Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Dickkopf-Mama
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Dickkopf-Mama »

Elena hat geschrieben:Dein noch nicht mal zweieinhalbjähriges Kind knackt Schrankschlösser, um an verbotene Gummibärchen ranzukommen? Wenn das wirklich so ist und nicht einfach ein bisschen übertrieben geschrieben ist, hätte ich an deiner Stelle wirklich Angst um meine Beziehung zum Kind. :shock:
Echt, da muss man Sorge um die Beziehung zum Kind haben? Mein Kleiner konnte Schrankschlösser schon mit etwas über nem Jahr knacken (die von Rossman und DM) und Gummibärchen sind die Hauptbeute. Was sagt das denn bitte über die Beziehung zum Kind (und falls es was zu sagen hat im Sommer war Eis ein großes Beuteziel, jetzt ist unser Gefrierschrank mit nem Ikeaschloss gesichert. Der Zwerg (damals 1,5) hat Möglichkeiten wie Toilettengänge meinerseits oder Türöffnen für den Paketboten zur sofortigen Selbstbedienung genutzt. Da würde ich jetzt doch gerne wissen welche Angst ich nun haben müsste

Auf die Arbeitsplatte klettert er übrigens auch, wenn er was aus nem Hängeschrank haben will. Momentan klettert er allerdings lieber auf den Waschbeckenschrank um sich wahlweise die Kinderzahnpasta zu klauen (heute ist fast die ganze Tube auf dem Flurboden gelandet) oder am wichtigsten momentan: Mein Lippenstift,
Ich finde da überhauptnichts unnormal dran, wenn ein Kind in der Lage ist sich Strategien auszudenken wie es an für ihn wichtige Dinge kommt.
Dann werde ich mal versuchen ihm vernünftig zuzusprechen :lol:
Liebe Grüße von Meike mit drei Dickköpfen ( * 2007),( * 2010) und (*2013)
Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

Dickkopf-Mama hat geschrieben:
Elena hat geschrieben:Dein noch nicht mal zweieinhalbjähriges Kind knackt Schrankschlösser, um an verbotene Gummibärchen ranzukommen? Wenn das wirklich so ist und nicht einfach ein bisschen übertrieben geschrieben ist, hätte ich an deiner Stelle wirklich Angst um meine Beziehung zum Kind. :shock:
Echt, da muss man Sorge um die Beziehung zum Kind haben? Mein Kleiner konnte Schrankschlösser schon mit etwas über nem Jahr knacken (die von Rossman und DM) und Gummibärchen sind die Hauptbeute.
Äh, ihr meint keine Schlösser, sondern so Schrank- oder Schubladensicherungen, oder? "Schlösser knacken" ist für mich etwas ganz anderes. :wink: Dass ein zweieinhalbjähriges Kind irgendwo hochklettert, finde ich nicht ungewöhnlich (ich habe zwei Kinder, die das nie getan hätten, und eins, das mit knapp einem Jahr oft ganz plötzlich irgendwo drauf saß!). Auch, dass Türsicherungen aufgefummelt werden, finde ich nicht ungewöhnlich oder bedenklich. Gewaltanwendung ("Schlösser knacken" klang für mich klar nach Zerstörung), tägliche lautstarke Kämpfe, ständig schlechte Stimmung oder ständiges heimliches Umgehen der Verbote fände ich ein schlechtes Zeichen. Da würde ich mir etwas anderes überlegen.

