Probieren einfordern ja oder nein

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Kinsale
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Kinsale »

Wenn er das Würstchen nicht hätte probieren müssen, hätte er es vielleicht 3 Tage später von sich aus probiert oder 3 Wochen später oder nie. So what? Würstchen ist ja nun nicht lebenswichtig (und auch nicht gesünder als Süßigkeiten [emoji6]).
Ich finde auch nicht, dass es anmaßend ist, zu sagen "ich mag das nicht". Das ist kein Urteil (das wäre "gegrillte Larven SIND ekelhaft"), sondern einfach das, was ich dazu empfinde.
Und was jemand empfindet, sei es nun mein Kind oder mein Nachbar oder die alte Frau im Bus, die findet, dass es stinkt, das kann ich doch nicht bestimmen.
Ich fände es sinnvoller, die Süßigkeiten wegzuräumen, wenn er die nicht essen soll, als zum probieren zu zwingen. Am vollen (gesund gedeckten) Tisch ist noch niemand verhungert. [emoji6]
Lösche Benutzer 2872

Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Lösche Benutzer 2872 »

Nein, hier muss nicht probiert werden. Welch Auswirkungen das haben kann, habe ich anhand meiner Tochter erleben können die eine zeitlang im Kindergarten probieren musste (wir haben das leider zu spät mitbekommen). Sie hat jegliches Interesse an unbekannten Lebensmitteln verloren und freiwillig gar nichts mehr probiert. Es hat dann einige Monate gebraucht bis sich das wieder gelegt hat.

Mittlerweile ist sie 7 und probiert öfters von sich aus Lebensmittel. Sogar Sachen von denen sie weiß, dass sie sie bisher nicht mochte weil der Geschmack sich ja ändern kann.

Hier gibt es allgemein keinen Zwang beim Essen. Das einzige auf das ich aufgebracht reagiere ist wenn mein Fünfjähriger etwas bestimmtes zu essen einfordert und es dann doch nicht mag wenn es vor ihm auf dem Tisch steht. Dann bin ich am schimpfen, aber zwingen würde ich letztendlich trotzdem nicht.
Carlotta
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Carlotta »

Pelufer, also dein Kind würde gar nichts essen ohne Zwang? Keine Nudeln, kein Brot, keine Brezel, keinen Reis etc? Gar nix?? Kann ich kaum glauben. Und wenn das so wäre würde ich mir ernsthaft sorgen machen.
Da würde ich dann dringend die Süßigkeiten wegräumen, auch wenn ich eher Fan von selber entscheiden lassen bin. (Und das ein Kind, das vermutlich recht reglementiert wird, mal zu Süßigkeiten greif wenn es so darf wie es will, verwundert auch nicht gerade)
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Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

anja0806 hat geschrieben:
Mein Mann und ich haben aber untereinander die Abamchung, ab und an was zu probieren, was wir nicht mögen! Das fällt mir persönlich echt schwer, aber ich gebe auch zu, ich hab in den letzten Jahren Dinge für mich (neu) entdeckt. Der Geschmackssinn ändert sich tatsächlich, aber das sollen die Kinder meiner Meinung nach selbst raus finden, ohne Zwang!
Das sehe ich genauso. Bei mir kam das Probieren von Neuem vor allem dadurch, dass ich von zuhause ausgezogen bin und selbst gekocht habe. Auch meine Kinder probieren eher, wenn sie mitgekocht haben. Oder sie probieren dann beim Kochen all die Zutaten einzeln (einen Löffel Mehl zum Beispiel). :lol:
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jana03
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von jana03 »

Das sind ja viele interessante antworten!!
Nach unserem letzten zwanghaften Abendessen habe ich mir vorgenommen dass mein Sohn nicht mehr probierten muss.
Er mag es ja dann doch nicht wenn es in dieser angespannten Atmosphäre gegessen wird. Lieber mit Freude und Genuss ein gutes Vorbild sein.

Aber es fällt mir schon schwer, die leiher aus meinen Kindertagen zu ignorieren. Wie schnell neigt außerdem man dazu das ablehnen persönlich zu nehmen.
Aber es stimmt -das ist letztendlich mein Problem.

Extra kochen würde ich dennoch nicht!
Meine Kinder essen als alternative immer gerne Müsli, dass sie sich dann selbst aus der Küche holen.

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Omama
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Omama »

Perlufer, ich bin mir sehr sicher, dass dein Sohn früher oder später Erdbeeren etc. probiert. Natürlich hätte er das irgendwann, du musst ihn nicht zwingen.
Mein Sohn isst auch picky, viel Süßkram und Schocki. Aber er isst dann auch einfach so mal den gartenapfel vom Baum mit Schale (sonst unmöglich), Möhren mit Dreck oder anderes. Oder Erdbeeren vom Feld. Manchmal setzt er sich nicht mal an den Tisch, wenn er den Teller sieht. Aber er überrascht mich auch immer wieder mal mit Mut zum probieren.

