen anzudocken. Wenn sie saugt, wird die Brustwarze automatisch herausgezogen.
Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Vorhin habe ich sie nach ihrem Schläfchen nach einer Woche Stillpause einfach mal angelegt und war völlig perplex, dass sie tatsächlich angedockt und sogar den ersten MSR ausgelöst hat! Sie kann es also noch!
Großartig! :D
Allerdings hat sie nur kurz getrunken und mir danach deutlich zu verstehen gegeben, dass sie noch Hunger hat und die Flasche braucht! Ist dafür das BES gedacht, dass sie schneller ein Erfolgserlebnis beim Trinken hat?
Ganz genau. Anfangs kannst Du den Schlauch nach dem ersten Absaugen öffben, dann immer später.
Denn die Milch ist bei mir ja im Grunde genommen da - das Kind muss nur arbeiten. Ich scheue das Getüdel damit ehrlich gesagt etwas, aber wenn es der einzige Weg ist, muss das Ding wohl her...
Es ist der sinnvollste und schnellste Weg für Euch. Ich gehe auch davon aus, dass Ihr das BES nur wenige Tage brauchen werdet. Sobald es bei ihr "klick" macht, könnt Ihr es weglassen und voll stillen.
Teazer, beflügelt durch den Anlegeversuch vorhin habe ich gedacht, ich werde das nächtliche Stillen doch wieder versuchen. Vermutlich wird sie dann ja nicht die Mengen trinken, die sie jeweils durch die Flasche bekommt (2x 100ml - gegen 1 Uhr und gegen 4 Uhr), aber dann stille ich eben einfach häufiger. Was meinst Du?
Das finde ich eine sehr gute Idee. Gerade das nächtliche Stillen ist so wichtig für die Milchbildung und Du bekommst insgesamt auch mehr Schlaf, wenn Du nicht zum Flaschemachen und Pumpen aufstehen musst.
Ich hab das mit dem Zitieren noch nicht raus, geht am iPad wohl auch nicht so einfach.
Du musst in den Antwortmodus, nicht auf "Schnellantwort. Dann kannst Du das Zitat nutzen. Wenn Du es teilen musst, dann markiere den Teil, den Du zitieren willst und drücke oben auf ".

Alternativ kannst Du auch vor das Zitat [quote*] und am Ende [/quote*] jeweils ohne * schreiben. In der Vorschau siehst Du dann, ob die Formatierung so passt.

Bin schon gespannt, wie der heutige Tag und die Nacht laufen.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

Oh danke, für die schnelle Antwort und das Mutmachen!
Ich kann gleich noch ein Erfolgserlebnis berichten: Als die Kleine eben nach ihren obligatorischen 30 Minuten aufwachte, habe ich sie wieder angelegt. Sie hat angedockt und kurz getrunken und ist dann wieder eingeschlafen. Wann immer sie wach wurde, habe ich sie andocken lassen - als Nuckelersatz. Ergebnis: Sie schläft seit mehr als 2 Stunden!!! Das hatten wir seit Wochen nicht mehr! :)
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Xtina »

mäuschenmama hat geschrieben: 25.10.2019, 14:29 Ups, irgendwie scheint das mit dem Link nicht so richtig geklappt zu haben... Ansonsten über die Suche mal nach dem "BES - Erfahrungsaustausch und best practice"-Thread suchen.
Vielen Dank, Mäuschenmama! Ich habe soeben ein BES bestellt und hoffe sehr, dass wir damit zurecht kommen! Ich bin nämlich nicht die Geduldigste...
Lösche Benutzer 26425

Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Lösche Benutzer 26425 »

Xtina, schön, dass ihr schon Erfolge feiert! Ich drücke die Daumen, dass ihr mit dem BES gut zurechtkommt!! :)
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Re: Von der Brust zur Flasche und zurück?

Beitrag von Teazer »

Xtina hat geschrieben: 25.10.2019, 15:05 Oh danke, für die schnelle Antwort und das Mutmachen!
Ich kann gleich noch ein Erfolgserlebnis berichten: Als die Kleine eben nach ihren obligatorischen 30 Minuten aufwachte, habe ich sie wieder angelegt. Sie hat angedockt und kurz getrunken und ist dann wieder eingeschlafen. Wann immer sie wach wurde, habe ich sie andocken lassen - als Nuckelersatz. Ergebnis: Sie schläft seit mehr als 2 Stunden!!! Das hatten wir seit Wochen nicht mehr! :)
Das freut mich total! :D

Ich weiß, wie Du es meinst, aber denke dran: Der Schnuller ist ein Brustersatz, nicht umgekehrt. ;)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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