Probieren einfordern ja oder nein
Moderator: britje
- Kinsale
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Was für einen Umgang mit Süßigkeiten soll er denn lernen? Dass sie das erstrebenswerteste Essen überhaupt und daher knapp sind? Dass man immer etwas tun muss, um welche zu bekommen? Dass man immer unbedingt welche haben muss und sie absolut zur täglichen Ernährung dazu gehören?
Ich schätze, da seid ihr auf einem guten Weg [emoji6]
Sollte er aber lernen sollen, dass Süßigkeiten ein geschätzter Genuss sein können, der aber mit Ernährung nichts zu tun hat, solltet ihr vielleicht nochmal drüber nachdenken.
Was wäre denn so schlimm, wenn es einfach mal keine gibt, für euch alle? Dein Kind wäre das absolut erste, was dann verhungert, wenn es nicht mehr mit Süßigkeiten zum Essen erpresst würde, während es täglich ein abwechslungsreiches und gesundes Angebot an Nahrung gibt.
Ich schätze, da seid ihr auf einem guten Weg [emoji6]
Sollte er aber lernen sollen, dass Süßigkeiten ein geschätzter Genuss sein können, der aber mit Ernährung nichts zu tun hat, solltet ihr vielleicht nochmal drüber nachdenken.
Was wäre denn so schlimm, wenn es einfach mal keine gibt, für euch alle? Dein Kind wäre das absolut erste, was dann verhungert, wenn es nicht mehr mit Süßigkeiten zum Essen erpresst würde, während es täglich ein abwechslungsreiches und gesundes Angebot an Nahrung gibt.
- FuFu
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Ach so, das mit den Tränen, ist das echt so? Kann ich gar nicht so recht glauben, dass es da einen körperlichen Zusammenhang geben soll.
Klein-Fufu weint übrigens IMMER mit Tränen. Die kullern hier quasi sofort, manchmal schon bevor Geräusche kommen.
Und ich selber weine durchaus auch vor Wut. Sehr verwirrend für Männer, die sich dann nicht weiter streiten wollen, weil sie meinen ich sei traurig...
☆ mobil mit Klein-FuFu *12/12 ☆
Klein-Fufu weint übrigens IMMER mit Tränen. Die kullern hier quasi sofort, manchmal schon bevor Geräusche kommen.
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Klein-FuFu Dez. 2012
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- Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Pelufer, bitte nicht falsch verstehen. Ich will Dich nicht angreifen, ich mag nur gerade diskutieren um des Diskutieren willens.Pelufer hat geschrieben:Es geht bei uns ja nicht um einzelne Komponenten des essens sondern um die komplette Verweigerung des Abendessens. Und da lässt sich ein Muster erkennen. Hat er sich vorher auf Schoki, Gummibärchen oder ähnliches eingeschossen, gibt es Riesengebrüll mit mag nicht bah und Gekreische, wenn es etwas Neues gibt, guckt er, bah mag nicht und lässt sich zum Probieren überreden.
Angenommen, Du würdest alle Süßigkeiten verschenken, und keine kaufen, und ihr hättet nichts, wirklich nichts mehr im Haus. Auch kein Nutella, keine Marmelade... Was würde Dein Kind dann essen? Vielleicht eine Mahlzeit lang mal nichts. Aber eine Woche lang? Ist es gesundes Essverhalten, wenn ein Kind trotz Ekelgefühls etwas in den Mund steckt und schluckt, damit er an Süßigkeiten kommt?
Ich verstehe Dich, dass Du möchtest, dass Dein Kind gesundes Essverhalten lernt, ich bin mir nur nicht sicher, ob das der einzige Weg dahin ist. Und dass Zweijährige einen Speiseplan haben, der sich an einer Hand abzählen lässt, ist ziemlich normal, das berichten die meisten Eltern, das steht heutzutage sogar in Mainstream-Zeitschriften wie ELTERN, diverse Kindergarten-Magazine und co.
Sakura mit zwei tollen Mädels 04/11 und 05/13
Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)
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Lösche Benutzer 17774
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn mein Kind etwas ausspuckt, was es nicht mag. Macht er auch oft, da mache ich überhaupt mein Thema daraus, halte meine Hand auf und tue es weg. Oder sage ihm freundlich, spuck es doch hier in die Schüssel, da kann alles rein, was du nicht magst (er sortiert auch alle Dinge von Teller, die er nicht essen mag, daher versuche ich, dass er das lieber in die Schüssel legt, als einfach von Teller runter pfeffern).Ananas hat geschrieben:Ich verstehe gerade nicht, was daran so schlimm ist, etwas auszuspucken, wenn man es nicht mag? Sagt ihr denn nie, probier mal?
Aber der Unterschied in meinen Augen zu dem was du beschreibst: mein Sohn ist es freiwillig, ohne Hinweis oder irgendein "probieren müssen/können/sollen".
Bei euch klingt es für mich so: probiere es bitte, obwohl du ja eigentlich nicht willst, aber wenn es dir dann im Mund so unangenehm/eklig/wasauchimmer ist, darfst di ausspucken und nachspülen.
