Abschied vom Stillen :(

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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sassa90
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Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

Hallo,

ich habe mich hier angemeldet um mich bei jemandem ausheulen zu können.
Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich habe meine Tochter nach 11 Monaten abgestillt, weil ich mir hab einreden lassen, dass es jetzt doch mal reicht und sie es ja nicht mehr braucht. Ein bisschen erleichtert war ich schon meinen Körper wieder für mich zu haben und ich wollte auch für Kind 2 üben. Sie war ein sehr verschmustes Kind und kuschelt immernoch wahnsinnig gern und viel, ich hätte sie locker noch ewig weiterstillen können.
Aber grundsätzlich habe ich es schon bereut, mich von so blöden Argumenten beschwatzen zu lassen, wo ich doch wusste, dass es nicht stimmt. Und so habe ich mir fest vorgenommen, mir beim zweiten Kind nicht reinreden zu lassen und es ganz lange zu stillen. Nun wurde mein Sohn letztes Jahr im April geboren und die Stillbeziehung ist von Anfang an eher schwierig. Er hatte gleich am Anfang riesen Stillabstände von 4-5h, wenn ich ihm früher was anbieten wollte ist er zornig geworden und hat mich angeschrien. Erst wenn er von sich aus Hunger signalisiert hat, hat er auch wirklich getrunken. Er hat damit auch zufriedenstellend zugenommen, daher habe ich es eben hin genommen. Dadurch war nur leider die Milchproduktion nie so berauschend. Über den Sommer hätte ich ihn gerne mehr angelegt, damit er Flüssigkeit bekommt, aber auch das hat er verweigert. Da hatte er auch eine Phase in der er regelmäßig nachts durchgeschlafen hat.
Ein weiteres "Problem" hat im Juni ca angefangen, dass er verweigert im sitzen, also Wiegeposition oder Fußballhaltung, zu trinken. Nur noch im liegen ging. So bald er irgendwie in Stillposition gebracht wurde, hat er gebrüllt wie am Spieß. Ostheopatisch war nix zu finden. Ich habe den Tip meines kompetenten Kinderarztes ignoriert, mich doch nicht so zum Sklaven meines Kindes machen zu lassen und die Flasche zu geben. Dadurch, dass er ja so riesen Abstände hatte, konnte ich trotzdem noch gut unterwegs sein, um mich dann beim nächsten Stillen wieder daheim (oder auch mal im Auto) hinlegen zu können.
Da er sich immer gut entwickelt hat und ein fittes fröhliches Kind ist, habe ich meine Bedenken, ob er denn genug bekommt ignoriert und so weiter gemacht.
Ich hatte mir auch fest vorgenommen, dieses Mal nicht so früh mit der Beikost anzufangen, aber mit 5 Monaten war er nicht mehr davon abzubringen. Er hat sich so gierig und mit Freude auf seinen Brei gestürzt, dass er dann auch keine Brust mehr wollte. Ich habe weiterhin versucht ihm so oft es ging ihm die Brust "aufzuzwingen", aber die Stillmalzeiten haben sich trotzdem recht rasch verringert. Es tut mir schon in der Sehle weh, zu sehen wie begeistert er alles mögliche isst, nur meine Milch nicht.
Seit November hat er Zähne. Jetzt sind es oben und unten zwei. Wenn er keine Lust hat zu trinken, beißt er herzhaft zu.
Die Stillsitution sieht momentan so aus, dass ich beharrlich daran fest halte ihn abends zum einschlafen und nachts zu stillen. Allerdings braucht er es nicht. Wenn ich abends mal nicht da bin, schläft er völlig problemlos ohne Milch bei meinem Mann ein. Mittags ebenso. Wenn er abends noch zu unruhig ist und rumturnt, ich ihn aber an der Brust beruhigen will, beißt er. Und das tut so höllisch weh. Das ist nicht nur ein bisschen geknabbert, sondern mit Kraft. Ich hab schon echt Angst ihn Abends zu stillen, wenn er nicht eh schon fast am einschlafen ist. Dadurch dauert es auch ewig, bis er einen MSR auslösen kann. Locker 3-5 Min. Das dauert ihm dann wieder zu lange, wenn er noch zu fit ist und er hampelt rum. Leider trinkt er tagsüber fast nichts, sonst würde ich glaube ich einfach abstillen. Aber in mir nagt die latente Angst, dass er dehydriert.

