Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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Glyzinie
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Glyzinie »

Wir haben hier auch gerade den 12-Wochen-Schub. Mein Kleiner schläft zwar allein ein (er ist im Beistellbett und später liege ich dann daneben) und tatsächlich 5-8h dafür dreht er tagsüber am Rad. Gegen morgen kommt er dann stündlich, er verweigert teils die rechte Brust und schreit auch mehr als sonst. Seine Verdauung ist immer noch schlimm. Da ist er dann so abgelenkt, dass gar nichts mehr geht. Wir haben hier eine ganze Batterie an Hilfsmitteln und Medikamenten. Gestern waren wir vorsichtshalber im Krankenhaus zum Anschauen weil er sich nicht mehr eingekriegt hat. Erkältet ist er auch noch leicht.

Einschlafen und lang schlafen hat er ganz von sich aus angefangen. Stillen im Liegen habe ich nie hinbekommen. Wir stehen auf.
Stillen nach Bedarf ist eben Stillen nach Bedarf und nicht rauszögern oder schreien lassen. Das mit dem Schlafen ist auch Charaktersache.

Mein Mantra ist auch immer: Es ist alles nur eine Phase. Allerdings neigt er generell zu Problemen beim Stillen und Verdauen (Frühchen halt).
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IdieNubren
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von IdieNubren »

Für mich klingt das auch ganz normal, lass dir nicht einreden, du würdest das Kind verziehen/verwöhnen. Babys laufen im Steinzeit-Modus, ohne mama in der Nähe würden sie sterben, deswegen ist es ganz Niemal sich immer wieder zu versichern ob diese Nahrung-Liebe-Wärme-Quelle auch noch da ist ;) Falks du gerne liest, ich empfehle "in liebe wachsen" von gonzales, das bestärkt dich im stillen, tragen, Familienbett,...
Ich hab auch ein ca 6 Monate mama gebettetes Kind und hab das beste aus der Zeit gemacht, Fernsehen, lesen, Internet, aufstehen traue ich mich so langsam und sie schläft sogar weiter, alleine und das ohne "training@!
Idie mit (06/16), (04/18) und (09/20)
Lösche Benutzer 22277

Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Lösche Benutzer 22277 »

Meine Tochter ist noch nie alleine eingeschlafen, das möchte ich ehrlich gesagt auch überhaupt nicht forcieren - ich halte es nämlich für ganz normal, dass Babys zum Einschlafen Körperkontakt benötigen. Das ist evolutionär gesehen ein kluges Verhalten, denn so ein Steinzeitbaby wäre schnell tot gewesen, wenn man es alleine weg gelegt hätte.
Ja, es gibt Kinder, die früh alleine einschlafen. Aber die Norm ist das nicht! Weinen lassen würde ich mein Kind auf gar keinen Fall. Die lieben Kleinen verstehen doch noch gar nicht, dass sie in Sicherheit sind in ihrem Bettchen - sondern fühlen sich einsam und verlassen.

Es gibt Studien die zeigen, dass rund zwei Stunden ein natürlicher Stillabstand sind, dazu kommen Phasen mit Clusterfeeding. Ich stille noch jetzt, wo meine Tochter über sieben Monate alt ist, gut 10 bis 12 Mal in 24 Stunden!

Kurz gesagt denke ich, dass Dein Kind völlig normal ist. Einfach weiter nach Bedarf stillen und dem Kind viel Nähe geben (ein Tragetuch wirkt Wunder), nicht auf das blöde Geschwätz von Außenstehenden hören und daran denken, dass bei dem Thema Babyschlaf mitunter gelogen wird, dass die Balken biegen ;-)
Oxymoron
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Oxymoron »

Ich kann mich allen anschließen und finde das total normal. Alles. War bei uns genau so.

Wir würden auch total bequatscht mit solchen Sprüchen. :roll:
Ich bin so froh, dass wir trotzdem unser "AP-Ding" durchgezogen haben.
Unser dauerstillendes, stundenlang getragenes, niemals alleine schlafendes Klebekind ist jetzt 17 Monate alt... und schläft jetzt seit Kurzem selbstbestimmt alleine ein. Hätte so früh damit nicht gerechnet, aber joa. Ebenso stillt er auch nicht mehr (ohne Flasche oder Schnuller zu nehmen - er fordert das Stillen einfach nicht mehr ein). Und er möchte auch nicht mehr stundenlang getragen werden, weil die Welt viel zu spannend ist. Unser Fazit: Man kann Babys nicht verwöhnen und dieses Dauerstillen und "An-den-Eltern-Kleben" ist zeitlich definitiv begrenzt. Und jedes Kind hat da sein eigenes Tempo und ist kompetent im Hinblick auf seine eigene Entwicklung und seine damit verbundenen Bedürfnisse.
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Serafin
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Serafin »

