seit ein paar Wochen ist mein Name bestimmt dauerhaft online zu sehen, seitdem ich mich angemeldet habe. Eine feste Komponente meines seit 10 Wochen frustrierenden Alltags und schon regelrecht tröstliche Konstante ist das Lesen hier im Forum. Doch obwohl ich seitdem lese, wieviele Frauen das gleiche Problem haben: ich kann nicht mehr! Ich bin fix und alle, sitze in diesem Moment durchgeschwitzt mit der Trage im Café (klingt toll - ist es nicht), weil ich mich mal wieder rausgetraut habe, was selten genug in Anbetracht der Tatsache, dass mein Sohn schon 2,5 Monate alt ist, vorkommt. Das ist so traurig. Seit der Geburt meines Sohnes erlebe ich einen einzigen psychischen wie physischen Ausnahmezustand. Ich erhoffe mir, dass Ihr mir zu einer für meinen Allgemeinzustand annehmbaren und durchführbaren Lösung für zumindest unsere nächste Zukunft raten könnt, denn ich bin tatsächlich mittlerweile von Kopf bis Fuß einfach nur noch durch
Nach der Entlassung im KH (Spontangeburt, eine Besonderheit: ein Plazentarest verblieb in der Gebärmutter und wurde in Vollnarkose ausgeschabt, ich habe wohl einen höheren Blutverlust erlitten als üblich, da die Plazenta zunächst überhaupt nicht raus wollte), habe ich zuhause eine wirklich schlimme erste Woche verlebt - unser Kind hat am laufenden Band geschrien, ich habe gefühlt dauergestillt, wobei mir die Erinnerung an die tatsächlich alleranfängliche Stillzeit im KH und zuhause fast schon abhanden gekommen ist. Ich weiß nur, dass ich quasi ab Tag 2 im KH sowie zuhause mit dem Stillkissen verwachsen war. Ich weiß allerdings noch sehr wohl, dass ich im KH direkt Stillhütchen verpasst bekommen habe und ich u.a. mit der Aussage angeleitet wurde, den Kleinen abzunehmen, wenn er nur nach dem 4. bis 5. mal saugen schlucken würde. Rückblickend bzw kürzlich bin ich unter genauer Beobachtung zu dem Ergebnis kommen, dass er nie/noch nie schneller als jedes 3. bestenfalls 2. saugen geschluckt hat. Insgesamt hatte ich keine gute Beratung dort und alles wurde schnell abgekanzelt. Ich habe zB definitiv zu Beginn Nuckeln als Stillen misinterpretiert und mich noch „gewundert“, dass soviele Frauen das als schmerzhaft empfinden. Die Stillhütchen kamen mir zunächst entgegen, da ich sehr wohl gemerkt habe, dass es ohne schmerzhafter sein könnte. Inzwischen bin ich sie übrigens los, das habe ich sehr als Erfolg verbucht. In der ersten Woche zuhause konnte ich zunächst nicht das große Interesse meiner Nachsorgehebamme an meinen Brüsten verstehen - sie hat auf einen spürbaren/fühlbaren Milcheinschuss gewartet. Meine Brüste blieben wie gehabt, wurden nicht prall, spannten nie, taten nie weh, sonderten aber wie in der
Spätschwangerschaft auch schon tröpfchenweise Milch ab und waren im Laufe der SS natürlich größer geworden und nach der Geburt noch etwas mehr. Die Hebamme riet mir schon sehr zu Beginn dann zu Bockshornkleekapseln und Fencheltee. Ich hatte anscheinend immer noch nicht recht kapiert, denn mein Problem blieb, dass der Kleine so unentwegt schrie und ich hatte mich schon mit dem Thema Schreikind auseinandergesetzt. Die Hebamme kam darüber hinaus anhand der Zunahme aber zu dem Schluss, dass er einfach nicht satt würde und deswegen schrie - was für mich erstmal trotz allen Übels einen greifbaren Grund lieferte und etwas dagegen unternommen werden konnte - manchmal wünschte ich, diese Einstellung hätte ich heute noch/wieder. Mir fiel förmlich ein Stein vom Herzen als die Hebamme zum Zufüttern riet. Zunächst hatte sie uns Finger und Spritze mit 20 ml vorgeschlagen, was von der Handhabe floppte, die Nerven waren zu dem Zeitpunkt auch schon zu durch. Wir schafften uns als nächsten Vorschlag von ihr den Calma Sauger an und begannen damit 30 ml Pre zuzufüttern (was den Portionierungseinheiten des Herstellers geschuldet war). Die Situation besserte sich schlagartig und ich konnte mein Kind zum