Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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LiebeLotta
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Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von LiebeLotta »

Hallo Zusammen,
ich bin mir nicht sicher ob mein Thema hier richtig ist, aber ich versuche es jetzt einfach mal:
Mein Sohn ist jetzt 10 Monate alt, wurde bis zum 6. Monat voll gestillt, bekommt seit dem eine Mischung aus Brei und BLW.
Alle Milchmahlzeiten stille ich weiterhin.
Über die weitestgehende Breiverweigerung tröste ich mich im wesentlichen damit hinweg das er sehr gut "richtiges" Essen ist. Alles was ich esse, möchte er zumindest probieren.
Außerdem ist "Food under one is just for fun" (habe ich hier irgendwo gelesen) zu meinem Mantra geworden ;-) Meistens wirkt es.
Seit ich mein Baby bei mir im Bett schlafen lasse sind unsere Nächte angenehmer und ich bin nicht mehr so ausgelaugt. Nun robbt der Lütte seit einigen Tagen sehr erfolgreich und ich habe morgens schwer damit zu kämpfen ihn an Ort und Stelle zu halten. Nun zweifle ich daran ob nicht alle anderen Recht haben und diese Familienbett Idee nicht mehr geht, oder ob mein Mutterherz mit dem besseren Nachtschlaf und der Nähe zum Baby recht hat. Und wie lässt sich das ganze besser umsetzen, damit ich nicht ab 5:30 Uhr dabei bin das im Halbschlaf umherobbende Kind einzufangen?
Ein weiteres Problem ist gelegentliches Weggehen für mich. Ich habe hier wenig bis gar keine Unterstützung durch meinen Mann, daher ist es extrem wichtig für mich auch mal wieder vor die Tür zu kommen. Bisher war es so das ich nach dem ins Bett bringen weg gehen konnte, Mini dann vielleicht aufwachte, sich aber wieder beruhigen ließ und ich Milch für die nächste Mahlzeit entweder abgepumpt oder Pre vorbereitet hatte. Die Milch aus der Flasche, egal welche, wollte er meist aber nicht, war dann wach bzw. im Bett am kuscheln mit meinem Mann bis ich wieder da war. Er kennt die Flasche vom Trinken tagsüber, er bekommt dann verdünnten Tee und trinkt sonst auch gut aus dem Becher, die Flasche ist nur für "wenns schnell gehen soll" und der Becher gerade unpraktisch ist. Technisch sollte das also kein Problem sein. SChnuller hat er bis auf ganz am Anfang keinen akzeptiert.
Wir stillen tagsüber noch ca. 3 mal, meistens zum einschlafen jeweils zu einem Vormittags- und Mittagsschläfchen sowie abends zum einschlafen. Da nun wieder der nächste Angriffspunkt für Außenstehende: Einschlafstillen macht es unmöglich das andere Personen das Kind zu Bett bringen, das Einschlafritual übernehmen.
Für mich ist, an Abenden wo ich sowieso zu Hause bin, unser Einschlafen so am einfachsten und es entlastet mich das es so gut klappt. Die ersten 6 Monate schlief er nur auf meinem Arm ein während ich runde um runde durchs Haus wanderte. Da ist Einschlafstillen ein gewaltiger Schritt nach vorne, finde ich.
Nun sagt mein Haupt-Babysitter (meine Schwester, selbst drei Kinder) das ich das Einschlafritual ändern sollte, so das z.B. nicht im Bett zum einschlafen gestillt wird sondern z.B. in einem Sessel vor dem Einschlafen, andere Dinge wie Spieluhr und Kuscheltier das nach mir riecht usw. sollen dabei sein und am besten schläft er in seinem Bett ein. Ich möchte es ja gerne für alle anderen leistbar gestalten, aber mir fehlt auch die Kraft hier Abende mit einem verärgerten, weinenden Kind zuzubringen. Was kann ich tun? Habt ihr noch eine Idee?
Ich habe in den letzten Tagen immer wieder darüber nachgedacht ob abstillen eine Alternative wäre, jedoch weiß ich das z.B. mein Mann mich nicht beim Flasche füttern unterstützen wird. Der ist einfach zu wenig interessiert an allem was arbeit mit dem Kind bedeutet. Deswegen habe ich mich bisher eigentlich immer gegen abstillen gewehrt, das war für mich eben einfacher und unkomplizierter.
Ich bin irgendwie total verwirrt und unsicher was ich tun kann und will und hoffe auf Unterstützung von Euch.
Linda81
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von Linda81 »

Hallo Lotta!
Ich bin keine Stillberaterin, nur Mama. Und ich tippe einhändig, deswegen klinge ich kurz angebunden ;). Ich möchte Dir ein paar Gedanken dalassen. Ich glaube, Dein Mutterherz liegt schon mit allem ganz richtig!

Ich finde, Kinder sind so fantastisch wie anstrengend und man sollte sich als Mutter das Leben so leicht machen wie es geht. Stillen, Tragen und Familienbett sind für mich da optimal! Und ich bin da völlig parteiisch, aber ich finde: bleib da bloß bei!

