Beikost ohne abzustillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Imkii
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Imkii »

Serafin hat geschrieben:
28.04.2019, 21:27
Bei manchen Frauen reicht zwei Mal stillen nicht, um weiter Milch zu haben. Bei manchen reicht es auch, dass sie eine Pause von ca vormittags bis Mitternacht haben, dass nachts und morgens nicht mehr genug kommt, damit das Baby satt wird.
Und wenn die Frauen dann noch glauben, dass das Baby ab sechs Monaten nachts nix mehr trinken darf außer Wasser und Einschlafstillen eine schlechte Gewohnheit ist, es fünf Mal am Tag Brei gibt und bei Mahlzeiten, die ersetzt sind, nicht gestillt werden darf, sonst zum Trösten auch nicht, weil man ja essen nicht zum Trost geben soll, hast ganz flux abgestillt.
Mh... Interessant, danke für die Info!
Ich bin immer davon ausgegangen, dass sich die Brust da der Nachfrage anpasst. Und bei mir hat es ja zum Glück auch geklappt.
Gut zu wissen, dass das auch anders laufen kann!
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Pünktchen54 »

Ich denke, es geht darum, dass im ersten Lebensjahr Milch die Hauptnahrungsquelle sein sollte.
Was dann nach dem ersten Geburtstag der Fall ist, pendelt sich ja dann wahrscheinlich tatsächlich automatisch ein, wenn es so lange nicht zum (ungewollten) Abstillen gekommen ist.

Milena, ich wünsche dir, dass du so (viel) stillen kannst, wie du es dir wünschst!
Mit L (4/17) und P (7/19)

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Regenbogen3141
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Regenbogen3141 »

An der Stelle fände ich aber auch interessant zu wissen, ob die Geschwindigkeit, in der man die Stillmahlzeiten reduziert, da einen Unterschied macht.
Gerade beim Langzeitstillen ist es ja durchaus nicht unüblich, dass man irgendwann nur noch 1-3x am Tag stillt, ohne dass bei Frau die Milch versiegt.

Der Faktor, dass Milch Hauptnahrungsmittel sein sollte, ist natürlich auch wichtig, dass ist dann mit Ü1 nicht mehr der Fall.
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Serafin
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Serafin »

Und das lustige ist ja immer, wenn man gefragt wird mit 9 oder 10 Monate alten Baby, warum man noch stillt und im nächsten Satz erzählt einem die Person, dass das Kind abends Milchbrei und morgens Flasche bekommt, weil es braucht ja noch Milch. Und dass man deswegen unbedingt Milchbrei geben muss. Jo, mein Kind isst halt Brot und trinkt die Milch aus dem Busen. Ist auch Getreide und Milch.
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Serafin
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Serafin »

Regenbogen3141 hat geschrieben:
28.04.2019, 21:37
An der Stelle fände ich aber auch interessant zu wissen, ob die Geschwindigkeit, in der man die Stillmahlzeiten reduziert, da einen Unterschied macht.
Gerade beim Langzeitstillen ist es ja durchaus nicht unüblich, dass man irgendwann nur noch 1-3x am Tag stillt, ohne dass bei Frau die Milch versiegt.

Der Faktor, dass Milch Hauptnahrungsmittel sein sollte, ist natürlich auch wichtig, dass ist dann mit Ü1 nicht mehr der Fall.
Und mit zwei oder so brauchen die Kinder das Stillen ja nimmer unbedingt als Kalorien. Hier kam mit der Schwangerschaft schnell gar nix mehr, aber Stillen ist trotzdem super wichtig für den Maulwurf.
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Teazer
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Teazer »

Guten Abend.
Milena87 hat geschrieben:
28.04.2019, 20:39
Wenn ich ihr Mittags weiter Brei geben möchte sollte ich dann weniger Öl ran machen und/oder weniger Kartoffel? Damit er weniger lange satt macht?
Was genau mischt Du denn in welchen Mengen zusammen?
Und sie trinkt auch sehr gerne etwas Wasser nach dem Brei. Heute Abend hab ich ihr die Trinklernflasche auch wieder gegeben. Das kalte Wasser in dem Trinkschnabel war wohl angenehm an den schmerzenden Zähnen.
Trinklernbecher mit Schnabel können leider zu Saugverwirrung führen, inkl. Brustbeißen. Nimm lieber einen ganz normalen Becher. Zum Kühlen gibt es im Drogeriemarkt Beißringe, die man in den Kühlschrank legen kann.
Imkii hat geschrieben:
28.04.2019, 21:12
Mh.... Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz.
Ich habe das bei meinem Großen auch so gemacht, also nach und nach Breimahlzeiten gegeben. (Weil ich es auch einfach nicht anders kannte.) Irgendwann waren wir dann bei nur noch ein bis zwei Mal stillen am Tag, aber da kam trotzdem Milch...
Ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an.

