da ich nun schon einige Zeit hier mitlese, möchte ich um Rat zu meiner Situation bitten:
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Wir füttern vorwiegend mit dem BES zu, ab und zu mal Flasche, zur Zeit ca. 450 ml PRE auf meist 8 Mahlzeiten verteilt
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
siehe Bericht unten
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
übernasse Windeln mindestens 5x, 1 übervolle Stuhlwindel täglich
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
siehe unten
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Flaschensauger ab und zu, Schnuller versucht, wurde verweigert
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
nein
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
nein, nichts dergleichen
Mein Sohn wurde am 26.08.2016 mit 3.350g und 53 cm in SSW 39+2 spontan, natürlich und ohne jeglichen medizinischen Eingriff geboren. Der kleine Mann wurde dann auch direkt im Kreißsaal angelegt und saugte auch gleich recht eifrig...
Da das Stillen bei meiner Tochter schon nicht klappen wollte, war ich nicht sicheer, ob das alles diesmal besser werden würde. Mein unbändiger Wunsch, diesmal VOLL stillen zu können, war jedoch ungebrochen und so ließ ich mein Baby die ersten Stunden solange trinken, bis es friedlich eingeschlafen war... Von Mitternacht bis 6 Uhr morgens schlief er durch und ich war mir sicher, er würde satt und zufrieden sein. Am nächsten Morgen gings dann zum Wiegen, Baden usw. Und da ergoss sich dann ein riesengroßer Schwall an Fruchtwasser und natürlich meiner tollen Muttermilch, was die Krankenschwester mit einem "ohhh.... schade um das Kolostrum" kommentierte.
Nachdem sich mein Sohn im Laufe des Vormittags noch 3 mal erbrochen hatte, viel er in einen Dauerschlaf.
Ich fragte im Stundentakt bei den Schwestern nach, ob das denn normal sei, ob ich ihn nicht wecken sollte, da ja meine Brust seit Stunden nicht mehr stimuliert werde und mir wurde gesagt, dass dem Kleinen jetzt eben soooo schlecht sei, dass wecken wahrscheinlich nichts bringen würde.
So war es dann auch... Er schlief von 11 Uhr vormittags bis abends um 21 Uhr fast durch, ließ sich weder durch komplettes ausziehen, streicheln, kitzeln,... wecken. Mir wurde Angst und Bange um mein Kind. Als dann auch die dritte Krankenschwester vergebens versuchte, mein Kind wachzubekommen, brach Panik in mir aus... Erst durch eine ganz hartnäckige Schwester ließ sich mein Kind wecken, und wir fütterten auf Grund der Müdigkeit meines Sohnes, mit dem Fingerfeeder zu.
Ab da gab es dann nur noch folgendes Schema: Kind wach = unzufrieden ODER Kind schläft = schläft für Stunden, lässt sich nicht wecken
Naja, es war dann natürlich auch die 10% Grenze fast erreicht, wobei ich ja denke, dass so eine riesen Menge an Erbrochenem das Gewicht doch verfälscht hat, oder nicht?
Naja, entlassen wurden wir dann mit dem Wissen, zufüttern zu müssen (wie auch schon bei meinem ersten Kind).
Zuerst fütterte ich immer mit dem Fingerfeeder zu. Da waren die Mengen überschaubar, jedoch schlief der Kleine auch hier ständig ein und jede Mahlzeit wurde zur Prozedur... Dann waren wir gleich nach einigen Tagen bei 2 Familienfesten eingeladen, wo ich dann das füttern mit dem Fläschchen praktischer fand. Und dann waren wir schnell bei Zufüttermengen von 90 ml pro Mahlzeit, wobei ich das Gefühl hatte, er hätte sogar noch mehr getrunken... (Mein Kind war hier gerade mal 3 Wochen alt)... Mir kam das dann ein bisschen merkwürdig vor und ich las vom Fresskoma... Er nahm dann aber brav zu und ich war erstmal beruhigt...
Da sich meine Brust (seeehr klein gerade mal A Cup) weder in der ersten, noch in der zweiten Schwangerschaft merklich verändert hatte und auch der Milcheinschuss nicht wirklich spürbar war, hatte ich das Vertrauen in meinen Körper, überhaupt Milch produzieren zu können, fast komplett verloren. Ich wollte mich damit aber nicht abfinden, konnte ja mit meiner elektrischen Doppelpumpe auch mal 20 ml abpumpen, und stieß dann auf dieses Forum.
Ich kaufte mir das Brusternährungsset, verringerte die Zufüttermengen von meist 100 ml auf 60 ml und versuchte den Kleinen auch alle 2 Stunden zu wecken...
Bockhornkleesamen sind meine täglichen Begleiter, Malzbier, Gerstengras, Milchbidlungstropfen, ... alles mögliche habe ich unterstützend verwendet.
Jetzt ist mein Sohn knapp 11 Wochen alt, ich füttere momentang zwischen 450 und 500 ml täglich zu. Meine Frage ist jetzt: Macht es bei einer so hohen Zufüttermenge überhaupt noch Sinn, am Stillen festzualten? Also, bekommt er überhaupt wirklich nennenswert Milch von mir? Leider dauern unsere Mahlzeiten oft länger als eine Stunde, er schläft trotz BES ein, obwohl ich den mittleren Schlauch verwende... ist aber nach den Mahlzeiten ständig unzufrieden.
