Ich hoffe, es ist ok, wenn ich mich nach dem Vorstellungspost gleich hier rein stürze mit meiner Frage.
Zuerst einmal kurz zu meiner Situation: ich habe vor etwa 9 1/2 Wochen mein süßes Zwillingspärchen entbunden per Kaiserschnitt (leider
Im Krankenhaus nahmen meine Kinder jeweils über 200 g ab, sie kamen aber immerhin mit 2870 g (Junge) und 2970 g (Mädchen) zur Welt. Als wir nach Hause gingen, hatte das Mädchen 20 g zur letzten Messung zugenommen und der Junge blieb gleich. Aber daheim ging es nicht wirklich aufwärts. M. nahm zwar erst einmal gut zu, verlor dann aber die Hälfte des zugelegten Gewichts wieder und so ging es hin und her. P. nahm zwar kontinuierlich zu, aber viel zu wenig, lediglich 20 bis 30 g in der Woche. Am Ende der zweiten Lebenswoche waren beide noch ein gutes Stück entfernt von ihrem Geburtsgewicht. Meine Hebamme riet mir, ein Stilltagebuch zu führen, in dem ich eintrage, wenn ich wann gestillt und wie viel ich zugefüttert habe. Das hab ich getan und ich begann im Zuge dessen, mehr zuzufüttern, da ich da wenigstens die Kontrolle darüber hatte, wie viel die beiden jetzt getrunken hatten. Die schlechte Gewichtszunahme der beiden machte mich ziemlich fertig. In der dritten Woche war meine Hebamme dann im Urlaub, aber glücklicherweise kam es so, wie wir alle gehofft hatten, und die beiden legten auf einmal ordentlich zu, 400 g in einer Woche. Seither kann ich mich wirklich nicht beschweren über die Zunahme, sie liegt bei beiden konstant bei 300-400 g in der Woche, sodass jetzt beide auch über 5 kg wiegen, wobei M. mit großen Schritten auf die 6 kg zugeht (ja, ich gebs zu, nach den ersten Wochen des Bangens bin ich mordsstolz darüber). Die Gewichtszunahme ist also Gott sei Dank erst einmal kein Problem mehr. Ich habe dann auch recht bald aufgehört, das Stilltagebuch zu führen, da ich es nur noch lästig fand.
Bereits im Krankenhaus wurde mir zu einer elektrischen Milchpumpe geraten, die ich mir auch in der Apotheke auslieh, die aber mehr verstaubt, als dass sie genutzt wird. Ich gebe meine Milch einfach lieber direkt an meine Kinder, die glücklicherweise an keiner Saugverwirrung leiden (auch wenn man das bei M. manchmal glauben konnte ...). Dieses Abpumpen und dann mit der Flasche füttern erscheint mir sinnlos bei den beiden, da sie selbst besser die Milch rausbekommen als es die Pumpe je könnte. Die Pumpe zur Milchbildungsanregung zu verwenden finde ich irgendwie seltsam, bzw. bin mir nicht sicher, ob das was bringt.
Nun bin ich über das Brusternährungsset gestolpert und wollte daher mal fragen, ob sich so etwas lohnt, um die Milchbildung zu steigern und falls ja, wie man das am besten macht. Eines meiner Probleme ist leider auch die Zeit .. und auch die Kraft. Mein Mann steckt momentan mitten in Referendariat und kann mir nur wenig helfen. In Gegenteil, teilweise helfe ich ihm irgendwie, weil er so viel zu tun hat und zum Teil nicht hinterherkommt. Ich würde mich sehr gerne einfach mal ein paar Tage nur ins Bett kuscheln und stillen, aber das ist einfach nicht drin. Der Haushalt läuft schon nur auf dem allernötigsten. Mit Schreibaby und zweitem Baby, das in den letzten zwei Wochen aber auch immer herausfordernder wird, fehlt mir oft die Zeit, um mal was zu essen oder um aufs Klo zu gehen. Teilweise musste ich - für mich der Horror - einen oder beide mal schreien lassen für einige Minuten, weil ich wirklich dringend aufs Klo musste oder auch mal was essen. Es ist unglaublich, wie ewig es einem vorkommen kann, sich auch nur schnell ein Brot zu schmieren. Ich weiß, ich trinke auch zu wenig und es wundert mich ein bisschen, dass mein Körper überhaupt noch Milch produzieren kann. Ich hab auch ziemlich abgenommen und wiege inzwischen 6 kg weniger als vor der Schwangerschaft. Ich will hier nicht jammern, ich will nur auf eine hinaus: eine disziplinierte Steigerung der Milchmenge ist leider nicht drin. Die Betonung liegt hier auf diszipliniert. Mir fehlt die Kraft für Disziplin. Wie gesagt - kein Jammern, nur nüchterne Feststellung! Ein Stilltagebuch werde ich also nicht mehr führen und ich werde auch nicht nach festen Zeiten füttern (davon halte ich aber ehrlich gesagt in dem Alter eh nichts).
Die Zwillinge haben etwa alle zwei Stunden Hunger. Manchmal kommen sie auch jede Stunde, manchmal schläft das Mädchen auch mal drei Stunden am Stück. Es ist schwer vorherzusehen. Manchmal wissen meine Brüste aber auch vor mir und ihnen Bescheid und dann lege ich testweise an und das sind dann die schönsten Stillmomente für mich, da sie zufrieden trinken (sind nicht zu hungrig) und ich sie auch satt kriege. Deswegen glaube ich, dass ein Brusternährungsset mir evtl gute Dienste leisten könnte. Ich spüre inzwischen oft bevor sie quengeln, dass Hunger ansteht und mit genügend Milch könnte ich, solange nicht beide hungern, dann entspannt stillen. Und wenn es auf Dauer die Milchmenge steigert, dann könnte ich doch so auf lange Sicht mehr Muttermilch stillen und weniger Pre zufüttern, oder? Und das ohne allzu großen Mehraufwand, oder stell ich mir das gerade zu rosig vor?
Sorry, dass das so ein langer Text wurde, ich neige dazu, immer viel zu schreiben und ich wollte irgendwie alles Infos auch unterbringen, die vielleicht von Belang sein könnten
Vielen Dank schon mal im voraus euch allen!
Liebe Grüße
Julia