Diskussionsthema vegan
Moderator: britje
- Lotti
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3200
- Registriert: 06.11.2011, 14:18
Re: Diskussionsthema vegan
Wir haben über tausend Quadratmeter Nutzgarten und können uns trotzdem nur für wenige Wochen im Sommer wirklich selbst versorgen. Wenn die Großeltern nicht kräftig helfen würden, wäre es auch schwierig die Arbeit zu bewältigen. Kartoffeln haben wir jedes Jahr ein großes Beet, die reichen dann von der Ernte bis ca. Weihnachten.
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
-
Yvi19
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 151
- Registriert: 23.08.2011, 21:58
Re: Diskussionsthema vegan
Ja, wobei es mit einer durchdachten Planung theoretisch schon möglich sein müsste etwa 4 Personen mit 1.000 qm zu versorgen. Aber natürlich nur Gemüse. Familienselbstversorgung fand früher auch auf der Fläche statt.
Ich habe bisher nur ein paar kleine Beete zum spass.
Ich habe bisher nur ein paar kleine Beete zum spass.
- Lotti
- Profi-SuTler
- Beiträge: 3200
- Registriert: 06.11.2011, 14:18
Re: Diskussionsthema vegan
Klar, wir könnten den Platz natürlich besser nutzen, sind ja nicht alles Beete. Aber dann gibt es trotzdem Tomaten nur im August und September und im Juli kommen uns die Zucchini zu den Ohren raus und wenn ich nicht aufpasse fressen die Schnecken eine komplette Aussaat Salat. Dieses Jahr hatten wir jede Menge Gurken, nächstes Jahr vielleicht nur die Hälfte. Bohnen gehen immer gut, aber die mag ich auch nicht täglich essen...
S. mit Töchtern (März 2012 und Dezember 2015)
-
Yvi19
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 151
- Registriert: 23.08.2011, 21:58
Re: Diskussionsthema vegan
Ja klar.
Man muss da ja auch unterscheiden. Das eine ist der Geschmack. Ich denke da werden dir viele sagen, dass bio und regional natürlich bedeutet, dass man im Dezember ja keine Erdbeeren braucht. Das bedeutet dann auch, dass man nur wenige Monate im Jahr Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika etc. Isst. Viel ginge dann natürlich wieder übers einkochen.
Das andere ist der ernteausfall.
Aber realistisch ist das sowieso nicht, weil das nunmal fast keiner will.
Man muss da ja auch unterscheiden. Das eine ist der Geschmack. Ich denke da werden dir viele sagen, dass bio und regional natürlich bedeutet, dass man im Dezember ja keine Erdbeeren braucht. Das bedeutet dann auch, dass man nur wenige Monate im Jahr Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika etc. Isst. Viel ginge dann natürlich wieder übers einkochen.
Das andere ist der ernteausfall.
Aber realistisch ist das sowieso nicht, weil das nunmal fast keiner will.
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Diskussionsthema vegan
So viel hat man aber in keiner StadtYvi19 hat geschrieben:Ja, wobei es mit einer durchdachten Planung theoretisch schon möglich sein müsste etwa 4 Personen mit 1.000 qm zu versorgen. Aber natürlich nur Gemüse. Familienselbstversorgung fand früher auch auf der Fläche statt.
Ich habe bisher nur ein paar kleine Beete zum spass.
Und von der Zeit mal abgesehen.
-
Lösche Benutzer 17612
Re: Diskussionsthema vegan
Meine Schwiegerfamilie hatte zu Nachkriegszeiten einen -mehr oder weniger-Selbstversorgerhof. Eigenes Gemüse, Obst, machten ihren Wein selbst, hatten Schweine, Geflügel und Hasen. Da wir ja auf diesem Hof wohnen träumt(e) mein Mann immer wieder davon, dass das ja ganz toll gewesen sei und er gerne auch so selbstständig wäre. Den Zahn haben ihm meine Schwiegereltern mal schnell gezogen, denn das bedeutet einen ganz massiven Einschnitt in unsere Bequemlichkeit und vor allem unseren finanziellen Wohnstand. Kein fester Feierabend, kein Wochenende, in so kleinem Stil auch keinen Urlaub ( wovon soll der Helfer bezahlt werden?), die Kinder MÜSSEN mit anpacken ob sie Lust haben oder nicht ( zur Not auch mal Schule sausen lassen wenn Not am Mann ist). Die Versorgung der Alten lastet auf den Schultern der Kinder, die zahlreich sein müssen. Selbstverständlich bedeutet das auch die Pflege der Alten daheim wenn es nur für den Eigenbedarf reicht.
