Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

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Apfel
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Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Hallo zusammen,

ich bin mit meinem Latein am Ende und wäre dankbar über eure Hilfe.
Meine Tochter wurde vor 9 Wochen geboren und seitdem stille ich voll, allerdings durchgehend unter mehr oder auch mal zeitweise etwas weniger Schmerzen an den Brustwarzen/Brüsten.

* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Flasche mit Pulvermilch, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde.
Nein, sie hat immer ausreichend zugenommen.

* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Wir stillen 6-8 Mal pro Tag, jeweils ungefähr 10-15 Minuten pro Seite, manchmal ist sie bei der zweiten Seite schon nach wenigen Minuten satt. Ich stille nach Bedarf, was bis vor kurzem ca. alle 3-4 Stunden war. Seit ein paar Tagen wecke ich sie nachts nicht mehr zum Stillen, und sie schläft so 6-7 Stunden durch und dann nach dem Stillen nochmal 2-4 Stunden. Tagsüber sind wir jetzt bei Abständen von 2-4 Stunden, je nachdem wann sie sich meldet. Unterwegs schläft sie z.B. oft lange, so dass es dann mal 4 Stunden Abstand sein können, wenn sie wach ist kommt sie eher alle 2-3 Stunden.

* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?
Meine Tochter hat meist 5-7 volle Windeln, 3-4 Mal am Tag hat sie Stuhlgang.

* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Die Geburt war ein Kaiserschnitt nach fast 20 Stunden Wehen, meine Tochter war aber die ganze Zeit bei mir. Ungefähr eine Stunde nach der Geburt hat man sie mir das erste Mal an die Brust gelegt. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass sie erhöhte Entzündungswerte hatte, die sich zum Glück nach 3 Tagen wieder normalisiert haben, aber das hat uns natürlich viel Sorgen bereitet. Ich hatte im Krankenhaus leider sehr wenig Hilfe/Beratung beim Stillen, die meisten Infos habe ich mir eigentlich selber von einem im Stillzimmer aushängenden Plakat geholt... An den ersten beiden Tagen hatte meine Tochter Schwierigkeiten beim Andocken und hat mehr an der Spitze genuckelt und wenig getrunken. Meine Brustwarzen waren so schnell wund und blutig. Hilfe gab es wie gesagt kaum, noch dazu die Sorge um die Entzündungswerte, so war ich an Tag 3 dankbar als man mir ein Stillhütchen gab, mit dem sie dann gut getrunken hat.
Meine Brustwarzen sind seitdem eigentlich durchgehend wund und entzündet. Sie sind rot und brennen (auch zwischen den Stillmahlzeiten), was auch bei ständiger Benutzung der Stillhütchen nicht gänzlich weggeht, allerdings deutlich besser wird. Versuche ohne Stillhütchen zu stillen gab es schon viele, ich habe auch schon mehrere Tage in Folge erfolgreich und zunächst schmerzfrei ohne Hütchen gestillt, was allerdings immer dazu führte, dass die Brustwarzen nach einiger Zeit wieder stärker schmerzten.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Seit sie 3 Wochen alt ist nimmt sie zwischendurch einen Schnuller.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Wegen der Stillproblematik hat mir bisher die Hebamme geholfen.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?
Nein.

Was wir bisher versucht haben ist viel Luft, Wollfett, Beinwellsalbe, Heilwolle, Multi-Mam-Kompressen und Wolle-Seide-Einlagen statt Einmaleinlagen. Aktuell teste ich als letzte Idee Schwarztee-Kompressen aus. Außerdem habe ich bereits zweimal eine Pilz-Behandlung bei mir und meiner Tochter durchgeführt mit Nystatin-Salbe bzw. Mundgel, da ich zusätzlich auch stark ziehende Schmerzen in der Brust hatte schließe ich gerade eine zweiwöchige Fluconazol-Einnahme ab wegen Verdachts auf Pilz in den Milchgängen. Zusätzlich nehme ich 600 mg Magnesium täglich da die Brustwarzen nach dem Stillen teilweise weiß wurden.

