Bei unseren Kindern (6 bis 10 Jahre) gelten seit mindestens 4 Jahren diese "Regeln":
Wir essen gemeinsam, was natürlich nicht heißt, dass man zwischendurch nichts bekommt, wenn man Hunger hat. Aber gemeinsame Mahlzeiten sind fester Bestandteil des Tages (ohne dass wir das als Zwang praktizieren müssten, ganz automatisch).
Jeder sitzt vernünftig auf seinem Stuhl, es wird nicht gespielt, gekippelt, geturnt.
Wer von den Kindern fertig ist, darf aufstehen. Er darf dann aber nicht neben dem Tisch rumstehen, dort turnen, Quatsch machen etc. Weggehen und spielen ist erlaubt.
Probieren muss man nicht.
Es ist strengstens verboten, übers Essen zu motzen. Da bin ich auch schon mal richtig ausgetickt, als ich mir Mühe gegeben hatte, es allen recht zu machen, und dann beschwerte sich ein Kind doch. Konstruktive Alternativvorschläge für den nächsten Tag nehme ich aber an.
Süßigkeiten gibts bei uns vor allem nach dem Mittagessen. Jedes Kind hat sein persönliches Reservoir in einer Schublade und darf sich mittags etwas nehmen. Machen sie nicht immer, aber oft. Direkt vor dem Essen unterbinde ich das, ansonsten läuft es gut so, wie es ist, und wir müssen da keine wirklichen Regeln aufstellen. Es ist eher eine Gewohnheit, dass sie nach dem Mittagessen etwas nehmen und sonst nicht.
Eine Freundin meiner einen Tochter, die einmal in der Woche zum Mittagessen bei uns ist, isst immer ziemlich wenig und hat dann eine halbe Stunde nach dem Mittagessen "Hunger" auf Süßigkeiten. Das muss mit 8 Jahren nicht mehr sein bzw. ich muss das nicht mitmachen. Wenn ich ihre Mutter wäre, würde ich da mal grundsätzlich versuchen, den Süßigkeitenkonsum zu ändern. So erinnere ich sie nur beim Essen daran, dass es nicht direkt wieder etwas gibt.
Ich glaube, ansonsten kommen viele Dinge von selbst. Wenn die Eltern vernünftig am Tisch sitzen und sich nicht im Stehen mit dem Handy in der Hand etwas in den Mund stopfen etc., dann wird das einfach üblich in der Familie. Dafür braucht man nicht unbedingt starre Regeln bei Kleinkindern.