Eifersucht Kleinkind auf Baby

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Gast

Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von Gast »

Petra, mir zerreißt es das Herz, wenn ich von Deiner Situation lese :( Ich kann leider nichts sinnvolles raten, weil ich erst ab Juli den zweiten Spatz hier habe. Ich weiß nur von mir, dass mein Sohn sehr stark das spiegelt, wie ich mich fühle. Wenn ich ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen habe oder aus anderen Gründen total schlecht drauf bin, dann ist er auch sehr unrund und quengelig. Vielleicht kannst Du mit einer Hebamme oder einer Nachbetreuung sprechen, wie es DIR wieder besser gehen könnte? Hast Du den Eindruck, dass Du Deine große Tochter vielleicht weniger anlächelst aus schlechtem Gewissen heraus, dass Du jetzt weniger Zeit für sie hast? Vielleicht spiegelt sie Dein Lächeln dann zurück?

Ich wünsch Dir jedenfalls das Allerbeste für eure Situation!!!
merle123

Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von merle123 »

Hallo!

Wir haben hier 20,5 Monate Abstand und für mich ist es auch immer wieder eine Gratwanderung zwischen Baby, Kleinkind und eigenen Bedürfnissen. Zum Glück war der Kleine anfangs sehr pflegeleicht und hat viel geschlafen, so dass mir die ersten drei Monate (der Papa hat gearbeitet, ich war tagsüber alleine mit beiden) leicht von der Hand gegangen sind. Dann wurde der Tagschlaf mit 3 Monaten weniger, der Nachtschlaf schlechter und das Baby wacher und "anstrengender". Zum Glück kam die Große dann mit 2 in die Kita, denn ich wusste manchmal nicht, wie ich den Tag mit Baby und Kleinkind bei schlechtem Herbst- bzw. Winterwetter rumbringen sollte.
Ich ziehe wirklich den Hut vor den Müttern, die mit 2 so kleinen Kindern zu Hause sind, denn man kann einfach nicht beiden gerecht werden und dabei nicht auch noch sich selbst aufgeben. Die Große ist auch sehr fordernd und will einen bei sämtlichen Aktivitäten dabei haben. Jetzt ist der Kleine 6 Monate, mampft auch gern mal Brei beim Papa und zur Not haben wir auch Pre hier stehen, wenn ich mal am Wochenende mit der Großen was mache und es länger dauert als geplant. Die Exklusivzeit ist echt schön für uns beide und solche wie ich finde für 2Jährige "normalen Anziehaktionen" nimmt man dann einfach gelassener hin, wenn einem nicht das quengelnde Baby im Nacken sitzt.

Für die Zeit alleine mit Beiden muss man wohl einfach viiiiel Geduld aufbringen (daran hapert es hier ständig) und sich immer wieder sagen, dass man es so gut macht, wie es eben geht. Du kannst dich nicht teilen. Und irgendwann wird es besser, die Zeit läuft für dich.
Sturmkind
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Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von Sturmkind »

Hallo,
manchmal tut es einfach gut, zu hören wie es bei anderen läuft - eben auch nicht immer perfekt. Manchmal nerven mich die "bei uns ist nach außen alles perfekt, ordentlich, sauber.... Mütter". Hinter den Kulissen sieht das ja oft anders aus.
Zwei Minis sind einfach anstrengend, aber ich bin sicher alle Beteiligten wachsen daran.

Hier ist übrigens heute nichts perfekt: Großkind bockt ausgenommen fleißig, Hund kotzt, Kleinkind will auf Mami schlafen - aber nicht insTuch, es sieht mäßig chaotisch aus und heute Abend kommt Besuch und mein Geduldsfaden ist leider nicht so lang wie er sollte.

... Daher gehen wir jetzt einfach raus in die Sonne.

Lg und viel Geduld
Großer Krümel 02/14 & Kleiner Krümel 11/15
petra69
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Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von petra69 »