Kannst Du das Familienbett absturzsicher machen (an die Wand schieben, Bettgitter, Beistellbett dran etc) oder ihr schlaft auf einer Matratze am Boden? Ist ja nicht für ewig, nur für ein paar Monate.

Einschlafrituale darf jeder Betreuer selbst entwickeln. Du stillst. Ich stille auch. Mein Mann macht den Fön an und brummt und kuschelt. Meine Freundin hatte meinen Kleinen neulich einfach auf dem Arm, Kopf gekrault, da fielen die Augen schon zu. Die Kleinen können das schon unterscheiden, wer sie ins Bett bringt und ob es da Milch gibt. Und Du sagst es ja schon selbst: warum sollst Du abends wochenlang durchs Haus wandern, damit Deine Schwester es ab und an mal leichter hat (was ja nun auch nicht garantiert ist)? Laß sie das Dich selbst entwickeln, wie sie und Dein Kind ins Bett kommen. Vielleicht im Tragetuch? Und wenn es nicht klappt, dann bleibt er halt wach, bis Du wiederkommst oder er umkippt. Wäre doch auch nicht schlimm.
Linda mit Sohnio (10/2014), dem Freudenstrahl (01/18) und der Überraschung (01/21)
Linda81
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von Linda81 »

Und weil mir grad das "für alle anderen leistbar gestalten" auffällt: in erster Linie mußt DU es leistbar haben. Nicht Dein Mann, nicht Deine Schwester, niemand anderes, sondern Du. Wenn jemand anderes findet, daß Du abstillen sollst, ihr getrennt schlaft, was auch immer, dann darf derjenige bitte auch zu mindestens 50% an der Umsetzung beteiligt sein und beispielsweise jede zweite Nachtschicht übernehmen, für das nächste Jahr. Ist er dazu nicht bereit, kann Dir seine Meinung egal sein. Ehrlich.
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Morgaine47
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von Morgaine47 »

Noch eine Stimme für jeder muss seine eigene Methode entwickeln das Kind zum Schlafen zu bringen. Bloss weil es bei dir auf eine bestimmte Methode einschlaeft heißt das noch lange nicht, dass jemand anderes das genau so machen kann.

Und ich finde auch wer die meiste Arbeit mit dem Kind hat bestimmt wie sie es machen will und am besten macht man es sich möglichst einfach. Für besonders schwer gibt es keine Fleißpunkte.

Kurz vom Handy
LG
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LiebeLotta
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von LiebeLotta »

Wenn man heulend vorm PC sitzt und eure Forumsbeiträge liest, weil sie das erste sind was mich seit wochen in meinem Tun bestärkt, dann merkt man erstmal wie schlecht hier alles zur Zeit läuft. Und wenn ich daran denke das ich ab Januar kein Elterngeld mehr kriege da wird mir ganz schwach. Das kann so einfach nicht weiter gehen hier. Danke für Eure Worte!
krixi

Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von krixi »

Ich lasse dir erst einmal einen Drücker da.

Ich schließe mich der Meinung der anderen Mamas an, wer die meiste Arbeit macht soll auch entscheiden, wie es läuft.

Wir haben unseren Sohn auch bei uns im Bett schlafen lassen, weil er sehr oft aufgewacht ist, aber sofort beim stillen wieder eingeschlafen ist. Ich war schon müde und erschöpft, aber es ging schon. I

Es ist doch großartig, wenn er dein Essen gerne ist. Das bedeutet doch für dich auch weniger Arbeit, wenn du nicht extra noch einen Brei machen musst. .. und er soll ja eh irgendwann einfach am Familientisch mitessen, oder?

Bei meinen Sohn ging das Schlafen bei mir in dem Alter nur mit Einschlafstillen. Bei Papa hat ausgiebig kuscheln mit etwas herumtragen funktioniert. Meine Eltern konnten ihn in den Schlaf singen usw. Später in der KiTa hat er sich einfach mit den anderen Kindern hingelegt und ist eingeschlafen (Daheim wäre das undenkbar). Jede Bezugsperson findet da ihr eigenes Ding. ..

Hat deine Schwester welche von diesen legendären "Einfachschlafbabys" oder hat sie sich den Stress angetan mit irgendwelchen Schlaftrainings?
Clementine
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von Clementine »

Hallo LiebeLotta,
lass dich mal drücken, du bist eine tolle Mama die sich viel Gedanken macht und nur das Beste für den Kleinen möchte. Du gibst ihm soooo viel (MuMi, Familienbett etc)!
Ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen, jeder sein eigenes Ritual. Bei dir Einschlafstillen, bei deiner Schwester zB das Tragetuch etc. Die Kleinen können das unterscheiden bzw. wissen das Stillen nur bei Mama geht.
Bei uns funktioniert es allerdings mit einer anderen Bezugsperson nur, wenn ich wirklich nicht zuhause bin, ansonsten muss die Mama ran.
LG
Novembärli 2014
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von 08u11 »

