Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

Sakura hat geschrieben:
Wenn das homöopathische Probieren von ausgewogenem Essen mit dem Versprechen von Süßigkeiten erpresst werden muss, weiß ich nicht, ob damit Freude an gesundem Essen vermittelt wird, oder ein "Nase zu Augen zu, runter damit, damit ich endlich das kriege, was ich EIGENTLICH essen möchte."
Genau, so sehe ich das auch. Bei Freunden von uns wird immer Nachtisch versprochen, wenn die Kinder "gut essen", d.h. alle z.B. Pommes vom Teller essen. mit dem Ergebnis, dass man nirgendwo mehr hingehen kann zum Essen, wenn keinen Nachtisch gibt. Das ist für alle andern total nervig - wir hatten schon mal das Problem, dass wir nach dem Essen schnell wegmussten, aber schon das ganze Essen über nur vom Nachtisch die Rede war mit dem Ergebnis, dass unsere Kinder auch welchen wollten und wir die Wahl hatten zwischen zu spät loskommen und Enttäuschung, weil es für sie keinen Nachtisch gab... Und ich sehe ehrlich gesagt auch keinen Sin darin, möglichst alle Pommes (!) aufzuessen.

Meine Große erzählt mir, dass es in der Schule irgendeine Art von Regel gibt, dass man alles probieren soll. Sie wühlt dann in einem Moment, in dem niemand hinschaut, mit der Gabel durchs Gemüse, so dass es probiert aussieht. :lol: Sowas checken Kinder doch ziemlich schnell...
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FuFu
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von FuFu »

Ich habe bei uns festgestellt, dass ein "Mag nicht" eigentlich immer nur für den Augenblick bzw. für die Mahlzeit oder den Moment gilt.
Es gibt eigentlich nichts was Klein-Fufu ganz grundsätzlich nicht isst.

Ich fordere schon manchmal zum probieren auf. Rutscht mir manchmal so raus. Aber ich bestehe nicht drauf. Bei uns ist es auch ganz klassisch zu beobachten, dass sich jetzt mit knapp drei der Speiseplan stärker einschränkt. Sprich es wird bei unbekanntem eher mal gescheut.

Ich koche (noch) einfach das, was ich möchte, weil Wünsche noch nicht so richtig funktionieren. Also sie sucht sich was aus und dann will sie es doch nicht, weil einfach die Weitsichtigkeit noch nicht da ist.
Sie pickt sich aus dem, was da ist, raus was sie mag und zur Not gibt es Brot. Oder Yoghurt oder Müsli. Oder Banane.

Manchmal braucht sie während einer Mahlzeit auch länger, bis es dann doch gegessen wird. Am besten ist eigentlich nichts sagen. Ich ärgere mich, wenn ich doch auffordere.

Ich habe rein subjektiv den Eindruck sowohl bei uns als auch bei anderen, dass die Kinder je unkomplizierter essen, je weniger Druck gemacht wird. Nicht nur hinsichtlich probieren, sondern auch hinsichtlich sauber essen, sitzen bleiben, aufessen, (gefühlt oder tatsächlich) gesundes essen, Uhrzeiten, was wann womit und wieviel.

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seka
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von seka »

glückskind hat geschrieben:Seka, da hast du dich wohl verlesen. Ananas schrieb, dass man einen Geschmack bis zu 16x auf der Zunge und dem Gaumen haben muss... ;) Da ging es nicht um´s Alter.
Oh, dann hab ich es falsch gelesen ....sorry
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Missy
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Missy »

seka hat geschrieben:
glückskind hat geschrieben:Seka, da hast du dich wohl verlesen. Ananas schrieb, dass man einen Geschmack bis zu 16x auf der Zunge und dem Gaumen haben muss... ;) Da ging es nicht um´s Alter.
Oh, dann hab ich es falsch gelesen ....sorry
Wobei das aber auch wieder so relativ ist. Als ich mit ~26Jahren das erste mal Sushi gegessen habe, war ich mir überhaupt nicht sicher, ob ich das jetzt gut oder furchtbar finde. Das war wirklich eine lustige Erfahrung, weil ich es so überhaupt nicht einordnen konnte anfangs. Nach dem zweiten mal ein paar Wochen später war dann aber klar: Super! :mrgreen:
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romina
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von romina »

FuFu hat geschrieben:
Ich koche (noch) einfach das, was ich möchte, weil Wünsche noch nicht so richtig funktionieren. Also sie sucht sich was aus und dann will sie es doch nicht, weil einfach die Weitsichtigkeit noch nicht da ist.
Sie pickt sich aus dem, was da ist, raus was sie mag und zur Not gibt es Brot. Oder Yoghurt oder Müsli. Oder Banane.

