BES als Hilfe bei Saugverwirrung

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Lea18
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BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lea18 » 07.06.2019, 17:40

Hallo zusammen,

ich habe lange überlegt, ob ich hier reinschreiben soll oder nicht, weil die vergangenen (durchaus hilfreichen) Beratungen viel Stress bei mir ausgelöst haben und ich nicht sicher war, ob ich nochmal externe Hilfe einholen soll.

Aber ich denke, was ich dann doch brauche, ist Zuversicht, dass unsere Stillsituation noch besser werden kann und ggf. einen Zeitrahmen, sodass ich die Motivation nicht zu früh verliere. Daher ist mein vorrangiges Anliegen zu wissen: Denkt ihr, dass ich mit meinem bisherigen Ansatz Verbesserung erzielen kann? Wie lange glaubt ihr, dauert es, bis sich Verbesserung einstellt? Gerne lese ich Meinungen sowohl von Stillberaterinnen als auch von Personen, die selbst in einer ähnlichen Situation waren.

Kurze Zusammenfassung unserer Stillsituation:

Mein Sohn, der "Schnaufer", ist jetzt 5 1/2 Monate alt. Das Stillen war von Anfang an sehr schmerzhaft. Wir fütterten seit seiner 2. Lebenswoche Pre-Nahrung und abgepumpte Muttermilch per Flasche zu und ich stillte ihn (mit Stillhütchen) nur noch 1-2 mal pro Tag. Später stellte sich heraus, dass er ein zu kurzes Zungen- und Oberlippenbändchen hatte, was wir dann durchtrennen ließen. Das brachte leider kaum Verbesserung bei den Schmerzen, obwohl er seine Zunge sehr viel besser bewegen konnte und es laut Stillberaterin gut verheilt wäre. Nach viel hin und her frage ich mich nun, ob das Hauptproblem nicht doch Saugverwirrung ist. Diese Woche habe ich daher angefangen mit einem Brusternährungsset zu stillen.

Zum Stillen mit dem Brusternährungsset:

Ich verwende den transparenten (dicksten) Schlauch, einen Schlauch an der Brust, den anderen an der Flasche. In die Flasche fülle ich 100 ml Pre-Nahrung (ist zwar sicherlich zu viel, aber ich hab lieber was übrig als dass es zu wenig war). Aufgrund Empfehlungen in Stillberatungen stille ich in der Laid-Back-Position, wobei der Schnaufer im Hoppe-Reiter-Sitz sitzt (Beine auf meinem rechten Bein, wenn er an der rechten Brust trinkt und umgekehrt, manchmal auch Beine auf meinem linken Bein, wenn er an der rechten Brust trinkt). Die Flasche hänge ich mir um den Hals so hoch wie es geht, den Schlauch klebe ich so, dass er von der BW aus senkrecht hoch geht. Darüber lege ich das Stillhütchen.

Prinzipiell scheint es mit dem BES schon mal nicht schlechter zu gehen als ohne, allerdings ist der Schnaufer seit letzter Woche (ein Tag, bevor wir das BES verwendet haben) immer wieder unzufrieden mit der Brust und lässt sich dann kaum oder gar nicht anlegen. Die Laid-Back-Position finde ich ziemlich bequem, aber leider scheint die Milch in der Lage nur schlecht aus der Flasche zu fließen, sodass ich die Flasche immer mal wieder mit der Hand aufrechter halte, was wiederum recht anstrengend ist.


HIer die Beantwortung der Stillberatungsfragen:
* Ist Euer Baby ein Junge oder ein Mädchen?
Ein Junge
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, wenn ja, mit was (Muttermilch, Formulanahrung)? Schreibt bitte die Mengen auf (wie oft und wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Er wird mit abgepumpter Muttermilch und Pre-Nahrung per Flasche zugefüttert. Meist 2x Stillen, 2x Muttermilch, 3-4x Pre-Nahrung. Muttermilch gebe ich 150 ml je Flasche, Pre-Nahrung 180 ml je Flasche. Beides trinkt er manchmal nicht leer.