Hallo,
wollte mich nochmals melden und berichten. Entschuldigt, wenn ich jetzt nicht immer weiss, wer welchen Tipp für mich hatte :wink: .
Also, ich hatte ja eine Federwiege zur Probe bestellt. Der Kleine schläft fast jeden Tag ca. eine halbe Stunde darin. Das hört sich nicht viel an, aber eine halbe Stunde exklusiv für die Grosse zu haben ist doch schon was. Leider hatten wir natürlich auch schon Enttäuschungen: Der Kleine schläft darin, ich spiele mit der Grossen "endlich" ausgelassen verstecken und der Kleine wird doch schon nach ein paar Minuten wach. Da ist der Schmerz bei der Grossen dann natürlich besonders. Trotzdem grundsätzlich eine kleine Erleichterung.
Die Trageberaterin war ja auch da und hat sich ganz viel Zeit genommen. Jetzt haben wir für den Kleinen einen Bondolino. Tragen ist ja nicht so einfach mit dem Kleinen wegen einer gegipsten Beine. Aber im Bondolino geht es nun so richtig. Der Kleinen Grossen hat die Beraterin ein Mini-Marsupi mitgebracht, in dem sie manchmal ihre Puppe trägt. Gestern z. B. sind wir beide mit unseren "Babys" rausgegangen. Grundsätzlich tut es ihr immer noch sehr weh. Es ist, als ob sie sich fügt, still leidet, wenn ich die Trage nehme. Aber immerhin. Den Kleinen auf dem Rücken zu tragen, das wäre so ein Wunsch von mir, denn ich stelle mir das wirklich praktischer vor. Ausserdem wäre die Grosse dann nicht ganz so eifersüchtig, denke ich. Vorne ist halt der "Exklusivplatz" in ihren Augen. Ich habe mich noch nicht getraut den Kleinen nach hinten zu nehmen. Ich muss halt arg aufpassen, dass er mit seinen Gipsbeinchen nicht verrutscht und es ihm Schmerzen bereitet. Ausserdem ist es auch nicht immer ganz so einfach, ihn zu tragen. Anfangs habe ich ihn sogar in der Trage gestillt (ziemlich kompliziert :lol: ) bis er eingeschlafen ist. Die letzten drei mal habe ich einige Minuten einfach ausgestanden, wo er weinte, aber dann eingeschlafen ist. Leider bin ich wegen seiner Beine auch immer verunsichert, ob er nicht weint, weil er nicht gut sitzt und Schmerzen hat.
Trotzdem werde ich es sicher mal versuchen mit dem auf dem Rücken tragen.
Eines hatte ich mir aber auch schon überlegt: Wieviel übertrage ich auf mein Kind, durch meine eigene Stimmung, Einstellung, Ausstrahlung? Natürlich ist es ja auch so ein Kreislauf. Ich habe schon oft versucht gute Laune zu verbreiten. Und dann kam doch nur ein langes Gesicht, Traurigkeit o. ä. Dann ist man selbst wieder frustriert usw.
Vor einigen Tagen ist alles auch mal richtig eskaliert. Es tut mir auch total leid für mein Mädchen, ja auch für den Kleinen. Eigentlich hätte ich als Erwachsene mich besser im Zaum halten müssen, aber...
Ich habe beide gestillt, einen rechts den anderen links. Beide machten Mittagsschlaf. Eigentlich alles gut. Dann nuckelte die Grosse so unglücklich (passiert schon mal öfters), dass es wirklich schon weh tat. Ich bemühte mich sehr es auszuhalten, zu Rutschen und meine Lage einwenig zu verändern. Aber es half nicht. So sprach ich sie an, versuchte, ob sie im Schlaf mal loslässt. Letztlich wurde sie wach, sprang auf, weinte, wollte nicht mehr stillen. Als ob sie dachte, ich hätte nur an ihr was auszusetzen. Sie hörte nicht auf, liess sich nicht trösten oder gar anfassen.
Da platzte es einfach aus mir heraus. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich fing an zu weinen, setzte mich ans Fussende. Ich habe mich auch so schnell nicht mehr einbekommen. Es ging einfach nicht, leider. Die ganzen letzten zwei Monate versuche ich alles und verbiege mich teils auch. Ich tue es ja auch gerne. Es ist wirklich ok. Aber als jetzt wieder mal alles Bemühen umsonst war, platzte es einfach aus mir heraus. Naja....

Aber insbesondere danach habe ich mich sehr bemüht selbstbewusster aufzutreten mit dem was ich tue. Wenigstens etwas selbstbewusster zu sein, wenn ich mich um den Kleinen kümmere und nicht schon gleich auszustrahlen, dass die Grosse doch jetzt traurig sein wird. Riesen Erfolge habe ich nicht, aber ich finde ein klein wenig tut sich.
Vorgestern hatten wir sogar einen tollen Tag. Nach anfänglicher Unlust und langem Gesicht bin ich mit den beiden in den Wald gefahren. Ihn hatte ich in der Trage. Sie taute plötzlich auf und wir spielten Verstecken. Sie wollte gar nicht mehr aufhören. Lachte irgendwann usw. Mit total dick vermatschten Schuhen saß sie dann im Auto, lachte sich auch deshalb kaputt. Zuhause dann war Mittagsschlaf kein Problem mehr - so friedlich und zufrieden. Abends war sie auch gut drauf. Und auch mir fällt es natürlich leichter, wenn sie mal glücklich ist. Dann strahle ich auch wieder was anderes aus.