Euer würde wahrscheinlich ähnlich handeln.

Und nein ;)
KEIN Kind würde sich dauerhaft nur von süßem ernähren, selbst hier mit meinem Geschmack zu viel süßem wird genug anderes gegessen.
Die Frage ist nur: Kann man das mit seinem elterlichen Perfektionismus und der eigenen Vorstellung gesunder Ernährung vereinbaren!?
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Missy
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Missy »

Pelufer hat geschrieben:Missy, wenn wir ihn nicht dazu anregen etwas zu probieren, würde mein Kind keine Nudeln, keine Erdbeeren, keinen Apfel essen. Das war alles bah, als wir ihn das erste Mal "gezwungen "haben zu probieren.
Gegen anregen spricht ja auch nichts. Ich frage mich halt, ob das zwingen wirklich sein muss, oder ob man da nicht schon in so einer Spirale aus Druck gefangen ist. Es sozusagen schon zum Alltag des Kindes gehört und das Spiel mitspielt?
Wenn ich mein Kind selbst entscheiden lassen würde, würde er sich von Gummibärchen, Joghurt und Schokolade ernähren. Da sehe ich mich in der Pflicht, ihn an neue Lebensmittel ranzuführen und ein bißchen darauf zu achten, dass es nicht nur Zucker ist, was er sich reinschaufelt.
Da muss ich aber Sakura zustimmen. Wenn es Gummibärchen und Schokolade nicht (frei) verfügbar gibt, kann es zu so etwas ja auch nicht kommen. Und wenn das Kind sich mal eine Woche von Jogurt ernährt hat, kommt vielleicht auch von selbst Interesse an was anderem.
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Carlotta, wenn ich der Meinung wäre eine einseitige Ernährung wäre für einen Zweijährigen in Ordnung, dann würde ich ihn Brötchen, Nudeln und Süß essen lassen. Ich bin aber der Ansicht, dass Obst und Gemüse dringend notwendig sind. Und es wird ja nicht ins Kind mit Gewalt reingezwungen, sondern reglementiert, dass es keine Gummibärchen nach dem Essen gibt, wenn er nicht wenigstens probiert.
Blöd daran ist dass mein Kind klettern und Schrankschlösser knacken kann.
und jeden Abend Nudeln kochen, damit er überhaupt irgendwas isst, sehe ich nicht ein. Alternative ist immer ein Joghurt, Brot oder Müsli, was mal lecker ist, manchmal aber auch als bah bezeichnet wird.
Und ich sehe es bei ihm als persönliche Eigenschaft an, denn was gestern lecker war, wird zwei Tage später als Bah bezeichnet, und wenn er dann probiert ist es fast immer doch lecker.
Ich denke, ich kenne mein Kind gut genug um entscheiden zu können, ob er rumspielen und austesten will obs nicht doch was Besseres gibt.
Wenn er es ausspuckt, muss er es auch nicht weiter probieren, das versuchen wir halt nen anderes Mal und es kristallisieren sich halt so ein paar Sachen raus, die er nicht mag ubd die dann auch nicht mehr angeboten werden.
Es ist aber überschaubar, was er selbstständig einfordert, und alles andere ist immer wieder gucken, wie eine ausgewogene Ernährung möglich ist.

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Elena
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Elena »

Dein noch nicht mal zweieinhalbjähriges Kind knackt Schrankschlösser, um an verbotene Gummibärchen ranzukommen? Wenn das wirklich so ist und nicht einfach ein bisschen übertrieben geschrieben ist, hätte ich an deiner Stelle wirklich Angst um meine Beziehung zum Kind. :shock:
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Pelufer
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Re: Probieren einfordern ja oder nein

Beitrag von Pelufer »

Ach so. Wir hatten es versucht, die Süßigkeiten frei zugänglich fürs Kind zu lagern, er durfte sich frei bedienen, und das Ergebnis war, dass er morgens mit Schoki anfing, mittags die obligatorische Laugenstange mit Nutella einforderte und abends kein Abendessen wollte, weil er sich am frei zugänglichen Süßkram satt gefuttert hatte.
Und ja, seitdem greifen wir ein. Es gibt nachmittags Zugang zu seiner Dose mit Süßigkeiten, aber eine Stunde vorm Abendessen ist Schluß, damit er wenigstens ein bisschen was anderes isst.
Nicht jedes Kind kann sich da selbst begrenzen. Und ich sehe, dass es ihm schadet, wenn er probiert, ob dad Abendessen nicht vielleicht doch schmeckt

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