Wir haben mit 70 ml Pre-Nahrung je Flasche angefangen und immer erhöht, wenn er nach der Mahlzeit angefangen hat zu weinen. Zwischenzeitlich sind wir noch mal runter auf 100 ml gegangen auf Empfehlung meiner Stillberaterin, mussten aber wieder erhöhen, als er einen Wachstumsschub bekam und nach dem Trinken immer weinte.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: Wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen 2x am Tag. Bevor wir angefangen haben das BES zu verwenden, habe ich nach dem Aufstehen zuerst ein Fläschchen gegeben, (dann abgepumpt,) bei der nächsten Mahlzeit wieder ein Fläschchen und bei der dritten Mahlzeit gestillt. Die vierte Mahlzeit wieder ein Fläschchen, dann noch mal gestillt und ab da nur noch Fläschchen. Stillen tun wir meist 15 Minuten an der einen Seite und dann nochmal 20 Minuten an der anderen.
Er schläft nachts von 21/22 Uhr bis 5/6 Uhr. Nach seiner ersten Mahlzeit schläft er oft nochmal 2-3 Stunden. Tagsüber schläft er 3-4 mal je eine halbe Stunde.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig hat es Stuhlgang?
Tagsüber wickle ich alle 3-4 Stunden (nasse Windeln), zwischen 21/22 und 5/6 Uhr nicht. Stuhlgang hat er alle 2-3 Tage.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Nach der Geburt wurde der Schnaufer nackt auf meine nackte Brust gelegt. Allerdings musste er schon recht bald wieder weggenommen werden, weil ich genäht werden sollte und dabei so stark gezuckt habe, dass es für ihn auf meiner Brust nicht mehr sicher war. Seine erste Mahlzeit hat er dann erst in der Nacht auf der Station gekriegt (er kam gegen 15 Uhr auf die Welt). Dabei wurde mir von der anwesenden Hebamme ein Stillhütchen gegeben. Das klappte zwar, aber ich hatte unglaubliche Schmerzen. Je öfter ich ihn stillte, desto schlimmer wurden sie. Ohne Stillhütchen gelang es mir nicht, ihn anzulegen. Hinzu kam, dass ich bei der Geburt recht viel Blut verloren hatte (Dammriss III. Grades, Hb 7,7) und ziemlich geschwächt war. Der Schnaufer verlor Gewicht, die genauen Daten habe ich leider nicht mehr, aber es war wohl knapp unter 10 %. Da ich ihn kaum stillen konnte, entschieden wir uns der angebotenen Zufütterung zuzustimmen und haben ihn dann im Krankenhaus ein Fläschchen (ich denke es war Pre-Nahrung) zugefüttert.

Die Hoffnung war, dass das Stillen daheim ohne Stress besser klappen würde, aber nach ein paar Tagen war es soweit, dass ich ihn vor Schmerzen nach wenigen Sekunden immer wieder abdockte und ihn schließlich gar nicht mehr stillen konnte. Auf Empfehlung meiner Nachsorgehebamme besorgte ich mir eine Milchpumpe und fütterte ihm eine Flasche Pre-Nahrung zu. Das Abpumpen brachte aber nicht ausreichend Milch, sodass wir weiterhin auch Pre-Nahrung zufütterten. Die folgenden zwei Wochen stillte ich ihn nicht (die Hoffnung der Hebamme war, dass die Brüste sich bis dann erholt hätten). Ab da stillte ich ihn wieder ca. 1 mal täglich. Die Schmerzen waren immer noch recht stark, aber erträglicher.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja, wir haben ihn im Krankenhaus (Tag 3 oder 4) per Flasche zugefüttert, und ab seiner 2. Lebenswoche täglich. Wir verwenden seit Beginn an ein Stillhütchen. Einen Schnuller hatte er kurz im Krankenhaus gehabt (ohne unser Wissen vom Personal gegeben) und später als er 3-4 Wochen alt war, weil wir Sorge hatten, dass durch das sehr wenige Stillen sein Saugbedürfnis nicht befriedigt würde. Einige Wochen später hat er den Schnuller jedoch wieder verweigert, seitdem verwenden wir keinen mehr.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wir wurden zuerst durch unsere Nachsorgehebamme betreut, als diese nicht mehr weiter wusste empfahl sie mir eine Stillberaterin. Diese hatte ich ab der 6. Lebenswoche des Schnaufers besucht. Ihre Diagnose war zu kurzes Zungen- und Oberlippenbändchen. Sie empfahl diese durchtrennen zu lassen. Zwei Wochen später haben wir sie bei einer Zahnärztin, die auf zu kurzen Zungen- und Oberlippenbändchen spezialisiert war, durchtrennen lassen. Außerdem war der Schnaufer auf Empfehlung der Stillberaterin und der Zahnärztin bei einer Osteopathin (insgesamt 4 Termine). Sie meinte, dass er eine Lieblingsseite hätte, was er in dem Alter noch nicht haben sollte. Nach dem letzten Termin sah sie aber keinen Grund mehr für weitere Termine, das schien sich also gebessert zu haben.