Manchmal braucht sie während einer Mahlzeit auch länger, bis es dann doch gegessen wird. Am besten ist eigentlich nichts sagen. Ich ärgere mich, wenn ich doch auffordere.

Ich habe rein subjektiv den Eindruck sowohl bei uns als auch bei anderen, dass die Kinder je unkomplizierter essen, je weniger Druck gemacht wird. Nicht nur hinsichtlich probieren, sondern auch hinsichtlich sauber essen, sitzen bleiben, aufessen, (gefühlt oder tatsächlich) gesundes essen, Uhrzeiten, was wann womit und wieviel.

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Kann ich voll mitgehen. Unsere Tochter ist noch jünger aber sie schränkt immer mehr ein wo sie früher noch fast alles aß. Aber am wichtigsten ist mir das Essen Spaß macht. Ihr Lieblingsessen ist Nudeln mit Ketchup ( ihhhhhhh [emoji1]) ich Stress mich da nicht auch nicht wegen dem Rumsauen beim Essen. Wenn ich was echt doof finde sag ich es schon mittlerweile zB eine Tasse Milch ausgießen. Das finde ich okay wenn ich sage ich find das blöd.
Ich möchte das uns allem essen Spaß macht und deshalb ist es mir wichtig, dass bei Tisch kein Druck da ist. (Dann Machts mir auch keine spaß mehr). Ich mag auch manche Sachen nicht essen. Wenn sie so arg rummatscht frag ich ob sie aufstehen will was oft so ist. Aber wenn sie eben grad so isst und ich es zB grad nicht sehen kann guck ich halt weg und es erledigt sich damit.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Es geht bei uns ja nicht um einzelne Komponenten des essens sondern um die komplette Verweigerung des Abendessens. Und da lässt sich ein Muster erkennen. Hat er sich vorher auf Schoki, Gummibärchen oder ähnliches eingeschossen, gibt es Riesengebrüll mit mag nicht bah und Gekreische, wenn es etwas Neues gibt, guckt er, bah mag nicht und lässt sich zum Probieren überreden. Da ich aber weiß, wenn er auf Süß eingeschossen ist, futtert er nach probieren dem halben Teller leer, bei Neuem nur wenn es schmeckt, deshalb kann ich auf probieren drängen.
Was sich auch in anderen Bereichen deutlich zeigt, ist eine Charaktereigenschaft, die er von Mama und Papa geerbt hat: der westfälische Sturkopf.
Also versucht er seinen Kopf durchzusetzen, auch in Bereichen, die eher ungünstig sind. Süßigkeiten wegpacken dass er nicht dran kommt, tja. Ich suche noch nach dem richtigen Versteck. Kind kann mit Leitern umgehen, klettert liebend gerne irgendwo hoch, und kann sich im Haus frei bewegen. Auch im Keller. ... bisher habe ich da noch nicht die passende Lösung gefunden.
Dafür kann ich mein Kind aber mit der Aussage, probieren, dann kannst du auch gerne Gummibärchen essen, schon erklären, dass Gummibärchen lecker sind, aber eben nicht gesund. Er versteht vielleicht nicht was gesund bedeutet, aber es ist ihm klar, dass es mir wichtig ist, dass er nicht nur süß isst.
Er kommt mir dann entgegen und ich komme ihm entgegen und letztendlich lernt er was ein Kompromiss ist. Natürlich darf er beim Essen kochen mithelfen, hat sein großes Besteck, isst mit Messer und Gabel. Mal mit mal ohne extreme Sauerei und wenn es Dinge gibt die er partout nicht mag, koche ich freiwillig extra für ihn.
Für uns passt das. Es gibt Abende, da mag er nicht viel essen, da bitte ich ihn um ein Anstandshäppchen, und dann gibt es unkomplizierte Abende wo er reinschaufelt, und dann gibt es Abende wo er austestet ob die Regel des Probierens noch gilt, und hinterher plötzlich doch lecker ist. Ich denke pauschal kann man nicht sagen, Kinder wissen was sie mögen und was gut für sie ist. Denn dann würde mein Kind gerne Viel und oft Papas Handy haben zum Spielen und Videos gucken, würde ohne zu gucken über die Straße rennen, überall hochklettern egal ob gesichert oder ungesichert, mit scharfen Messern schneiden und durch die Gegend laufen, einfach weil es spannend ist und er die langfristigen Folgen nicht abschätzen kann.
Aber das ist MEIN Kind. Andere Kinder reagieren anders, brauchen andere Förderung als er, brauchen andere Anregungen, haben andere Ansprüche, andere Charaktereigenschaften und dementsprechend kann ich nur für mein Kind sprechen. Was für andere Kinder der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Ich werde ich mir auch nicht anmaßen zu sagen andere Wege wären falsch, aber ich darf sagen, sie passen nicht zu meinem Kind.

