Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Nochmal zum Thema: ich habe mich die Tage gefragt, was so schlimm daran ist, wenn man als Erwachsener nicht alles isst, sondern wählerisch ist. Oft höre ich hier raus, dass Kinder probieren müssen, mit dem Ziel, es zu mögen, eben damit sie dann später möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zubereitungsarten mögen. Aber ist das wirklich wichtig? Und: ist es wirklich der Fall, dass die meisten Erwachsenen kommentarlos alles mögen und essen?
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Glückliche
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Glückliche »

ich LASSE meine Kinder probieren, und damit sie es auch selber WOLLEN, mache ich es vor - ich esse was und sage, wie toll es schmeckt. Wenn die Kids es auch mögen, dann freue ich mich. Wenn nicht, dann ist es eben so.
Man die Kinder gehorsam machen, ohne autoritär zu sein.
Die Kids machen ihren Eltern sowieso vieles nach, deshalb seid Vorbilder für eure Kids :D
Lösche Benutzer 17612

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Also auf DIE Idee sind wohl schon fast alle Eltern von schwierigen Essern gekommen;) die Standardantwort von Klein-Probiernix : " Dir vielleicht. Mir nicht!"
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sakura hat geschrieben:Nochmal zum Thema: ich habe mich die Tage gefragt, was so schlimm daran ist, wenn man als Erwachsener nicht alles isst, sondern wählerisch ist. Oft höre ich hier raus, dass Kinder probieren müssen, mit dem Ziel, es zu mögen, eben damit sie dann später möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zubereitungsarten mögen. Aber ist das wirklich wichtig? Und: ist es wirklich der Fall, dass die meisten Erwachsenen kommentarlos alles mögen und essen?
Ich denke nicht, dass es darum geht. Und wenn Dinge komisch, befremdlich, ekelig aussehen oder riechen, ist es ja völlig normal, dass Kinder wie Erwachsene Vorbehalte haben und dem ersten Impuls der Abneigung folgen. Es geht mir eher darum, dass ich bei manchen Dingen davon ausgehe, dass meine Kinder sie sicher mögen und man kann sich über vieles doch erst ein Bild machen, wenn man es erlebt/ausprobiert. Mein Sohn liebt zB saftiges, süßes Obst: weiche Birnen, Weintrauben, Khaki... Und ich dachte, dass Wassermelone voll in sein Beuteschema passt. Deswegen habe ich im Sommer, als wir häufiger Wassermelone gegessen haben, aber er ohne sie je probiert zu haben immer sagte "Das mag ich nicht!" Darauf sage ich dann schon "Du kannst doch nicht wissen, dass es dir nicht schmeckt, wenn du es nicht probiert hast. Deswegen probier doch einfach mal!" - und keine Panik: mein Sohn hat die Melone nicht gegessen. Er wurde nicht gezwungen, hat such nicht genötigt gefühlt mir zuliebe zu probieren und durfte trotzdem Kekse essen.
Darum geht es mir: ich kann doch nur beurteilen, was ich kennengelernt habe! - Ich lasse aber auch gelten, dass es grundsätzliche Vorbehalte geben kann: dass man kein Tier, keine Innerein, nichts seltsam aussehendes essen mag, weil sich schon vor dem Probieren Abneigungen breit machen.
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sakura hat geschrieben:Nochmal zum Thema: ich habe mich die Tage gefragt, was so schlimm daran ist, wenn man als Erwachsener nicht alles isst, sondern wählerisch ist. Oft höre ich hier raus, dass Kinder probieren müssen, mit dem Ziel, es zu mögen, eben damit sie dann später möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zubereitungsarten mögen. Aber ist das wirklich wichtig? Und: ist es wirklich der Fall, dass die meisten Erwachsenen kommentarlos alles mögen und essen?
Also darum geht es mir nie. Es hat ja keinen Wert an sich, möglichst viel zu mögen. Aber es stimmt ja nunmal: Dinge, die ich nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen. Dabei finde ich grundsätzliche Abneigungen (dass man kein Tier essen mag, keine Innerein, nichts, was seltsam aussieht oder dessen Geruch Unbehagen verursacht). - Aber mein Sohn liebt grundsätzlich saftige und süße Obstsorten - weiche Birnen, Trauben, Khaki... Im Sommer haben wir oft Wassermelone gegessen, die er stets ablehnte mit den Worten "Das mag ich nicht". Und da sage ich schon "Du kannst nicht wissen, ob du es nicht magst, wenn du nicht probiert hast. Also probier doch erstmal!" - Und keine Sorge: ich habe ihn nicht gezwungen, er hat sie nicht nur zuliebe gegessen und er dufte trotzdem Kekse essen. ;-)
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sorry, das war jetzt doppelt, dachte mein 1. Beitrag wäre verschwunden...
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Pupu
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pupu »