Das Ziehen in der Brust ist im Moment verschwunden, hier scheinen also Fluconazol und/oder Magnesium geholfen zu haben.
In den letzten beiden Wochen habe ich konsequent die Stillhütchen verwendet und das Stillen war so gut aushaltbar. Links so gut wie schmerzfrei, rechts nur leichtes Ziepen. Gestern habe ich dann mal wieder versucht nach einigen Minuten das Stillhütchen wegzulassen. Es gab zunächst einige Andockprobleme und Zappelei, schließlich hat meine Tochter aber angedockt und gut getrunken. Schon beim zweiten Versuch begannen aber wieder die Schmerzen, und zwar vor allem an der Stelle wo ihr Unterkiefer sitzt. Ich habe deshalb mehrfach ab- und wieder angedockt, es wurde aber leider nicht besser und meine Tochter schrie schließlich nur noch frustriert, so dass ich wieder ein Hütchen genommen habe. Seitdem stille ich nun wieder mit Hütchen, allerdings tut es jetzt auch wieder mit Hut weh :(

Ich gebe mir alle Mühe sie sorgfältig Anzulegen, damit sie möglichst viel Brust in den Mund bekommt. Ich habe es auch schon mit der asymmetrischen Anlegetechnik probiert, aber es will mir scheinbar einfach nicht gelingen, sie korrekt anzulegen. Ich habe das Gefühl, sie macht ihren Mund einfach nicht weit genug auf, sie ist eher hektisch am auf und zu machen und so fällt es mir sehr schwer den richtigen Moment abzupassen. Durch die Stillhütchen ist sie natürlich auch gewöhnt, dass sie die Brust quasi "einsaugen" kann. Tagsüber stille ich im Wiegegriff, da habe ich das Gefühl den besten "Überblick" zu haben. Nachts stille ich im Liegen, da habe ich das Gefühl so gar keine Kontrolle zu haben da mir irgendwie ein dritter Arm fehlt :wink: Den Football-Griff haben wir auch schon ausprobiert, mal klappt es da ganz gut, mal hampele ich nur mit der Position/Kissen/Kind rum.

Ich bin mittlerweile so frustriert, dass die erfolglosen Versuche das Hütchen wegzulassen auch bei mir mit Heulerei enden. Ich würde so gerne ohne Hütchen stillen, könnte mich aber durchaus damit abfinden es die ganze Zeit zu verwenden, WENN es wenigstens damit komplett schmerzfrei und angenehm wäre. Aber das ist ja leider auch nicht der Fall :(
Ich finde es so schade, dass dieses leidige Stillthema eigentlich die ganze Zeit präsent ist und es belastet mich sehr, ich hätte so gerne eine schöne, entspannte Stillbeziehung mit meiner Tochter. So zähle ich aber eher die Zeit bis ein halbes Jahr um ist (das möchte ich unbedingt schaffen) und ich mit Beikost und Abstillen beginnen kann :cry:

Falls ihr mir also noch irgendwie helfen könnt, wäre ich sehr dankbar!
Viele Grüße
Apfel
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Atsitsa
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Atsitsa »

Liebe Apfel,

herzlich Willkommen hier im Forum - schön, dass Du zu uns gefunden hast. Du hast ja schon einiges durchgestanden - ich gucke gerne gemeinsam mit Dir, wie wir die Situation für Dich verbessern können.

Viele Fragen hast Du ja schon beantwortet, super - ich habe noch ein paar mehr. :wink:

Du schreibst, dass Deine Brustwarzen wund waren. Sind sie das immer noch?

Könntest Du die Schmerzen beim Stillen noch etwas genauer beschreiben? Wann genau treten sie auf, wo genau sind sie und wie fühlen sie sich an (spitz, stumpf, beißend...)?
Apfel hat geschrieben:Zusätzlich nehme ich 600 mg Magnesium täglich da die Brustwarzen nach dem Stillen teilweise weiß wurden.
Werden sie nach dem Stillen immer noch weiß?
Apfel hat geschrieben:Nachts stille ich im Liegen, da habe ich das Gefühl so gar keine Kontrolle zu haben da mir irgendwie ein dritter Arm fehlt :wink:
Hier kann ein gerolltest Hand- bzw. Spucktuch im Rücken Deines Babys helfen.