Vor einigen Tagen war ich mit den Nerven sooo am Ende, dass ich wieder einmal das Fläschchen hervorkramte.... Ich hab auch zwischendurch immer wieder versucht, die Flasche anzubieten, welcher er (schlaues Kerlchen) aber gekonnt verweigerte. Außer eben an besagtem Tag, da hatte er die 90 ml in nicht mal 5 Minuten ausgetrunken... Deshalb frage ich mich mittlerweile, ob sich der ganze Aufwand überhaupt noch lohnt, da natürlich auch meine große Tochteer (2,5 Jahre) unter diesen Stillmarathons leidet...
Ein normaler Tag sieht bei uns ungefähr so aus:
Der Kleine stillt sich so zwischen 21:00 und 22:30 in den Schlaf. Nachts wird er dann meist so gegen 2 oder 3 Uhr das erste Mal wach und ich stille ihn dann im liegen... Wechsle im (Halb)Schlaf dann auch die Seiten immer wieder, gegen 7 Uhr stehen wir dann auf.
Morgens stillen wir dann gleich mit dem BES (momentan ist er am BES auch oft sehr unruhig, dockt an und wieder ab, schläft ein, wird wieder wach und weint,...) Er ist meistens nach dieser Mahlzeit total unzufrieden, liegt allerhöchstens 10 Minuten zufrieden in seinem Bettchen, wenn er beim Stillen eingeschlafen war, ist er auch nach 10 Minuten wieder wach...
Ich lege ihn dann immer wieder an, er hat auch bisher noch nie nicht gesaugt, wenn ich ihm die Brust angeboten habe (Dauerhunger???)... Wir spielen dann das Spiel füttern/einschlafen/ablegen/wachwerden meist bis Mittags. Da packe ich ihn dann in den Kinderwagen, wo er dann KOMISCHERWEISE auch gern mal für 2-3 Stunden durchschläft. Das gleiche gilt auch fürs Autofahren, wo er die ersten 5 Minuten brüllt wie am Spieß und dann aber fast immer nach der Autofahrt 2-3 Stunden weiterschläft.
Also ein schlafen zu Hause in seinem Bettchen gibt es seit vielen Wochen gar nicht mehr.
Abends, so gegen 19 Uhr, beginnen wir dann mit dem abendlichen Dauerstillen, welches dann eben bis ca. 22 Uhr dauert. Da schläft er dann ein und lässt sich meist ohne Probleme in unser Bett legen, wobei ich dann nicht bei ihm bleibe und er auch nicht mitbekommt, wenn wir uns später zu ihm legen...
Mittlerweile bin ich eben total verunsichert und schiebe seine Unzufriedenheit tagsüber auf ständigen HUNGER. Dann frage ich mich aber wieder, wieso er dann nach dem Autofahren oder im Kinderwagen so lange schlafen kann???
Ach Gott ich bin echt schon so durch den Wind, ich komme mir so richtig unfähig vor...
Vor Kurzem hatten wir den ganzen Nachmittag Gäste, da wurde der Kleine natürlich durchgehend herumgetragen, da hätte er sich von sich aus so gut wie gar nicht zum trinken gemeldet...
Ich hab ein paar Gewichtsdaten, allerdings auf einer Babywaage mit nur zwei Kommastellen gemessen:
26.08.2016 3350g
30.08.2016 3155g
31.08.2016 3210g
27.09.2016 4420g
03.10.2016 4520g 445 Pre
04.10.2016 4630g
05.10.2016 4650g 490 Pre
06.10.2016 4700g 490 Pre
07.10.2016 4770g 395 Pre
08.10.2016 4740g 370 Pre
09.10.2016 4790g 430 Pre
10.10.2016 4840g
11.10.2016 4920g 450 Pre
12.10.2016 4930g
13.10.2016 5050g
14.10.2016 5050g 390 Pre
15.10.2016 5100g 500 Pre
16.10.2016 5210g 560 Pre
17.10.2016 5160g 620 Pre
18.10.2016 5360g 590 Pre
19.10.2016 5390g 600 Pre
20.10.2016 5400g
21.10.2016 5500g
22.10.2016 5440g
24.10.2016 5570g
26.10.2016 5630g
27.10.2016 5640g 440 Pre
28.10.2016 5670g 455 Pre
29.10.2016 5770g 370 Pre
30.10.2016 5770g
31.10.2016 5740g
01.11.2016 5810g 450 Pre
03.11.2016 5870g 390 Pre
04.11.2016 5890g 435 Pre
05.11.2016 5910g 470 Pre
06.11.2016 5910g 460 Pre
07.11.2016 6030g
08.11.2016 6030g 450 Pre
09.11.2016 6020g 470 Pre
Ich würde jetzt einfach gerne von den Profis erfahren, ob mein Kind hungert (was ich ja auf Grund seiner bereits 6 kg und den Speckröllchen eigentlich nicht denke) bzw. ob ich eh schon seinen gesamten Tagesbedarf mit der PRE decke und so mein Stillwunsch bereits nicht mehr als ein Wunsch ist...
Wie gesagt, ich bin bereits so verunsichert, ob das alles richtig ist was ich da tue, dass jedes Nörgeln für mich bereits Hunger bedeutet...
Danke fürs Lesen (falls sich das wirklich jemand bis zum Schluss angetan hat