Sakura hat geschrieben:Nochmal zum Thema: ich habe mich die Tage gefragt, was so schlimm daran ist, wenn man als Erwachsener nicht alles isst, sondern wählerisch ist. Oft höre ich hier raus, dass Kinder probieren müssen, mit dem Ziel, es zu mögen, eben damit sie dann später möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zubereitungsarten mögen. Aber ist das wirklich wichtig? Und: ist es wirklich der Fall, dass die meisten Erwachsenen kommentarlos alles mögen und essen?
Mir persönlich geht es nicht darum, was meine Kinder als Erwachsene später mögen und essen sollen. Das ist mir relativ schnurz. Mir persönlich geht es vielmehr darum, dass man nicht einen Blick wirft und sofort sagt "nee, mag ich nicht". Sondern dass man Dingen wenigstens eine Chance gibt, anstatt eine "was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht"-Mentalität zu entwickeln.

Um mal ein ganz extremes Beispiel zu nennen: wenn meine Kinder in einer hellhäutigen Umgebung aufwachsen, und plötzlich begegnet ihnen jemand mit asiatischem Aussehen oder dunkler Hautfarbe, will ich ja auch nicht, dass sie sofort sagen: "kenn ich nicht, mag ich nicht, ist doof". Denn auch hinter dem ungewohnten Aussehen steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein netter Mensch. Das erkennt man aber nicht, indem man ihn anschaut und gleich urteilt, ihn nicht zu mögen. Sondern das erkennt man dann, wenn man ihm freundlich zulächelt und mit ihm redet. Wenn sich dann herausstellt, dass er unsympathisch und man absolut nicht auf einer Wellenlänge ist: kein Problem. Aber wenn man ihn vorverurteilt, wird man es nie herausfinden.

Und genau darum gehts mir beim Essen probieren. Ich will nicht, dass ein Blick in den Topf geworfen wird und gleich "iiih" geschrien wird. Das ist vorverurteilen. Deshalb sage ich, sie sollen es doch wenigstens probieren. Das führt immerhin dazu, dass sie es intensiver anschauen, daran riechen, und in den meisten Fällen auch ein Minibisschen davon in den Mund stecken zum Kosten. Wenn es dann tatsächlich nicht schmeckt: kein Problem! Wenn es nach intensiver Betrachtung so abstoßend riecht/ aussieht, dass selbst das Kostehäppchen zuviel Überwindung kosten würde: auch kein Problem! Dazu zwinge ich niemanden.

Wozu ich meine Kinder "zwinge", wenn man es so nennen will, ist ein Moment der näheren Betrachtung. Ich "zwinge" sie, dem Essen wenigstens eine Chance zu geben. Sie müssen es weder mögen noch essen - aber sie sollen sich ins Erwachsenenalter mitnehmen, dass man Dinge zumindest ein wenig intensiver betrachten sollte, ehe man ein Urteil darüber abgibt. Und eben nicht etwas aburteilen, weil es ungewohnt aussieht oder weil die große Schwester (oder sonstwer) es nicht gut findet.

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Kinsale
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Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Kinsale »

Pupu, ich finde nicht, dass man Essen (das man in den Mund stecken und sehr intensiv spüren und schmecken soll) mit der Begegnung mit Menschen unbekannten Aussehens vergleichen kann.
Ich kann auch offen auf Menschen zugehen, wenn ich ohne je probiert oder auch nur gerochen habe, wie Schnecken schmecken, ablehne welche zu essen. [emoji6]
Grünfrosch
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Grünfrosch »

