durch Zufall habe ich dieses Forum beim googles entdeckt.
Aktuell bin ich in der 33. Woche mit meinem 3. Kind schwanger trotz Verhütung mit einer korrekt liegenden Hormonspirale. Da wollte wohl jemand unbedingt zu uns kommen. Nachdem vor allem bei mir, der Schock erst einmal überwog, freuen wir 4 uns doch alle sehr auf unseren Sohn.
Nun beginnt die Vorbereitungszeit und ich habe bereits vor einigen Wochen angefangen mich mit dem Thema Stillen erneut auseinander zu setzen. Nachdem ich bei meinen beiden Kindern jeweils nur sehr kurze Zeit gestillt habe, möchte ich jetzt nochmal mit vollem Elan und gut informiert in die 3. Stillzeit starten.
Nun frage ich mich: Ist es jetzt überhaupt noch möglich für mich das 3. Kind voll zu stillen?
Kurz zu meinen Stillerfahrungen mit meinen zwei Kindern:
1. Kind - Sohn geboren Januar 2011
Vorbereitet habe ich mich für das Stillen nur wenig. Natürlich nahm ich alle Tipps aus dem Geburtsvorbereitungskurs etc. auf, aber ich dachte: das wird schon funktionieren... du bist ja auch in einem babyfreundlichen Krankenhaus.
Durch die 4 Tage lang andauernde Einleitung der Geburt und der dann zwar schnellen, aber sehr heftigen und wahnsinnig schmerzvollen natürlichen Geburt meines Sohnes, waren wir beide auch wirklich fertig. Das erste Anlegen erfolgte zwar noch im Kreißsaal, allerdings erst nach einiger Zeit, vorher wurde noch gewogen etc.
Im Anschluss war ich dann doch eher auf mich selbst gestellt, was das Stillen betraf. Wir beide waren fix und alle... haben also viel geschlafen und ich denke ich habe viel zu wenig angelegt. Am 3. Lebenstag hörte mein Sohn dann einfach nicht mehr auf vor Hunger zu schreien und wollte auch nicht mehr an die Brust, sodass er die erste Flasche bekam. Das war der Anfang vom Ende...
Zwar versucht ich dann zu Hause, mit meiner damaligen Hebamme, noch einiges um ihn zum Trinken zu bewegen und pumpte ab etc. Allerdings wurde immer mit Flasche zugefüttert und auf Grund meiner flachen Warzen nahm ich dann auch ein Stillhütchen. Abpumpen konnte ich eigentlich ganz gut... es kamen immer so 80ml auf beiden Seiten in 15 Minuten. Allerdings war ich fix und alle und einfach total geistig am Ende. Der ganze Stress hatte mich total zermürbt, ich konnte ich schlafen und mein Sohn schrie doch recht viel. Somit fütterte ich mehr und mehr zu und nach ca. 3-4 Wochen gab ich das Stillen dann total auf. Damals war die Entscheidung auch total okay obwohl ich auch mehrmals deshalb ein schlechtes Gewissen hatte... so kam ich aber zur Ruhe und entspannte mich wieder. Dann fing ich auch an mein Baby zu genießen.
2. Kind - Tochter geboren Januar 2013
Nun wollte ich unbedingt richtig Stillen und informierte mich mehr. Ich las einige Bücher, es gab Tipps von der Hebamme und aus dem Geburtsvorbereitungskurs. Ich lernte die frühen Hungerzeichen etc. Zudem nutzte ich die Brustwarzenformer von medela, die bis heute meine Brustwarzenform eindeutig verbesserten
Die Geburt wurd bei meiner Tochter 11 Tage vor ET eingeleitet, da sie bereits 4200g wog (das Gewicht stimmte auch). Die Geburt dieses Mal wurde allerdings mit Gel eingeleitet und es kam am gleichen Tag noch zu einer schnellen Geburt. Ich bestand auch darauf, meine Tochter direkt anzulegen, bevor sie zum Wiegen etc. wieder wegnommen wurde. Das war nicht einfach, aber ich setzte mich durch. Letztendlich trank sie dann nicht direkt super, aber zumindest leckte sie etwas und nahm Kontakt auf.