Ich habe oben ganz explizit und mit Absicht von mir gesprochen. Ich möchte hier niemandem unterstellen, dass seine Beziehung zum Kind nicht in Ordnung ist. Aber für MICH und MEIN Kind wäre solches Verhalten wie im Vorsatz beschrieben ein Alarmzeichen. Aber so scheint es ja gar nicht abzugehen bei Pelufer zuhause. :wink: Da wäre die Lösung doch ganz einfach: Die Gummibärchen irgendwohin, wo das Kind nicht drankommt, notfalls in den Keller oder oben in den Kleiderschrank, und in Gegenwart des Kindes nicht selbst ständig drangehen.
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Lösche Benutzer 17612

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17612 »

Nein, hier muss niemand probieren. Ich bin auch vom " Empfehlen mit Nachdruck" komplett weg, seit mit mein Problemesserkind mal seinen Mageninhalt komplett auf den Teller gekübelt hat weil er dieses Stück Frikadelle nicht wollte. Auch wenn er sie am Abend davor noch mit Begeisterung gegessen hat. Er wollte an diesem Abend keine Frikadelle haben, nicht in seinen Mund nehmen und seinem Körper zuführen. basta. Hab ich dann auch begriffen. Er hatte bis 4,5 einen sehr eingeschränkten Speiseplan, also wirklich extrem eingeschränkt. Nudeln, Brot und etwas Wurst. Ganz langsam wird er immer mehr erweitert, nach einem Schema das ich nicht verstehe. Er bekommt alles angeboten , möchte aber viele Dinge 10 mal nicht probieren. Beim 11. Mal packt ihn dann die Neugierde. Und zwar genau dann, wann er möchte. Der große Bruder ist übrigens alles. Auch sehr ausgefallene Dinge. Am Liebsten frisch, mit viel Gemüse und Kräutern. Dass man bis 16 alles probiert haben muss halte ich für unwahrscheinlich. Ich war ein trockene-Nudeln-Kind und mäkeliger Teenie, heute esse ist fast alles . Und ich kenne ganz ganz viele Menschen bei denen es auch so ist.
Lösche Benutzer 17774

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 17774 »

Also für mein Gefühl werden hier auch zwei Sachen vermischt: einmal das probieren müssen (vielleicht auch noch die damit zusammenhängende eventuelle einseitige Ernährung) und der Umgang mit Süßigkeiten. Ich koche für uns oder es gibt Brot und Belag, manchmal wünscht sich Räubi Nudeln, dann mach ich das... Ich frage ihn bei allem, ob er das möchte, wenn er nein sagt, dann ist mir das auch völlig egal. Es gab Zeiten, da hat er nur nackte Nudeln gegessen oder Brot mit Butter. Wenn er sein essen sichtlich hin und her schiebt, frage ich, ob er lieber ein Brot/Brötchen will.
Ich würde probieren nie erzwingen, ich sehe darin absolut keinen Sinn. Ich glaube nicht, dass das für irgendetwas gut ist. Ich glaube wie bei allem, ahmen uns unsere Kinder nach, essen wir also immer wieder was mit Vergnügen, werden sie auch neugierig. Und wenn nicht, auch gut. Ich war mal bei ner Freundin, die essen da gerne Hirn. Ist total lecker, sagten alle. Ich wollte das nicht probieren. Und das gestehe ich auch meinem Kind zu. Und was für mich Hirn ist, kann doch für ihn die Erbse oder ein Stück Fisch sein. Wer bin ich denn darüber zu urteilen, dass man bei Hirn nein sagen darf und bei ner Erbse nicht???
Und Süßigkeiten, naja, also zu den Mahlzeiten gibts die bei uns nicht. Nr zeitlang wurde viel Marmelade gegessen, auch der reine Zucker... War aber auch von alleine wieder vorbei. Nutella essen wir auch nicht... Wenn Räubi nach Süßigkeiten fragt, dann bekommt er was, da gucke ich einfach, dass es für mich okay ist. Erfahrungsgemäß isst er 3 Kekse, stell ich ihm ne Schüssel hin, ißt den Muffin nicht auf oder ich versuche das einfach lieb irgendwie umzuleiten, wenn ich das Gefühl hab, puuhhh, mehr finde ich jetzt nicht mehr so toll... Ich finde, das hat man schon in der Hand, ohne ein Riesenthema daraus zu machen... Aber ich habe auch keine Angst davor, dass irgendetwas für immer so bleibt, wenn man es einmal so macht. Also gabs auch schon mal ein Eis als erstes nachm Aufstehen, weil er fragte, oder Schokopudding zum Abendbrot. Dann wars alle und gut is...
Für mich klingt es sehr sehr gruselig mit dem probieren müssen und Kind darf aber ja ausspucken und mit Wasser nachspülen... Boar, würde jemand das zu mir am Tisch sagen... Wo ist denn da die Esskultur?