Sakura hat geschrieben:Nochmal zum Thema: ich habe mich die Tage gefragt, was so schlimm daran ist, wenn man als Erwachsener nicht alles isst, sondern wählerisch ist. Oft höre ich hier raus, dass Kinder probieren müssen, mit dem Ziel, es zu mögen, eben damit sie dann später möglichst viele verschiedene Lebensmittel, Zutaten und Zubereitungsarten mögen. Aber ist das wirklich wichtig? Und: ist es wirklich der Fall, dass die meisten Erwachsenen kommentarlos alles mögen und essen?
Bei uns ist ja ja zum Glück nicht so extrem. Aber bei einem Kind, was z.B. jegliches Gemüse ablehnt, wäre ich wahrscheinlich auch unentspannt, einfach aus gesundheitlichen Gründen. Ich denke, zu einer gesunden Ernährung gehört eine gewisse Abwechslung, eine Vielseitigkeit. Es gibt ja wirklich Kinder, die extrem einseitig essen, da würde ich als Mutter auch versuchen, irgendetwas Neues zu finden, was das Kind mag. Aber dazu müsste es natürlich probieren und sich auf diese Sache einlassen.

Ansonsten wäre es toll, wenn die Kinder vieles probieren, weil es mir das Kochen erleichtern würde. :lol: Ich selbst mag sehr viele unterschiedliche Dinge und bin es allmählich leid, so viele leckere Gerichte selten bis nie zu machen.

Ach und noch ein Grund: ich kann es bei manchen Sachen nicht nachvollziehen, dass die Große nicht probieren möchte. Einige Gerichte, die sie regelmäßig eingefordert hat, die ihre Lieblingsgerichte waren, rührt sie jetzt plötzlich nicht mehr an. Das kann ich überhaupt nicht verstehen. Ist euch sowas auch passiert? Bei uns ist es z.B. Milchreis. Den musste ich sonst regelmäßig kochen, mindestens 1-2mal im Monat. Jetzt mag sie ihn überhaupt nicht mehr, kann mir aber auch nicht erklären, was sie nicht mag (Konsistenz, Geschmack...).
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mamoto
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von mamoto »

Gerade zum Beispiel Melone nicht probieren und sagen man mag sie nicht: ich kann den Geruch von Honig und Zuckermelonen nicht ausstehen. Ohne sie je probiert zu haben, kann ich ganz sicher sagen, ich mag sie nicht. Weil mich der Geruch ( so ists auch bei Käse und Fleisch und was weiß ich noch) abstößt. Und Wassermelone riecht auch sehr stark. Ich kann das Kind also gut verstehen.
Ich trinke übrigens auch keinen Sekt, weil der für mich stinkt. Hab es irgendwann mal an Silvester probieren sollen ( so mit 20) und musste spucken. Fazit: riecht komisch, kann ich nicht ohne brechreiz essen/trinken. Oh und ich habe sehr häufig ein Problem mit der Haptik beim essen. Ich kann echt nix essen, was glibberig ist. Nix. Kein Pudding, kein Milchreis, nix in der Art. Also wollte ich auch noch nie Austern probieren, weil die eben leider schon so aussehen wie wackelpudding und mir bei der Vorstellung das essen zu müssen leider schon wieder schlecht wird.
Warum gesteht man sowas also Kindern nicht zu? Nur weil sie es noch nicht so erklären können?

Zum Gerichte essen die vorher lecker waren: hab ich hier auch und ich war auch als Kind so. Ich habe zb als 2 jährige noch Spinat gegessen. Mit 3 nicht mehr, meine Mama erzählte, dass meine Kindergartenfreundin mal sagte, dass sie keinen Spinat isst und ich seitdem auch nicht mehr. Ich weiß es nicht ;-)
Mein Sohn fing zb irgendwann von sich aus an gar kein Fleisch mehr zu mögen ( der kleine aß es eh noch nie, aber das war vor seiner Zeit schon beim Großen), jetzt isst er plötzlich weder Weizen noch Dinkel ( immerhin noch Reis) dafür aber oh Wunder plötzlich Kartoffeln, die er immer nicht probierenswert fand. Und er hat letzte Woche ne Maultasche von sich aus probieren wollen. Bei denen sagte er mir seit 5 Jahren, dass die echt eklig aussehen würden uns jetzt isst er sie ;-)
Ich bleibe also erstmal gelassen ( noch isst er ja und zum Glück sogar Gemüse und ganz viel Obst ;-)) und warte einfach drauf, dass es sich bei ihm wie bei mir damals eben auch, sicher noch bis zum Erwachsenenleben verändern wird.
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