Ganz fester Drücker, auch von mir. Du machst das super!
Die Vorschreiberinnen haben recht - jeder sein eigenes Ritual, das klappt dann schon. Nur müssen die anderen Bezugspersonen eben auch die Zeit und Mühe investieren, ihr Ritual zu etablieren. Das können nur die, nicht Du.
Mir ist nur noch eins eingefallen: ich habe hier eine Maus in ähnlichem Alter, die mitunter auch meint, morgens um 5:30 Uhr sei die Nacht vorbei :shock: . Familienbett - wir haben, in dem alle Kinder und auch der Papa schlafen, ist dann wirklich nicht mehr. Wir haben aber in ihrem Spielbereich eine große Matratze auf dem Boden liegen. Ich gehe dann mit ihr dort hin, mache kein Licht an - ein bisschen hell ist es von der Straße her und ziehe ihre Spielzeugkiste zur Matratze. Ich selbst mache dabei so wenig wie möglich, sprich: ich spiele nicht mit. Richtig schlafen ist dann zwar nicht mehr, aber ein wenig dösen geht immerhin und die Maus kann spielen, krabbeln oder sich eben doch wieder zu mir kuscheln, stillen und weiterschlafen :D .
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Morgaine47
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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von Morgaine47 »

08u11 hat geschrieben:Mir ist nur noch eins eingefallen: ich habe hier eine Maus in ähnlichem Alter, die mitunter auch meint, morgens um 5:30 Uhr sei die Nacht vorbei :shock: . Familienbett - wir haben, in dem alle Kinder und auch der Papa schlafen, ist dann wirklich nicht mehr. Wir haben aber in ihrem Spielbereich eine große Matratze auf dem Boden liegen. Ich gehe dann mit ihr dort hin, mache kein Licht an - ein bisschen hell ist es von der Straße her und ziehe ihre Spielzeugkiste zur Matratze. Ich selbst mache dabei so wenig wie möglich, sprich: ich spiele nicht mit. Richtig schlafen ist dann zwar nicht mehr, aber ein wenig dösen geht immerhin und die Maus kann spielen, krabbeln oder sich eben doch wieder zu mir kuscheln, stillen und weiterschlafen :D .
So ähnlich habe ich das bei der Großen gemacht: Ich habe mit ihr im KiZi geschlafen auf dem Schlafsofa (Mama-Kind-Bett; Papa wegen starkem Schnarchen im Schlafzimmer). Das KiZi war babysicher. Wenn sie zu früh wach wurde (oder ich krank war oder ähnliches) kam sie auf den Boden und konnte spielen und ich weiterdösen. Nur einmal habe ich sie bei nem Mucks auf den Boden verfrachtet und irgendwann fiel mir auf, dass es so still war: Sie schlief auf dem Boden und der Mucks war im Schlaf gewesen. :oops:
LG
Morgaine

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Re: Stillverwirrung, Einschlafen Abstillen???

Beitrag von 08u11 »

Morgaine47 hat geschrieben:
08u11 hat geschrieben:Mir ist nur noch eins eingefallen: ich habe hier eine Maus in ähnlichem Alter, die mitunter auch meint, morgens um 5:30 Uhr sei die Nacht vorbei :shock: . Familienbett - wir haben, in dem alle Kinder und auch der Papa schlafen, ist dann wirklich nicht mehr. Wir haben aber in ihrem Spielbereich eine große Matratze auf dem Boden liegen. Ich gehe dann mit ihr dort hin, mache kein Licht an - ein bisschen hell ist es von der Straße her und ziehe ihre Spielzeugkiste zur Matratze. Ich selbst mache dabei so wenig wie möglich, sprich: ich spiele nicht mit. Richtig schlafen ist dann zwar nicht mehr, aber ein wenig dösen geht immerhin und die Maus kann spielen, krabbeln oder sich eben doch wieder zu mir kuscheln, stillen und weiterschlafen :D .
So ähnlich habe ich das bei der Großen gemacht: Ich habe mit ihr im KiZi geschlafen auf dem Schlafsofa (Mama-Kind-Bett; Papa wegen starkem Schnarchen im Schlafzimmer). Das KiZi war babysicher. Wenn sie zu früh wach wurde (oder ich krank war oder ähnliches) kam sie auf den Boden und konnte spielen und ich weiterdösen. Nur einmal habe ich sie bei nem Mucks auf den Boden verfrachtet und irgendwann fiel mir auf, dass es so still war: Sie schlief auf dem Boden und der Mucks war im Schlaf gewesen. :oops:
:D :D Das ist natürlich der beste Fall. Beim Mittelkind hatten wir das auch mal: Kind hat im kindersicheren KiZi gespielt, ich auf der Matratze gedöst und nach ca. 1/2h kam er von selbst wieder, hat den Kopf auf die Matratze (Füße auf dem Boden) und weitergeschlafen :D . Bei der Minimaus geht's irgendwie (noch) nicht ganz so entspannt. Aber immerhin, ich kann dösen und muss nicht gleich aufstehen (sondern erst gegen 6 :D )
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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