Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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sweetsymphony
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Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von sweetsymphony »

Hallo,

ich befinde mich zurzeit in der 38 ssw und mache mir einige Gedanken über den Stillbeginn im KH. Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich, wie wir den KH Aufenthalt unbeschadet überstehen, so dass einer langen und glücklichen Stillbeziehung nichts im Weg steht :-)

Zur Info: Die Schwangerschaft verlief eigentlich komplikationslos....das eigentlich bezieht sich nur auf den Gestationsdiabetes. Ich bin mittlerweile Insulinpflichtig und reagiere sehr stark auf alles was mit Getreide (egal ob vollkorn oder nicht) zusammenhängt d.h. ich ernähre mich kohlenhydratreduziert bzw. decke meine tägliche Portion Kohlenhydrate über Kartoffeln ab. Damit haben wir die Werte gut in den Griff bekommen, nur der Nüchternwert macht trotz Verzögerungsinsulin in hohen Dosen was er will. Mein Bauchbewohner ist davon aber ziemlich unbeeindruckt und liegt was Fruchtwassermenge, Gewicht und Bauchumfang angeht im grünen Bereich. Leider steht beim Thema Gestationsdiabetes auch immer das Thema Einleitung im Raum, da nicht über Termin gegangen werden soll. Eine spontane Geburt wäre mir natürlich lieber aber falls es zu einer Einleitung kommen sollte, würde ich mich jetzt nicht innerlich dagegen sperren, sonst wird es ja gar nichts. Nach der Geburt und in den Tagen danach wird regelmäßig der Blutzucker beim Baby kontrolliert, um einen Unterzuckerung zu vermeiden. Ich kann mir vorstellen, dass das KH sehr schnell mit dem Thema zufüttern kommt, wenn der Blutzucker nicht stimmen sollte. Hierbei würde ich natürlich auf eine stillfreundliche Zufütterungsmethode bestehen. Dazu kommt, dass ich Schlupfwarzen habe, die den Stillbeginn wahrscheinlich auch nicht erleichtern werden.

Das KH in dem ich vorhabe zu entbinden, ist stillfreundlich und anthroposophisch angehaucht, mein Mann steht beim Thema stillen hinter mir, hat die Begriffe Saugverwirrung, stillfreundliches Zufüttern und häufige Anlegen schon gehört und kann damit etwas anfangen. Ich weiß, dass Babys 8 bis 12 mal (oder auch mal mehr bei Bedarf) am Tag angelegt werden sollen, weiß, dass wunde Brustwarzen von einer falschen Anlegetechnik kommen, dass nächtliches Stillen aufgrund der Hormone sehr gut ist, dass einmalige Stillproben Quatsch sind, das Stress für die Milchbildung nicht gut ist und werde natürlich auch auf intensives Bonding nach der Geburt bestehen etc. Ganz unvorbereitet gehe ich also die Sache nicht an.

Meine Frage ist jetzt aber, wenn wir mal vom Worst Case ausgehen: Einleitung, die sich lange zieht, verbunden mit Infusionen (die dann wieder zu einer starken Gewichtsabnahme beim Baby führen können), Blutzuckerschwankungen nach der Entbindung und in den Tagen danach, kombiniert mit Stillschwierigkeiten aufgrund der Schlupfwarzen, Gewichtsabnahme beim Baby...wie komme ich ohne saugverwirrtes Baby, ohne Stillhütchen und ohne Nervenzusammenbruch, weil mir jeder was anderes erzählen will, aus dem KH?

So, hoffe mein Anliegen ist verständlich und ich freue mich auf eure Meinungen und Tipps. Vielen Dank schon mal :-)

Viele Grüße
sweetsymphony

P.S. Ich gehe die Sache schon positiv an und glaube, dass wir einen guten Stillstart haben, möchte aber auf den Worst Case vorbereitet sein.
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Brianna
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von Brianna »

So blöd es klingt, ich würde sagen, lass dich von Anfang an hier beraten, damit jemand mit draufguckt, der Ahnung hat. Ich wusste auch einiges von hier. Die Klinik hat aber alle meine Bedenken weggewischt, da noch keine zehnprozent Abnahme und hab zehnprozentiger Abnahme sollte ich mit Flasche zufüttern. Stillfreundlichen Zufüttern würde nicht unterstützt.
J 05/13 L 12/15
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tania
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von tania »

