Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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dulles
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Re: AW: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von dulles »

Talismama, du sagst du würdest in real life niemals etwas sagen. ich denke die wenigsten hier würden das tun. der unterschied zu dieser Diskussion ist, dass hier jemand extra ein Thema eröffnet hat, um diese Frage zu stellen. dann ist man ja wohl an verschiedenen Meinungen interessiert. wenn dich das nicht tangiert, weil du eine adäquate Lösung für dich und dein kind gefunden hast, ist doch alles gut und du brauchst dir die Oberlehrer nicht antun.

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Lösche Benutzer 1828

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Schnels hat geschrieben:
Sandküste hat geschrieben:Ich möchte und ich will sind hier zwei verschiedene DInge. Und bei keinem kann ich erwarten, dass da "Folge geleistet" wird.
Das weicht jetzt hier ein bisschen vom Thema ab, aber ich bin gerade darüber gestolpert und es hat mich interessiert: wie sagst Du es denn, wenn der anderem deinem Wunsch Folge zu leisten hat, weil es nämlich um DEINE Grenzen geht? Also auf dir rumturnen, an deinem ohrläppchen fummeln/ziehen oder was auch immer dich in einem Moment nervt. Und auf vorherige normale Ansage oder Bitte hat das Gegenüber nicht aufgehört.
dann nachdrücklich ICH WILL - ich möchte formuliert für mich einen Wunsch, kein Verlangen......
Aber natürlich kommt es halt auch darauf an, wie man es sagt.
Es gibt Dinge, die kann ich nicht ertragen- dazu gehört das Gefummel und Gekletter früher. Das kommuniziere ich dann auch so, eher sehr deutlich. Das musste ich nie oft sagen. Ich denke, ich bin da recht klar gewesen. Ich ging dann auch mal oder habe das Kind runtergesetzt.
Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Sandküste hat geschrieben:Du findest den Ton Oberlehrerhaft, ich finde Deinen Ton gerade trotzig - und nun? :)
Du schreibst das sehr richtig. Ich finde DEN Ton oberlehrerhaft. Ich habe mich auf niemanden hier bezogen, obwohl mein Eindruck sicher von dem ein oder anderen Kommentar hier herrührte - ich habe aber keinen konkreten Namen im Kopf, weil ich niemanden persönlich angreifen will, sondern einfach einen Eindruck schildere, ETWAS, was mich nervt. Den Schuh muss sich also niemand anziehen, es muss sich niemand persönlich engegriffen fühlen, weil ich mich auf niemanden konkret bezog.

Du sprichst aber von mir. Auch der Hinweis mein VErhalten käme arrogant rüber (von wem, weiß ich nicht), war auf mich persönlich bezogen. Das ist ein Unterschied.

Ich bin überhaupt nicht persönlich geworden, weil ich niemanden direkt angesprochen habe und noch nichtmal jemanden konkret gemeint habe.
Lösche Benutzer 1828

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

Ich wollte damit nur sagen, dass man auch oft selber dafür verantwortlich ist, wie es bei einem ankommt. Nicht nur der Sprecher, auch der Hörende ist dafür verantwortlich, wie etwas aufgefasst wird. Es spielt auch gerade beim Lesen so viel persönliche Interpretatin damit rein.
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Amber
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Amber »

Zurück zur Ausgangsfrage: meine Kinder dürfen alles probieren, müssen es aber nicht. Allerdings gibt es auch keine "Extrawurst" sondern dass was auf dem Tisch steht. Wenns Mittagessen partout nicht schmeckt, gibts ein belegtes Brot zum Satt werden. Extra gekocht wird nicht.

Aufgefallen ist mir, dass es hier im Thema einerseits heisst, Kinder müssten mehrmals probieren bis es schmeckt, andererseits bieten einige Lebensmittel nicht mehr an, wenn das Kind sie einmal nicht gemocht hat. Mmmmmhhhh. Bei uns kommt alles mal wieder auf den Tisch, und ab und an wird aus dem Igitt-Essen ein neues Kinderleibgericht.
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Wortgewitter
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