Weil ich recht starke Schmerzen beim Stillen hatte, des öfteren das Abpumpen unangenehm fand und meine BW und Kreis herum ziemlich rosa waren, äußerte meine Stillberaterin die Vermutung, dass ich einen Soor haben könnte. Behandlung mit der empfohlenen Salbe machte jedoch überhaupt keinen Unterschied. Meine Frauenärztin konnte ebenfalls nichts feststellen, auch die Kinderärztin hat am Schnaufer keinerlei Anzeichen für einen Soor gesehen. Dennoch empfahl mich meine Stillberaterin zu einer weiteren Stillberaterin, die im Krankenhaus tätig war. Diese sah jedoch keinen Grund für einen Soor, war der Meinung, dass die Rosafärbung wohl von der Milchpumpe käme (diese deckt genau den rosa Bereich ab) und dass die Schmerzen an der Trinktechnik des Schnaufers lägen.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen könnten? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein, außer dass ich in der Schwangerschaft Magnesium eingenommen hatte (600 mg gegen Ende) und wenige Wochen vor Geburt abgesetzt hatte. Da einige meiner Symptome nach Vasospasmus aussahen, hatte mir meine Stillberaterin zusätzlich zum Durchtrennen des zu kurzen Zungen- und Oberlippenbändchens empfohlen Magnesium und Kalzium zu nehmen. Ich nahm daraufhin einige Wochen lang 600 mg Magnesium und 1200 mg Kalzium, mehr Magnesium wollte ich aber nicht nehmen, da sich das negativ auf meine Verdauung auswirkte. Meine zweite Stillberatin meinte schließlich, dass ich Magnesium und Kalzium langsam wieder absetzen könnte, was ich über mehrere Wochen hinweg tat.
* Falls dieses Kind nicht Dein erstes ist, beschreibe bitte kurz Deine Stillerfahrung mit Deinem/Deinen größeren Kind/ern.
--



Ich hab das Gefühl, dass ich noch sehr viel mehr schreiben könnte, aber ich glaube das sprengt dann langsam den Rahmen. Wenn ihr Fragen habt, dann stellt sie sehr gerne.

Gewicht kann ich gerne nachtragen, wenn ihr meint, dass das relevant ist, ich habe allerdings nur die Werte der Nachsorgehebamme von den Anfangswochen und die der der Kinderarzt-Untersuchungen.
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von newmanekineko » 14.06.2019, 11:53

Huhu! Helfen kann ich leider nicht. Aber manchmal geht ein Thread unter. Vielleicht magst du nochmal einen Stillmod direkt anschreiben und um Hilfe bitten?
Alles Gute!
Viele Grüße!

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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lea18 » 14.06.2019, 18:50

Danke, newmanekineko.

Ich werde jetzt erst mal über meine Fortschritte berichten, vielleicht kommt dann ja noch Feedback.


Nachdem ich das BES einige Male verwendet hatte, war ich überrascht, wie gut es klappt. Das Stillen ist zwar immer noch nicht schmerzfrei, aber doch wenig schmerzhaft genug, sodass ich den Schnaufer mittlerweile zu jeder Mahlzeit stillen kann. Flaschenfütterung gab es bei der ersten Mahlzeit am Morgen und manchmal wenn wir unterwegs waren.

Da meine Brüste sich heute Morgen nicht so fest angefühlt hatten wie sonst oft, hab ich mich getraut ihn direkt schon zur ersten Mahlzeit mit BES zu stillen und es hat sehr gut geklappt. Sonst hab ich ihn sehr ungern direkt nach dem Aufstehen gestillt, da die Schmerzen um so größer sind, je länger das letzte Stillen/Abpumpen her ist.

