Reagiere ich über?
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odakko
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Re: Reagiere ich über?
Ich sehe das Problem ein bisschen bei "kennt sich mit Autisten aus". Dummerweise sind ja Autisten untereinander genau so unterschiedlich wie neurotypische Menschen untereinander auch. Ich kenne eine autistische Person, die (wie R) so gut wie nie weint, aber auch eine, die bei jeder Gelegenheit in Tränen ausbricht und als Kind bis ins Teenageralter als Heulsuse verschrieen war. Je nachdem, wie viel ihr erzählt habt und welchen Eindruck der Trainer in den vergangenen fünf Monaten von R bekommen hat, finde ich den Vorwurf der Empathielosigkeit daher tatsächlich hart - ohne dabei anzweifeln zu wollen, dass es blöd gelaufen ist! Denn das ist es zweifelsohne. Offenbar hat er R so kennengelernt, dass er davon ausgegangen ist, ihn in dieser bestimmten Situation wie ein neurotypisches Kind behandeln zu können, und genau das war für R aber grundfalsch. Sehr, sehr ärgerlich und schade, ja. Aber eher Fehleinschätzung als verantwortungs- oder empathielos. Und das wird jedem, der dein Kind nicht in- und auswendig kennt, irgendwann passieren. Vielleicht nicht so drastisch, aber ausschließen kann man es nicht.
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Lösche Benutzer 7240
Re: Reagiere ich über?
Und ihr findet, dass Runden laufen nach einem heftigen Sturz ein positives Erlebnis ist?? Völlig unabhängig von Autismus? Auf so eine Einstellung vom Trainer hätte ich auch keine Lust.
Es muss passen zwischen Trainer und Kind. Und ganz oft tut es das nicht. Das heißt nicht, dass Kampfsport ungeeignet wäre für R., aber dieser Trainer erschiene mir ungeeignet.
Es muss passen zwischen Trainer und Kind. Und ganz oft tut es das nicht. Das heißt nicht, dass Kampfsport ungeeignet wäre für R., aber dieser Trainer erschiene mir ungeeignet.
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odakko
- ist nicht mehr wegzudenken
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Re: Reagiere ich über?
Mann, beim nochmal lesen klingt mein Beitrag nicht so behutsam, wie ich ihn gern gehabt hätte. Also. Was ich zu sagen versuche, ist, dass solche Fehleinschätzungen passieren. Unabhängig von Autist oder nicht, empathisch oder nicht, erste oder hundertste Kontaktstunde. Und das ist Mist, aber wahrscheinlich nicht komplett vermeidbar. Natürlich war das Ausmaß hier verheerend. Und es ist sehr schade, wenn das R den Sport nachhaltig verdorben hat - was ich mir gut vorstellen kann; es sind schon neurotypische Kinder wegen weniger gruseligen Erlebnissen aus Hobbies ausgeschieden. Aber ich finde, du bist mit dir (!) zu hart. Du kannst nicht jede Situation retten, aber du warst hinterher für R da und hast ihn Ernst genommen und gestärkt. Oder verstehe ich deinen Vorwurf an dich selbst total falsch? 
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Waschbaer78
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Re: Reagiere ich über?
Das Problem ist,dass R so oft gut funktioniert,dass man mir nicht mehr glaubt und mich als überzogen eingruppiert ..bis es zu einem Eklat kommt..wie hier
Das war in der Krippe,in beiden Kindergärten , in der Schule..und das empfinde ich als so ungerecht und anstrengend..ich hatte immer recht,wie man mir aber immer hinterher zugestanden hat.
Was an Runden rennen toll sein soll,entgeht mir auch irgendwie..vor allem weil ich da stand und er es auch hätte zulassen können,dass ich mein Kind tröste,vor allem weil die Stunde längst vorbei sein sollte.
Ich schaue jetzt wie Rafael die Tage drauf reagiert und so wird dann das Gespräch mit dem Trainer ausfallen.Ich hätte gerne ,dass ich positiv mit ihm rede; könnte und es wieder gut läuft.Vorraussetzung wäre für mich,dass ein weinendes Kind eben Zeichen ist,dass er die Situation nicht mehr handeln kann,dafür kennt er ihn auch zu wenig.
Wie gesagt,er weint fast nie..aber er muss so auf den Steiß und Rücken gefallen sein,dass er nicht atmen konnte im ersten Moment..und da finde ich die Ansage“Steh auf“und sonst eben nicht,total daneben.
Das war in der Krippe,in beiden Kindergärten , in der Schule..und das empfinde ich als so ungerecht und anstrengend..ich hatte immer recht,wie man mir aber immer hinterher zugestanden hat.
Was an Runden rennen toll sein soll,entgeht mir auch irgendwie..vor allem weil ich da stand und er es auch hätte zulassen können,dass ich mein Kind tröste,vor allem weil die Stunde längst vorbei sein sollte.
