Genderneutrale Kleidung
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Carlotta
- alter SuT-Hase
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Re: Genderneutrale Kleidung
Also meine beiden nicht - natürlich wissen sie Fass rosa mehr Mädchen mögen als jungs, aber sie wissen dass jeder alles nutzen kann und mein Mann trägt auch rosa. Und sie kämen nie auf dir Idee zu sahen normale Hammer sind für Männer (und dann noch mit dem Zusatz "für die normalen" und rosa für dir Minderheit Frauen. So abstrakt denkt mein dreijähriger nicht, wäre aber aus dem Häuschen einen in lila zu bekommen 
Carlotta mit Räubertochter 2/12 und kleinem Schatz 12/14
Don't let perfect be the enemy of good!
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Lösche Benutzer 17612
Re: Genderneutrale Kleidung
Etwas OT natürlich aber:
In meinem Umfeld ist es so, dass ein Großteil der Frauen weder einen Nagel in die Wand haut, noch weiß wie man die Heizkörper entlüftet, die ausgefallene Heizung wieder zum Laufen bekommt, sich im Sicherungskasten auskennt wenn eine Sicherung rausfliegt, den Ölstand und Reifendruck am Auto kontrollieren kann oder gar die Reifen an ihrem Auto wechselt. "Dafür hab ich ja einen Mann". Von den körperlich anstrengenden Dingen rede ich noch nicht mal ( wobei ich da auch schnell an meine Grenzen komme. Mein Mann ist immer extrem genervt wenn er mit mir Möbel, Holz oder Sandsteingewände durch die Gegend tragen muss uns ich ständig schlappmache...).
Die Männer dazu können zumindest leidlich kochen und putzen, auch wenn es nicht dem Standard entspricht dem sich die entsprechenden Frauen verschrieben haben. Insofern bin bin ich hier bei Carlotta: mich irritiert weniger der Genderquatsch mit Farben, Helden und Co sondern das was -leider oft wir Frauen- vorleben.
Ich kann schlecht meiner Tochter vorleben dass sie ALLES tun kann was ein Mann tun kann und sie selbstverständlich auch Maschinenbau studieren kann, wenn ich- die das Rollenbild der Frau für sie verkörpert- eben nur das tue was dem Standardklischee der Frau entspricht: Kinder erziehen, Kochen, Putzen. Da bringt es auch nix, wenn ich meiner Tochter nix rosanes anziehe.
Jungs haben es da vielleicht einfacher, weil viele Eltern darauf achten ihren Söhnen ebenso kochen, putzen und Co beizubringen.
Die Mädchen aus der Nachbarschaft bringen ihre Fahrräder zu meinem Sohn, wenn die Luft vom Reifen ist oder die Kette geölt werden muss....klar ist das süß und mein Sohn wird von den Mamas dafür gelobt dass er ein "richtiger Gentleman " ist. Ich persönlich denke aber den Mädels wäre eher geholfen, wenn Mama mit ihnen die Kette kontrolliert und sich ggf. zeigen lässt wie man das Ganze wechselt und einstellt.
In meinem Umfeld ist es so, dass ein Großteil der Frauen weder einen Nagel in die Wand haut, noch weiß wie man die Heizkörper entlüftet, die ausgefallene Heizung wieder zum Laufen bekommt, sich im Sicherungskasten auskennt wenn eine Sicherung rausfliegt, den Ölstand und Reifendruck am Auto kontrollieren kann oder gar die Reifen an ihrem Auto wechselt. "Dafür hab ich ja einen Mann". Von den körperlich anstrengenden Dingen rede ich noch nicht mal ( wobei ich da auch schnell an meine Grenzen komme. Mein Mann ist immer extrem genervt wenn er mit mir Möbel, Holz oder Sandsteingewände durch die Gegend tragen muss uns ich ständig schlappmache...).
Die Männer dazu können zumindest leidlich kochen und putzen, auch wenn es nicht dem Standard entspricht dem sich die entsprechenden Frauen verschrieben haben. Insofern bin bin ich hier bei Carlotta: mich irritiert weniger der Genderquatsch mit Farben, Helden und Co sondern das was -leider oft wir Frauen- vorleben.