Ich weiß jetzt auch nicht, was ich hören möchte. Ist so was normal? Das Stillen stresst mich gerade so sehr, vorallem diese Beißerei. Ich bin so unenspannt, Stillen ist bei ihm nicht schön. Bei meiner Tochter war es wirklich zärtliches kuscheln. Dagegen steht mein ursprünglicher Wunsch lange zu stillen. Er ist so aktiv und ich habe eher das Gefühl, dass ich ihm das Stillen nur noch aufzwinge. Ohne würde er bestimmt durchschlafen.

Danke fürs ausheulen dürfen.
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
sassa90
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass er extrem wenig ausscheidet. Pipi vielleicht 3/4 mal am Tag, Stuhl alle 2/3 Tage immer so Kleckerchen in unterschiedlichen Härtegraden. Die Windel ist nie voll. Ich könnte ihm locker eine Windel über 24h an lassen.

Die Gewichte die ich habe sind:

8.4.3440g (Geburt)
11.4. 3330g (U2 KiA)
12.4. 3550g (Hebamme)
18.4.3600g
25.4. 3860g
3.5 4315g (U3 KiA)
4.8. 6680g (U4)

U5 haben wir leider versemmelt, die U6 will der Arzt wegen der Imfung trotzdem erst mit einem Jahr machen. Jetzt wiegt er ca 8,5kg

Wie schätzt ihr das ein?
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
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Carraluma
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von Carraluma »

Liebe Sarah,
das hört sich sehr anstrengend an. Außer deiner Sorgen um ihn, ist das Beißen für dich das Schlimmste, oder?
Künstliche Sauger wie Schnuller oder auch Trinklernbecher und Co nutzt ihr nicht, oder? Die können wohl bei manchen Kindern das Beißen verschlimmern.
Stillt er nachts im Halbschlaf besser? Oder lässt er sich da auch nicht anlegen?
Ich wünsche dir noch gute Tipps und dass es bald besser wird!
Carraluma mit der großen Tanzmaus (*2012), dem Fußballer (*2016) und der kleinen Tanzmaus (*2019)
sassa90
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

Hallo Carraluma,

das Beißen macht mir Angst vor dem Stillen. Traurig macht mich seine innere Unruhe, dass er das Stillen so gar nicht zu genießen scheint. Aus Sorge irgendwie Flüssigkeit in das Kind zu bekommen trinkt er abwechselnd aus dem Glas, einer N*K-Flasche mit unterschiedlichen Saugern und einer Ave*t-Flache mit diesem Weithals-Sauger. Sobald er längere Zeit eine Trinkform angeboten bekommt, trinkt er nicht mehr. Es scheint, als ob dann das Interesse verliert und nicht aus Durst sondern Neugier trinkt. Das Beißen hat allerdingst erst seit den Zähnen angefangen.
Nachts stillt er 1A.
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von purzel2008 »

Hallo,
Ich kann dir nichts raten, möchte dich aber wissen lassen, dass ich dich gelesen habe.

Meine Kleine ist 2 Monate jünger als Dein Sohn und kann mir noch gar nicht vorstellen, dass sie nicht mehr stillt [emoji53]

Bzgl Beißen kenne ich auch den Rat, alle künstlichen Sauger wegzulassen und das stillen mit klarer Ansage (erstmal) zu beenden.

Alles Gute!
lg von s. mit 05/08, 11/09 und 06/16
sassa90
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

Danke purzel,

ich würde das alles gerne weg lassen, befürchte aber, dass er dann gar nichts mehr trinkt. Er kommt so schon auf max. 40/50 ml...
Ich weiß nicht, wie ich die Situation verbessern könnte/ihn dazu bringen mehr zu trinken...