EllenRipley hat geschrieben:
Sandküste hat geschrieben:Ich möchte und ich will sind hier zwei verschiedene DInge. Und bei keinem kann ich erwarten, dass da "Folge geleistet" wird. Immerhin sind es Menschen mit eigenem Willen und Vorstellungen. Und wenn sie das nun mal nicht probieren möchten und wollen, dann ist das halt so. Ich würde mich ja auch nie im Leben zu so was überreden lassen. Ich probiere, weil ich dann neugierig darauf bin. Würde mich jemand drängen, würde ich es NIE tun. Und es gibt Dinge, die würde ich nie, nie, nie im Leben probieren, da ekelt mich schon die Vorstellung enorm. Warum sollte das bei Kindern anders sein?
Hier muss nichts probiert werden, hier darf der Nachtisch auch vor der Hauptmahlzeit gegessen werden (wenn es welchen gibt, es gibt fast nie welchen) - alles egal. Trotzdem essen sie alle und werden satt und im Großen und Ganzen ist es wohl auch halbwegs ausgewogen. Je älter sie werden, desto mehr probieren sie auch. Ich denke, das ist ganz normal und auch zum Großteil ncoh Instinkt. Bekannte Dinge zu essen schützt halt vor Giftigem/Ungenießbarem. Sich dann überreden zu lassen, zeugt von großem Vertrauen gegebenüber dem Erwachsenen oder dem Überschreiten der eigenen Grenze.
Naja, ich erwarte schon dass Folge geleistet wird. bzw. hinter dem Nicht-Befolgen steht halt meist eine Konsequenz. Wer den Bruder haut, der muss ggf. aus dem Raum. Wer seine Schuhe nicht anzieht, kann nicht mit raus. Wer seine Zähne nicht putzt, bekommt abends nix Süßes mehr. Die Konsequenz kann auch einfach nur sein dass ich deshalb etwas angesäuert bin, das merken Kinder ja auch und es ist ihnen unangenehm.
Ebenso läuft es auch mit meinem Mann ( ich möchte dass Du den Müll rausbringst/den Fernseher leiser stellst damit die Kinder schlafen können...) ich äußere einen Wunsch und habe dabei NICHT die neutrale Sicht dass es mir egal ist, ob derjenige meinem Wunsch Folge leistet. Mir gegenüber werden ja auch solche Erwartungen formuliert.
Dann nennen wir es doch so, wie es ist: Du gibts Befehle und erwartest Gehorsam. Und bestrafst, wenn sie nicht gehorchen.
Denn das ist es. Gehorsam jedoch ist ausgesprochen schädlich, wie man heute weiß (und das wissen nicht nur Expert_innen, jede_r der_die mal gehorchen musste, kann dieses schreckliche Gefühl der Erniedrigung sicher noch gut abrufen).

Die gute Nachricht ist, ich kann ja einen Wunsch äußern ohne neutral zu sein. Ich hab zum Beispiel heute meinen Sohn gebeten, sein Frühstück fertig zu essen. Er sagte nein - mir war das wichtig, dass er es tut aber NOCH wichtiger ist mir die Beziehung zu meinem Sohn. Also hab ich überlegt, was ICH tun kann, um MEIN Bedürfnis zu erfüllen. Ich hab dann seine Sachen selber gegessen, nachdem ich gemerkt hatte, dass es mir darum ging, kein Essen wegwerfen zu wollen. Ich hatte ne Lösung und war zufrieden und niemand musste erniedrigt und gedemütigt werden und gehorchen.

ich schreibe das als Beispiel, um zu zeigen, dass es einen Weg aus der Idee, dass 'man' ja manche Sachen eben 'lernen müsse' und den sich daraus für die Beziehung zum Kind ergebenden Konsequenzen gibt.
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Wortgewitter
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Wortgewitter »