Gerne schaue ich mir auch die Situation mit den Brusthütchen an. Du hast sie eingesetzt, weil die Brustwarzen wund waren und das Stillen mit Hütchen schmerzfrei war, richtig? Jetzt tut es aber auch mit Hütchen weh, ja?
Hier haben wir einiges zu den Brusthütchen geschrieben - vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp für Dich dabei.
Apfel hat geschrieben:Ich bin mittlerweile so frustriert, dass die erfolglosen Versuche das Hütchen wegzulassen auch bei mir mit Heulerei enden.
Was einmal klappt, klappt auch nochmal. Versuche es einfach immer wieder mal, ohne Stress und Druck.

Kannst Du damit was anfangen?

Viele Grüße
Atsitsa (ModTeam Stillberatung)
Atsitsa
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Apfel
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Hallo Atsitsa,

vielen Dank für deine Antwort.
Ich will versuchen deine Fragen so gut wie möglich zu beantworten.

Meine Brustwarzen waren anfangs sehr wund und haben auch geblutet, das ist nun nicht mehr so. Sie sind aber nach wie vor sehr gerötet und empfindlich und brennen auch zwischen dem Stillen immer mal wieder. Das ist aber tagesformabhängig, und hängt glaube ich auch stark davon ab wie gut meine Tochter trinkt.
Mir ist in den letzten Tagen aufgefallen, dass sie teilweise mehr am Schaft des Stillhütchens nuckelt, bzw. dort auf und ab gleitet und die Brust an sich gar nicht berührt mit den Lippen. Das scheint die Brustwarzen mehr zu reizen und führt dann zu stärkerem Schmerz bzw. Brennen. Ich versuche dann immer sie richtig anzulegen (also mit Lippen an der Brust), aber das gelingt mir leider nicht immer. Sie "schnappt" dann schon immer zu früh nach dem Silikonschaft und saugt diesen ein. Es braucht teilweise etliche Versuche bis es klappt, oft rutscht sie dann aber auch nach kurzer Zeit direkt wieder ab und nuckelt wieder nur. Es ist dann also ein ständiges ab- und andocken und irgendwann gebe ich dann meist auf.

Die Schmerzen beim Stillen mit Hütchen sind einmal am Anfang stark stechend, allerdings kein Vergleich zu den heftigen Ansaugschmerzen die ich ganz zu Beginn hatte. Während der Mahlzeit ist es dann eher ein wundes Gefühl. Heute ist es allerdings auch schon wieder etwas besser nachdem ich wieder komplett mit Hütchen stille seit gestern.
Ohne Hütchen ist es ein kneifendes, beißendes Gefühl am Brustwarzenansatz.

Es ist mir in der letzten Zeit nicht mehr aufgefallen, dass die Brustwarzen weiß wurden, habe, da die dazugehörigen Schmerzen verschwunden sind, das aber auch nicht konsequent beobachtet.

Beim Stillen im Liegen benutze ich bereits ein gerolltes Spucktuch. Das Problem ist auch gar nicht dass sie mir wegrollt, ich weiß nur immer nicht so recht wie ich sie im Liegen kontrolliert anlegen soll, da fehlt mir eine Hand um sie ranzudrücken. Ich stopfe ihr so eher meine Brust in den Mund, als dass ich sie mir an die Brust ziehe.

Die Tipps zu den Brusthütchen hatte ich bereits gelesen. Ich glaube das Problem ist hier wirklich die oben beschriebene falsche Saug- bzw. Anlegetechnik, nur weiß ich mir da irgendwie nicht zu helfen im Moment. Es kann ja irgendwie auch nicht die Lösung sein, dass ich bei jeder Stillmahlzeit so lange ab- und andocken muss bis sie zufällig richtig anliegt. Alle beschriebenen Anlegetechniken funktionieren mit Hütchen aber auch nicht so richtig, da der lange Silikonschaft dabei im Weg ist.
Ich habe bereits mehrfach versucht die Hütchen wieder abzugewöhnen. Am besten hat es eine zeitlang funktioniert, dass ich nach einigen Minuten Stillen das Hütchen abgenommen und dann ohne weitergestillt habe. Dabei habe ich die asymmetrische Anlegetechnik verwendet. Nach wenigen Tagen haben die Brustwarzen dann aber leider wieder stärker geschmerzt.
Ich frage mich auch, ob ich nicht mit dem ständigen hin und her, mit Hut, ohne Hut noch mehr Saugverwirrung stifte?