LG
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
davisalo
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von davisalo »

Och Mensch, das liest sich traurig! Ich bin sicher, eine der Stillberaterinnen meldet sich noch bei Dir und gibt Dir kompetenten Rat.
Mit meinem Laienwissen gesprochen kann ich mir nicht vorstellen, dass Dein Sohn zu wenig trinkt, wenn Du ihm zur Beikost zusätzlich stillfreundlich Flüssigkeit (also Wasser) anbietest. Also ohne alle künstlichen Sauger. Eventuell im Doidy Cup oder in einem normalen Becher.

Ansonsten: Hm, ich habe auch zwei sehr, sehr unterschiedliche Stillkinder: Die Große hätte ihre ersten Jahre, wenn sie gekonnt hätte, ausschließlich an meiner Brust verbracht ... Die Kleine fand dann durchaus auch andere Dinge interessant, hat längst nicht so oft gestillt, mich auch mal abgewiesen, wenn ich fälschlich angenommen hatte, ihr Bedürfnis sei gerade Hunger/Stillen. (Hätte die Kleine nie gemacht :D !) Bei ihr konnte ich irgendwann auch nur noch im Liegen stillen. Und sie war auch ein "Fresskind". Okay, ich habe bei ihr damals die Beikost rausgezögert, bis sie 6 Monate alt war. Aber dann hat sie "gefressen" - alles Mögliche ... Und bald nur noch abends und morgens und nachts gestillt und nur selten zwischendurch. Anderes war interessanter! Dennoch hat sie gestillt, bis sie 4 1/2 Jahre alt war. Und auch da ging der Impuls zum Abstillen ein wenig von mir aus ...
Ist aber blöd, wenn auch da kein Genuss möglich ist.

Wie sieht es denn mit Kuschelzeit in der Badewanne aus? Okay, in dem Alter sind dann durchaus auch schon (andere :lol: ) Spielsachen interessant als Mamas Brust ... Aber vielleicht wäre das ja ein Ort für ihn, die Brust mal wieder zu genießen?

Ansonsten hört es sich für mich ein bisschen nach einem Zirkel an ...: Du bist angespannt, weil Du fürchtest, Kind könnte beißen, weil Du fast Angst vorm Stillen hast. Dadurch kommt die Milch schlecht. - Also eigentlich zwei Dinge, die es aktuell Deinem Sohn erschweren, entspannt das Stillen zu genießen: Er ist ja nicht blöd und merkt, wie es Dir geht! Wie soll er bei Dir entspannen, wenn Du so angespannt bist? Und wie soll er außerdem genießen, wenn die Milch kaum kommt?
Aber ehrlich habe ich gerade auch keine sinnvolle Idee, wie das Ganze zunächst mal für Dich wieder so entspannend werden kann, dass Du nicht nur im Kopf stillen willst und Dich darüber ärgerst, dass es nicht so geht wie bei der Großen, sondern dass Du wirklich die Stillzeit genießen, Dich auf sie freuen kannst!
Denn ich glaube, wenn Du mal wieder so richtig schöne Stillerfahrungen hättest, würdest Du Dich mehr entspannen können, die Milch würde besser fließen und Dein Sohn würde vielleicht auch eher wieder an die Brust gehen. Ohne Beißen ... hoffentlich ...

Sorry, ist absolute Laienmeinung ... Aber ich denke mal, ein Stillprofi hier meldet sich sicherlich bald. Ich wünsche Dir einfach mal, dass Du noch schöne, schöne Stillmomente mit Deinem Sohn erleben darfst!!!! Und dass er wieder erkennt, wie toll die Mama-Milch ist!!!
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
purzel2008
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Re: RE: Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von purzel2008 »

sassa90 hat geschrieben:Danke purzel,

ich würde das alles gerne weg lassen, befürchte aber, dass er dann gar nichts mehr trinkt. Er kommt so schon auf max. 40/50 ml...
Ich weiß nicht, wie ich die Situation verbessern könnte/ihn dazu bringen mehr zu trinken...

