regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

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Lösche Benutzer 22277

Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Es gibt öfters Frauen, die wegen des Wiedereinstieges in den Beruf abstillen. Erlebe ich teilweise auch im näheren Umfeld. Dass man Beruf und LZS kombinieren kann, ist für uns hier hoffentlich klar, aber oft genug wird das anders gesehen und anders gelebt.
In Ländern, wo es nur kurze Mutterschutzfristen oder keine längere bezahlte Elternzeit gibt (USA bspw.), wird nachweislich im Schnitt kürzer gestillt.
Mondenkind
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Mondenkind »

Ein niedriger Sozialstatus ist nachgewiesenermaßen ein Risikofaktor für "Nicht stillen", da gibts Studien zu. Natürlich heißt das nicht, dass alle Lehrerinnen stillen und Hartz-4-Empfängerinnen nie stillen.

Und frühe Fremdbetreuung ist ein Faktor, der frühes Abstillen begünstigt, auch das ist nachgewiesen. Nichtsdestotrotz geht auch beides.

Ich glaube, dass hat hier auch keine irgendwie böse gemeint.

Liebe Grüße, Mondenkind, Modteam Stillberatung
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Totoli
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Totoli »

Wisst ihr, letztlich empfinde ich es so, dass wir jetzt in ein Klassendenken abdriften und das ist doch für alle auf irgendeiner Basis verletzend. Ich z.b. Hatte nach dem Examen die Möglichkeit Medizin zu studieren, ( Jahrgangsbeste und Professor als Fürsprecher) , ich habe es aus mehreren Gründen abgelehnt und bin arbeiten gegangen. Mein großer musste mit 8 Monaten in die Fremdbetreuung, weil er als Üei nunmal kurz vor den Prüfungen kam, sodass ich mit der Ausbildung ein Jahr pausierte und als er 8 Monate alt war in die Prüfungsvorbereitung einstieg, das war aus mehreren Gründen eine harte Zeit und mit ein Grund, warum ich nur ein Jahr stillte und er als sehr schlechter Esser eben noch kuhmilchpulver bekam, was seiner Neurodermitis wiederum nicht gut tat. Was ich sagen möchte, für alles gibt es Gründe und es war für dich gewiss auch hart dein Baby so früh dem Papa zu geben, für mich war die Frendbetreuung so früh, auch wenn es eine sehr liebe tagesmutti war, auf jeden Fall, wir hatten leider keine andere Möglichkeit. Und so gibt es eben auch Gründe warum die Frauen hier in meiner Gegend so wenig bis gar nicht stillen und ich finde, da müsste eine Menge getan werden, dass die Ammenmärchen manch einer Mütter und Großmuttergeneration oder falschinformationen aus dem " stillfreundlichem Kh" keinen Nährboden finden.

Letztlich habe ich nach regionalen unterschieden gefragt, weil es mich wirklich interessiert, vielleicht habe ich bisher in meiner Stadt auch nur die "falschen" Mütter getroffen, es gibt sie hier auch gewiss, die langzeitstillerinnen, ich muss sie nur finden.

Herzliche Grüße
Mit "Toto" (11/16) an der Brust und " Li" (6/11) an der Hand
Lösche Benutzer 22277

Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Es ist als Individuum nicht so einfach, verschiedene Variablen zu identifizieren, die darüber entscheiden, ob im Umfeld gestillt wird und wenn ja, wie lange.

So ist die Einstellung des Partners ein starker Prädiktor dafür, ob eine Frau stillt oder nicht. Sieht man von außen wohl eher nicht.
Oder die Stillerfahrung der eigenen Mutter, auch das können wir von außen meist nicht erkennen.

Erst bei größeren Datenmengen kann man Aussagen treffen im Sinne von "höhere Bildung steigert die Stillwahrscheinlichkeit". Nennt sich das Gesetz der großen Zahlen...

Weiterer Faktor: Das Umfeld, mit dem man sich umgibt, ist oft vorselektiert. Gehe ich zum Stilltreff, lerne ich eher Frauen kennen, die lange stillen. Und über diese Frauen mache ich vielleicht die Bekanntschaft weiterer Frauen, die in dem Punkt ähnlich ticken.
Ich könnte hier in meinem Stadtteil sicher Frauen kennen lernen, die einen völlig anderen Lebensstil haben als ich... Tue ich aber nicht, weil ich meine Kontakte über andere Pfade generiere. Daher könnte ich nicht zuverlässig aussagen, ob und wie lange Mütter in meiner Stadt so stillen...

Kurz gesagt, jede von uns sieht nur einen winzigen Ausschnitt der Realität.
glückskind
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von glückskind »

Totoli, aus zuverlässiger quelle: es gibt auch in deiner gegend frauen, die länger als 6monate voll stillen ;)
Ich denke auch, es hängt einfach von zu vielen Faktoren ab, nicht nur bildungsniveau oder ost/West hintergrund.

