Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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MamaBubu
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Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von MamaBubu »

Hallo ihr Lieben,
ich habe seit vorgestern eine idiopathische Farzialisparese, d.h. ich kann meine linke Gesichtshälfte nicht mehr bewegen, hatte ein Druck-Gefühl über dem Ohr und alles schmeckt irgendwie metallisch. Ich habe gestern den reinsten Ärztemarathon hinter mich gebracht. Erst Hausarzt, dann neurologische Ambulanz, dann HNO-Arzt. Wenn ich keine stillende Mutter wäre, hätte man mich stationär in der Neurologie aufgenommen, eine Lumbalpunktion durchgeführt, CT, cMRt, vielleicht Kernspint... Dafür hätte ich aber 24h da bleiben müssen. Krankenschwester und Oberarzt haben aber von sich aus gleich gesag, dass das ja nicht ginge und der Chefarzt hat mich dann zum HNO-Arzt geschickt, der nichts gefunden hat. Meine Blutwerte zeigen nur gering erhöhte Entzündungswerte. Am Freitag kommt dann das Ergebnis bezüglich Boreliose Antikörper. Da ich aber vor Jahren mal Borreliose hatte, ist das Ergebnis laut Neurologen nicht wirklich aussage kräftig. Der Hausarzt möchte das Ergebnis dennoch haben.Vier Ärzte =vier Meinungen. Nun nehme ich ein Cortison-Präparat, dass stillverträglich ist. Wenn es nach drei Tagen keine Verbesserung gibt, muss ich zur Wiedervorstellung in die Neurologie und mich auf einen 24stündigen stationären Aufenthalt einstellen. In jedem Fall soll ich Freitag wieder zum Hausarzt.
Das ganze wirft einige Fragen auf.
1. Ist es egal, ob ich direkt nach der Einnahme der Cortison-Tablette stille? Spielt es eine Rolle wann ich stille für die Menge, die bei meinen Kindern ankommt?
2. Ich versuche gerade mit einer Handpumpe abzupumpen, um einen Vorrat anzulegen. Irgendwie klappt das nicht besonders gut. Normalerweise habe ich keine Probleme mit zuwenig Milch. Ich stille zwei Kinder und habe eigentlich auch einen starken MSR. Aber nicht bei der Pumpe. Ich habe gerade mal 100ml gepumpt. Gibts da irgendwelche Tricks? Wann pumpt man am Besten? Also wie lange nach dem Stillen ist wieder genügend Milch da?
3. Der Kleine isst zwar bei unseren Mahlzeiten mit, aber die Mengen sind sehr überschaubar. Es ist keine einzige Stillmahlzeit ersetzt. Ich stille einfach nach Bedarf. Und das ist noch echt häufig. Ich kann gar nicht abschätzen welche Menge Muttermilch ich vorrätig haben müsste um evtl fast 24 Stunden zu überbbücken.
4. Wie könnte man ihm die abgepumpte Milch überhaupt verabreichen? Er kennt bisher keine Fläschchen und aus dem Becher kann er auch noch nicht besonders gut trinken. Da landet das meiste daneben.
5. Wie wäre es für mich wenn ich so lange nicht stille? Ich müsste vermutlich auch zwischendurch abpumpen um nicht zu platzen? Wenn ich 24Stunden nicht stille wird die Milch nach fast drei Jahren stillen, ja wohl nicht plötzlich weg bleiben,oder?
Sorry, soviele Fragen,..
Drückt mir einfach die Daumen, dass es nicht dazu kommt. Ich glaube es gäbe viele Tränen bei beiden Kindern. Der Papa steht beim Kleinen gerade nicht hoch im Kurs. Da gibt es sogar beim Wickeln jedesmal Geschrei und nachts übernehme ich das meiste. Er lässt sich manchmal tragend von Papa beruhigen. Aber halt nicht immer. Und für die Großen wäre es bestimmt auch nicht so leicht. :(
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mey11
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Re: AW: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthal

Beitrag von mey11 »

(((()))) ich habe leider keine Antworten, wollte dir aber einen ganz dicken Drücker da lassen. Ich hatte auch eine einseitige Facialis Parese vor 15 Jahren. Bis heute weiß keiner warum. Die HNO hätte mich damals stationär mit Cortisonbehandlung da behalten. Die Neurologen, bei denen ich quasi "eingecheckt" hatte, hatten aber eine andere Strategie mit Elektroreizen und viel Ruhe und Wärme. Nach 8 Wochen ging es bei mir dann zurück. Eventuell noch andere Meinungen einholen?
Alles Gute dir!!!
Mey mit quirliger Maus (06/2013)
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fritzchen69
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von fritzchen69 »

(((()))) Ich habe leider auch keine Antworten auf deine Fragen. Aber ich "kenne" eine Mama aus einem anderen Forum, die hatte das gleiche und bekam ebenfalls eine Kortisontherapie und noch vieles mehr. Es dauert wohl sehr, sehr lange, bis alles wieder gut wurde. Aber abgestillt hat sie definitiv nicht, das weiß ich genau. Und genau das wollte ich dir schreiben, um dir Mut zu machen! Es ist schon schlimm genug, so eine blöde Krankheit zu haben. Aber wenn die Kinder dann deswegen auch noch unglücklich sind, dann ist alles um so schlimmer.
Ich wünsche dir alles Gute!
Lieben Gruß
fritzchen69
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SchneFiMa
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von SchneFiMa »

Ich möchte dir alles Gute wünschen und gute Besserung!