Ich denke mein Hauptproblem scheinen Anlegprobleme zu sein, oder wie hört sich das für dich an?
Ich habe auch irgendwie noch immer nicht die richtige Position gefunden. Ich sitze auf dem Sofa und bin umringt von Kissen und meinem Stillkissen. Irgendwie liegt das aber alles nie so wie ich es haben will, das Stillkissen zu weit weg oder zu tief, die anderen Kissen verrutschen, dann noch das fuchtelnde Kind, ich habe nach wie vor das Gefühl mindestens 3 zusätzliche Arme zu benötigen... Ich bin dann immer schon so damit beschäftigt meine Tochter in einer halbwegs guten Position zu halten und ihre Arme unter Kontrolle zu haben, dass ich quasi gar keine Hand frei habe um vernünftig und in Ruhe anzulegen.

Es ist einfach so wahnsinnig frustrierend, ich komme mir total unfähig vor, und finde einfach keine Lösung :(
Apfel
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Gestern habe ich bei zwei Stillmahlzeiten wieder das Hütchen nach ein paar Minuten weggelassen. Ich hatte dn Eindruck dass sie viel Brust im Mund hatte. Es war vom Gefühl her ok, wenn auch nicht komplett schmerzfrei, leicht kneifend an der Stelle ihres Unterkiefers.
Die Brustwarzen waren danach leicht lippenstiftförmig verformt. An der linken Brustwarze hat sich außerdem etwas Haut geschält, rechts war oben auf der Brustwarze (an der spitzen Seite vom Lippenstift) ein stark geröteter Fleck. Sah aus wie Blut, hat aber nicht geblutet.
Ich saß dabei sehr verkrampft leicht nach vorn gebeugt, sobald ich versucht habe mich etwas zu entspannen hat sie den Halt verloren und die Brust ist ihr entgiften.
Apfel
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Wie kann man denn hier editieren?
Die Brust ist ihr natürlich entglitten, nicht entgiftet.
koalina
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von koalina »

Editieren geht nicht damit die Mods den Überblick behalten... die Mods können es, Nutzer nicht.

Liebe Grüße
koalina
--.-'-;@

mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
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Atsitsa
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Atsitsa »

Hej Apfel,

das klingt in der Tat nach einer Anlegetechnik, die verbesserungswürdig ist.

Zu allererst gilt, dass Ihr beide möglichst entspannt seid. Denn bei 8-12 Stillmahlzeiten am Tag sollte es ja schon bequem sein, sonst bekommst Du womöglich noch Verspannungen. Ein Stillkissen ist übrigens gar nicht so selten eher unbequem als bequem. Der Abstand zwischen Baby und Brust sollte möglichst klein sein, das Baby darf nicht absacken bzw. wegsinken, Bringe das Baby zur Brust, nicht andersherum. Achte darauf, dass ihr Mund weit geöffnet ist und die Brustwarze eher vor Babys Nase als vor Babys Kinn liegt - so kannst Du nämlich eher nach hinten/oben "zielen".

Kennst Du diese Tipps zum Anlegen schon?

Du könntest auch mal versuchen, ihr die Brust "geplättet" anzubieten. Man nennt das auch "Butterbrot, statt Apfel". Etwas Plattes in den Mund zu nehmen ist leichter, als etwas großes rundes. Oder Du ziehst die Brust neben der Brustwarze in die Breite.
Atsitsa
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Apfel
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Gestern habe ich jetzt komplett ohne Stillkissen sondern mit einemern habe ich jetzt komplett ohne Stillkissen sondern mit einem Kopfkissen seitlich unter dem Arm gestillt, das ging schon mal wesentlich besser. Ich konnte Kind und Kissen viel besser "kontrollieren" und sie ist mir nicht immer abgesackt, das war nämlich tatsächlich ein Problem mit dem Stillkissen.