Ich schaue jetzt wie Rafael die Tage drauf reagiert und so wird dann das Gespräch mit dem Trainer ausfallen.Ich hätte gerne ,dass ich positiv mit ihm rede; könnte und es wieder gut läuft.Vorraussetzung wäre für mich,dass ein weinendes Kind eben Zeichen ist,dass er die Situation nicht mehr handeln kann,dafür kennt er ihn auch zu wenig.
Wie gesagt,er weint fast nie..aber er muss so auf den Steiß und Rücken gefallen sein,dass er nicht atmen konnte im ersten Moment..und da finde ich die Ansage“Steh auf“und sonst eben nicht,total daneben.
mit besonders wundervollem Sohn (01/09)
"Normalität ist wie eine gepflasterte Straße, man kann gut drauf gehen, aber es wachsen keine Blumen drauf."Vincent van Gogh
Kruschelkistenbewertungen bitte hier:
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pqr
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Re: Reagiere ich über?
Mir geht es wie Carolina, ich sehe auch für ein Kind ohne Autismus die Sache mit dem positiven Erlebnis nach schwerem Sturz nicht als sinnvoll oder logisch, sondern bestenfalls als Ablenken, worst case als Strafe empfunden. Gerade sowas wie Runden rennen unter Schmerzen , das hat sowas militärisches. Es klingt, als wäre da das positive Erlebnis eher so ne Seminarfloskel.
Viele Grüße
pqr
pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017
pqr
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Misurina
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Re: Reagiere ich über?
Wie schon einige Vorschreiberinnen, finde ich diese Methode weitermachen, egal wie, ob Du gerade kannst oder willst oder nicht, für kein Kind besonders toll. Für Deins vielleicht nochmal doofer, weil er sich nicht gut äußern kann. Aber auch viele Kinder ohne Autismus hätten sich nicht getraut, da zu widersprechen.
Und ganz viele Mamas hätten, so wie Du, nicht direkt damit reagiert, das Kind rauszuholen und zu trösten. Mach Dir keine Vorwürfe, das bringt nichts. Red mit dem Kerlchen, biete an, nochmal mit dem Trainer zu sprechen, falls Dir danach ist, oder hak das Training für ihn ab.
Ich sehe manchmal, wenn ich meine Töchter zum Sport bringe, in der Zwischenzeit einer Fußballgruppe zu und der Ton und die Art, die dort vorherrscht, wäre mir auch so gar nichts für mein Kind. Trainer sein bedeutet nicht automatisch Empathie mitzubringen. Leider.
Und ganz viele Mamas hätten, so wie Du, nicht direkt damit reagiert, das Kind rauszuholen und zu trösten. Mach Dir keine Vorwürfe, das bringt nichts. Red mit dem Kerlchen, biete an, nochmal mit dem Trainer zu sprechen, falls Dir danach ist, oder hak das Training für ihn ab.
Ich sehe manchmal, wenn ich meine Töchter zum Sport bringe, in der Zwischenzeit einer Fußballgruppe zu und der Ton und die Art, die dort vorherrscht, wäre mir auch so gar nichts für mein Kind. Trainer sein bedeutet nicht automatisch Empathie mitzubringen. Leider.
Misurina mit Winterkind 2009 und Frühlingsmädchen 2012
- blauelagune
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Re: Reagiere ich über?
Das Positive sollte das Fangspiel, nicht das Rundenlaufen.
Ich sehe es wie Odakko, Autist ist nicht gleich Autist. Der Trainer hat nicht passend für R reagiert und das ist Mist.
Wieviele Kinder sind in der Gruppe?
Ich sehe es wie Odakko, Autist ist nicht gleich Autist. Der Trainer hat nicht passend für R reagiert und das ist Mist.
Wieviele Kinder sind in der Gruppe?
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
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Waschbaer78
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Re: Reagiere ich über?
Ja das Fangspiel war das Positive wahrscheinlich,und die Tretübung für die er gelobt wurde.Ich versuche heute etwas ruhiger zu reflektieren und ich kann es mir nur so erklären.
Keine Ahnung..Fakt ist mein Kind hat bis abends acht geweint,und das kann einfach nicht sein.
Heute geht es ihm aber gut,er verlor kein Wort mehr darüber und war fröhlich.
Daher hoffe ich nochmal ein zwar ernstes,aber hoffentlich positives Gespräch mit dem Trainer zu finden,ihm klar zu machen dass es vllt gut gemeint war, aber bei Raffi so nicht funktioniert.
Mein Mann meinte das Gespräch ist Voraussetzung, sehe ich auch so.