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Lösche Benutzer 1828

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 1828 »

EllenRipley hat geschrieben:Nein, hier muss niemand probieren. Ich bin auch vom " Empfehlen mit Nachdruck" komplett weg, seit mit mein Problemesserkind mal seinen Mageninhalt komplett auf den Teller gekübelt hat weil er dieses Stück Frikadelle nicht wollte. Auch wenn er sie am Abend davor noch mit Begeisterung gegessen hat. Er wollte an diesem Abend keine Frikadelle haben, nicht in seinen Mund nehmen und seinem Körper zuführen. basta. Hab ich dann auch begriffen. Er hatte bis 4,5 einen sehr eingeschränkten Speiseplan, also wirklich extrem eingeschränkt. Nudeln, Brot und etwas Wurst. Ganz langsam wird er immer mehr erweitert, nach einem Schema das ich nicht verstehe. Er bekommt alles angeboten , möchte aber viele Dinge 10 mal nicht probieren. Beim 11. Mal packt ihn dann die Neugierde. Und zwar genau dann, wann er möchte. Der große Bruder ist übrigens alles. Auch sehr ausgefallene Dinge. Am Liebsten frisch, mit viel Gemüse und Kräutern. Dass man bis 16 alles probiert haben muss halte ich für unwahrscheinlich. Ich war ein trockene-Nudeln-Kind und mäkeliger Teenie, heute esse ist fast alles . Und ich kenne ganz ganz viele Menschen bei denen es auch so ist.
Ich bin mit sehr einseitiger Kost aufgewachsen - nur Konserven und Tüten, kein Obst, nur abgepacktes Brot, kein frisches Gemüse.

Ich esse heute sehr vieles, liebe Obst, Gemüse, Salate. Habe mir mit Auszug im Alter von 17 Jahren dann selber kochen beibringen müssen.

Mein Großer hat als Baby Brokkoli geliebt. Jetzt würgt es ihn. Ist halt so.
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Sakura
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Sakura »

Wenn meine Kinder mit etwas nicht umgehen können, was ich (in größeren Mengen) für sie für schädlich halte, dann gibt es das bei uns nicht mehr. Hier ist grundsätzlich erst mal vieles erlaubt, wenn es klappt, ist gut, wenn nicht, überlege ich mir, ob das nur mein Perfektionismus ist, oder ob ich mein Kind schützen sollte. Wenn mein zweijähriges Kind nichts außer Süßigkeiten essen mag, dann gibt es hier keine Süßigkeiten mehr. Aus dem gleichen Grund gibt es in unserem Haushalt kein Nutella. So kann am Frühstückstisch gar kein Streit um gesunden Brotbelag entbrennen, weil die Schoko-Zuckermischung keine Option ist. Von allem anderen ist es mir egal, wieviel sie essen. Und beide Kinder hatten schon eine "Butter pur" und "Marmelade pur" Phase.

Wenn das homöopathische Probieren von ausgewogenem Essen mit dem Versprechen von Süßigkeiten erpresst werden muss, weiß ich nicht, ob damit Freude an gesundem Essen vermittelt wird, oder ein "Nase zu Augen zu, runter damit, damit ich endlich das kriege, was ich EIGENTLICH essen möchte."