ersten Mal in wachem UND ruhigen/zufriedenen Zustand erleben. Es gibt praktisch keine Fotos von mir mit dem Kleinen aus dieser Zeit (was erzähle ich - auch heute noch kaum, weil ich eben aussehe wie jemand aussieht, der sich seit fast drei Monaten fertigmacht.) Anhand der weiteren Gewichtsentwicklung riet die Hebamme bald 60 ml zuzufüttern, die wir wie zuvor die 30 ml nach dem Stillen anboten. In der Nacht hat der Kleine von Anfang an seine 3-4 o 5 Stunden max am Stück geschlafen und hat nach der Brust weitergeschlafen - eine Flasche in der Nacht musste ich bis heute zu keinem Zeitpunkt machen. Ich wurde zwischenzeitlich noch von der Hebamme zu einer Steigerung der Milchmenge akupunktiert. Außerdem haben wir einen Osteophaten aufgesucht, der nach einer evtl Blockade, die das Trinken beeinträchtigen könnte, suchen sollte, wobei sich nichts hat feststellen lassen. Darüber hinaus habe ich noch Piulatte als Tipp der Hebamme zu mir genommen und mich sogar überwunden Malzbier zu trinken, was ich hasse - was soll ich sagen, die „Basics“ halt, von denen ich in Anbetracht des Gesamtdilemmas überhaupt nicht weiß, ob sie überhaupt Erwähnung finden sollten; kommt mir rückblickend alles so lachhaft vor, sorry, bin aber auch echt todtraurig. Ich habe ganz vergessen, die Milchpumpe zu erwähnen, die ich mir auf Rezept geholt habe: ich sollte nach dem Stillen abpumpen und kam und komme auf maximal 30 ml aus beiden Seiten - liegt das letzte Stillen länger zurück, war mein Maximum auch nur 40 ml. Auf den Tipp meiner Hebamme hin habe ich dann als der Kleine 4 Wochen alt war mit dem zufüttern über das BES angefangen, 60 ml pro Mahlzeit, jedoch nicht zu jedem Stillen und später haben mein Freund und ich eigenmächtig auf 90 ml gesteigert, was sich dann im Durchschnitt auf 270 ml aus 3 Mahlzeiten „Frühstück Mittagessen Abendessen“ belief. Wir haben zu keinem Zeitpunkt mehr als 300 ml zugefüttert. Im Alter von 6 Wochen habe ich dann eine Stillberaterin IBCLC zu uns kommen lassen, die sich Anlegetechnik, Zungenbändchen und unsere Zufütterung mit dem BES angesehen und für ok befunden hat und hat zu Brustmassage und Powerpumpen geraten. Dazu komme ich aktuell nun gar nicht mehr, weil sich der Kleine momentan wieder kaum ablegen lässt und tagsüber außer beim Laufen in der Trage nicht schläft. Davon abgesehen, fand ich vom zeitlichen Unterbringen und vom Outcome das normale Pumpen von 15 Minuten besser zu handeln geschweige denn überhaupt irgendwie umzusetzen. Davon ab hat sie Bockshornklee in höherer Dosierung als 330 mg je Kapsel empfohlen, seitdem nehme ich welche mit 500, 3x3 täglich. Von Domperidon hat sie mir berichtet, was ich mir organisiert habe und laut der Empfehlung des Embryotoxologischen Instituts Berlin 3 mal 10 mg nehme, wobei ich die Mengen, zu denen Dr. Jack Newman rät kenne und ich, um mich dem und dem was ich von Frauen, die damit Erfolg hatten, in Foren lese, anzunähern, nun auf 3 mal 20 mg erhöhe, um irgendwo „dazwischen“ zu liegen. Zu Dr. Newman fand ich erst vor kurzem über eine Verlinkung hier zur Saugtechnik bei Babies in Videos auf der Seite des International Breastfeeding Centre in Kanada. Es waren diese Videos von „sehr gut“ und „gut“ saugenden Babies, die etwas in mir ausgelöst haben zu denken, ich könne es schaffen mit dem vollstillen bzw dass ich der Meinung war (bin? Ich weiß im Moment einfach gar nichts mehr), dass mein Baby auch nicht viel anders saugen würde als die im Video gezeigten Babies und keinesfalls nur nuckelt und wenn er nicht nach jeder Saugbewegung schluckt, sondern nach drei, so what?? In meinem Wahn, nichts anderes mehr als die Probleme der Frauen mit dem Wunsch nach Prereduktion und deren Erfolgsgeschichten in mich aufzusaugen, habe ich angefangen vergangene Woche die Premenge zu reduzieren, zurück von 90 ml Zufüttermahlzeit über BES zu 60 ml und habe gestillt wie eine Wahnsinnige, mein