Wie gesagt: würde man das zu mit sagen, würde ich wohl echt ärgerlich werden...
Da hab ich wirklich ne Abwehrhaltung, wenn ich das höre...
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- Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Sakura, es geht bei uns aber nicht um Ekel. Das ist vielleicht nicht so deutlich klar geworden.
Die Süßigkeiten sind der Aufhänger, aber nicht der wirkliche Grund für das abendliche Essen verweigern. Das wissen wir, weil wir es schon ausprobiert haben, ihn einfach gewähren zu lassen. Und es ist definitiv kein Ekel, sonst würde er nicht reinhauen wenn er erst probiert hat. Lustigerweise ist das Gummibärchen danach völlig uninteressant. Er isst es dann auch nicht.
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Die Süßigkeiten sind der Aufhänger, aber nicht der wirkliche Grund für das abendliche Essen verweigern. Das wissen wir, weil wir es schon ausprobiert haben, ihn einfach gewähren zu lassen. Und es ist definitiv kein Ekel, sonst würde er nicht reinhauen wenn er erst probiert hat. Lustigerweise ist das Gummibärchen danach völlig uninteressant. Er isst es dann auch nicht.
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Und er kann mit Leitern umgehen? Mit 2 Jahren? Wenn ich was verstecke, dann oben im Kleiderschrank, der ist 2.30 hoch, einfach ein Stuhl tut es da nicht. Mein Kind müsste in den Keller und die Garage und sich die Leiter holen, aufstellen und hochklettern. Dann würde es rankommen. Das traue ich jetzt aber keinem 2 jährigem zu. Für mich liest sich das wie ein Kampf. Bei uns gibt es Süßes ja, meist am Nachmittag zum Kaffee. Manchmal was leckeres Abends, selten halt. Die Große fragt von sich aus wenig, die Kleine dauernd. Ich sage dann durchaus nein, weil sie sich nicht regulieren kann.
Zum Probieren, auch hier wieder nur für die Kleine, die Große ist alles. Ich mache ihr ein wenig auf den Teller und sage, dass ich es schön fände, wenn sie probiert. Tut sie es nicht, ist es ok, probiert sie kann sie sagen, ob sie noch was mag oder nicht. Manchmal ist es dann auch so, dass sie nur das Brötchen zur Suppe ist oder nur die Kartoffeln rauspickt. Es schwankt halt.
Zum Probieren, auch hier wieder nur für die Kleine, die Große ist alles. Ich mache ihr ein wenig auf den Teller und sage, dass ich es schön fände, wenn sie probiert. Tut sie es nicht, ist es ok, probiert sie kann sie sagen, ob sie noch was mag oder nicht. Manchmal ist es dann auch so, dass sie nur das Brötchen zur Suppe ist oder nur die Kartoffeln rauspickt. Es schwankt halt.
SchneFiMa mit
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den zwei Burschis 26.02.18
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Sibi
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Zur Ausgangsfrage: Nein, hier muss nicht probiert werden. Mein Kind mochte z. B. als Baby/Kleinkind nie Grießbrei oder Milchreis, trank selten Milch. Leider aß es Käse und Quark sehr gern. Jahre später wurde eine Milcheiweißallergie festgestellt, die für jahrelange chronische Probleme verantwortlich war. Sprich: Ich glaube, es gibt sehr oft einen tieferen Sinn, wenn Kinder/Erwachsene etwas nicht mögen. Auch, wenn wir den nicht immer verstehen. Mein Kind war z. B. in den letzten Jahren immer sehr leicht, um die 3. Perzentile herum. Glücklicherweise haben wir nie Stress mit Essen gemacht. Denn es war offenbar die Allergie, die dazu geführt hat, dass das Kind nicht so zunahm - obwohl es sonst keine Hinweise von Seiten der Verdauung gab. Seit wir Milchprodukte komplett gestrichen haben, überspringt sie rasant die Perzentilenkurven.
Zur Frage, wie man etwas schmackhaft macht: Da gibt es inzwischen einen Haufen Studien und Experimente. Mit Süßigkeiten "Gesundes" zu belohnen funktioniert i. d. R. psychologisch nicht. Es passiert genau das Gegenteil im Kopf des Kindes: "Wenn etwas nur mit Gummibärchen-Erpressung genießbar ist, muss etwas verdammt faul sein damit…" Wenn hier etwas nicht gegessen wird, wird es von uns begeistert vom Teller des Kindes geklaut und gegessen. Oft weckt das nach einiger Zeit die Neugierde. Aber es ist auch völlig ok, wenn Kind bestimmte Sachen nicht mag. Und wir reden hier nicht von gesundem und ungesundem Essen - sondern nur davon, was schmeckt und was weniger. Denn schon Kita-Kinder wissen oft, was angeblich "gesund" ist (Obst,Gemüse) und was "ungesund" ist. Dass man sich mit Äpfeln allein auch ins Grab bringen kann, verstehen sie natürlich nicht. Daher versuche ich das Thema "Gesunde Ernährung" völlig außen vor zu lassen und gesunde Mischkost anzubieten und vorzuleben.
