Wir haben im Team darüber gesprochen, wie das SuT zu diesem Thema und der Art der hier geführten Diskussion steht. Ein Hauptanliegen des SuT war und ist immer das Bereitstellen von Informationen an Hilfesuchende, egal in welchem Forenbereich, aber natürlich vor allem in den Kernthemen. Der freundliche und vor allem respektvolle Umgangston miteinander ist uns dabei immer besonders wichtig, das wisst ihr.
Wichtig im Miteinander ist aber auch immer, den anderen da zu sehen, wo er steht. Aus einigen postings entsteht der Eindruck, dass die Schreibenden genau wissen, was sie an Stelle der Userin in dieser Situation tun würden. Ohne je in ihrer persönlichen Situation gewesen zu sein. Sie mögen ähnliches erlebt haben, aber niemand sonst hat eben ihre Erfahrungen gemacht, ihr Leben gelebt.
Eigene Erfahrungen sind gut, schön und wichtig und es ist toll, wenn man mit ihnen anderen Menschen weiterhelfen kann. Was nicht funktioniert ist aber, zu erwarten dass der andere das so übernehmen kann. Dass er die Dinge genauso sieht. Dass er begeistert auf die eigenen Ideen anspringt.
Wenn jemand um Rat fragt, dann kann es sein, dass die eigenen Ideen, Erfahrungen und Vorstellungen für diesen Menschen gerade oder generell nicht passen. Aus allen möglichen Gründen. Und es kann sein, dass man diesen Menschen dann als anstrengend empfindet, vor allem, wenn das häufiger passiert, weil er einfach nicht auf die doch so vermeintlich einfachen Lösungen anspringen will. Das ist ganz normal, kommt immer wieder vor und ist überhaupt nicht schlimm. Dann kann man sich seinen Teil denken, innerlich mit den Augen rollen oder genervt seufzen, nicht mehr mitlesen, beim nächsten Mal einfach wegklicken und keine Antwort schreiben. Es gibt viele Möglichkeiten und das, ohne den anderen zu verletzen. Man kann durchaus auch schreiben, was man empfindet: Ich bin raus, weil ich hier überfordert bin/ auch nicht mehr weiter weiß/ mit deiner Art gerade nicht gut zurecht komme... whatever.
Einige Postings in diesem Thema in den letzten Tagen waren diesbezüglich übergriffig formuliert. Rat- Schläge im Wortsinn. Jemand der Rat sucht, der muss nicht zwingend nur mal lockerer werden und dann wird alles ganz einfach. So entsteht eine Stimmung, das ist hier auch ganz klar zu sehen und die Gereiztheit gegenüber dem Ratsuchenden steigt. Und die Hemmschwelle Dinge zu schreiben, die man sonst vielleicht nicht schreiben würde, die sinkt.
Es ist auch nicht Sache der UserInnen, andere darum zu bitten, doch bitte nur einen Thread zu nutzen, weil ansonsten die eigene Forennutzung verleidet wird.
Es gibt immer mal wieder UserInnen, die in mehreren Threads 'jammern', Hilfe suchen, berichten. Wer soll denn da entscheiden, wer mehr als einen haben darf? Und wer nicht?
Genauso gibt es immer UserInnen, die man gut lesen kann, mit denen man sich verbunden fühlt und solche, deren Art Hilfe zu suchen, einen selber nervt, weil die Unterschiede so groß sind.
Es gibt UserInnen, die sind ungemein reflektiert und offen, andere tun sich außerordentlich schwer. Wie das immer so ist bei Menschen, die in Gruppen aufeinander treffen.
Das SuT soll, optimalerweise, ein Ort sein, an dem sich möglichst alle NutzerInnen wohl fühlen. Dazu braucht es Respekt vor dem anderen. Nicht nur vor dem, der meinen Rat annehmen will. Sondern auch vor dem, der es nicht kann oder will. Und natürlich auch dem gegenüber, der Rat geben möchte.
Wir sind hier so ein kunterbunter Haufen

und man muss nicht jeden mögen/ verstehen können. Oder ihm helfen. Weil das schlicht unmöglich ist. Manchen Menschen kann man vermeintlich nicht helfen, weil die Welten zuweit auseinander liegen. Einem anderen gelingt das dann womöglich mühelos. Oder auch nicht. Darauf haben wir eh keinen Einfluss.
Wenn es also Themen gibt, die euch besonders nahe gehen, die triggern oder überfordern- oder auch nerven - dann muss niemand dort lesen oder gar schreiben. Niemand muss sich das SuT vermiesen lassen. Ein bisschen eigene Abgrenzung hilft oft schon weiter.