"Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

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hummel2
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"Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von hummel2 »

Hallo,

es gibt bei uns so bestimmte Situationen, ich weiß nicht so richtig wie ich sie beschreiben soll: gerne z.B. wenn wir Besuch haben oder wenn wir z.B. meine Nachbarin besuchen (die die Kinder sehr mag und sehr auf sie eingeht) da "führen sich meine Söhne (4,5 Jahre und 2 Jahre) oft einfach auf", ich weiß nicht so richtig wie ich es beschreiben soll. Sie "drehen dann auf", provozieren, ich habe den Eindruck sie wollen um jedem Preis Aufmerksamkeit. Gerne, wenn ich mich mal mit jemanden (gefühlt kurz!) unterhalten will. Ich habe schon den Eindruck, dass es oft irgendwie um Aufmerksamkeit geht, aber ich kümmere mich so viel um die Kinder, ich werde mich ja wohl mal 5/10 Minuten mit jemand unterhalten können.

Wie löst ihr das? Strenge Ansage? (hat bislang nicht wirklich geholfen) Ignorieren? einfach mit Quatsch machen? (finde ich nicht so gut, weil bei den Kindern schon ankommen soll, dass mich das jetzt stört) Auf die Kinder "eingehen", dann müsste ich den Besuch rauswerfen, bzw. meine Unterhaltung beenden etc., möchte ich auch nicht. Wie reagiert ihr auf Provokationen? Drüber stehen? Ärger "authentisch" rauslassen?

Klar oft sind sie dann müde/hungrig, wenn ich das merke, dann versuchen ich natürlich so schnell es geht, Abhilfe zu schaffen, die Situation zu beenden.
Manchmal kann ich sogar mit meinem Großen (4 Jahre) ganz gut sprechen und ihn fragen, was jetzt das Problem ist. Dann kommt manchmal auch eine (mehr oder minder) einleuchtende Antwort, aber ich weiß nicht so recht, ob er nicht einfach das sagt, "was ich hören will", was er schon öfter gehört hat. ("ich bin einfach müde" etc.)

Viele Grüße
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Katha
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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Katha »

Kenne ich, häng gerade in der gleichen Ratlosigkeit
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

Viel vom iPhone, Buchstabendreher, Tippfehler... inkl. [/size]
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Jolina
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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Jolina »

Ich habe leider keinen Tipp für dich aber ein ähnliches Problem, deshalb lese ich mal mit. Mein Großer dreht bei Besuch auch oft auf. Allerdings äußert es sich bei ihn dadurch, dass er hibbelig wird, um Aufmerksamkeit buhlt (auch aber nicht nur wenn er sowieso viel Aufmerksamkeit bekommt), teilweise fängt er dann auch an, sich einfach im Kreis zu drehen, hin und her zu rennen und (leicht hysterisch) zu lachen. Dieses Verhalten fällt Außenstehenden zwar nicht so negativ auf wie bei deinen Kindern aber es geht ihm dabei offensichtlich nicht gut und ich weiß nicht wie ich ihm in solchen Situationen helfen kann.
Vielleicht kann ich aus den Antworten, die du bekommst, auch für mich etwas mitnehmen. Der Grund bzw Auslöser für das Verhalten unserer Kinder scheint ja derselbe zu sein.
Jolina mit Sohn (*13) und Tochter (*15)
Neuhier
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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Neuhier »

Hier die gleiche Thematik. Beim letzten Mal hab ich Kind dann eingefangen und eine Ansage gemacht, dass wir künftig sowas nicht mehr machen können wenn Kind so abdreht und es sich bitte etwas beruhigen möge. Hat zumindest soweit geholfen den kleinen Irrwisch etwas runterzubringen.
Für den letzten Rest hab ich mich auf den Boden gesetzt und Kind in meinen Schoß gesetzt und es mit in die Unterhaltung einbezogen. Funktioniert bei Großkind gut. Kleinkind ist ein anderes Kaliber. Mal sehen wie das wird wenn sich beide gegenseitig hochschaukeln...
Delivery 04/13 + 07/15
Cecily
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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Cecily »

Machen bei uns Hund (im Kreis drehen, nach dem Schwanz schnappen, Sachen anschleppen, Schnauze aufs Besuchsbein legen) und Kind (Spielsachen bringen, an der Hand ziehen, trommeln etc).

Der Hund muss in den Korb, wo er dann seufzend liegt.

Maxi bitte ich, kurz alleine (leise) zu spielen und schon mal zu überlegen, was wir nachher zusammen spielen. Am Tisch sitzen wir am Anfang gemeinsam, damit er nicht meint, dass er was verpasst. Wenn es langweilig ist, spielt er eine zeitlang alleine ca 15-30 Min.. Meine Besucher mögen danach gerne alle zusammen spazieren gehen (mit Kind und Hund) oder puzzeln oder spielen. Dann eben was, was allen gefällt.