Da Babys im ersten Lebensjahr Muttermilch zur guten Versorgung benötigen (und darüber hinaus auch noch) müssen Empfehlungen so ausfallen, dass möglichst alle Mütter, die stillen wollen, dies auch langfristig können. Muttermilch ist einfach die optimale Basis der Ernährung und Beikost im ersten Lebensjahr eigentlich noch der Nebendarsteller. In den Industrienationen wurde das Dank "gutem" Marketing leider vergessen, mit allen kurz- und langfristigen Folgen für viele Mütter und Kinder.
Serafin hat geschrieben:
28.04.2019, 21:40
Und mit zwei oder so brauchen die Kinder das Stillen ja nimmer unbedingt als Kalorien. Hier kam mit der Schwangerschaft schnell gar nix mehr, aber Stillen ist trotzdem super wichtig für den Maulwurf.
Eben. Je älter ein Stillkind ist, umso mehr verschiebt sich der Schwerpunkt vom Nahrungsaspekt in Richtung Unterstützung des Immunsystems, psychischer Entwicklung, Krebsprophylaxe u.v.m. Das sind Faktoren, die oft überhaupt nicht im Blickpunkt sind, wenn es in Diskussionen um die Stilldauer geht.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von NudelSalat1234 »

Serafin hat geschrieben:
28.04.2019, 21:27
Bei manchen Frauen reicht zwei Mal stillen nicht, um weiter Milch zu haben. Bei manchen reicht es auch, dass sie eine Pause von ca vormittags bis Mitternacht haben, dass nachts und morgens nicht mehr genug kommt, damit das Baby satt wird.
Und wenn die Frauen dann noch glauben, dass das Baby ab sechs Monaten nachts nix mehr trinken darf außer Wasser und Einschlafstillen eine schlechte Gewohnheit ist, es fünf Mal am Tag Brei gibt und bei Mahlzeiten, die ersetzt sind, nicht gestillt werden darf, sonst zum Trösten auch nicht, weil man ja essen nicht zum Trost geben soll, hast ganz flux abgestillt.
Ich wusste manches davon tatsächlich auch nicht (wobei die Kombi das Abstillen wohl am wahrscheinlichsten macht) und halte vor allem den Aspekt für wichtig, dass so aus Versehen abgestillt wird bzw. werden kann. Zwei Freundinnen rutschen da, fürchte ich, gerade rein, halten meine Hinweise dazu - die ich zum großen Teil hierher habe - aber für übertrieben. Mal sehen wie das weitergeht.
Ich bin da allerdings in meiner eigenen Praxis eher wie Imkii, wobei ich auch eher viel Milch habe. Glaube ich, ist ja gar nicht soo leicht herauszufinden, nachdem sich alles eingependelt hat...

Die Vorteile vom Langzeitstillen sind dann aber auch mit 1x Stillen pro Tag gegeben oder?
Mit Sommerengel 2018

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Teazer
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Teazer »

Ich werde jetzt ein bisschen off topic. Falls Dich das stört, Milena, sag es bitte.
NudelSalat1234 hat geschrieben:
28.04.2019, 22:26
Die Vorteile vom Langzeitstillen sind dann aber auch mit 1x Stillen pro Tag gegeben oder?
Ich verstehe, was Du fragen möchtest. Aber eigentlich müsste es heißen: "Die Nachteile des kurzen Stillens sind aber bei 1x Stillen pro Tag nicht gegeben, oder?" Bei solchen Fragen ist es immer gut, die Perspektive einzunehmen, dass das Stillen von Kleinkindern der natürliche Standard ist und kurzes Stillen das Abweichen von der Norm darstellt.

Zu Deiner Frage: prinzipiell ja. Im Einzelnen kommt das aber auf verschiedene Faktoren an. Manche Babys können große Portionen auf einmal trinken, manche nur kleine. Manche Mütter können auf einmal große Portionen produzieren, andere nur kleine. Frühes Ersetzen des Stillens führt insgesamt zu einer kürzeren Stilldauer. Und diese hat Auswirkungen.

Grundsätzlich ist es für Mutter und Kind besser 1x zu stillen als gar nicht. Aber es muss nicht die gleichen Effekte haben, wie wenn im gleichen Zeitraum öfter gestillt würde.
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von NudelSalat1234 »

Teazer hat geschrieben:
28.04.2019, 23:01
Ich werde jetzt ein bisschen off topic. Falls Dich das stört, Milena, sag es bitte.
NudelSalat1234 hat geschrieben:
28.04.2019, 22:26
Die Vorteile vom Langzeitstillen sind dann aber auch mit 1x Stillen pro Tag gegeben oder?
Ich verstehe, was Du fragen möchtest. Aber eigentlich müsste es heißen: "Die Nachteile des kurzen Stillens sind aber bei 1x Stillen pro Tag nicht gegeben, oder?" Bei solchen Fragen ist es immer gut, die Perspektive einzunehmen, dass das Stillen von Kleinkindern der natürliche Standard ist und kurzes Stillen das Abweichen von der Norm darstellt.

Zu Deiner Frage: prinzipiell ja. Im Einzelnen kommt das aber auf verschiedene Faktoren an. Manche Babys können große Portionen auf einmal trinken, manche nur kleine. Manche Mütter können auf einmal große Portionen produzieren, andere nur kleine. Frühes Ersetzen des Stillens führt insgesamt zu einer kürzeren Stilldauer. Und diese hat Auswirkungen.

Grundsätzlich ist es für Mutter und Kind besser 1x zu stillen als gar nicht. Aber es muss nicht die gleichen Effekte haben, wie wenn im gleichen Zeitraum öfter gestillt würde.
Teazer und alle anderen, die hier Tipps geben, DANKE!
Gerade der angesprochene Perspektivwechsel tut mir im Moment gut, denn in meinem Umfeld stillen gerade viele (bewusst oder unbewusst) ab und da schleichen sich manchmal komische Gewohnheiten bei mir ein, weil ich es 1) nicht besser weiß und 2) davon schon etwas beeinflusst werde.
Ich möchte stillen nach Bedarf, gerne auch lang! Ihr bestärkt mich darin mit fachlichen Argumenten und Hinweisen.
Mit Sommerengel 2018

Serafin
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Re: Beikost ohne abzustillen

Beitrag von Serafin »

Und es ist sooo praktisch, wenn's Kind krank ist. Oder knatschig. Oder müde. Oder... Vielleicht bin ich auch einfach ziemlich faul.
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