ich bin noch neu hier und habe mich erst mal durch die Linksammlung gelesen, aber bei mir sind grad so viele kleine Stolpersteine rund ums Stillen, dass ich nicht weiß womit ich anfangen soll
Meine Tochter ist fast 6 Wochen alt und ein richtiger Wonneproppen, hier ihre Gewichtsdaten:
U1, 30.12.16: 3.760 g
U2, 2.1.17: 3.660 g
U3 haben wir morgen
Hebamme, 7.2.17 (=gestern): 5.210 g
Gedeihen ist also kein Problem - sie ist ein aufgewecktes, munteres Kind, hat gerade ihren ersten Entwicklungsschub hinter sich, will viel Nähe und wird viel getragen, wir schlafen im Familienbett, ich stille voll. Sie will alle 3 - 4 Stunden an die Brust, trinkt zügig eine Seite leer und ist dann satt. In der Nacht kommt sie 2 - 3 mal, ich stille sie im Liegen, aber von automatischem Andocken im Halbschlaf sind wir weit entfernt
Unser Stillstart war okay. Sie hat schon im Kreißsaal, 2 Stunden nach der Geburt, das erste mal nach der Brust gesucht, Vormilch hatte ich schon seit dem 5. oder 6. Schwangerschaftsmonat, daher konnte ich sie quasi sofort stillen. Ab da ging es brav im 4-Stunden-Rhythmus weiter, am 3. Tag dann der Milcheinschuss mit geschwollenen Lymphknoten, aber ich konnte sie durchgehend stillen und musste nur 2-3 Mal auf Stillhütchen zurück greifen, wenn die Brustwarzen zu hart waren. Dieses Problem hatte ich nur in der Zeit im KH, seitdem trage ich wieder BHs mit Stilleinlagen, die haben das Problem gelöst. Es sei dazu gesagt, dass ich recht große und schwere Brüste (75 G) mit großen Warzenvorhöfen habe. Das macht es der Kleinen nicht unbedingt einfacher; manchmal zieht die Schwerkraft ihr die Brust wieder aus dem Mund, wenn sie nicht fest genug saugt. Oft passiert das, wenn sie beim Stillen wegnickt oder schon satt ist nur noch nuckelt.
Zugefüttert habe ich ein einziges Mal, als im Alter von 2 Wochen meine Schwester kurz auf sie aufgepasst hat. Nachdem ich noch keine Pumpe hatte, hab ich ihr so fertige Pre-Milch im Tetrapak da gelassen und eine Avent-Flasche mit Naturnah-Sauger, falls die Kleine trotz vorher-Stillen und der Tatsache, dass ich nur 3 Stunden weg sein würde, Hunger bekommen würde. Also eine Notlösung. Die Flasche hat sie genommen, aber nicht viel getrunken. Ähnlich die zwei Versuche, als mein Mann ihr abgepumpte Milch mit der Flasche gegeben hat: sie hat getrunken, aber nicht viel. Wie gesagt, das waren jetzt 3x Flasche in fast 6 Wochen.
Einen Schnuller bekam sie ab einem Alter von 2 Wochen, nur zum Einschlafen, nur wenn gar nichts anderes geholfen hat (z. B. während den Schreikrämpfen beim Entwicklungsschub). Ich würde sagen, der Schnuller ist nicht täglich im Einsatz, und wenn dann bekommt sie ihn nur wenn sie definitiv satt ist zum Einschlafen, dabei wird sie von mir bekuschelt und bekommt so Nähe. "Nur nuckeln" kriegt sie an der Brust irgendwie nicht hin; ich habe sehr viel Milch und als ich versucht habe, das Komfort-Nuckeln an der Brust statt mit Schnuller zu machen, hat das in Überfressen, Bauchweh und Spuckfontänen und ganz viel Gebrüll geendet.
Grundsätzlich muss ich voraus schicken, dass wir mit dem Stillen im Großen und Ganzen klar kommen. Ich bin definitiv nicht kurz vorm Abstillen und genieße es
ABER:
1. Von Anfang an kämpfe ich mit wunden Brustwarzen. Das Anlegen habe ich aber irgendwann raus bekommen, dadurch hat sich das gebessert, schmerzfreies Stillen (bis auf das Andocken) bekomme ich bei 50 - 75 % der Stillmahlzeiten hin. Durch das falsche Anlegen am Anfang habe ich aber eine richtig zerklüftete rechte Brustwarze bekommen mit einem Spalt oben rum und bis zur Seite runter, die ich lange mit allem möglichen behandelt habe: Wollfett, Multi MAM Kompressen, Muttermilch eintrocknen lassen, Stilleinlagen aus Baumwolle/Bambus statt Einmaleinlagen - nur um festzustellen, dass das mit feuchter Wundheilung nichts wird. Ich habe weitergestillt, das leichte Brennen bei jedem Zug der Kleinen war auszuhalten, wenn auch nicht angenehm. Nach 4 Wochen habe ich recherchiert, weil nichts half, und bin auf den Brust-Donut gestoßen. Nachdem ich so viel Milch verliere, wenn ich auf der jeweils anderen Seite stille, war der in kürzester Zeit durchgesuppt. Also habe ich mir in der Apotheke Brustwarzenschoner von Medela besorgt und verwende die regelmäßig. Versuche außerdem oft, oben ohne rumzulaufen bzw. die Brustwarze lange an der frischen Luft zu halten und die Muttermilch nach dem Stillen gut eintrocknen zu lassen. Trotzdem bildet sich natürlich in dem Plastikding warme Feuchtigkeit, also reinige ich die Dinger alle paar Stunden mit kaltem Wasser, dann warmem Wasser mit Seife/Spülmittel, je nach Verfügbarkeit.