Freunde von uns schicken ihre Kinder in die Zimmer nach einer Weile, wenn die "zuviel" Krach machen.

Wird das deinen Jungs nicht auch nach ner Weile langweilig bei den Erwachsenen?

Bei uns hilft also eine Mischung aus das Kind so lange langweilen bis er von selbst lieber was anderes macht und auf später vertrösten. Und ja, ich will auch mal ein paar Minuten in Ruhe mit meinem Besuch reden.
EhMibima

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von EhMibima »

Ich kenne das von der Großen. Bei gewissen Besuchspersonen, zB meiner Mutter. Sie spürt(e) meine Anspannung(auch manchmal die positive) und ambivalenten Gefühle. Was manchmal wirk(te): klare, ruhige Ansage mit Präsenz und einer festen inneren Haltung. Dann auch ruhig und entspannt mit dem Besuch sprechen, keine emotionalen Themen, bzw damit warten bis sich die Kinder beruhigt haben und zum reden in einen anderen Raum gehen.
Wenn ich "streng" werde, also emotional, dann kippt die Stimmng meist.
Schnatzmama
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Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Schnatzmama »

Oh ja, wenn meine Mutter kommt, drehen die Kinder auch total durch und ich bin völlig genervt und auch angespannt wegen dem Besuch. Ich lasse sie mittlerweile, solange nicht massiv Grenzen von mir überschritten werden. Die beiden Kleinen kann ich bei diesen Besuchen auch total verstehen, weil es für meine Mutter nämlich leider nur ein Enkelkind gibt, die beiden Kleinen scheinen ihr teilweise sogar lästig zu sein.
Liebe Grüße!

Schnatzmama mit Schnatz (5/09) und Maus (2/12) und Ameisenbärin (8/14) und Schlumpf des Hauses (9/17)
Lösche Benutzer 9567

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Hier genauso,beide Kinder wobei der 5 jährige “schlimmer“ ist und die Kleine ansteckt .Keine Ahnung,er macht das auch bei 2 min.Telefonaten ,es schränkt soziale Kontakte ein,kein smalltalk ,keine Tür und Angel Gespräche im Kiga.Schade für mich ,denn das ist meine Kontaktzeit mit Erwachsenen.
Lösche Benutzer 9567

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von Lösche Benutzer 9567 »

Er ist aber generell ein Kind,das nie genug Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen kann.Ich lasse das durchgehen,weil ich es eher als Hilferuf verstehe , er möchte doch jetzt endlich um jeden Preis gesehen werden und Bestätigung haben.Das nervt mich oft,dennoch kann ich es streckenweise gut nachempfinden .Jetzt nach der Geburt des Babys haben die Gäste tonnenweise Geschenke für die Geschwister mitgebracht .Für sie völlig wertlos.Sich mit ihnen zu beschäftigen hätte mehr Sinn gemacht.Wir haben das dann stark begrenzt mit den Besuchen.Das ist jetzt nochmal doller geworden mit diesem Verhalten,gab es aber auch vor dem Baby schon.
EhMibima

Re: "Aufdrehen und provozieren" - was macht ihr da?

Beitrag von EhMibima »

Schnatzmama hat geschrieben:Oh ja, wenn meine Mutter kommt, drehen die Kinder auch total durch und ich bin völlig genervt und auch angespannt wegen dem Besuch. Ich lasse sie mittlerweile, solange nicht massiv Grenzen von mir überschritten werden. Die beiden Kleinen kann ich bei diesen Besuchen auch total verstehen, weil es für meine Mutter nämlich leider nur ein Enkelkind gibt, die beiden Kleinen scheinen ihr teilweise sogar lästig zu sein.
Meine Große fing mal an meine Mtter z treten. Also Lufttritte. Und wollte an ihrer Hand herumreißen, sich dran hängen. Und meine Mutter ist ein distanzierter Typ, mauert, versteckt sich hinter Floskeln und small talk. Ich hab mal drüber nachgedacht und bin jetzt der Meinng daß meine Große ihr die "Maske" nehmen wollte m herauszufinden wer sie(ihre Oma) wirklich ist. Da hat sie aber mit MIR Bekanntschaft gemacht :oops: und ich habe ihr ihre Grenzen gezeigt. Wenn sie weiter so toben würde, könne Oma nicht mehr kommen. Punkt. Dann ging´s.
Ich finde mittlerweile echt wichtig, sehr ruhig zu sprechen und/ oder raus zu gehen mit dem Besuch.
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