VG Petra
Dann:
jali
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Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von jali »

Zum Verbiegen: auch wenn es erstmal widersinnig klingt, bei uns fing es an etwas besser zu werden, als ich angefangen habe meine eigenen Gefühle ernst zu nehmen, und wenn es mir zu viel war, dass meiner Großen auch mitzuteilen. Und mich ihr dann zu widmen, wenn ich es von ganzem Herzen konnte. Ich hatte das Gefühl, dass dieses mich selbst zurücknehmen und zu versuchen der Großen so viel wie möglich zu geben, obwohl es mir eigentlich gerade zu viel war, genau das Gegenteil von dem bewirkt hat was es sollte. Einfach weil sie wahrscheinlich schon gespürt hat, dass für mich irgendwas nicht passt und sie das nicht einordnen konnte.

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Lillys
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Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von Lillys »

Hallo Petra,

erstmal fühle dich gedrückt und umarmt. Und ein ganz dickes Kraftpaket schick ich dir rüber.
Ich habe zwar keine 2 Minis daheim (momentan nur ein Krümelchen und 2 Hunde), aber ich lese schon seeehr viel Gefühl und Anspruch aus deinem Text und kann deine Situation gut nachempfinden. Wie es sich so anhört haben du und deine Tochter eine ganz intensive Bindung und ihr seit beide sehr sensibel oder? Du versuchst dein Bestes, willst es natürlich beiden recht machen und bist aber innerlich hin-und hergerissen. Und ich glaube das nimmt deine Kleine auch ganz besonders wahr. Wie jali schon geschrieben hat, verbiegen bewirkt oft das Gegenteil. Gerade weil du so eine starke Bindung zu deiner Tochter hast, wird sie spüren was los ist, kann es aber nicht einordnen. Hast du mal versucht mit ihr darüber zu sprechen und ganz authentisch deine Gefühle offen zu legen? Kinder kommen damit meistens viel viel besser klar als wir Erwachsene, weil wir uns ja oft Gefühle und Gedanken verbieten. Tust du ja auch, wenn du dich für deine Wut und Verzweiflung noch mehr runterziehst. ABER: Du bist du, das heisst mit all deinen Gefühlen, egal zu welcher Situation, es gehört zu dir. Ich glaube wenn du das ein bisschen annehmen kannst fällt ein wenig Druck von dir ab.
Aber ich finde du machst das toll, deine Einstellung und wie du das empfindest zeigen wie sehr du deine Kinder liebst! Und das ist das allerwichtigste! Ihr werdet das zusammen schaffen, manches braucht einfach ein bisschen Zeit und einen ganz lieben Knuddel an deine kleine Grosse, die sich ihrer Gefühle bewusst ist und dir zeigt wo es lang geht ;)
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JuliKlee
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Re: Eifersucht Kleinkind auf Baby

Beitrag von JuliKlee »

Hallo Petra,
meine beiden sind knapp 2,5 Jahre auseinander und es ist echt schwierig, beiden immer gerecht zu werden. Was mir geholfen hat, z.B. bzgl. Anziehen, wenn wir raus wollen: Immer eins nach dem anderen, nicht versuchen alles gleichzeitig zu machen. Klar könnte mein "Großer" sich alleine anziehen, tut er aber nicht. Erst recht nicht, wenn ich mich nebenbei mit dem Baby beschäftige. Also nehm ich mir jetzt erst Zeit, den Großen anzuziehen, dann packe ich das Baby ins Tuch. Der Große muss dann halt mal 10 Minuten in seiner warmen Jacke warten, aber das finde ich weniger schlimm, als wenn die Stimmung kippt und alle unglücklich sind. Das habe ich mir mittlerweile bei vielen Sachen angewöhnt, immer eins nach dem anderen, nicht alles gleichzeitig. Für uns ist es eine gute Strategie, vielleicht könnte es euch ja auch helfen.
Ich wünsche Dir, dass sich eure Situation etwas entspannt und ihr die Zeit mehr geniessen könnt.
mit dem Julikind (07/13), dem Novemberkind (11/15),
dem Junikind (6/20) und dem Oktoberbaby (10/22)
und *(4/19)
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