Die Tipps zum Anlegen kenne ich schon, in der Theorie ist mir das alles bekannt, nur an der Umsetzung hapert es...
Die Brust versuche ich (ohne Stillhütchen, mit nachts ja keinen Sinn oder?)
Kopfkissen seitlich unter dem Arm gestillt, das ging schon mal wesentlich besser. Ich konnte Kind und Kissen viel besser "kontrollieren" und sie ist mir nicht immer abgesackt, das war nämlich tatsächlich ein Problem mit dem Stillkissen.

Die Tipps zum Anlegen kenne ich schon, in der Theorie ist mir das alles bekannt, nur an der Umsetzung hapert es...
Die Brust versuche ich immer zu formen wenn ich es ohne Stillhütchen versuche, mit Hut macht es ja keinen Sinn oder? Entweder forme ich das besagte Sandwich mit Daumen und Zeigefinger oder ich ziehe bei der asymmetrischen Methode die Brustwarze durch seitlichen Druck mit dem Daumen weg.
Brustwarze auf Höhe der Nase mache ich auch, damit sie ihren Kopf etwas nach hinten legt. Das klappt aber nicht immer, manchmal krümmt sie sich nach vorne.

Ich glaube das Hauptproblem ist ihre Mundöffnung. Dass sie ihn wirklich weit aufsperrt ist nur ganz selten und so bekommt sie ohne Hütchen anscheinend nicht genug Brust in den Mund, auch wenn es eigentlich so aussieht. Es ist also nicht so, dass sie nur an der Spitze nuckelt. Meine Hebamme gab mir den Tipp ihr Kinn mit dem Daunen runter zu drücken. Da sind wir dann aber wieder bei der fehlenden dritten Hand (Kind halten, Brust formen, Kinn drücken) bzw. hab ich auch den Eindruck dass sie dann erst recht zukneift.
Mit Hütchen haben wir wie gesagt das Problem, dass sie die Spitze schon weit oben mit dem Mund umfasst und sich dann daran runter nuckelt, ich denke das trägt bestimmt zu dem Mund-aufmach-Problem bei?

Seit meinem letzten Versuch ohne Hütchen zu stillen von vorgestern habe ich übrigens wieder kleine blutige Schorfstellen auf beiden Brustwarzen :cry: Es tut also wieder mehr weh, so dass ich wieder mit Hütchen stille und mich im Moment gar nicht traue sie wegzulassen :(
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Atsitsa
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Atsitsa »

Hej Apfel,

super, dass es ohne Stillkissen gleich besser geklappt hat! Es dauert etwas, bis man optimale Stillpositionen gefunden hat, doch die Suche lohnt sich!
Apfel hat geschrieben:Die Tipps zum Anlegen kenne ich schon, in der Theorie ist mir das alles bekannt, nur an der Umsetzung hapert es...
Die Brust versuche ich immer zu formen wenn ich es ohne Stillhütchen versuche, mit Hut macht es ja keinen Sinn oder? Entweder forme ich das besagte Sandwich mit Daumen und Zeigefinger oder ich ziehe bei der asymmetrischen Methode die Brustwarze durch seitlichen Druck mit dem Daumen weg.
Brustwarze auf Höhe der Nase mache ich auch, damit sie ihren Kopf etwas nach hinten legt. Das klappt aber nicht immer, manchmal krümmt sie sich nach vorne.
Richtig, mit Hut macht das keinen Sinn. Ansonsten klingt das gut und korrekt.
Apfel hat geschrieben:Ich glaube das Hauptproblem ist ihre Mundöffnung. Dass sie ihn wirklich weit aufsperrt ist nur ganz selten und so bekommt sie ohne Hütchen anscheinend nicht genug Brust in den Mund, auch wenn es eigentlich so aussieht. Es ist also nicht so, dass sie nur an der Spitze nuckelt. Meine Hebamme gab mir den Tipp ihr Kinn mit dem Daunen runter zu drücken. Da sind wir dann aber wieder bei der fehlenden dritten Hand (Kind halten, Brust formen, Kinn drücken) bzw. hab ich auch den Eindruck dass sie dann erst recht zukneift.
Du könntest noch versuchen, sie sanft über Nase und Kinn zu streichen und selbst den Mund weit zu öffnen. Wenn das Kind sicher auf Kissen/Matratze/Arm liegt, brauchst Du es nicht extra zu halten.
Apfel hat geschrieben:Mit Hütchen haben wir wie gesagt das Problem, dass sie die Spitze schon weit oben mit dem Mund umfasst und sich dann daran runter nuckelt, ich denke das trägt bestimmt zu dem Mund-aufmach-Problem bei?
Ja, vielleicht.