Ich kann schlecht meiner Tochter vorleben dass sie ALLES tun kann was ein Mann tun kann und sie selbstverständlich auch Maschinenbau studieren kann, wenn ich- die das Rollenbild der Frau für sie verkörpert- eben nur das tue was dem Standardklischee der Frau entspricht: Kinder erziehen, Kochen, Putzen. Da bringt es auch nix, wenn ich meiner Tochter nix rosanes anziehe.
Jungs haben es da vielleicht einfacher, weil viele Eltern darauf achten ihren Söhnen ebenso kochen, putzen und Co beizubringen.
Die Mädchen aus der Nachbarschaft bringen ihre Fahrräder zu meinem Sohn, wenn die Luft vom Reifen ist oder die Kette geölt werden muss....klar ist das süß und mein Sohn wird von den Mamas dafür gelobt dass er ein "richtiger Gentleman " ist. Ich persönlich denke aber den Mädels wäre eher geholfen, wenn Mama mit ihnen die Kette kontrolliert und sich ggf. zeigen lässt wie man das Ganze wechselt und einstellt.
- Larala
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Re: Genderneutrale Kleidung
Das eine tun und das andere nicht lassen. Klar ist wichtig, was man selbst vorlebt, aber Werbung hat eben auch einen großen Einflusss auf die Weltsicht von Kindern. Und nicht nur von Kindern. Werbung funktioniert ja deshalb so gut, weil wir gar nicht merken, was für Botschaften uns da ständig untergejubelt werden. "Fertigerichte sind lecker und gesund", "Körperbehaarung ist hässlich", "jederzeit erreichbar sein ist erstrebenswert" etc. Da fallen die Gendermarketing-Botschaften fast gar nicht mehr auf: "Männer sind stark", "Frauen wollen schön sein" etc.
Das Problem mit dem rosa Hammer, dem rosa Globus und anderen Produkten dieser Art ist dass sie eben für Frauen bzw. Männer beworben werden und damit so eine Botschaft übermittelt wird. Es gibt genauso z.B. auch Männer-Kochbücher - nicht, weil Männer vielleicht zu Hause nicht kochen gelernt haben und deshalb ein Kochbuch bräuchten, sondern weil Kochen ja Frauensache ist und Männer nur mit diesem extra-männlichen Kochbuch kochen können, weil ihnen sonst der Penis schrumpfen könnte.
Der Frauen-Hammer suggeriert, dass Frauen mit einem normalen Hammer nicht umgehen können. Wenn das Ziel einfach nur wäre das Farbsortiment von Werkzeug zu erweitern, könnte man ja mit "der farbige Hammer für Kreative" oder so werben, und es könnte mehr als nur eine alternative Farbe geben. Ist aber eben nicht das Ziel.
Es gibt ein tolles Youtube-Video, in dem ein kleines Mädchen sich über Gendermarketing bei Spielzeug aufregt und das Problem dabei wunderbar erklärt (ist allerdings auf Englisch): https://www.youtube.com/watch?v=srnaXW9 ... nFN1c_xGXr
Das Problem mit dem rosa Hammer, dem rosa Globus und anderen Produkten dieser Art ist dass sie eben für Frauen bzw. Männer beworben werden und damit so eine Botschaft übermittelt wird. Es gibt genauso z.B. auch Männer-Kochbücher - nicht, weil Männer vielleicht zu Hause nicht kochen gelernt haben und deshalb ein Kochbuch bräuchten, sondern weil Kochen ja Frauensache ist und Männer nur mit diesem extra-männlichen Kochbuch kochen können, weil ihnen sonst der Penis schrumpfen könnte.
Der Frauen-Hammer suggeriert, dass Frauen mit einem normalen Hammer nicht umgehen können. Wenn das Ziel einfach nur wäre das Farbsortiment von Werkzeug zu erweitern, könnte man ja mit "der farbige Hammer für Kreative" oder so werben, und es könnte mehr als nur eine alternative Farbe geben. Ist aber eben nicht das Ziel.
Es gibt ein tolles Youtube-Video, in dem ein kleines Mädchen sich über Gendermarketing bei Spielzeug aufregt und das Problem dabei wunderbar erklärt (ist allerdings auf Englisch): https://www.youtube.com/watch?v=srnaXW9 ... nFN1c_xGXr
mit der Ritterin vom "Ni" 5/17
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Lösche Benutzer 20453
Re: Genderneutrale Kleidung
Gut formuliert, Larala.