Im Winter waren Fleisch und Kartoffeln übrigens einer der Hauptenergielieferanten, da Getreide und Milch (Produkte) oft nicht zugekauft werden konnten und man z.B. das Schmalz etc. auch gut lagern konnte. Also nix mit vegetarisch. Von vegan ganz bzu schweigen. Außerdem waren Schweine "billige" Fleischlieferanten , da sie auch Reste gefressen haben und sie in ihrem Verschlägen schnell fett gefüttert werden konnten. Ebenso Gänse, die natürlich gestopft wurden um in Zeiten in denen das Futter gut zu bekommen war die Tiere möglichst fett zu bekommen um einen guten, haltbaren Energielieferanten für die harte Arbeit im Winter ( v.A, Holz machen) zu haben. Nüsse hat man hier nicht angepflanzt, und selbstverständlich auch keine Avocados etc.
Also, so arg romantisch war das damals nicht, und alle Alten waren froh dass sich das irgendwann geändert hat und mein Schwiegervater einer Erwerbsarbeit nachgegangen ist.
Im Winter waren Fleisch und Kartoffeln übrigens einer der Hauptenergielieferanten, da Getreide und Milch (Produkte) oft nicht zugekauft werden konnten und man z.B. das Schmalz etc. auch gut lagern konnte. Also nix mit vegetarisch. Von vegan ganz bzu schweigen. Außerdem waren Schweine "billige" Fleischlieferanten , da sie auch Reste gefressen haben und sie in ihrem Verschlägen schnell fett gefüttert werden konnten. Ebenso Gänse, die natürlich gestopft wurden um in Zeiten in denen das Futter gut zu bekommen war die Tiere möglichst fett zu bekommen um einen guten, haltbaren Energielieferanten für die harte Arbeit im Winter ( v.A, Holz machen) zu haben. Nüsse hat man hier nicht angepflanzt, und selbstverständlich auch keine Avocados etc.
Also, so arg romantisch war das damals nicht, und alle Alten waren froh dass sich das irgendwann geändert hat und mein Schwiegervater einer Erwerbsarbeit nachgegangen ist.
-
Lösche Benutzer 1828
Re: Diskussionsthema vegan
Und das meine ich ja schon lange - vegan leben hier geht nur, weil wir den Luxus haben, alles jederzeit kaufen zu können.
-
Yvi19
- hat viel zu erzählen
- Beiträge: 151
- Registriert: 23.08.2011, 21:58
Re: Diskussionsthema vegan
Das schrieb ich ja bereits einen Post weiter vorne.Sandküste hat geschrieben:So viel hat man aber in keiner StadtYvi19 hat geschrieben:Ja, wobei es mit einer durchdachten Planung theoretisch schon möglich sein müsste etwa 4 Personen mit 1.000 qm zu versorgen. Aber natürlich nur Gemüse. Familienselbstversorgung fand früher auch auf der Fläche statt.
Ich habe bisher nur ein paar kleine Beete zum spass.
Und von der Zeit mal abgesehen.
-
feuerdrache
- Prof. Dr. SuT
- Beiträge: 7784
- Registriert: 08.07.2010, 14:11
- Wohnort: Österreich
Re: Diskussionsthema vegan
So in etwa wars überall.EllenRipley hat geschrieben:Meine Schwiegerfamilie hatte zu Nachkriegszeiten einen -mehr oder weniger-Selbstversorgerhof. Eigenes Gemüse, Obst, machten ihren Wein selbst, hatten Schweine, Geflügel und Hasen. Da wir ja auf diesem Hof wohnen träumt(e) mein Mann immer wieder davon, dass das ja ganz toll gewesen sei und er gerne auch so selbstständig wäre. Den Zahn haben ihm meine Schwiegereltern mal schnell gezogen, denn das bedeutet einen ganz massiven Einschnitt in unsere Bequemlichkeit und vor allem unseren finanziellen Wohnstand. Kein fester Feierabend, kein Wochenende, in so kleinem Stil auch keinen Urlaub ( wovon soll der Helfer bezahlt werden?), die Kinder MÜSSEN mit anpacken ob sie Lust haben oder nicht ( zur Not auch mal Schule sausen lassen wenn Not am Mann ist). Die Versorgung der Alten lastet auf den Schultern der Kinder, die zahlreich sein müssen. Selbstverständlich bedeutet das auch die Pflege der Alten daheim wenn es nur für den Eigenbedarf reicht.
Im Winter waren Fleisch und Kartoffeln übrigens einer der Hauptenergielieferanten, da Getreide und Milch (Produkte) oft nicht zugekauft werden konnten und man z.B. das Schmalz etc. auch gut lagern konnte. Also nix mit vegetarisch. Von vegan ganz bzu schweigen. Außerdem waren Schweine "billige" Fleischlieferanten , da sie auch Reste gefressen haben und sie in ihrem Verschlägen schnell fett gefüttert werden konnten. Ebenso Gänse, die natürlich gestopft wurden um in Zeiten in denen das Futter gut zu bekommen war die Tiere möglichst fett zu bekommen um einen guten, haltbaren Energielieferanten für die harte Arbeit im Winter ( v.A, Holz machen) zu haben. Nüsse hat man hier nicht angepflanzt, und selbstverständlich auch keine Avocados etc.