Hier übrigens auch: Meine Kinder müssen nicht probieren. Ich hab mir wie Miffi ne miese Essstörung eingefangen als Kind (bei sehr oberreflektierten :mrgreen: , lieben Eltern, die es echt nur gut meinten und mich sehr gesund ernähren wollten!) und reglementiere das Essen nicht. Meine Kinder werden in keiner Weise und in keine Richtung limitiert, und dadurch müssen wir sie nicht zum probieren auffordern. Einfach, weil das nicht nötig ist, sie probieren halt mal und mal nicht und fertig. Wir fragen höchstens mal nach, aber eben so, wie man 'ist es draußen kalt?' fragt - einfach als Info.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Ich habe quasi das Negativbeispiel in der näheren Familie, wie ein Kind eine Essstörung bekommen kann, gerade weil es nie probieren wollte und auch nicht dazu gedrängt wurde.
Obst in Rohform wird nicht gegessen, weil mag ich nicht.
Kuchen geht genau einer. Marmorkuchen. Vollkornbrot ist ihhhhh eklig. Rohes Gemüse? Ihhhhh. Was geht sind trockene Nudeln, Marmorkochen Toast mit Mortadella oder Marmelade und Fruchtzwerge. Das wird auch in die Schule mitgegeben, weil das Mittagessen mag sie da ja auch nicht. Und jetzt kommt sicher irgendwer, der mir erklären kann, dass diese kleine Siebenjährige Prinzessin sich irgendwann einmal gesund ernähren wird, weil das automatisch kommt. Dazu sollte man wissen, die Kleine ust grad mal 1,10 m mit 17kg. Immer die Kleinste immer die Zarteste. Die Eltern unterstützen das Verhalten und werden teilweise richtig biestig wenn nochmal die Nachfrage kommt, ob sie nicht doch probieren mag.
Ehrlich? Da zwinge ich mein Kind doch lieber zwei Stunden am Tag auf Süßigkeiten zu verzichten und wenigstens zu probieren, als hinterher so ein einseitig ernährtes Kind zu haben.
Und ja, da bin ich gerne die böse Mama die ihr Kind zwingt und ihre Macht missbraucht.

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Lösche Benutzer 5914

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 5914 »

Wortgewitter hat geschrieben: Dann nennen wir es doch so, wie es ist: Du gibts Befehle und erwartest Gehorsam. Und bestrafst, wenn sie nicht gehorchen.
Denn das ist es. Gehorsam jedoch ist ausgesprochen schädlich, wie man heute weiß.
Genau sowas meine ich. "Experten" im Hintergrund und Verurteilungen des Verhaltens anderer.

Dieses Statement finde ich von vorne bis hinten nicht okay.
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Grünfrosch hat geschrieben:Viele von euch schreiben ja, dass es normal ist, dass Kleinkinder ihren Speiseplan sehr einschränken und erst später wieder offener für neue Lebensmittel werden. Könnt ihr aus eurer Erfahrung mal schreiben, WANN das passiert ist?
Bei mir persönlich erst mit der Pubertät :lol:
Bei meiner Großen wurde es nach dem 4. Geburtstag plötzlich spürbar mehr, was sie mag, und auch was sie überhaupt probiert. Ich glaube aber, 4 ist zeitig.

Wo nehmt ihr immer die Geduld her?
Ich habe ausreichend lange im Ausland gewohnt und bin mit ausreichend vielen Gerichten konfrontiert worden, die mir noch im Erwachsenenalter Ekel gemacht haben. Und da muss man noch nicht mal japanische Küche probieren, da hat mir schon Spanien gereicht. Tapas-Essen, ganz typisch."Hier, probier mal". Ich probiere, und finde es so eklig, dass ich es gern ausspucken möchte. Geht nicht, als Erwachsene, in einer Tapas-Bar. Ich schlucke, und befürchte, mich übergeben zu müssen. Was es war? Schweineohr. Also nicht das süße Gebäck, sondern das knorpelige Tierteil. Ich brauche mich nur an das Gefühl zu erinnern. Oder das Gefühl, als ich das erste mal gerösteten Seetang pur probiert habe. Oder Natto. Jeder, der für Probierzwang ist, darf sich gern im gut sortierten Asialaden eine Packung Natto kaufen. Da sind geschätzt zwei Esslöffelchen drin, das sollte also durchaus machbar sein, das zu essen.

Nervt es euch nicht auch, wenn eure Gerichte abgelehnt werden?
Absolut! Daher habe ich im Zweifel IMMER ein Kinderessen in petto, oder eine Kinderversion dessen, was ich gekocht habe. Daher fordere ich eben nicht zum Probieren auf, und vermeide den dadurch entstehenden Druck und den resultierenden Ärger, wenn das Kind ablehnt. Ich koche, worauf ich Lust habe. Oft genug probieren die Kinder freiwillig, weil sie neugierig sind. Also SIE ergreifen die Initiative und bitten darum, probieren zu dürfen.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13

Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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