hallo sweetsymphony,

herzlich willkommen im forum :D

du bist echt klasse informiert - toll!
Mein Bauchbewohner ist davon aber ziemlich unbeeindruckt und liegt was Fruchtwassermenge, Gewicht und Bauchumfang angeht im grünen Bereich.
schoen.
Das KH in dem ich vorhabe zu entbinden, ist stillfreundlich und anthroposophisch angehaucht, mein Mann steht beim Thema stillen hinter mir, hat die Begriffe Saugverwirrung, stillfreundliches Zufüttern und häufige Anlegen schon gehört und kann damit etwas anfangen.
es ist wirklich sinnvoll, die wichtigen eckdaten miteinander zu besprechen, so dass der vater auch die interessen von mutter und baby durchsetzen kann.
Meine Frage ist jetzt aber, wenn wir mal vom Worst Case ausgehen: Einleitung, die sich lange zieht, verbunden mit Infusionen (die dann wieder zu einer starken Gewichtsabnahme beim Baby führen können),
vor allem fuehren sie zu einem falsch-hohen geburtsgewicht des babys
Blutzuckerschwankungen nach der Entbindung und in den Tagen danach, kombiniert mit Stillschwierigkeiten aufgrund der Schlupfwarzen, Gewichtsabnahme beim Baby...wie komme ich ohne saugverwirrtes Baby, ohne Stillhütchen und ohne Nervenzusammenbruch, weil mir jeder was anderes erzählen will, aus dem KH?
da du so gut informiert bist und auch schon weisst, wohin du dich bei problemen wenden kannst, stehen die chancen gut, dass ihr auch bei einem worst case miesen start mit allen kuenstlichen saugern zu einer entspannten stillbeziehung findet. mit dieser idee im hinterkopf koennt ihr evtl widerstaenden dagegen, es richtig zu machen (=stillfreundlich) vielleicht etwas entspannter begegnen. entspannt (=zumindest kein nervenzusammenbruch) aber weiterhin bestimmt :D. du kannst darauf bestehen (lassen ;-)), dass DU dein baby fuetterst. dann laesst du dir eine standard spritze geben (du kannst dir sogar ein paar selber einstecken in deine kliniktasche, wenn dir diese art vorbereitung sicherheit gibt) und fuetterst dein baby mit der spritze. gerade in den ersten tagen eine guenstige zufuettermoeglichkeit. ob du das stillhuetchen auf deine brust setzt oder nicht, entscheidest nur du und in bestimmten (seltenen) faellen, ist das stillhuetchen definitiv sinnvoll und eine hilfe. du kannst (zum beispiel hier) ruecksprache halten, ob es sinnvoll sein kann, das stillhuetchen zu benutzen. du kannst (auch hier) fragen, ob eine zufuetterung sinnvoll ist. du kannst ab jetzt bis zur geburt ein wenig kolostrum per hand ausstreichen. das kannst du auch nach der geburt machen. gut, wenn du die technik jetzt schon uebst. link: milchgewinnung per hand

mit einem mini-vorrat kolostrum (es geht wirklich um milliliter im einstelligen bereich, die pro ausstreichen gewonnen werden! erwarte keine "portionen") und der faehigkeit, aus deiner brust ausstreichen zu koennen, seid ihr auf evtl blutzuckerschwankungen vor milcheinschuss bestens vorbereitet.

liebe gruesse, tania
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sweetsymphony
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von sweetsymphony »

Brianna hat geschrieben:So blöd es klingt, ich würde sagen, lass dich von Anfang an hier beraten, damit jemand mit draufguckt, der Ahnung hat. Ich wusste auch einiges von hier. Die Klinik hat aber alle meine Bedenken weggewischt, da noch keine zehnprozent Abnahme und hab zehnprozentiger Abnahme sollte ich mit Flasche zufüttern. Stillfreundlichen Zufüttern würde nicht unterstützt.
Hallo Brianna,

vielen Dank für deine Antwort :-) Ich denke auch, wenn wirklich etwas sein sollte, werde ich mich natürlich gleich ans Forum wenden und nicht 25 Leute dran "rumdoktern" lassen. Manchmal hilft es ja aber auch schon ein paar Tipps zu haben, auf die man selbst nicht gekommen wäre, zumal man sich ja auch nach einer Geburt irgendwie in einer Art "Ausnahmezustand" befindet.

Habe in deinem Thread gesehen, dass du mit dem Thema Gestationsdiabetes ja auch Erfahrung hast und euer Stillstart im KH echt ungünstig verlief. Freut mich aber, dass ihr es dann noch zum Vollstillen geschafft habt und du auch den Diabetes los bist.
sweetsymphony
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von sweetsymphony »

Hallo Tania,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort, die mir sehr weitergeholfen hat :-)
es ist wirklich sinnvoll, die wichtigen eckdaten miteinander zu besprechen, so dass der vater auch die interessen von mutter und baby durchsetzen kann.
Ich werde meinem Freund in den nächsten Tagen noch mal ausführlich "impfen", so dass er wie von dir beschrieben unsere Interessen gut durchsetzen kann, falls ich es gerade nicht kann.