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xiongmao
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von xiongmao »

Es gibt bei euch im GANZEN Haus keine Stelle, an der er Süßigkeiten nicht finden würde? Wenn es hier um nen Hund gehen würde, könnte ich das veretehen, die schnüffeln, bis sie Erfolg haben? Aber ein Kind rennt so nicht durchs ganze Haus und reißt Schränke, Schubladen und ALLES auf, bis es Gummibärchen hat? Und wenn es tatsächlich so ist, würde ich nichts mehr kaufen, da steckt doch dann mehr dahinter, als "ich mag ein paar Gummibärchen essen statt Brot"...
Viele Menschen versäumen das kleine Glück, während sie auf das Große vergebens warten.
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xiongmao
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von xiongmao »

Äh.. 1. verstehen, nicht veretehen.
2. Punkt statt Fragezeichen im Hundesatz.
3. "ein Kind rennt doch nicht..", doch statt so.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Wenn mein Kind etwas will, dann weiß er wie und wo und was er tun muss damit er es bekommt. Ich könnte die Süßigkeiten bei unseren Mietern verstecken, aber das ist ja auch nicht das Ziel.
Er darf ja Süßigkeiten, und soll den Umgang damit lernen. Und ja, er sucht, nicht nur Süßigkeiten, teilweise die Schere, Knete, Fingerfarben, was immer er halt gerade im Köpfchen hat haben zu wollen. Ja es ist anstrengend, aber ich denke, wenn er jetzt schon fit genug ist und Lösungen sucht und Strategien entwickelt wie er etwas bekommen kann, kann das ihm später nur nützen.
Und ja, das ist mehr als Gummibärchen sind leckerer als Brot, es geht da um Grenzen testen und ausprobieren ob man nicht vielleicht doch aus einem Nein ein Ja machen kann. Wie schon geschrieben, für uns klappt dieser Weg, für andere wird er grundverkehrt sein.
Unser Kinderarzt hst irgendwann festgestellt, wenn er "weint" ohne Tränen, dann ist das Wut, weil er sich durchsetzen will. Sobald Tränen im Spiel sind, ist es nicht mehr reine Willenskraft sich durchsetzen zu wollen. Interressanterweise stimmt das bei meinem Kind. Und das ist für mich ein gutes Indiz, wann es einfach wütend sein ist, weil etwas nicht nach seiner Nase läuft , und wo ich durchaus auf einen Kompromiss hinarbeiten kann.
Ich hab halt ein willensstarkes Kind, aber ich kann nicht immer seinem Willen entsprechen. Ist frustrierend für ihn, wird er aber lernen müssen.

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FuFu
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von FuFu »

Teilweise kann ich es hier mit Schoki, Saft, einseitig essen und so recht entspannt sehen, weil in der Krippe frisch gekocht wird und es nur Wasser und Tee gibt und maximal nen Butterkeks oder Geburtstagsmuffins (hält sich bei zehn Kindern in Grenzen [emoji16] ).

Da es dort nicht verfügbar ist, und die Gruppendynamik eine andere, bekommt Klein-Fufu von morgens bis spätnachmittags fast nur "Gesundes".
Abends und am Wochenende sehe ich es dann nicht so streng.

Aber dieses Haus durchsuchen kann ich mir gar nicht so recht vorstellen. Ich habe eigentlich immer eine ungefähre Vorstellung wo Klein-Fufu ist. Und meistens auch was sie macht. Natürlich könnte sie sich einen Stuhl ranschieben, um an die Süßigkeiten heran zu kommen - aber das würde ich merken... gut wir sind noch in einer Wohnung, und nicht in mehreren Etagen, aber trotzdem... Da hast du wohl einen kleinen Waschbär, Pelufer. [emoji3]

Wenn es so ein Problem ist, würde ich es auch für die ganze Familie einschränken. Aktuell überlege ich das mit dem Fernseher zu tun, da ist mir hier die Selbstregulation gerade nicht ganz recht. [emoji6] Aber das führt jetzt doch ziemlich vom Thema weg. [emoji3]

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Klein-FuFu Dez. 2012
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