Hat sich schon mal jemand ihr Zungenbändchen angeguckt? Sollte das verkürzt sein, kann das der Grund für die Anlegeschwierigkeiten sein.

Wie lief es denn gestern und heute?

Viele Grüße
Atsitsa (ModTeam Stillberatung)
Atsitsa
mit ihren Jungs 10/2013, 3/2016 und 1/2018
Apfel
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Re: Stillen auch nach 9 Wochen noch schmerzhaft

Beitrag von Apfel »

Hallo Atsitsa,

danke für deine Antwort.

Auf das Zungenbändchen hatte ich meine Hebamme angesprochen, die meinte es wäre ganz normal.

Gestern war stilltechnisch zunächst eine Katastrophe. Sie hat quasi den ganzen Tag nicht vernünftig angedockt, sondern immer nur am Schaft des Stillhütchens getrunken. Ich habe sie also wieder ständig an- und abgedockt und mir kamen bei jeder Stillmahlzeit die Tränen vor Frustration. Gegipfelt ist das ganze dann am Nachmittag, da lag ich irgendwann laut schluchzend auf dem Sofa während mein Mann das brüllende Kind durch die Wohnung trug. :cry:

Gegen Abend habe ich es dann aus lauter Verzweiflung doch nochmal todesmutig ohne Hütchen versucht und wie durch ein Wunder hat sie direkt ohne großes Zutun richtig angedockt und getrunken, es hat fast überhaupt nicht weh getan :shock:. Ich war völlig überrascht und habe kaum gewagt zu atmen, aus Angst dass sie wieder abrutscht oder loslässt...
Seitdem hab ich ohne Hütchen gestillt und es hat für unsere Verhältnisse gut geklappt. Es braucht immer mehrere Andockversuche und sie ist dabei recht hektisch, aber bis auf eine Mahlzeit heute morgen haben wir es immer irgendwann hinbekommen, dass sie einigermaßen gut an der Brust war. Es ist immer noch nicht so, dass ich es als angenehm bezeichnen würde, aber es ziept nur noch ein wenig, zeitweise ist es auch fast komplett schmerzfrei. Ich habe sie sehr konsequent direkt abgemacht wenn es stärker weh getan hat (ein starkes Stechen/Kneifen) und mich beim Stillen auch so wenig wie möglich bewegt, weil leichte Lageveränderung direkt wieder zu stärkerem Stechen führten. Selbst nachts im Liegen hat es gut geklappt, da hatte ich am meisten Angst vor, weil ich da so schlecht sehen kann wann der Mund auf ist.

Nach dem Stillen sind meine Brustwarzen leicht lippenstiftförmig verformt und an der spitzen Seite löst sich immer etwas Haut, es hängen kleine weiße Hautfetzen an der Spitze (das ist ja sicher nicht normal oder?). Die Brustwarzen sind nach wie vor gerötet (das sind sie ja aber seit der Geburt durchgehend) und sind leicht berührungsempfindlich. Sie sind also immer noch wund. Ich habe sie nach dem Stillen immer mit Lanolin eingeschmiert, das ist ganz angenehm.

Es ist also sicher noch entfernt von perfekt, aber so gut wie heute hat es noch nie für mehrere Mahlzeiten geklappt :)
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