Wir kannten vor unserer ersten nur ein paar mit kind (ern), da hat das für uns aber noch gar keine Rolle gespielt. Wir sind so bauchmenschen, gefühlsmenschen. Da War klar, dass ein Baby muttermilch bekommt. Für uns beide. Einer von uns hat nicht mal einen schulabschluss, der andere Abi und zwei (eineinhalb) studien.
..mit 3 Kindern 2012 und 2015 und 2018
glückskind
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von glückskind »

glückskind hat geschrieben:Totoli, aus zuverlässiger quelle: es gibt auch in deiner gegend frauen, die länger als 6monate voll stillen ;)
Ich denke auch, es hängt einfach von zu vielen Faktoren ab, nicht nur bildungsniveau oder ost/West hintergrund.

Wir kannten vor unserer ersten tochter nur ein Paar mit kind (ern), da hat das für uns aber noch gar keine Rolle gespielt. Wir sind so bauchmenschen, gefühlsmenschen. Da war klar, dass ein Baby Muttermilch bekommt. Für uns beide. Einer von uns hat nicht mal einen Schulabschluss, der andere Abi und zwei (eineinhalb) studien.
..mit 3 Kindern 2012 und 2015 und 2018
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von delfinstern »

Ländliches nord-ost BaWü:
- viele stillen (wenn überhaupt) nur 3-4 Monate, um dann zügig abzustillen
- "keine /zu wenig Milch" ist eher der Standard mit abstillen nach ca.2-6Wochen. Teilweise auch mit "er/sie mag die Flasche lieber"
- ich kenne nur vereinzelt Leute, die länger als 6 Monate gestillt haben.
Liebe Grüße
Delfin*
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von Lösche Benutzer 20453 »

Raya hat geschrieben:Es ist als Individuum nicht so einfach, verschiedene Variablen zu identifizieren, die darüber entscheiden, ob im Umfeld gestillt wird und wenn ja, wie lange.

[...]

Weiterer Faktor: Das Umfeld, mit dem man sich umgibt, ist oft vorselektiert. Gehe ich zum Stilltreff, lerne ich eher Frauen kennen, die lange stillen. Und über diese Frauen mache ich vielleicht die Bekanntschaft weiterer Frauen, die in dem Punkt ähnlich ticken.
Ich könnte hier in meinem Stadtteil sicher Frauen kennen lernen, die einen völlig anderen Lebensstil haben als ich... Tue ich aber nicht, weil ich meine Kontakte über andere Pfade generiere. Daher könnte ich nicht zuverlässig aussagen, ob und wie lange Mütter in meiner Stadt so stillen...

Kurz gesagt, jede von uns sieht nur einen winzigen Ausschnitt der Realität.
Stimmt. So ist auch meine Aussage zum "akademischen Umfeld" zu verstehen, in dem gefühlt fast zu 100% gestillt wird. Über "nicht-akademische" Milieus wollte ich damit gar kein Aussage treffen - einfach, weil ich das mangels Datenbasis nicht kann.
babette89
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von babette89 »

Auch ich habe das keineswegs böse aufgefasst, aber ich kann diese Beobachtung im Groben bestätigen. Meine Stiefschwester ist dumm wie 3 m Feldweg und hat schon während der Schwangerschaft gesagt, sie stillt nicht, weil "davon kriegt man Hängebrüste!!1" und das Kind bekam dann glaub noch unter einem halben Jahr 1er Milch, die PRE mache sie ja nicht satt, und sie isst ja schon so gut mit, vor allem Kuchen und Erdnussflips (!!!!). Heute ist das Kind 6 Jahre alt und ich habe ein Foto von ihrer Einschulung gesehen, das darauf schließen lässt, dass sie Gewichtsprobleme hat. Aber ist sicher alles genetisch bedingt :lol:

Andersrum: ich bin keine Akademikerin und will LZS. Ich habe Mittlere Reife und eine abgeschlossene Ausbildung, auch wenn Abi und Studium nicht an meinen Fähigkeiten sondern an der Unterstützung meiner Eltern gescheitert sind.

Das sind jetzt nur zwei konträre Beispiele, aber wenn ich mir die Durchmischung unseres GVK so ansehe, deckt sich das mit den von Mondenkind genannten Studien.
mit kleinem Ogermädchen F. :2: (12/16)
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Re: regionale Unterschiede bzgl " Stillbereitschaft "

Beitrag von seelenkind »

Vorselektion des Umfelds: das ist in der Stadt auch schlicht einfacher als auf dem Dorf. Mit meiner Großen war ich im Musikgarten im Hug&Grow, auf Kreuzberger Spielplätzen, in Stillgruppen und wo sich die alternativen Mamas sonst noch so rumgetrieben haben. Jetzt, auf dem Dorf, gibt's keine SuT-Blase, in der man sich vor den "anderen" verstecken könnte :wink:

Vielleicht auch ein Faktor: in Großstädten wie Berlin gibt es viele Geburten, aber auch viele Kliniken, die um diese ganzen Schwangeren konkurrieren. Da muss man was bieten können, und Stillfreundlichkeit ist vielen (werdenden) Müttern wichtig. Auf dem Land müssen die Schwangeren nehmen, was da ist, und die Kliniken haben keinen Konkurrenzdruck (was nicht heißt, dass es auf dem Land gar keine stillfreundlichen Kliniken gibt).
seelenkind mit chaosproduzentin (10/2009) und chaoskeks (10/2016)
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