Es wäre schade ,wenn das nicht mehr klappen würde, denn Raffi hat das Training viel gebracht bisher.Er ist sehr hypoton, und hat wirklich mehr Spannung aufgebaut,sowie die Physiotherapeutin in der Reha es auch erwartet hatte.Sie empfahl eben Kampfsport oder klettern,letzteres fällt raus wegen massiver Höhenangst.
Ich finde den Sport eigentlich auch gut,da er auch klar in den Ansagen ist und dort sonst super abgewechselt wird zwischen Übungen die anstrengen und ruhigen Übungen und Fangspielen.Es sollte ihn auch von der Körpersprache präsenter machen und ihn stärken.
Ich bin unglaublich traurig darüber,ich brauche auch noch ein paar Tage..aber nochmal reden mit dem Trainer,so oder so,werde ich.
Keine Ahnung..Fakt ist mein Kind hat bis abends acht geweint,und das kann einfach nicht sein.
Heute geht es ihm aber gut,er verlor kein Wort mehr darüber und war fröhlich.
Daher hoffe ich nochmal ein zwar ernstes,aber hoffentlich positives Gespräch mit dem Trainer zu finden,ihm klar zu machen dass es vllt gut gemeint war, aber bei Raffi so nicht funktioniert.
Mein Mann meinte das Gespräch ist Voraussetzung, sehe ich auch so.
Es wäre schade ,wenn das nicht mehr klappen würde, denn Raffi hat das Training viel gebracht bisher.Er ist sehr hypoton, und hat wirklich mehr Spannung aufgebaut,sowie die Physiotherapeutin in der Reha es auch erwartet hatte.Sie empfahl eben Kampfsport oder klettern,letzteres fällt raus wegen massiver Höhenangst.
Ich finde den Sport eigentlich auch gut,da er auch klar in den Ansagen ist und dort sonst super abgewechselt wird zwischen Übungen die anstrengen und ruhigen Übungen und Fangspielen.Es sollte ihn auch von der Körpersprache präsenter machen und ihn stärken.
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"Normalität ist wie eine gepflasterte Straße, man kann gut drauf gehen, aber es wachsen keine Blumen drauf."Vincent van Gogh
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- blauelagune
- Moderatoren-Team
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Re: Reagiere ich über?
Welches Verhalten hättest Du Dir vom Trainer in der Situation gewünscht?
mit den drei Jungs (08/09) und (06/12) und (06/16)
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Waschbaer78
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Re: Reagiere ich über?
Als er sah.dass mein Sohn andauernd weinte und nicht aufhörte ihn zu mir zu schicken.Ich stand da sichtbar.
Und als mein Sohn kaum Luft bekam,ihn wenigstens ein beruhigendes Wort zu sagen.Das hat meinen Sohn so fertig gemacht,er hatte Panik bekommen als er keine Lift bekam nach dem Sturz und formulierte es uns gegenüber auch,dass er Angst hatte und der Trainer nicht gefrag5 hat wie es ihm geht.
Ja ich weiß worauf du hinaus willst...er wollte das positive Erlebnis noch, das kann ich heute so sehen,
.das ist nun aber schief gegangen, konnte der Trainer nicht so wissen.Vllt lässt sich das jetzt im Nachhinein klären, vor allem da der Trainer ja dann gesehen hat wie aufgelöst Rafael danach war.Ich muss ihm klar machen,dass es bei meinem Autisten so ist,dass er funktioniert und dafür alles tut,bis er sich sicher fühlt,dass ist nunmal bei uns,was ja ok ist.Wenn aber ihm beim funktionieren die Tränen laufen,heißt das bei meinem Sohn.:rausnehmen,und wenn der Trainer dafür keine Zeit hat ihn zu mir schicken.Ich bin ja da.
Und als mein Sohn kaum Luft bekam,ihn wenigstens ein beruhigendes Wort zu sagen.Das hat meinen Sohn so fertig gemacht,er hatte Panik bekommen als er keine Lift bekam nach dem Sturz und formulierte es uns gegenüber auch,dass er Angst hatte und der Trainer nicht gefrag5 hat wie es ihm geht.
Ja ich weiß worauf du hinaus willst...er wollte das positive Erlebnis noch, das kann ich heute so sehen,
.das ist nun aber schief gegangen, konnte der Trainer nicht so wissen.Vllt lässt sich das jetzt im Nachhinein klären, vor allem da der Trainer ja dann gesehen hat wie aufgelöst Rafael danach war.Ich muss ihm klar machen,dass es bei meinem Autisten so ist,dass er funktioniert und dafür alles tut,bis er sich sicher fühlt,dass ist nunmal bei uns,was ja ok ist.Wenn aber ihm beim funktionieren die Tränen laufen,heißt das bei meinem Sohn.:rausnehmen,und wenn der Trainer dafür keine Zeit hat ihn zu mir schicken.Ich bin ja da.
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