Unterwegs finde ich Stillen schwieriger, BES möchte ich da nicht mitnehmen und ich finde leider auch nicht überall Sitzmöglichkeiten, bei denen eine Laid-Back ähnliche Haltung möglich ist. Immerhin stehen zur Zeit nicht so viele Termine an, sodass ich die meiste Zeit zu Hause stillen kann.

Wenn ich ohne BES stille, werden meine Brüste besser entleert als mit, unabhängig von der Dauer. Das Stillen ohne BES ist von den Schmerzen her bislang nicht besser geworden.

Konkrete Fragestellungen sind bei mir zurzeit:
  • Beim Stillen weicht sehr oft Luft durch das Stillhütchen am Schlauch vorbei (hörbar und spürbar). Ist das schlecht? Wenn ja, was kann ich dagegen tun?
  • Reicht ausschließliches Stillen (mit oder ohne BES), um dem Schnaufer eine bessere Saugtechnik beizubringen? Oder muss ich noch etwas aktiv machen, Übungen z. B.?
Ich hab außerdem ein paar Mal versucht das Stillhütchen loszuwerden, aber dann konnte er mit der Brust nichts mehr anfangen. Entweder hat er gar nicht erst versucht anzudocken oder war beim Andocken irritiert.

Meine Ziele sind:
  • Schmerzen beim Stillen reduzieren (mit BES schon mal geschafft)
  • Häufiger stillen zu können (ebenfalls geschafft)
  • Schmerzen beim Stillen ohne BES zu reduzieren
  • Das Stillhütchen loswerden
Nicht mehr zufüttern zu müssen wünsche ich mir auch, aber da wir eh gerade mit Beikost angefangen haben, wird sich dieses Problem früher oder später von alleine lösen.
Mama vom Schnaufer (12/18)

pqr
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von pqr » 14.06.2019, 21:16

Hallo

Toll, wie Ihr weitergekommen seid mit dem BES.
Ich bin nur Mama, kann inhaltlich nicht wirklich etwas beitragen, wollte Dir aber den Link zum BES best practice Austausch dalassen.
viewtopic.php?f=2&t=210187&start=30
Viele Grüße
pqr

pqr mit Mini 04/2015
und Mini2 12/2017

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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lea18 » 15.06.2019, 16:22

Vielen Dank für den Link, pqr. Die Tipps zum Stillen in der Öffentlichkeit mit BES fand ich gut und vielleicht sind auch irgendwann die Tipps zum Stillen im liegen hilfreich.
Mama vom Schnaufer (12/18)

Lili
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lili » 19.06.2019, 16:14

Dann helfe ich auch mal das Thema nach oben zu schubsen. Es meldet sich sicher bald jemand. Ich bin auch nur eine Mama aber ich finde es toll dass das mit dem BES bei euch so gut klappt und dass dein Schnaufer auch noch gerne an die Brust geht. Für uns war das auch die Rettung.
Ich hatte auch mit Vasospasmus zu kämpfen, bei mir hat anfangs nur eine deutlich höhere Dosierung Magnesium geholfen. Die habe ich auf dreimal täglich aufgeteilt und morgens hatte ich trotzdem meist schon wieder Schmerzen. Ich drück dir und dem Schnaufer ganz fest die Daumen.
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lea18 » 21.06.2019, 11:53

Vielen Dank für deine aufmunternden Worte, Lili.

Magnesium hatte ich nicht mehr geschafft als die Menge, die ich bereits in der Schwangerschaft genommen habe (600 mg), denn das hat meine Verdauung schon ziemlich belastet. Da der Schnaufer aber beim Stillen den Mund nicht sehr weit aufmacht, ohne BES die Kiefer zusammenpresst und seine Zunge nicht oder kaum zum Stillen nutzt, denke ich, dass das das Hauptproblem ist. Meine Stillberaterin hatte mir damals empfohlen, ihm immer wieder die Zunge rauszustrecken und vor ihm den Mund weit zu öffnen. Das findet er jedes Mal wieder sehr unterhaltsam, aber zum Nachmachen hat ihn das noch nie motiviert.