Ellen, du hast natürlich auch recht mit dem, was du schreibst. Ich ärgere mich schwarz darüber, was ich alles an handwerklichen Tätigkeiten nicht kann oder an technischen Dingen nicht verstehe. Ich ärgere mich aber genauso darüber, dass ich nicht nähen kann. Irgendwie haben es meine Eltern beide versäumt, mir Praktisches fürs Leben mitzugeben.

Ellen, du hast natürlich auch recht mit dem, was du schreibst. Ich ärgere mich schwarz darüber, was ich alles an handwerklichen Tätigkeiten nicht kann oder an technischen Dingen nicht verstehe. Ich ärgere mich aber genauso darüber, dass ich nicht nähen kann. Irgendwie haben es meine Eltern beide versäumt, mir Praktisches fürs Leben mitzugeben.
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Elena
- Miss SuTiversum
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- Registriert: 05.08.2009, 17:08
Re: Genderneutrale Kleidung
Aber handwerklich kann man meist doch mehr, als man denkt. Ich werkele nicht besonders gern (die Sägen sind mir zu laut, der Werkzeugkeller zu unaufgeräumt, die richtigen Schrauben muss ich immer erst suchen, für Sachen an der Decke muss ich mir eine Leiter holen...), aber manchmal ist es ganz gut, wenn man mal dazu gezwungen ist. Neulich streikte unsere Waschmaschine und zeigte einen komischen Error-Code an, als mein Mann gerade auf Geschäftsreise war. Ich wusste, dass mein Mann dasselbe Problem schon mal mit Hilfe von Youtube-Videos behoben hatte, und habe mich an die Arbeit gemacht. Das Gute ist: Heutzutage kann man praktisch jeden Error-Code googeln und sich dann anschauen, wie man die Trommel entleert und das Pumpensieb reinigt. Das kann Frau wie Mann dann auch, wenn sie/er null Ahnung von Waschmaschinen hat. Ich wette, es gibt auch unzählige Youtube-Videos und Anleitungen, die einem andere handwerkliche Tätigkeiten näher bringen. Und dann gilt eigentlich dasselbe fürs Werkeln wie fürs Nähen Einfach mal machen, mehr als schiefgehen kann es nicht, und in jedem Fall ist man hinterher schlauer.
Ich kenne viele Paare, die beide keine Ahnung von handwerklichen Dingen haben. Der Unterschied ist aber, dass die Frau das seelenruhig an den Mann delegiert, während der Mann sich allein aufgrund seines Geschlechts verpflichtet fühlt, das irgendwie hinzukriegen.
Ich kenne viele Paare, die beide keine Ahnung von handwerklichen Dingen haben. Der Unterschied ist aber, dass die Frau das seelenruhig an den Mann delegiert, während der Mann sich allein aufgrund seines Geschlechts verpflichtet fühlt, das irgendwie hinzukriegen.
Hier gehts zu meinen Bewertungen:
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- TuB
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 22.09.2017, 16:41
Re: Genderneutrale Kleidung
Bei uns ist das handwerklich genau andersrum. Mein Mann delegiert da alles an mich. Ich baue alles an Elektrogeräten ein und aus, google Fehlercodes und nehme zur Not auch Wasch- oder Spülmaschine auseinander. Mein Mann steht daneben und reicht mir Werkzeug an (welches ich meistens beschreiben muss und nicht beim Namen nennen kann) oder bespaßt die Maus, damit ich werkeln kann. Daheim hat er das auch so kennengelernt. Seine Mutter hat alles handwerkliche übernommen, der Vater war mehr für das filigrane und künstlerische zuständig. Mein Papa hat darauf bestanden, dass ich Löcher bohren, Nägel in die Wand klopfen und den Umgang mit dem wichtigsten Werkzeugen lerne.
K1 (Januar '17)
K2 (November '19)
K3 (März '22)
K4 (erwartet Juli '26)
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Lösche Benutzer 11664
Re: Genderneutrale Kleidung
Ich schreibe bei sowas einfach die Firmen an, wenn ich mich darüber ärgere. Vor ein paar Monaten habe ich Jako-o geschrieben, wie schade ich es finde, dass es immer weniger neutrale Schnitte gibt (der Krümel trägt gern pink, aber ohne Schmetterlinge, Herzen etc.). Vielleicht bringt es ja was, wenn es mehrere tun, die es stört.
