Wenn es keinen Bedarf gibt, kann der Thread irgendwann gerne wieder eingestampft werden
Für mich und meinen Sohn (fast 7 Wochen alt) waren die Hütchen der Durchbruch für eine unbeschwerte Stillbeziehung.
Anfangs konnte J. meine BW gar nicht fassen. Jedes Anlegen dauerte bis zu einer halben Stunde (nur das Anlegen! Da hatte er noch keinen Schluck getrunken!). Er wurde hungriger, ich frustrierter und wenn er dann ran ging, war seine Technik so schlecht, dass meine Brustwarzen irgendwann völlig hinüber waren.
Ich hatte mittlerweile Angst vor jedem Stillen, war schrecklich frustriert und nur noch am heulen.
Lange habe ich mich dagegen gewehrt, künstliche Sauger ins Spiel zu bringen, aber meine Hebamme wies mich völlig zurecht darauf hin, dass J. nicht viel saugverwirrter werden kann, als er ohnehin schon ist. In Absprache mit ihr und einer Stillberaterin, bei der ich schon in der Beratung war, habe ich mir Medela-Hütchen in Größe L besorgt.
Zwar wäre eine kleinere Größe für meine Brustwarzen vielleicht passender gewesen, aber die Stillberaterin sagte, ich solle die größten nehmen, damit J. sich daran gewöhnt, den Mund weit auf zu machen. (Sein Problem beim Andocken)
Das Stillen ist seit dem völlig verändert: J. dockt beim ersten Versuch an und trinkt für mich völlig schmerzfrei.
Ich versuche immer mal wieder, ihn auch ohne Hütchen anzulegen, in der Hoffnung, sie vielleicht irgendwann nicht mehr zu brauchen. Er fasst jetzt auch die Brust ganz gut, besonders, wenn er vorher mit Hütchen getrunken hat, aber seine Technik ist noch nicht so besonders und ich habe das Gefühl, dass die Brustwarzen wieder gereizter sind, seit ich mit "nackig" stillen experimentiere.
Tatsächlich habe ich aber auch im Moment keinen Leidensdruck, die Hütchen los zu werden: Er trinkt gut und schmerzfrei, den Brustwarzen geht's gut und er kriegt genug von der reichlich vorhandenen Milch ab. (Meine Hebamme wiegt ihn etwas häufiger als üblich, damit wir nichts übersehen, aber beim letzten Wiegen hat sie schon zwei mal hingeguckt, weil sie es kaum glauben konnte
Von mir aus würde ich also auch anderthalb Jahre mit Hütchen stillen
Allerdings schluckt der Kleine ziemlich viel Luft. Zwischen Brustwarze und Hütchen ist ja immer erst mal Luft, die er einsaugt, bevor die BW bis nach vorne vor gezogen ist. Wir achten daher jetzt ganz penibel aufs rülpsen lassen. Auch wenn's schwer fällt, wenn er friedlich schlafend von der Brust abfällt, aber sonst wacht er schreiend auf, weil er Luft im Bauch und Bauchweh hat.
Umständlich finde ich das Stillen mit den Hütchen kaum. Ich habe mehrere Paare, so dass ich nicht ständig ausspülen/auskochen muss. (Zwischendurch spüle ich die Hütchen auch mal nur heiß aus, mindestens ein mal am Tag werden sie aber ausgekocht.)
Allerdings finde ich es noch schwierig, unterwegs einigermaßen diskret zu stillen, weil ich mich erst auspacken, das Hütchen platzieren und dann Brust samt Hütchen ins Kind bugsieren muss
Was auch etwas nervt ist der Rest Milch, der immer in den Hütchen stehen bleibt, wenn J. abgedockt hat. Da muss ich mit der Spuckwindel schnell sein, damit das nicht ausläuft und mir das T-Shirt tränkt.
Gleiches gilt dafür, wenn er etwas schief dran ist und ihm der Schild vom Hütchen ins Gesicht klappt. Ihn störts anscheinend nicht, aber es läuft dann immer etwas Milch daneben.
Die Aufbewahrungsdosen von Medela finde ich übrigens furchtbar. Ich klemme mir da ständig die Finger oder muss ewig rumfummeln um die Hütchen da passsgenau rein zu kriegen. Ich habe meine jetzt einfach in einer kleinen runden Tupperdose.
Wie geht es euch? Welche Erfahrungen habt ihr mit Stillen mit "Adapter" gemacht? Habt ihr Fragen oder Tipps und Tricks für andere?
Ich freuem mich auf Austausch mit euch
Louet



