Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Was kommt nach dem Vollstillen?

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böär
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Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von böär »

Hallo,

nun frage ich auch mal nach einem Tipp/Idee/Erfahrungen...

Unser großer Zwerg ist nun schon 28 Monate alt, wurde 7 Monate voll, dann mit Familientischbeteiligung noch bis zum 24. Lebensmonat gestillt. Er hat natürlich zu Beginn der Beikost "alles" (vegan) gegessen. Irgendwann kam die "bäh" und "mag ich nicht" Phase (???) Also er mochte schon immer das Gemüse oder die Beilagen (Hirse, Reis, Nudeln) am liebsten pur. Außer Lasagne und manche Reispfanne durfte mit Soße sein. Mittlerweile geht auch Tomatensoße. Er isst immernoch relativ viel Gemüse im Vergleich zu Gleichaltrigen (Erbsen, Karotten, Kartoffeln, Mais, Gurken, Kohlrabi, Pastinaken, Petersilienwurzel, Brokkoli, Blumenkohl, Paprika wenn sie ganz klein ist, Tomaten, rote Bete, Spinat), Obst geht auch alles.

Aber,... nur weil er das sonst isst, heißt es nicht dass er es an diesem Tag auch isst und ich habe keine Lust mehr auf pures Gemüse, Beilage und für uns dazu Soße und Bratling. Ich möchte auch mal wieder öfter ein Curry, Auflauf, Quiche etc. bei vielen Gerichten weiß ich schon vorher, dass es abgelehnt wird. Also mache ich es nicht mehr. Was natürlich dazu führt, dass er es auch in Zukunft wahrscheinlich nicht essen will, denn "was der Bauer nicht kennt...." auch wenn er es vor einem Jahr noch verschlungen hat.
Ich möchte aber dass er natürlich etwas isst und habe doch auch gewisse Ansprüche an die Nahrung die wir zu uns nehmen und ich finde es keine gute Idee immer nur auf Reis-/Gries-/Hafer...Brei, Brot oder gar Pommes auszuweichen. Das wird natürlich immer gegessen ;)

Meine eigentliche Frage. Wie handhabt ihr das. Beispiel: ich habe XYZ gekocht (ob er das nun eigentlich isst oder nicht, spielt keine Rolle) er möchte es nicht. Wir möchten eigentlich schon, dass er auf jeden Fall mal probiert, wenn er es nicht möchte, muss er es nicht essen. Gebt ihr dann eine Alternative? Sprich z.B. gleiche Zutaten anders zu bereitet, doch Brot, fragt ihr was eure Kinder ansonsten essen wollen... ich binde ihn eigentlich in Alles ein. Einkaufen, überlegen was wir essen, soweit möglich gemeinsam kochen.... und dann kommt es doch öfter mal vor, dass er zum Brotkasten geht und sagt, dass er Brot will (mit natürlich dem immer gleichen Grünkernaufstrich...) verbietet ihr das dann? Lasst ihr das zu? Zweiteres widerstrebt mir eigentlich, ihm etwas zu verbieten aber auch. Vielleicht abends das Brot "verstecken" ala müssen wir für morgen erst wieder besorgen (hat in Bezug auf andere Dinge schon oft geklappt). Hungrig ins Bett geht natürlich auch garnicht.

Ja... also es ist schon jammern auf hohem Niveau, aber mich würde interessieren wie ihr das handhabt. Also bereitet ihr direkt eine Alternative zu? Nur dann gewöhnt er sich doch daran, sprich "will ich nicht, dann wird es sicher noch was anderes geben" oder direkt zwei Arten kochen (mit gleichen Zutaten) und er kann auswählen was er davon möchte. Dann sieht es vielleicht nicht so aus als wäre es extra für ihn "zusätzlich" gekocht... aber probiert er dann trotzdem von dem "Unbekannten" (laut Theorie machen die Kids das ja, wenn sie merken, dass Mama u Papa das auch essen und die Kinder nicht gezwungen werden)

Genug erzählt, ich freue mich über Antworten
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Linda89
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Linda89 »

Bei uns gibt's für die Kinder meist von vorneherein Nudeln als Alternative (ohne was dabei) oder Brot (falls welches da ist) oder Müsli mit Smoothie.

Mein Mann darf sich auch ein alternatives essen machen, wenn ihm das gekochte nicht schmeckt, also auch die Kinder.