LG
Hm, 40 bis 50 ml klingen für mich (Achtung Laienmeinung) jetzt nicht so, als würde etwas dramatisches passieren, wenn man sie weglässt. was isst er denn tagsüber? Eher Brei oder eher feste Kost? Vielleicht hat er gar keinen Bedarf an zusätzlicher Flüssigkeit? Bzw. hätte er die 50ml ja locker wieder drin, wenn er einmal (mehr) entspannt sollen würde.

Ansonsten kann man ja andere Systeme auch jenseits der Sauger suchen: Vielleicht hat er ja Spaß daran Wasser zu löffeln oder aus der Badewanne zu schlürfen? Evtl. wäre ei Strohhalm eine Möglichkeit (da aber mal lieber abwarten was die Stillprofis sagen) ? Oder er trinkt gerne mal aus deiner Tasse?

LG
lg von s. mit 05/08, 11/09 und 06/16
sassa90
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

davisalo hat geschrieben:Ansonsten hört es sich für mich ein bisschen nach einem Zirkel an ...: Du bist angespannt, weil Du fürchtest, Kind könnte beißen, weil Du fast Angst vorm Stillen hast. Dadurch kommt die Milch schlecht. - Also eigentlich zwei Dinge, die es aktuell Deinem Sohn erschweren, entspannt das Stillen zu genießen: Er ist ja nicht blöd und merkt, wie es Dir geht! Wie soll er bei Dir entspannen, wenn Du so angespannt bist? Und wie soll er außerdem genießen, wenn die Milch kaum kommt?
Aber ehrlich habe ich gerade auch keine sinnvolle Idee, wie das Ganze zunächst mal für Dich wieder so entspannend werden kann, dass Du nicht nur im Kopf stillen willst und Dich darüber ärgerst, dass es nicht so geht wie bei der Großen, sondern dass Du wirklich die Stillzeit genießen, Dich auf sie freuen kannst!
Denn ich glaube, wenn Du mal wieder so richtig schöne Stillerfahrungen hättest, würdest Du Dich mehr entspannen können, die Milch würde besser fließen und Dein Sohn würde vielleicht auch eher wieder an die Brust gehen. Ohne Beißen ... hoffentlich ...
Sorry wir waren ein paar Tage spontan verreist.
Genau so ist es. Ich habe das Gefühl, dass mein MSR eh nur sehr schwer auszulösen ist. Ich muss mich extrem darauf konzentrieren tief durchzuatmen und mich zu entspannen. Besonders wenn mein Brustmuskel angespannt ist, läuft nix. Und vor lauter Angst vor dem Beißen, fällt das sehr schwer.

Aber es gibt auch Neuigkeiten:
Letzte Woche ist meine Tochter in Tränen ausgebrochen, dass sie nicht alleine in ihrem Zimmer schlafen möchte und ihr Bruder bei ihr schlafen soll. Da wir/ich schlecht schlafen, wenn ein Kind im Bett liegt und wir ihn so langsam aber sicher an sein eigenes Zimmer gewöhnen wollten, ist er jetzt eben bei seiner Schwester eingezogen.. Finde ich so eh schöner. Jetzt muss ich zwar zum stillen aufstehen und rüber laufen aber es funktioniert echt super. Und er trinkt im sitzen!!!!! :D Nachdem wir 8 Monate nur im sitzen stillen konnten, läufts!!! Ich freu mich so. Und da ich jetzt das nächtliche Stillen überhaupt mitbekomme, kann ich es auch viel mehr genießen. sonst hatte ich ja nur das gezappel abends im Kopf und das nachts war nur im Dämmerzustand. Er hat mich jetzt auch schon ein paar Tage nicht mehr gebissen. Ich kann ihm im Sitzen die Brust auch kontrollierter anbieten und die Anlegetechnik wieder verbessern.

Ich denke so lange mein nun einsetzender Schlafmangel es zulässt, können wir so noch eine Weile weiter stillen :D
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
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Re: Abschied vom Stillen :(

Beitrag von sassa90 »

ich meine natürlich "nur im liegen stillen konnten"
Sarah mit Mäuschen (3/14) und Bärchen (4/16)
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