Dein Baby ist völlig normal. Es ist einfach anstrengend. Und klar haben die anderen immer die angenehmeren Babys. Man erhält ja in erster Linie, was gut läuft. Und dein Kind wird noch lange nicht durchschlafen. Bis drei, vier Jahre ist das absolut normal.
Nimm dein Kind mit in dein Bett. Es braucht kein Bettchen. Und du kannst schlafen. selbstständig werden die Kinder, wenn man sie sich in ihrem Tempo entwickeln lässt. Und nicht irgendwas forciert. Selbstständig, also Entwicklung aus sich selbst heraus, wenn man so weit ist und nicht Elternständig oder Gesellschaftsständig, weil Eltern oder die Gesellschaft meint, das Kind muss jetzt das und das können. Und vor allem, alle zum gleichen Zeitpunkt.

Ach ja, rate mal, was mein 16 Monate altes Kind gerade macht :wink: . Zwei Stunden nach dem Einschlafstillen.... Ach ja, ein eigenes Bett hat er auch nicht.
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Glyzinie
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Glyzinie »

Dem kann ich mich nur anschließen. Tagsüber haben wir immer 2h-Abstände und was mir schon alles geraten wurde: Kind ablenken, damit es seltener kommt. Zufüttern (das Angebot reicht und wenn er nicht mehr will, mag er eben nicht. Von mehr übergibt er sich nur), Schnuller, Beikost (sein Interesse daran war sehr gering, aber manche meinen, bei Frühchen müsste man vom realen Alter ausgehen, aber im Kopf sind sie ja nicht so weit), auf Flasche umstellen usw. usw.

Diese Belutschen und Bespielen der Hände ist auch ein ganz wichiger Entwicklungsschritt. Wenn dein Baby in Laune ist, dann leg es mal hin und lass es machen. Die Kleinen brauchen auch nicht dauernd Spielzeug sondern Zeit für sich selbst. Das heißt in dem Alter überhaupt nicht, dass sie Hunger haben. Bald folgen dann auch die Füße.
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Serafin
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Serafin »

Oh, und was denkst du, dass die Flasche ändern würde? Damit kann dein Kind auch nicht allein einschlafen, und 8 Stunden durchschlafen. Damit will es weiterhin auf deinem Arm sein. Du kannst dann aber nicht mehr einschlafstillen oder hast tagsüber beim Stillen auch Mal Pause. Sondern erst mal ein Knatschkind, bis die Flasche fertig ist.

Und auch hier, Kauf dir ein gescheites Tragetuch und geh in eine Trageberatung. Vor allem auf dem Rücken tragen bringt so viel Freiheit!
kleiner Maulwurf 12/15
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Miaui123
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Miaui123 »

Ich bin froh dass ihr alle antwortet, vielen Dank dafür :P
Schön auch mal zu hören, dass ich nicht alleine bin und sich irgendwann mal einiges bessern kann. Außerdem werde ich weiterhin auf meine innere Stimme hören und den Terrorzwerg so lange bei mir liegen lassen bis sie alleine liegen will
Serafin
Miss SuTiversum
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Serafin »

HbUnd was mir noch einfällt:
Überleg mal, wie oft du am Tag schnell Mal was isst oder trinkst. Sicher öfter als 5 Mal am Tag, wie die Flaschenmilch Hersteller der Indern zugestehen. Was ich selbst nicht kann mag ich auch nicht von meinem Kind Verlagen. Zudem muss es sein Gewicht im ersten Jahr auch noch verdreifachen! Ist ja klar, dass es da nachts Nachschub braucht, muss ja schwer arbeiten.
Zudem rein evolutionär betrachtet, nachts hatten die Mütter Zeit, ihre Kinder in Ruhe zu Stillen. Sie waren an einem sicheren Ort, mussten keine Nahrung sammeln, aufpassen, dass sie den Anschluss an die Gruppe nicht verlieren und die älteren Geschwister hüten.
kleiner Maulwurf 12/15
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Oxymoron
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Re: Nicht mehr lange und ich mache aus ihr ein Flaschenkind

Beitrag von Oxymoron »

Jupp, eben, man hat ja auch als Erwachsener ganz individuell Hunger und Durst. Nur weil manche 10 Stunden ohne Nahrung auskommen, heißt das nicht, dass ich das auch kann - ich muss viele kleine Portionen essen und nachts mehrmals trinken... warum soll ein Baby das nicht auch wollen? :)

Wo ich dich gerade lese, Serafin, muss ich an Renz-Polster denken. Meines Erachtens zu solchen Themen auch eine ganz nette Lektüre. (Ich lese meiner Oma gerne Passagen aus dem Buch vor... einem Arzt glaubt man sowas eher als der eigenen Enkelin. :wink: :roll: )
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