PS: Doch, wirklich. Bei uns gibt es Süßigkeiten. Die werden auf Nachfrage kommentarlos rausgegeben. Meine Kinder kriegen auch zwei Kugeln Eis, wenn sie wollen. Oder drei kleine Tüten Gummibärchen. Oder vier. Pro Kind. Ich habe kein Problem damit. Aber ich versuche mich davor zu hüten, Süßigkeiten zu instrumentalisieren.


Mein Handy leistet sich eine eigene Meinung zur Rechtschreibung...
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Ich werde sie lehren, den eigenen Weg zu gehen,
vor keinem Popanz, keinem Weltgericht,
vor keinem als sich selber gerade zu stehen. (Reinhard Mey)

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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Ananas »

Ich habe jetzt nicht alles gelesen. Ich sehe schon, ich ecke hier ein bisschen an mit meiner Sichtweise. Diese ist wohl etwas einseitig. Ich habe die Erfahrung mit meinem Grosskind und mehr nicht. Mit zwingen hat das aber nichts zu tun. Ich sagte schon, 'in der Regel' wird hier alles probiert und sie ist eine unkomplizierte Esserin. Sie ist gerade in einer Phase, da findet sie grundsätzlich alles ausser Pasta wäh, wenn ich dann finde, ich habe gekocht, wir essen alle davon, dann ist das Thema eigentlich vom Tisch und es wird gegessen. Wenn sie etwa partout nicht möchte, dann zwinge ich sie natürlich nicht. Ich hatte bisher keine negativen Erfahrungen damit. Ich sehe aber auch, dass sich das nicht auf andere schliessen lässt und ich durchaus auch diejenigen verstehe, bei denen ihre Kinder nichts probieren müssen, was sie nicht wollen. Schliesslich wollen wir ja alle Kinder, welche ein gesundes Verhältnis zum Essen haben.
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Ananas
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Ananas »

Ich verstehe gerade nicht, was daran so schlimm ist, etwas auszuspucken, wenn man es nicht mag? Sagt ihr denn nie, probier mal?
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Hyndla
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Hyndla »

Hier muss auch keiner etwas probieren, ich frag auch nicht oder dränge verbal. Das fällt für mich bereits unter Respektlosigkeit, und diese möchte ich meinen Kindern nicht vorleben. Zumal sich die Vorlieben hier bei jeder Mahlzeit eh ändern. Die Große frag ich, was sie essen möchte, der Kleine kann sich aus den angebotenen Sachen auswählen, was er mag. Und für übrig gebliebene Reste, die selbständig gekostet und ausgepuckt werden, haben wir zum Glück einen Hund :wink: .

Als störend empfinde ich, wenn Dritte mich fragen, was meine Kinder essen möchten. Da reagiere ich eher genervt mit dem ewig gleichen Aussspruch: Woher soll ich das wissen, frag sie doch selbst.

Süßigkeiten sind hier zwar frei zugänglich (ist übertrieben, wir haben eine Tüte Gummibärchen im Schrank), werden aber nur auf Nachfrage gegessen. Nutella und co. gibt es gar nicht, aber nachmittags öfter mal Kuchen oder Kekse und unterwegs auch Eis. Ich nasche eigentlich nur abends, wenn der Nachwuchs bereits schläft (und hoffe, dass sich das irgendwann nach Beendigung der Stillzeit auch erledigt hat).
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
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Hyndla
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Hyndla »

Ananas hat geschrieben:Ich verstehe gerade nicht, was daran so schlimm ist, etwas auszuspucken, wenn man es nicht mag? Sagt ihr denn nie, probier mal?
Ich frage gelegentlich: Magst du mal kosten? Die Antwort ist eh ein "Nein.", also könnte ich mir die Frage auch gleich schenken.

Schlimm finde ich nicht das Ausspucken, sondern das erzwungene Hineinstecken in den Mund, das empfinde ich, wie bereits geschrieben, als Respektlosigkeit.
Mini-Hyndla 11/2009 und der winzige Herr M. 09/2013
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