Trotzdem bin ich schon recht zufrieden mit dem BES. Ich verwende seit fast einer Woche keine Flasche mehr und kann ihn den ganzen Tag (mit BES, 2x auch ohne) stillen (plus einmal Beikost). Ohne BES sind die Schmerzen zwar nicht oder kaum besser geworden, aber ich hätte mir nicht erträumt, dass ich ihn so schnell komplett stillen kann. Ich traue mich mittlerweile auch wieder mehr unterwegs zu stillen und musste feststellen, dass das Stillen in der Wiegehaltung gar nicht mehr so weh tut wie früher und daher gut machbar ist. Besonders schön finde ich, wie er nach dem Stillen oft an meiner Brust einschläft und dann dort so lange liegt, bis ich aufstehe oder er wieder aufwacht.

Nichtsdestotrotz kommt immer noch Luft am Schlauch vorbei, sodass der Schnaufer kein Vakuum aufbauen kann.

:?: Hat jemand eine Idee, wie ich das Stillhütchen trotz Schlauch dicht kriegen kann? :?:

Ich versuche immer wieder das Stillhütchen zu entfernen, wenn er sich gerade abdockt, aber er weiß dann nichts mehr mit der Brust anzufangen und fängt an zu weinen.
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lili » 28.06.2019, 11:56

Ich schubs dich mal wieder nach oben. Es könnte sein, dass dein Titel irreführend ist, weil man nicht erkennt dass du Hilfe benötigst. Schreib doch Mal einen Mod direkt an. Stillhütchen haben wir nie verwendet da kann ich nicht helfen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass es mit dem BES trotzdem so gut klappt. Und wenn die Schmerzen tatsächlich nachlassen besteht ja noch Hoffnung. 🤗
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lili » 28.06.2019, 12:04

Das mit den Zunge rausstrecken hab ich auch lange gemacht und hatte genau das gleiche Ergebnis wie du. 😬 Meiner macht inzwischen beim ersten Mal andocken zumindest den Mund auf. Ich habe das Gefühl, da hat die Cranio Therapie geholfen. Die Zunge hat er aber immer schon gut bewegt.
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Re: BES als Hilfe bei Saugverwirrung

Beitrag von Lea18 » 29.08.2019, 08:40

Danke, Lili, fürs Schubsen.

Mittlerweile habe ich keinen Beratungsbedarf mehr.

Mit dem BES hat das immer besser geklappt, auch wenn ich nie das Lufteinsaugen unter dem Stillhütchen losgeworden bin. Parallel habe ich weitere Breie eingeführt und dadurch wenigere Male gestillt. Das hat dann so gut geklappt, dass ich kein BES mehr verwenden muss. Zum einen wird er jetzt gut satt (insbesondere ja von den Breien), zum anderen habe ich deutlich weniger Schmerzen beim Stillen. Wirklich gut ist es nicht, aber in Ordnung und kein Vergleich zu vor ein paar Monaten. Wenn ich bedenke, dass ich in den letzten Wochen manchmal gestillt habe, anstatt ihm Brei zu füttern, weil mir die Zubereitung gerade zu stressig war, kann ich eigentlich echt zufrieden sein. 😊

Zwei mal habe ich es ohne Stillhütchen geschafft, den Schnaufer andocken zu lassen, als er beim Stillen fast eingeschlafen ist und sich kurz abgedockt hatte (und versucht hat an allem anzudocken, was ihm in den Weg kam, wie z. B. an meinen Bauch). Meistens klappt das aber nicht, dann geht er entweder gar nicht erst dran oder schaut angewidert, nachdem er es ohne versucht hat. 😆 Ich kann mir aber vorstellen, dass wir das Stillhütchen langfristig noch loswerden.

In ein paar Tagen gehe ich wieder Vollzeit arbeiten, mein Partner übernimmt dann den Schnaufer, und ich freue mich schon auf unsere Stillzeiten nach Feierabend.

Vielen Dank allen, die uns Mut zugesprochen haben. Vielen Dank auch allen, die Beratungsthreads erstellen haben und denen, die beraten haben. Ich habe oft in andere Beratungen reingelesen und viel davon profitiert. Sowohl durch praktische Tipps, die gegeben wurden, als auch dadurch zu lesen, dass ich nicht alleine bin mit meinen Problemen und insbesondere natürlich die Erfolgsgeschichten, die mich motiviert haben und mir geholfen haben, weiterzumachen. Acht Monate stillen wir schon. 😊

Der Thread kann gerne geschlossen werden.
Mama vom Schnaufer (12/18)

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