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FCF
- ist nicht mehr wegzudenken
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- Registriert: 27.05.2011, 14:20
- Wohnort: Österreich
Re: Genderneutrale Kleidung
Ich bin grade über einen Artikel hierzu gestolpert:
http://goldener-zaunpfahl.de
Da ist sogar der Rosa Globus mit drin
http://goldener-zaunpfahl.de
Da ist sogar der Rosa Globus mit drin
Liebe Grüße, M. mit großem Erfinder (2007), süßer Maus (2009) und kleiner Prinzessin (2011)
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DolphinFFM
- alter SuT-Hase
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- Registriert: 10.12.2014, 18:06
Re: Genderneutrale Kleidung
Bei den Zahnbürsten frage ich mich - warum kauft ihr dann nicht einfach das Gender-Gegenteil zu eurem Kind? Wenn es dem Kind doch eh egal ist?chennai hat geschrieben: 11.04.2018, 18:21
Um aber auf die Zahnbürstengeschichte zurückzukommen, das hat uns auch schon massiv gestört, dass das neutralste bei den OralB-Bürstenköpfen Micky Maus war. Die mochte aber kein Kind bei uns. Ansonsten hatte man die Wahl zwischen rot/blau Cars oder rosa Disney-Prinzessinnen. Das ist echt gestört, finde ich.
Ich denke schon, das man - wenn man einem Jungen die rosa Prinzessinen-Zahnbürste kauft und dem Mädchen die Blaue vom. Cars - Ihnen auch beibringen kann, das eben alles für alle ist. Und es eben nicht nicht geschlechtspezifisch zuordnet.
Und wenn sie dann eigene Wünsche entwickeln können Sie dan selbst entscheiden und zwar frei.
Meine Große liebt zB Käpt’n Sharky, Feuermann Sam, Autos und Conni. Rosa ist nicht so ihrs, Einhörner auch nicht. Feen und Glitzer schon. Sie hat also durchaus „typisch-Mädchen“ Interessen, aber auch die eher Jungs-bezogenen. Sie rauft auch lieber, baut mit Lego oder mit nem Bagger als mit Puppen zu spielen. Mama, Papa, Baby im Rollenspiel ist aber auch hoch im Kurs.
Die Kleine steht dagegen total auf Puppen, liebt Kleidchen und ich meine auch schon einen Hang zu rosa zu erkennen. Das ist sicher nicht von uns gemacht, sie ist einfach so.
Ich versuche das wirklich einfach nicht zu thematisieren. Es ist doch egal ob ein Mädchen so total typisch Mädchen ist, eher weniger oder total Jungs-mäßig. In aller erster Linie ist sie ein Kind, das seine eigenen Interessen hat. Die Zuordnung dieser Interessen zu „Mädchen“ oder „Junge“ geht doch von der Gesellschaft aus.
Genauso finde ich das es wichtig wäre sich über die Rollenklosvhees zu stellen und das eine Familie die Aufgaben so verteilen kann, wie es am besten zu den Fähigkeiten und Interessen der Mitglieder passt. Wenn das dann das typische Verteilung ist - so what? Wenn das am besten passt, dann ist das so. Wichtig ist dann nur zu sagen, das Mama kocht, weil sie gut kochen kann und es gern tut (und nicht weil sie eine Frau ist) und Papa handwerkelt, weil er das mag und gut kann. Wenn man das so dem Kind erklären kann, kann es später trotz traditionellen Rollenvorbildern später auch darüber stehen und seine Familie so organisieren wie es für sie als Familie am besten passt - und eben auch als Mädchen handwerken oder als Junge kochen.
Die Betonung, das zB „auch“ die Frau anpacken kann oder, wenn man als Frau handwerklich/technisch begabt ist, das als etwas besonderes herauszustellen, bedient mMn ebenfalls die Rollenklischees. Weil man die Ausnahme von der Regel ist, die aber die Regel selbst bestätigt.
... mit den 3 Tigermädchen (02/2014 & 12/2016 & 01/2020)
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Lösche Benutzer 21900
Re: Genderneutrale Kleidung
Genau das! Du hast perfekt in Worte gefasst, was mich daran so stört!DolphinFFM hat geschrieben: 04.05.2018, 16:34
Die Betonung, das zB „auch“ die Frau anpacken kann oder, wenn man als Frau handwerklich/technisch begabt ist, das als etwas besonderes herauszustellen, bedient mMn ebenfalls die Rollenklischees. Weil man die Ausnahme von der Regel ist, die aber die Regel selbst bestätigt.