Zur Frage, wie man etwas schmackhaft macht: Da gibt es inzwischen einen Haufen Studien und Experimente. Mit Süßigkeiten "Gesundes" zu belohnen funktioniert i. d. R. psychologisch nicht. Es passiert genau das Gegenteil im Kopf des Kindes: "Wenn etwas nur mit Gummibärchen-Erpressung genießbar ist, muss etwas verdammt faul sein damit…" Wenn hier etwas nicht gegessen wird, wird es von uns begeistert vom Teller des Kindes geklaut und gegessen. Oft weckt das nach einiger Zeit die Neugierde. Aber es ist auch völlig ok, wenn Kind bestimmte Sachen nicht mag. Und wir reden hier nicht von gesundem und ungesundem Essen - sondern nur davon, was schmeckt und was weniger. Denn schon Kita-Kinder wissen oft, was angeblich "gesund" ist (Obst,Gemüse) und was "ungesund" ist. Dass man sich mit Äpfeln allein auch ins Grab bringen kann, verstehen sie natürlich nicht. Daher versuche ich das Thema "Gesunde Ernährung" völlig außen vor zu lassen und gesunde Mischkost anzubieten und vorzuleben.
- Pelufer
- Prof. Dr. SuT
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Wir sind noch im Umbau. Kind kann die Leiter schieben aufklappen und hoch klettern. Und nochmal, er DARF Süßigkeiten, nur eben nicht als Alleinnahrung. Einmal am Tag soll er etwas Vernünftiges essen. Und ja, er soll lernen, dass Süßigkeiten lecker sind, aber eben nicht gesund und dass zu einer ausgewogen Ernährung auch Obst und Gemüse gehört. Ich schränke ihn also zwei Stunden am Tag ein.
Und er pickt nicht, wenn dann verweigert er völlig, und das eben nicht aus Ekel sondern weil er gerade andere Vorstellungen hat, und da wird das Gummibärchen zum Synonym für, Ich weiß nicht was ich will aber ich will grad was anderes, überspitzt dargestellt.
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Und er pickt nicht, wenn dann verweigert er völlig, und das eben nicht aus Ekel sondern weil er gerade andere Vorstellungen hat, und da wird das Gummibärchen zum Synonym für, Ich weiß nicht was ich will aber ich will grad was anderes, überspitzt dargestellt.
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Lösche Benutzer 17774
Re: Probieren einfordern ja oder nein
Ich hatte das schon mal in der Kita gehört und halte es für Schwachsinn (ich will niemanden angreifen, ich halte das..., das heißt nicht, ...es ist...FuFu hat geschrieben:Ach so, das mit den Tränen, ist das echt so? Kann ich gar nicht so recht glauben, dass es da einen körperlichen Zusammenhang geben soll.
Wenns so einfach wäre... Und: ist doch sich egal, weshalb nun das Kind Kummer hat, ob Trauer, Wut, Schmerz... Sind alles Gefühle, in meinen Augen keine negativen, die Kinder brauchen uns und ich bin da, auch bei Wut, Aggression,... gut, ich puste nicht sein Knie, wenn er wütend ist, das würde es mir vielleicht helfen..., aber sonst?
Bei uns war das auch nicht so, mit einem Jahr etwa, als die das in der Kita sagten, hat er nur mit Tränen geweint, wenn er wirklich Schmerzen hatte nach einem Sturz oder so. Alles andere war ohne Tränen. Und wir hatten bis jetzt mit 2,5 noch keinen Wutanfall oder sonstige Auseinandersetzung, an die ich mich erinnern kann...
Sowas führt in meinen Augen nur dazu, dass man weg geht von Beziehung, Bindung, Empathie...
Aber hier im Thread ist das wohl OT... Sorry
- Pelufer
- Prof. Dr. SuT
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Re: Probieren einfordern ja oder nein
Bei Trauer Schmerz oder Wut tröste ich anders. Und es einordnen zu können, ist es ein Wutanfall oder bricht da grad seine Welt zusammen, ist schon hilfreich. Es gibt auch Unterschiede in den Kreisch und Brüllsequenzen. Ich höre am Schreien meines Kindes, ob es verletzt ist, sich gestoßen hat oder die blöde Schaufel den Sand nicht dorthin geworfen hat, wo er hin sollte. Und er darf wütend sein, kein Problem, nur ist das eine ganz andere Grundlage mit ihm zu agieren, als wenn er Angst hat, traurig ist oder Schmerzen hat. Und diese Differenzierung zwischen den Gefühlen ist meiner Meinung nach, schon wichtig. Denn wenn er alles darf, alles frei entscheiden darf, wann lernt er, dass Mama und Papa Grenzen haben, dass es Dinge gibt, die er darf und andere doe die gefährlich sind. Wann lernt er, dass ungesunde Ernährung zu körperlichen Beeinträchtigungen führen kann? Wenn ich als Mutter ihn einfach machen lasse, habe ich meine Aufgabe irgendwie verfehlt.
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