Also, so arg romantisch war das damals nicht, und alle Alten waren froh dass sich das irgendwann geändert hat und mein Schwiegervater einer Erwerbsarbeit nachgegangen ist.
Kinder bereits früh zur Mithilfe. Mit 6 Jahren Traktor fahren? Echt kein Problem, war normal.
Wochenbett? Meine Großmutter hat freitwillig im Krankenhaus entbunden, denn da wurde sie 10 Tage lang bekocht und durfte sich erholen. Daheim war sofort das Kind abzugeben und die Familie zu versorgen. Stillen im 4 Stunden Takt, und frühe Beikost. Denn Mama musste arbeiten. Auch als Hochschwangere oder Frischentbundene. War normal so.
Meine andere Großmutter hat am Feldrand dann eine Frühgeburt erlitten. Die Kartoffelernte ist ja doch ganz schön anstrengend. Das Kind hats leider nicht überlebt. Das war auch normal.
Und wenn jetzt wieder soviel Handarbeit sein soll- nach welchem Massstab wird entschieden wer das machen soll? Werden die Kinder mit 10 Jahren getestet und dann entschieden wer studieren darf? Kinder die in der Landwirtschaft mithelfen müssen haben weniger Zeit zum Lernen. Damit sind die Noten auch meistens nicht so gut. Damit die Chance auf ein Studium bei gleicher Begabung nicht so groß. Dann sind wir wieder im Mittelalter, wo die Geburt in einen Stand den weiteren beruflichen Werdegang festgelegt hat. Das gibt's auch noch in sehr vielen Gesellschaften dieser Erde. Wenn du als Bauernkind auf die Welt kommst dann bleibt dir nur harte Arbeit. Und kaum eine Chance auf Ausbildung.
In meiner Familie hat mir meine Großmutter noch von der Leibeigenschaft erzählt, da wurden echt noch Geschichten darüber überliefert. Ich bin da also echt geschädigt. Und sehe eine moderne Leibeigenschaft vor mir.
Wobei ich es ja wichtig finde weniger Fleisch zu essen, nachzudenken was man isst. Und Konsequenzen daraus zu ziehen. Die industrialisierte Ernährung ist ja schon ein riesiges Problem. Das kann nicht gesund sein mit den ganzen Zusatzstoffen.
Nur
Extreme finde ich nicht gut. Die Wahrheit liegt für mich irgendwo dazwischen.
-
Lösche Benutzer 17612
Re: Diskussionsthema vegan
Ganz abgesehen davon: ich bin schwer begeistert. Wir sind ja echt ein Kaff, allerdings hat bei uns hier am Doorfrand nun ein Supermarkt meiner Träume eröffnet:
Gemüse und Obst regional wenn möglich, der Rest meist Bio (ich hab dort gestern eine leckere Demeter unhomogenisierte Heumilch-Frischmilch gekauft ), Fleisch und Geflügel gibt es von Höfen aus der Region oder Bio, und die werden auch von einer Bio-Bäckerei aus der Region beliefert die uuuuuuuuuuuuuuuunglaublich leckeren Biemenstich macht.
Das Angebot an veganen Lebensmitteln ist ebenfalls riesig. Trotzdem führen sie die beliebtesten konventionellen Lebens-und Drogerieartikel parallel, sodass ich nun tatsächlich nur noch einen einzigen Supermarkt anfahren muss um wirklich ALLES zu bekommen, was mein Mann, die Kinder und ich mögen und in der Qualität, in der ich es möchte. Darüber musste ich mich jetzt doch mal hier freuen, denn im Dorf -naja, sagen mir die sind nun weniger enthusiastisch und einfach nur froh, dass sie ihr Klopapier jetzt wieder ohne Auto kaufen können.
Gemüse und Obst regional wenn möglich, der Rest meist Bio (ich hab dort gestern eine leckere Demeter unhomogenisierte Heumilch-Frischmilch gekauft ), Fleisch und Geflügel gibt es von Höfen aus der Region oder Bio, und die werden auch von einer Bio-Bäckerei aus der Region beliefert die uuuuuuuuuuuuuuuunglaublich leckeren Biemenstich macht.
Das Angebot an veganen Lebensmitteln ist ebenfalls riesig. Trotzdem führen sie die beliebtesten konventionellen Lebens-und Drogerieartikel parallel, sodass ich nun tatsächlich nur noch einen einzigen Supermarkt anfahren muss um wirklich ALLES zu bekommen, was mein Mann, die Kinder und ich mögen und in der Qualität, in der ich es möchte. Darüber musste ich mich jetzt doch mal hier freuen, denn im Dorf -naja, sagen mir die sind nun weniger enthusiastisch und einfach nur froh, dass sie ihr Klopapier jetzt wieder ohne Auto kaufen können.