[da du so gut informiert bist und auch schon weisst, wohin du dich bei problemen wenden kannst, stehen die chancen gut, dass ihr auch bei einem worst case miesen start mit allen kuenstlichen saugern zu einer entspannten stillbeziehung findet. mit dieser idee im hinterkopf koennt ihr evtl widerstaenden dagegen, es richtig zu machen (=stillfreundlich) vielleicht etwas entspannter begegnen. entspannt (=zumindest kein nervenzusammenbruch) aber weiterhin bestimmt :D. du kannst darauf bestehen (lassen ;-)), dass DU dein baby fuetterst. dann laesst du dir eine standard spritze geben (du kannst dir sogar ein paar selber einstecken in deine kliniktasche, wenn dir diese art vorbereitung sicherheit gibt) und fuetterst dein baby mit der spritze. gerade in den ersten tagen eine guenstige zufuettermoeglichkeit. ob du das stillhuetchen auf deine brust setzt oder nicht, entscheidest nur du und in bestimmten (seltenen) faellen, ist das stillhuetchen definitiv sinnvoll und eine hilfe. du kannst (zum beispiel hier) ruecksprache halten, ob es sinnvoll sein kann, das stillhuetchen zu benutzen. du kannst (auch hier) fragen, ob eine zufuetterung sinnvoll ist. du kannst ab jetzt bis zur geburt ein wenig kolostrum per hand ausstreichen. das kannst du auch nach der geburt machen. gut, wenn du die technik jetzt schon uebst. link: [url=https://www.youtube.com/watch?v=gAdOjAj9D4k]milchgewinnung per hand
mit einem mini-vorrat kolostrum (es geht wirklich um milliliter im einstelligen bereich, die pro ausstreichen gewonnen werden! erwarte keine "portionen") und der faehigkeit, aus deiner brust ausstreichen zu koennen, seid ihr auf evtl blutzuckerschwankungen vor milcheinschuss bestens vorbereitet.
Die Tipps sind wirklich super. Ich glaub, ich druck mir den Absatz aus und nehm ihn mit ins KH :-) Falls tatsächlich Komplikationen auftreten sollten, werde ich mich natürlich gleich ans Forum wenden. Kolostrum austreichen werde ich mal üben, vormilch ist auf alle Fälle schon etwas vorhanden, habe letzte Woche beim Ausprobieren meines Brustwarzenformers einen so gar nicht kleinen Tropfen ungewollt gewinnen können.

Viele Grüße
sweetsymphony
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Lotti
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von Lotti »

Ach, jetzt lese ich gerade von Deinem Brustwarzenformer. Dann ist mein Post eigentlich überflüssig, aber ich schick ihn jetzt trotzdem ab :D

Ich habe auch sehr flache Brustwarzen, links wohl auch schon als Schlupfwarze zu bezeichnen. Nachdem ich beim ersten Kind noch komplett unbedarft war (toll, dass Du Dich jetzt schon informierst!) und über Flasche und Hütchen erst zum Stillen ohne Hütchen kam, habe ich beim zweiten gleich den Latch Assist von Lansinoh (von Medela gibt es was ganz ähnliches, will keine Schleichwerbung machen...) mit ins KH genommen. Mit dem Latch Assist hab ich dann die BW kurz "rausgeholt" und mein Baby konnte rechts sofort gut andocken. Links habe ich in den ersten 2 Wochen meist ein Hütchen zum Andocken gebraucht und es dann sofort weggezogen. Ich würde Dir aufgrund meiner Erfahrung empfehlen, Hütchen da zu haben. Ist allemal besser, als nicht stillen zu können! Und man kann sie durchaus ganz schnell wieder los werden.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
sweetsymphony
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von sweetsymphony »

Hallo Lotti,

danke für die Tipps :-) Ich habe mir letztens auch den Latch Assist von Lansinoh geholt, die Hebamme hat ihn im Geburtsvorbereitungskurs gezeigt. Das Ding vom Medela hat mich auf den ersten Blick nicht überzeugt, wäre aber bei Bedarf ja auch schnell besorgt, die Apotheke um die Ecke kennt mich schon.
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Brianna
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Re: Gestationsdiabetes, Einleitung, Schlupfwarzen und stillen

Beitrag von Brianna »

Ich hätte mich besser auch noch früher hier beraten lassen. Ich habe mich zu lange im Krankenhaus beruhigen lassen.
J 05/13 L 12/15
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