Das erste Mal richtig gesaugt hat sie dann wohl so ca. 1 Stunde nach der Geburt. Dort habe ich sie dann auf eigene Faust im Beobachtungszimmer angelegt.
Im Nachhinein würde ich sagen, dass der erste Tag nach der Geburt etwas schleppend anlief, was das Stillen betraf. Ich achtete sehr auf früher Hungerzeichen, aber alle 2-3 Stunden habe ich sie wohl nicht angelegt. Dafür war das Anlegen diesmal total super, ich hatte keine wunden Brustwarzen etc.
Am 3. Lebenstag kam dann aber die Wende: meine Tochter war schon recht nahe an den 10% Abnahme (wie viel genau weiß ich leider nicht mehr, aber es waren definitiv noch keine 10%), sodass mir schon direkt mit Flasche gedroht wurde. Daraufhin fing ich sofort an zu weinen und mein ganzer Plan wurde über den Haufen geworfen. Um die Flasche erst einmal zu umgehen habe ich dann wirklich alle 2 Stunden angelegt und danach gepumpt und die paar tropfen bis 1-2ml dann mit der Spritze beim nächsten Füttern gegeben. Inzwischen war ich schon echt fertig, so ein Krankenhausaufenthalt mit den Zimmernachbarn etc. machte es dann auch nicht einfacher... Gegen nachmittag fing meine Tochter dann an extrem zu clustern und ich konnte sie wirklich 5-6 Stunden nicht ablegen. Irgendwann einigte ich mich dann mit der Kinderkrankenschwester auf eine kleine Flasche für sie, nachdem das mit dem Becher nicht funktioniert. Auch das war dann irgendwie der Anfang vom Ende... Das verunsicherte mich so, dass ich dann auch zu Hause zufütterte und da ich auch durch meinen Sohn noch so gefordert war und auch nachts echte Probleme hatte meine Tochter satt zu bekommen (wir konnten nicht im Liegen stillen, weil mein Sohn noch im Bett lag und durch meine große Brust... und dann sind wir beide im Sitzen ständig eingeschlafen etc.), sodass ich mich dann irgendwann auch entschied abzustillen (nach ca. 5 Wochen).
So das waren jetzt sehr viele Infos... sorry aber ich möchte auch gerne alles mit euch teilen, um einen professionellen Rat zu bekommen.
Für das 3. Kind habe ich mich jetzt auch wieder informiert und bin hier auf das Forum gestoßen. Hier habe ich Dinge erfahren, die ich bis jetzt noch nicht kannte wie z.B. die Brustkompression.
Für den Stillstart habe ich mir bis jetzt folgende Strategie überlegt:
- direkt nach der Geburt anlegen (wie bei meiner Tochter)
- danach mind. alle 2-3 Stunden anlegen, sodass ich auf 10-12 Stillmahlzeiten in 24h komme
- Wechselstillen und Brustkompression nutzen, um das Neugeborene wach zu halten
- Brustmassage vor dem Stillen, um den Milchfluss zu erleichtern
- wenn Zufüttern nötig sein sollte, dann nur stillfreundlich
Ist das so okay, was denkt ihr, fehlt da noch etwas?
Kurz zu mir: ich habe sehr starkes Übergewicht und Hashimoto mit Schilddrüsenunterfunktion. In welchem Abstand nach der Geburt sollte ich meine Schilddrüsenwerte überprüfen lassen?
Kann ich denn mit meiner Geschichte es überhaupt schaffen voll zu stillen oder ist das total unrealistisch?
Macht es bei mir Sinn vor der Geburt schon eine Babywaage zu besorgen oder soll ich erst einmal abwarten, was im Krankenhaus passiert und was die Hebamme dann anschließend ermittelt?
Gibt es Dinge, die ich vor der Geburt noch machen kann oder machen sollte?
Wie ihr seht, habe ich noch einige Fragezeichen im Kopf.
Über euren Rat und Unterstützung freue ich mir sehr!
Viele Grüße
Luminie

