jaloca hat geschrieben: Ich versuche es schon den zweiten Tag mit dem Becher und es ist nicht so ganz hoffnunglos, aber auch so trinkt sie echt wenig. 30-40 ml...
Ich verstehe Deine Sorge - man hört ja immer wie wichtig Trinken für Erwachsene im Alltag ist. Zu Deiner Beruhigung: 30-40 ml Wasser hat KEINS meiner Kinder vor dem ersten Geburtstag auch nur annähernd getrunken. Das ist eine Riesenmenge auf einmal für ein Kind, das schon mit der sonstigen Nahrung total viel Flüssigkeit zu sich nimmt: Obst, Gemüse, Muttermilch - das enthält doch die Flüssigkeit, die ein Kind braucht, zumal, wenn es diese eh schon wasserhaltigen Dinge als Brei gibt, wo ja nochmal Flüsigkeit dazukommt.
Wassertrinken ist bei Kindern glücklicherweise sehr bedarfsgesteuert. Aus dem Becher Trinken ist eine nützliche und wichtige Fähigkeit, die aber spielerisch erlernt wird (mit wenigen Schlückchen), und nur bei großem Durst wirklich Anwendung findet. Warum ohne Not das kleine Bäuchlein mit so viel Wasser füllen, wenn man mit 40 ml anderer Kost schon eine kleine Mahlzeit komplett hätte, die ausreichend Flüssigkeit UND Energie liefert für die nächste(n) Stunde(n)? Meine 2,5jährige Tochter trinkt noch heute GAR NICHTS zu einer Mahlzeit, die z.B. reichlich Apfelmus oder Gurkenstücke enthielt. Wenn sie abends nochmal aufwacht, trinkt sie aber auch mal 80 ml am Stück (jetzt hab ich extra für Dich unseren Kinderzahnputzbecher ausgemessen

, sonst hätte ich das gar nicht beziffern können). Und das ist selbst für meinen bald 6 Jahre alten Sohn eine große Trinkportion, wenn er aus Durst trinkt (und nicht, weil Oma Apfelschorle kredenzt

).
Angesichts der Tatsache, dass das meiste Gemüse nicht sonderlich viele (und Wasser gar keine) Kalorien enthält, finde ich die Essensvorlieben Deines Babys eigentlich sehr schlau!
Kennst Du schon unsere
Grundinfo Beikosteinführung im Beikost-Unterforum? Da steht das mit dem Wasser auch nochmal gut beschrieben und auch Hinweise, welche Beikost besonders kalorienhaltig ist. (Kann leider grad nicht verlinken).
Wichtig ist, dass man dem Baby geeignetes Essen zur Auswahl ANBIETET. Wieviel es davon isst, ist zweitrangig.
Auch Probieren und Ausspucken ist wirklich und ehrlich toll, da wieder ein Geschmack kennengelernt, eine Konsistenz erforscht, ein Stück Eigenwirksamkeit und Selbstbestimmtheit erfahren und ein irre wichtiges Zusammenspiel von Mundmotorik und Atmung und Bewegungskoordination gemeistert wurde

Täglich wieder eine Riesenleistung für so ein kleines Wesen!
(Mein Großer hat bis zum ersten Geburtstag genau diese Lernschritte sechs Monate lang wiederholt und kaum je mehr als einen Fingerhut voll fester Kost geschluckt

Aber er hat mit Begeisterung das verschiedenste Essen probiert, auch Knoblauch, Oliven, ...)
Trotzdem konnte ich stundenlang außer Haus sein: in meiner Abwesenheit wurde dann halt
mehr Mandarinensaft ausgezutscht oder mal ein
ganzer Eierbecher mit Wasser geleert. Das ging mit geduldigem Tragepapa, der im Zweifelsfall mit dem Kind einen ausführlichen Spaziergang machte, trotzdem stundenlang. Und zu Sachen, wo ich nicht spontan auch wieder weggekonnt hätte, wenn das Baby doch mal jntröstlich gewesen wäre, sind Mann und Baby dann eben mitgekommen und in der Nähe geblieben. So hab ich schon mit 6-Wochen-Baby ein ganztägiges Seminar 2,5 Autostunden von zuhause entfernt besucht, nur kurze Stillpausen im Seminarraum eingelegt und dann ging mein Mann wieder nach nebenan. Meiner Betreuungsperson war im Zweifelsfall egal, WO mit Kind meine Abwesenheitszeit verbracht wurde, und für das Baby ist es allemal entspannter, im Wartezimmer des Zahnarztes oder im Auto nochmal gestillt zu werden, bevor Papa es um den Block trägt, als zuhause zu bleiben und dafür auch noch die Fahrtzeit plus Wartezimmerzeit auf Mama verzichten zu müssen.
Dein Kind wird in rasendem Tempo älter und unabhängiger werden, jede Woche, jeden Monat ein Stück. Gib Euch da noch ein bisschen Zeit.
LG, blueberry