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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Lissi23 »

Das ist doch toll, dass euer Sohn so viel Gemüse ist und ich finde es relativ normal, dass Kinder die Zutaten einzeln mögen - gemischt aber eher ungern, ist hier auch oft so. Außerdem wird hier auch oft an einem Tag nur Fleisch gegessen, an einem anderen Tag dann nur Beilage oder auch mal nur Gemüse usw. aber wenn es in der Summe passt, also von allem irgendwann mal etwas gegessen wird, bin ich da relativ entspannt.
Warum bietest du ihm dann nicht einfach Gemüse als Rohkost an - dazu kann er dann ja Brot z. B. mit Aufstrich haben? Das macht dann für dich auch relativ wenig Arbeit, wenn du das gleiche Gemüse sowieso in eurem Essen verarbeitest und für ihn einfach nur einen Teil weglassen musst.
Ob du darauf bestehst, dass er von eurem Essen probiert, musst du entscheiden, ich finde nichts falsches daran.
Viele Grüße von
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Lösche Benutzer 7681 »

Wir kochen worauf wir Lust haben.
Wenn die Kinder es nicht wollen, gibt's Butterbrot oder freie Bedienung aus der Obstschale.
Probieren muß hier niemand.
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Tutti
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Tutti »

Toll, was dein Sohn so isst. Und was ihr so kocht.
Ansonsten kennt das, glaube ich, jeder, dass Kinder mal nicht essen wollen, was auf dem Tisch steht. Das finde ich auch völlig legitim.

Wir handhaben das so :
Ich bitte freundlich darum, dass sie mal dran riecht und dass sie probiert. Entweder, sie probiert dann oder eben nicht. Zum Probieren zwingen sehe ich sehr kritisch.

Als Alternative gibt es immer Brot oder Müsli (ohne Zucker natürlich). Einfach, weil es mir persönlich viel Frust erspart, als wenn ich extra was kochen würde (Nudeln, Gemüse oÄ). Die Alternative ist gesund und schnell gemacht. Mir würde also kein Nachteil einfallen ;)
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von PinkLady123 »

Ist bei uns ähnlich. Wir fragen, ob er probieren möchte, wenn nicht, ist das okay. Mag er keinen Bestandteil der Mahlzeit, gibt's eine Alternative (Brot, haferkissen/-Flocken, Obst, Gemüse oä). Bei vielen Gerichten mag er mindestens einen Bestandteil, dann isst er sich daran satt.
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romina
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von romina »

Machen wir auch so. Wir Bieten eine Alternative an. Wenn es zB lasange gibt dann koche ich meist noch extra Nudeln oder so. Nudeln geht eh Mega schnell und einfach. Das ich eigentlich keine extra arbeit.
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Lösche Benutzer 17612

Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Siijay hat geschrieben:Wir kochen worauf wir Lust haben.
Wenn die Kinder es nicht wollen, gibt's Butterbrot oder freie Bedienung aus der Obstschale.
Probieren muß hier niemand.
Ganz genau so. Mein kleiner Sohn hat in seinem Leben schon seeeeeeeeeeehr viele Butterbrote, Bananen und Äpfel gegessen. Ich mag nicht extra kochen, aber hebe gern mal Nudeln oder Kartoffeln auf wenn ich weiß dass es am nächsten Tag ein "Problemessen" gibt ( Problemessen entspricht ungefähr 50% der Mahlzeiten :roll: :roll: ).
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von Jia »

Bei uns gibt es auch immer Butterbrot und Obst zur freien Verfügung. Extra kochen mag ich nicht und den Speiseplan allzu drastisch einschränken auch nicht, aber wenn absehbar ist, dass Mini etwas nicht schmeckt, schaue ich nach einer Alternative (Nudelreste etc.). Zwingen mag ich kein Kind. Ich habe selbst in meiner Jugend erlebt, wie rasch sowas ausser Kontrolle gerät. Meine Schwester war eine sehr mäkelige Esserin, und weil sie von allem einen Bissen probieren musste, gab es kaum entspannte Familienessen ohne Drama und Machtkämpfe.
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böär
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Re: Essen ablehnen, Alternativen anbieten?

Beitrag von böär »

Danke für eure Antworten.

Probierzwang gibt es bei uns auch nicht. Wir fragen höflich und freuen uns heimlich wenn er probiert, aber dazu zwingen finde ich auch kontraproduktiv, das fördert denke ich nur ein gestörtes Essverhalten.

Mhhh.... vielleicht bin ich zu anspruchsvoll. Ich finde halt ständig Kohlenhydrate (wenn auch Vollkorn) nicht sooo cool und möchte halt gerne, dass er "was richtiges" isst.
Aber vielleicht ist das wirklich einfach so und ich bin ja auch der Meinung, dass sich die Kinder bei entsprechendem Angebot auch holen was sie brauchen.

Trotzdem ist es beruhigend zu lesen, dass es euch auch so geht und ihr kein Problem damit habt, dann eben einfach Nudeln, Brot, Kartoffeln und Obst anzubieten.
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