Frage bitte deinen behandelnden Arzt, ob und wann eine logopädische Behandlung der Facialisparese sinnvoll ist. Unter Umständen kann dieses unterstützend wirken.
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von SchneFiMa »

Hallo MamaBubu,

Ich werde mich später bei dir melden.
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von SchneFiMa »

Hallo MamaBubu,

Wie geht es dir denn heute? Haben sich deine Symptome verbessert? Morgen hast du den Termin bei deinem Hausarzt, ja?
MamaBubu hat geschrieben: Das ganze wirft einige Fragen auf.
1. Ist es egal, ob ich direkt nach der Einnahme der Cortison-Tablette stille? Spielt es eine Rolle wann ich stille für die Menge, die bei meinen Kindern ankommt?
Kannst du mir bitte die genaue Medikamentenbezeichnung und -dosierung mitteilen?
Das Stillen bei einer so kurzen Zeit der Medikamentengabe meist kein Problem, auch wann du stillst, ist egal.
MamaBubu hat geschrieben:2. Ich versuche gerade mit einer Handpumpe abzupumpen, um einen Vorrat anzulegen. Irgendwie klappt das nicht besonders gut. Normalerweise habe ich keine Probleme mit zuwenig Milch. Ich stille zwei Kinder und habe eigentlich auch einen starken MSR. Aber nicht bei der Pumpe. Ich habe gerade mal 100ml gepumpt. Gibts da irgendwelche Tricks? Wann pumpt man am Besten? Also wie lange nach dem Stillen ist wieder genügend Milch da?
Es ist häufig so, dass man trotz guter Milchbildung und problemlosen Stillens nicht gut abpumpen kann. Hast du die 100ml in einem Zug abpumpen können? Falls ja, ist diese Menge aber phänomenal bombastisch gut, vor allem, da du auch mit einer Handpumpe pumpst. Welche Pumpe benutzt du?
Es gibt keine Mindestabstände dafür, die Milch muss sich nicht "auffüllen" oder sowas, deshalb ist "kurze Zeit" nach dem Pumpen normalerweise Stillen wieder problemlos möglich. 15-20 Minuten zum Beispiel reichen vielen Frauen da als "kleine Nervenpause" aus.
MamaBubu hat geschrieben:3. Der Kleine isst zwar bei unseren Mahlzeiten mit, aber die Mengen sind sehr überschaubar. Es ist keine einzige Stillmahlzeit ersetzt. Ich stille einfach nach Bedarf. Und das ist noch echt häufig. Ich kann gar nicht abschätzen welche Menge Muttermilch ich vorrätig haben müsste um evtl fast 24 Stunden zu überbrücken.
Es ist gut, dass er schon vom Tisch isst, das entspannt die ganze Situation doch sehr. Er kann weiterhin mehrere Mahlzeiten angeboten bekommen, dazu ruhig andere Getränke, wie z.B. Wasser oder Kuhmilch. Wenn er 24 Stunden lang ausnahmsweise keine Muttermilch bekommt, ist das in dem Alter ernährungsphysiologisch überhaupt kein Problem. Deshalb brauchst Du Dir wirklich keinen Stress damit zu machen, jetzt eine bestimmte Menge an Muttermilchvorrat o.ä. zu stellen.
MamaBubu hat geschrieben:4. Wie könnte man ihm die abgepumpte Milch überhaupt verabreichen? Er kennt bisher keine Fläschchen und aus dem Becher kann er auch noch nicht besonders gut trinken. Da landet das meiste daneben.
Dein Sohn ist in einem Alter, in dem ihr ruhig versuchen könnt, ihm immer wieder etwas aus einem Becher/einer Tasse zu geben. Oft wollen die Kinder das ja dann auch schon versuchen. Bleibt dran und versucht es immer wieder.
MamaBubu hat geschrieben:5. Wie wäre es für mich wenn ich so lange nicht stille? Ich müsste vermutlich auch zwischendurch abpumpen um nicht zu platzen? Wenn ich 24Stunden nicht stille wird die Milch nach fast drei Jahren stillen, ja wohl nicht plötzlich weg bleiben,oder?
Nein, deine Milch wird auf keinen Fall wegbleiben. Es ist von Vorteil, wenn du zwischendurch abpumpen oder ausstreichen kannst. Wie du schon schreibst, kann sonst die Brust unangehm spannen. Wenn du keine Möglichkeit hast zum Abpumpen, kannst du überschüssige Milch auch ausstreichen.


Ich wünsche dir, dass deine Termine morgen nicht allzu stressig sind. Wenn du danach (natürlich auch davor :D ) noch Fragen hast, kannst du dich gerne melden.

