Achtung: lang!
In der Überschrift seht ihr ja schon, dass ich unter dem vermeintlichen Luxusproblem leide, einen zu starken MSR (bzw zu viel Milch?) zu haben. Wenn sie andockt und den MSR auslöst, spritzt die Milch teilweise in 5 oder 6 Strahlen raus, womit mein Baby (fast 8 Wochen alt) nicht klar kommt. Sie verschluckt sich, schluckt Luft, wird in Milch gebadet und alles - wirklich alles - ist voller Milch.
Erstmal zu den Fragen:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert (...)?
- Nach der Geburt ein paar Tage Beba HA wegen sehr heißer Temperaturen (laut KH um einer Dehydrierung vorzubeugen)
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht (...):
- tagsüber trinkt sie relativ viel/oft, schläft aber auch immer mal 2 Stunden am Stück. Nachts dauert ihre erste Schlafphase häufig 3,5-4,5 Stunden, danach schläft sie oft nochmal 3,5 Stunden und wacht dann im Stundentakt auf. Wenn sie wach wird, möchte sie immer trinken, schläft dabei aber meistens nach einigen Minuten ein.
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
- Pipiwindeln haben wir reichlich, Stuhl hat sie etwa alle 3 Tage.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt (...):
- klappte sehr gut, ich hatte am 3. Tag meinen Milcheinschuss und nur etwa eine Woche lang mit wunden Brustwarzen zu kämpfen.
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
- Flasche siehe oben, wir haben seitdem immer mal versucht ihr die rauslaufende Milch per Flasche zu geben, die nimmt sie aber nicht gut an und ich wollte es bisher nicht vehementer versuchen, um das Stillen nicht zu gefährden. Schnuller bekommt sie manchmal im Auto zur Beruhigung (sie hasst Auto fahren) und ab und zu zur Überbückung, bis die Milch nicht mehr spritzt und sie trinken kann - ich hab aber nicht das Gefühl, dass der Schnuller eine Auswirkung aufs stillen hat.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung?
- Frauenärztin hat geraten, weniger zu trinken (mach ich aber nicht), Hebamme hat Salbeitee und Phytolacca D4 empfohlen (bringt aber nichts), online-Stillberatung hat Blockstillen empfohlen (bisher auch keine Veränderung)
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können?
- Baby hatte eine Gelbsucht
Etwa 3,5 Wochen nach der Geburt hatte ich einen leichten Milchstau. Davor war es schon so, dass die Milch ab und zu am Anfang ein wenig rausgespritzt ist, aber nicht dramatisch. Dann hab ich natürlich erstmal den Stau behandelt. Nach ein paar Tagen war alles weitestgehend wieder in Ordnung und meine Hebmme und ich haben in der Zeit bemerkt, dass ich wirklich viel Milch zu haben scheine. Ich habe daraufhin mit Salbeitee ein wenig in den Griff bekommen. Dann war meine Tochter erkältet und ich habe ihr ohne viel zu beachten immer die Brust angeboten, damit sie ausreichend Flüssigkeit bekommt. Daraufhin ist alles völlig durcheinander geraten. Als es ihr soweit wieder gut ging, habe ich auf Anraten meiner Hebamme wieder damit begonnen, an der Milchreduzierung zu arbeiten. Wenn mein Baby in der Zeit angedockt hat, stand immer noch Milch auf der Brustwarze und es kam weiter welche rausgelaufen, was laut ihr zu viel ist - die Brustwarze soll wohl komplett sauber sein, wenn das Baby nicht dran ist (das kannte ich garnicht, da es bei mir immer so aussah). Also wieder mit Salbeitee und Phytolacca angefangen und es wurde schlimmer. Ich habe meine Tochter nach dem Andocken von der Brust genommen und erstmal das heftige Spritzen abgewartet, während sie natürlich geschrien hat ohne Ende
Ich bin mittlerweile so weit, dass ich ans Pumpstillen oder komplett aufgeben denke. Viele können das nicht verstehen und sagen, ich soll doch einfach froh sein, dass ich so viel Milch habe (wobei ich mir da gar nicht so sicher bin, kann das nicht aus „nur“ am starken MSR liegen? Als es etwas funktioniert hat, Milch zu reduzieren wurde mein Baby sehr quengelig und unruhig an der Brust, nachdem die Milch nicht mehr einfach geflossen ist, kann es sein, dass da dann nicht mehr genügend Milch da war?!). Aber für mich ist das wahnsinnig belastend. Gerade unterwegs oder nachts ist es eine Tortur. Ich bin so gestresst vom Stillen und meine Tochter macht auch den Anschein, als wäre es auch sehr anstrengend für sie. Das nimmt der Sache so viel Schönes... Ich habe auch mal versucht auf meinen Körper zu vertrauen und daran zu glauben, dass er es mit meiner Tochter zusammen hinbekommt. Das war dann zwar weniger stressig, aber das Ergebnis waren wahnsinnige Bauchschmerzen wegen sehr viel Luft im Bauch bei meiner Tochter. Also auch keine Option..
Ich bin wirklich verzweifelt und habe gestern Nacht im irrationalen Halbschlaf eine elektrische Pumpe bestellt, weil ich überzeugt war, das mi hat mehr auszuhalten. Heute möchte ich es wieder schaffen, aber ich merke, wie meine Frudtrationstoleranz in der Hinsicht immer weiter abnimmt. Ich möchte einfach, dass das aufhört und wir das Stillen so genießen können, wie wir es etwa 1-2 Wochen tun konnten...
Meine Tochter ist jetzt übrigens schon wieder erkältet. Ich frage mich daher wirklich, wozu ich stille, wenn ihr Immunsystem offenbar garnicht davon profitiert
Wann kann ich denn darauf hoffen, dass die Brust sich selbst reguliert? Jeder sagt mir, das würde alles werden und die Brust würde irgendwann nicht mehr auf Vorrat produzieren. Aber wann kann ich damit rechnen??
Danke für‘s Lesen dieses Romans. Es tut gut, das alles auch mal loszuwerden. Eventuell weiß ja noch jemand Rat, wenn er es geschafft hat, bis hierhin zu lesen
Ich bin jedenfalls fix und fertig und empfinde das Stillen vermehrt als ausschließlichen Druck...
Liebe Grüße <3
J