high war 14 mal am Tag, weil ich mir dachte ok, dann heißt es eben anlegen anlegen anlegen und dann sei es so. Ich habe zeitgleich noch ausgerechnet Vasospasmus bei mir festgestellt, nachdem ich erst nicht wusste, was die weißen Brustwarzen sollen und warum ich wie Nadelstiche in den Brüsten spüre. Das Stillen ist nun auch echt schmerzhaft dadurch geworden. Habe eine „Schocktherapie“ nach Rezept meiner Hebamme durch, hochdosiertes Kalzium, Magnesium (Verhältnis 2:1) und Vitamin B6 für 3 Tage, im Anschluss nur noch 400 mg Magnesium, geholfen hat es zwar kurzfristig, aber tut nun wieder sehr weh. Praktiziert habe ich den Versuch des Vollstillens ein Wochenende lang, Samstag und Sonntag, nachdem gegen Ende der vorangegangenen Woche die Reduktion der Pre quasi zum Selbstläufer wurde durch häufigeres anlegen und dadurch, dass er nach dem Stillen zufrieden gewirkt hat, so dass ich gar keinen Zeitpunkt mehr bestimmen konnte, nach welchem stillen ich ihm eigentlich noch die Pre hätte hinterhergeben sollen. Am Montag nach dem exzessiven und ausschließlichen Stillwochenende habe ich ihn zum ersten Mal daheim auf unserer Babywaage gewogen und musste feststellen, dass er im Vergleich zu 7 Tagen davor nicht zugenommen hatte, kein bisschen, sondern Stagnation. Den Tag darauf eine Zunahme von 50 Gramm und ein Versuch nochmal, ob es reicht, den Tag ausschließlich zu stillen (ob das schon grob fahrlässig war? Ich bin mich nur am zermartern) und am Tag darauf eine Zunahme von 30 Gramm und nochmal dem Glauben hingegeben ich könne nur stillen, aber doch extrem verunsichert wegen den Minischritten an Zunahme und vorallem der vorangegangenen Stagnation in 7 Tagen und so habe ich Pre angeboten, von der er nur 15 ml lustlos getrunken hat und mir Idiot ging es runter wie Öl. Am nächsten Tag habe ich allerdings wieder -40 Gramm gewogen, was ich auch meiner Hebamme per sms mitgeteilt habe und sie mir wieder zum zufüttern riet. Vorallem, da ich ihr auch berichtet habe, dass mir bei EINER Windel (der ersten an diesem Tag) der grund-ockerfarbene Stuhl von der Tendenz her zu grünlich erschien, sie nur leider keine Bilder auf ihrem Handy abrufen kann. Der Begriff „Hungerstuhl“ war gefallen - wie schon gesagt per Ferndiagnose - und bei mir waren die Nerven natürlich wieder runter. Wobei - im Grunde hab ich irgendwie auch einfach keine Kraft mehr zum Nerven unten haben und bin eher gerade nur noch ermattet. Ich weiß nun gar nichts mehr - ob ich nie meinem selbst generierten Irrglauben nach ein paar Baby-trinkt-gut-Baby-trinkt-schlecht-Videos und der Annahme ich würde gar nicht mal so viel Prenahrung zufüttern hätte aufsitzen dürfen oder ob es gar niemals so abwegig war, dass ich in der Lage zum vollstillen bin. Ich bin komplett verunsichert und hin und hergerissen. Wenn ich mit der Lösung lebe, ihm etwas zuzufüttern, weiß ich allerdings mittlerweile überhaupt nicht mehr wieviel das sein soll, wenn ich im Rahmen meiner Möglichkeiten stillen will, was ich unbedingt möchte, weil es mir sehr wichtig ist. So wichtig, dass ich mich seit 10 Wochen zermürbe und kaum die schönen Seiten am Mamadasein genießen kann und die ersten fast 3 Monate nun an mir vorbeigezogen sind und sie mir niemand zurückgeben kann, um im Nachhinein das beste draus zu machen und das Schöne zu sehen anstatt so verkopft und verkrampft zu sein. Aktuell ist der Kleine wieder sehr motzig, schläft tagsüber nicht und lässt sich kaum ablegen, was ich nicht weiß, ob ich es dem wir-stillen-nun-voll-obwohl-wirs-wahrscheinlich-überhaupt-nicht-können Versuch zu verdanken habe und mein Alltag scheint kaum zu bewältigen, die eigene Nahrungsaufnahme und eine Dusche erscheinen kaum realisierbar. Ich habe mich nun durchgerungen und habe tatsächlich hier geschrieben, ich wäre euch so dankbar, wenn uns jemand unter die Arme greifen könnte. Liebe Grüße und sorry für den langen Text.