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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von SchneFiMa »

Hallo, wie geht es dir heute? Wie waren deine Termine?

Viele Grüße von SchneFiMa
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von MamaBubu »

Danke der Nachfrage!
Der Augenarzt ging sehr schnell. Ich musste gar nicht lange warten. Beim Sehtest fiel mir auf, dass ich links alles sehr verschwommen sehe, aber das liegt wahrscheinlich auch an den Augentropfen. Die Ärztin meinte die Ergebnisse wären gut und hat mir für die Nacht Uhrglasverbände verschrieben, da sich das Augenlid nicht richtig schließen lässt.Tagsüber soll ich nach Bedarf die Augentropfen anwenden und muss nix drauf machen. In zwei Wochen soll ich wieder kommen.
Beim Hausarzt bin ich auch schnell dran gekommen. Schon gestern hatte ich telefonisch erfahren, dass ich keine Borreliose habe. Ich habe vorgeführt, dass ich meinen linken Mundwinkel leicht bewegen kann und erzählt, dass das Druckgefühl über dem Ohr verschwunden ist. Nun muss ich vorerst nicht ins Krankenhaus. Man weiß immer noch nicht die Ursache. Aber ich vermute stark, dass der Infekt, der jahrelange Schlafmangel,zu wenig Entlastung im Alltag Stress und Streitereien mit meinem Partner und seine vielen Dienstreisen und Überstunden alles zusammen einfach zu viel für mich waren. Zu viel Druck, Nerven überstrapaziert. Ich habe hier in letzter Zeit einfach fast alles alleine gemacht und das ist jetzt wirklich ein sehr deutliches Warnsignal, dass sich dringend was ändern muss.
Der Hausarzt hat mir Physiotherapie aufgeschrieben, ich muss mich jetzt mal um Termine kümmern. Montag soll ich wieder hin und er kümmert sich darum, dass ich schnell einen Termin fürs MRT bekomme. Und er hat auch ein bisschen an meiner Halswirbelsäule herumgedrückt. Er meinte es könnte auch von Verspannungen herrühren. Das wäre auch plausibel, den das erste Mal, als ich das Druckgefühl hinterm Ohr verspürte lag ich gerade verspannt neben meiner Tochter in der Hoffnung sie möge endlich einschlafen, bevor der Kleine wieder aufwacht.., Danach hat es beim bewegen des Kopfes auch einige Male ziemlich geknackt..
Ich bin sehr erleichtert, dass ich nicht ins Krankenhaus muss, denn heute morgen waren die Kinder schon durch meinen frühen Termin beim Augenarzt so durcheinander und mein Partner ist damit heillos über fordert. Wenn ich mir vorstelle, was das abends und nachts für ein Chaos und Geschrei gäbe...
Der Kleine mag das Stillen ernährungsphysiologisch vielleicht nicht mehr zu brauchen, aber im Moment stillt er gerade in der Nacht unheimlich viel. Am Abend wenn ich gerade bei der Großen bin und er wach wird, lässt er sich von Papa nicht beruhigen. Und andersrum genau so. Meine Tochter brüllt: "Nein, meine Mama soll kommen!"

Das Medikament, dass ich einnehme heißt übrigens Prednisolon und ich nehme morgens und abends jeweils 25mg.
Heute Abend kann ich meine Augenbraue leicht hochziehen! :D

Alles etwas wirr, ich schicke es jetzt einfach trotzdem ab.

Danke für Eure Anteilnahme!
Motte (*01/2013) und Muckel (*12/2014)
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SchneFiMa
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von SchneFiMa »

Guten Abend, wie war dein Tag heute?

Das Prednisolon ist in Verbindung mit dem Stillen unbedenklich.

Ich kann deine Erleichterung nachvollziehen, schön, dass dir der Krankenhausaufenthalt erspart bleibt.

Hast du noch Fragen hinsichtlich des Stillens? Du kannst dich jederzeit gerne melden.

Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung!
SchneFiMa mit
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den zwei Burschis 26.02.18
kerstin10
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Re: Fazialisparese, Cortison, evtl. Krankenhausaufenthalt

Beitrag von kerstin10 »

Ich hatte vor Jahren auch mal eine Facialisparese. Bei mir war die Ausprägung nicht so stark. Trotzdem doof. Letzlich hat mir niemand die Ursache sagen können. Ich habe auch Cortison bekommen und Übungen.
Was mir geholfen hat, war eine osteopathische Behandlung. Meine peersönliche Theorie ist, daß es keine Infektion war, sondern der Nerv durch Faszien (Bindegwebe) eingequetscht war und das durch die osteopathische Behandlung gelöst wurde. Danach wurde es nämlich stetig besser. Und war nach einigen Wochen (1-2 Monate?) ganz weg. Der Neurologe konnte mit meiner Theorie natürlich nicht viel anfangen, hatte aber selber keine Idee.
Was ich sagen will, so wie Du den Beginn Deiner Symptome beschreibst, wäre Osteopathie oder ähnliches bei Dir vielleicht durchaus auch eine Idee?
Mama mit großem Bären 2009
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