Seitdem ich das mache, also seit ca. 1,5 Wochen, heilt die Brustwarze endlich, auch wenn der Spalt noch erkennbar ist. Er war nie blutig, nur offen; nun bildet sich über dem "offenen" Teil endlich neue Haut, das Stillen ist deutlich angenehmer geworden, wenn auch meistens noch nicht schmerzfrei - kam aber durchaus schon vor.
Nun meine 1. Frage: Die Brustwarze mit dem Spalt juckt zwischendurch immer wieder mal. Kein stechender oder brennender Schmerz beim Stillen oder davor oder danach, aber hin und wieder habe ich ein etwas irritierendes Gefühl in der Brustwarze. Kann das Soor sein oder evtl. nur die Wundheilung? Meine Tochter zeigt keine Soor-Symptome, aber ich werde morgen bei der U3 auch die Kinderärztin fragen.
2. Was mich zu dem Soor-Verdacht führt: Ich hatte vor einer Woche einen (selbstdiagnostizierten, ist ja nicht der erste...) Scheidenpilz und habe den mit einer 3-Tages-Kur und Creme behandelt. Auf die Hygiene, verschiedene Handtücher etc. habe ich natürlich geachtet, aber wer weiß welche Wege eine Infektion findet... seit ein paar Tagen trinkt die Kleine an der rechten Brust recht unruhig, trinkt sich erst in 5 - 10 Minuten satt und wo sie normal anfängt zu nuckeln und den letzten Rest rauszusaugen, beginnt sie jetzt zu zappeln, sich mit den Händen von den Brust wegzuschieben, behält die Brustwarze aber im Mund (aua!) und/oder zieht sie über die Kauleiste wieder in den Mund. Meine Vermutung war bisher, dass die Verdauung einsetzt und dabei wird sie immer zappelig. Wenn sie die Brust verliert, will sie aber schon noch nuckeln oder noch etwas weiter trinken, also lasse ich sie teilweise noch ein paar Mal wieder andocken - nur damit sie dann wieder loslässt. Irgendwann setze ich dem ganzen dann immer ein Ende.
Wie soll ich damit umgehen? Soll ich sie bei solchen Aktionen einfach von der Brust nehmen? Wenn sie Hunger hat, kommt sie halt nach 2 Stunden statt nach 4 wieder, für mich kein Problem, aber ich will sie auch nicht hungrig von der Brust nehmen? Kann das ihrem Trinkverhalten schaden?
3. In 2,5 Wochen ist mein Mutterschutz vorbei und ich gehe wieder arbeiten. 5 Tage die Woche, täglich 5 Stunden. In meiner Abwesenheit ist mein Mann bzw. meine Schwiegermutter zu Hause, die dann abgepumpte Milch mit der Flasche geben sollen. Ab wann sollten wir anfangen, die Kleine richtig - und nicht nur notfallmäßig - an die Flasche zu gewöhnen, wie vermeide ich dabei eine Saugverwirrung, und wie kann ich sicherstellen, dass das gut geht?
Anfangs habe ich gesagt "und wenn das nicht hinhaut, dann hab ich zumindest die ersten 2 Monate gestillt" aber mittlerweile liegt mir sehr viel am Stillen; es tut uns gut, es ist sooo praktisch, und ich will nicht nach 2 Monaten abstillen müssen.
4. Tips zum korrekten Anlegen bei großen Brüsten, die oft mehr im Weg sind als hilfreich? Ich muss die Brust außerdem während der kompletten Stillmahlzeit mit einer Hand stützen, sonst verliert meine Tochter die Brustwarze zu schnell. Grad wenn die Brust noch voll und prall ist, hat meine Tochter Probleme beim Andocken und schmatzt beim Saugen, ca. die ersten 2 Minuten bis der Druck weg ist. Ich vermute, dass sie viel Luft mit schluckt, auch wenn sie danach nicht unbedingt ein Bäuerchen macht oder braucht, sie schläft dann oft trotzdem einfach weiter. Nach ein bisschen Gestöhne, Gezappel und einem guten Pups in die Windel. Wie gesagt, sie wird unruhig beim Verdauen.
5. Sie macht den Mund nicht mehr so schön weit auf wie am Anfang. Mein Versuch, den Schnuller weg zu lassen und damit das Problem zu lösen, hat in Geschrei geendet (siehe oben, Komfortnuckeln kriegt sie nicht hin). Zumal wir den Schnuller ja eh in Maßen und maximal 30 Min. am Tag einsetzen. Wie kann ich ihr das wieder angewöhnen? Momentan schleckt sie beim Andocken ein paar mal über die Brustwarze, sucht und sucht und sucht, und ich versuche ihr entgegen zu kommen. Manchmal klappt es gleich, aber nachts im Liegen, wenn ich selber noch etwas schläfrig bin, braucht es dann schon mal ein paar Versuche (30 Sekunden bis 1 Minute?) bis sie mal den Mund aufmacht und ich schnell genug bin, ihr die Brustwarze in den Mund zu schieben. Ist das normal? Ist das in Ordnung? Alle anderen Versuche enden dann oft damit, dass sie die Brustwarze zu fassen kriegt und über die Kauleisten in den Mund saugt - ja, klappt auch. Tut mehr weh. Aber nur 1x kurz und dann klappt das Stillen trotzdem. Auch oft schmerzfrei. Erneut: ist das auch okay oder sollte ich das vermeiden?
So viele Fragen und so ein langer Beitrag... sorry und danke fürs Lesen, wenn ihr es bis hier geschafft habt! Ich würde mich über Tips und Anregungen freuen!
Liebe Grüße
Babette mit F. (5 Wochen + 5 Tage)