Baby zu leicht, zufüttern?

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MundM0915

Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von MundM0915 »

Hallo,

ich bin ganz ganz neu hier und hoffe ich mach das richtig ;D

Ich habe Folgendes Problemchen:

Meine kleine Tochter ist morgen genau 4 Monate alt und war immer recht lang aber dünn.
Heute hatten wir die U4 und der Arzt meinte, sie habe zu wenig zugenommen, ich solle bitte regelmäßig zufüttern und mit der Beikost nicht mehr all zu lang warten... :shock:
Nun ist es so,
dass das ganze Thema Stillen bei uns etwas komplexer ist. Bei meiner großen Tochter gab es sehr früh viele Komplikationen die mir und meinem Mann das Stillen gründlich versaut hatten (intensivstation, schlechte Hebamme, Milchstau, Gewichtsabnahme etc.). Bei der kleinen jetzt wollte ich es unbedingt durchziehen, aber auch hier gab es immer wieder Probleme. Zwischenzeitlich war auf einmal fast keine Milch mehr da, die kleine hat geschrien wie am Spieß, die Hebamme meinte es wäre wohl der Stress..mein Mann war damals fertig mit den Nerven, nach 3 Tagen quasi dauer Anlegen und Gebrüll der Kleinen weil sie nicht satt wurde, wurde es wieder besser. sie hatte zwischenzeitlich dann auch mal ne Flasche bekommen, weil einfach der Hunger so groß war.
Damit war das nächste Problem geboren, aus der Flasche trank es sich ja viel leichter. Sie wollte fast nicht mehr an die Brust, hat sich immer weggedreht und geschrien.
Nun stille ich mittlerweile quasi wieder voll.
Unterwegs bekommt sie ab und an die Flasche oder wenn sie mit meinem Mann allein daheim ist.
Seit nun ca einem Monat ist es so,
dass ich sie im Prinzip ständig anlegen muss und danach habe ich immer das Gefühl, dass sie immer noch Hunger hat. Erst dachte ich an einen Schub oder hatte die Hoffnung dass sich die Milchmenge anpasst, das scheint aber nicht zu passieren. Wenn ich dann gestillt hab und wegfahre (zb Einkaufen) komme ich heim und mein Mann erzählt mir, dass die kleine nochmal 230 ml (!)Fläschchen getrunken hat und dann seelig eingeschlafen ist (obwohl sie zuvor beide seiten getrunken hatte). Natürlich finde ich es nicht okay wenn er ihr dann einfach die Flasche gibt, andererseits hatte sie dann ja offensichtlich wirklich noch hunger und ich will ja nicht dass sie hungrig ist (abpumpen und ausstreichen funktioniert leider nicht so gut).
trotzdem hab ich bisher das Thema abstillen/regelmäßiges zufüttern verneint und darauf bestanden, dass die Brust besser ist und die kleine schon alles bekommt was sie braucht, versucht die Fläschchen aufs Minimum zu reduzieren (obwohl mein Mann mir immer mit dem Fläschchen im Nacken sitzt und meint es reiche ihr nicht).
Nun dann heute das vom Kinderarzt, ich bin total am Boden, mein Mann meinte dazu nur, dass ihm das ja längst klar gewesen wäre und ich fühle mich echt mies.

Bei der Geburt wog die kleine mit 55 cm 3535 g
U2 (4.6.) 55 cm und 3440 g
U§ (15.07.) 58 cm und 4340 g
U4 (30.09.) 64 c, und 5500 g

Vielleicht kann mir ja jemand hier helfen,
wäre für Tipps wirklich dankbar. :|
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Hermine12
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Hermine12 »

Herzlich Willkommen [SMILING FACE WITH SMILING EYES] Hier bist du gut aufgehoben. Wird sich bestimmt bald ein Stillmod melden. Derweil kannst du vielleicht noch die Fragen unter "Wie funktioniert Stillberatung bei SuT" beantworten [SMILING FACE WITH SMILING EYES]
Liebe Grüße von Hermine
mit kleinem Wusel (Juni 2015)

Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. (Rumi)
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Teazer
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Teazer »

Hallo und herzlich willkommen im SuT! :)
MundM0915 hat geschrieben:Meine kleine Tochter ist morgen genau 4 Monate alt und war immer recht lang aber dünn.
Heute hatten wir die U4 und der Arzt meinte, sie habe zu wenig zugenommen, ich solle bitte regelmäßig zufüttern und mit der Beikost nicht mehr all zu lang warten... :shock:
Dann gucken wir und doch gleich mal die Daten an.
Bei der Geburt wog die kleine mit 55 cm 3535 g
U2 (4.6.) 55 cm und 3440 g
U§ (15.07.) 58 cm und 4340 g
U4 (30.09.) 64 c, und 5500 g
Deine Kleine hat zwischen U2 und U3 900 g zugenommen. Von der WHO wird in den ersten 6 Lebenswochen eine Mindestzunahme von 1020 g empfohlen. Zwischen U3 und U4 hätte Dein Baby 1330 g zunehmen sollen. Es waren 1160 g.

Dein Baby hat also tatsächlich zu wenig zugenommen. Eure KiÄ hätte Euch eigentlich bereits bei der U3 etwas sagen müsse, damit Du stillberaterische Unterstützung bekommst. Nun kommt ihre Warnung zwei Monate zu spät und Du stehst gewaltig unter Druck. Das tut mir leid. ((()))

Die Frage ist: Warum hat Deine Tochter weniger als empfohlen zugenommen? Gehen wir mal auch Spurensuche.
Bei der kleinen jetzt wollte ich es unbedingt durchziehen, aber auch hier gab es immer wieder Probleme. Zwischenzeitlich war auf einmal fast keine Milch mehr da, die kleine hat geschrien wie am Spieß, die Hebamme meinte es wäre wohl der Stress..
Was für einem Stress warst Du ausgesetzt?
sie hatte zwischenzeitlich dann auch mal ne Flasche bekommen, weil einfach der Hunger so groß war.
Woran hast Du erkannt, dass sie Hunger hat?
Damit war das nächste Problem geboren, aus der Flasche trank es sich ja viel leichter. Sie wollte fast nicht mehr an die Brust, hat sich immer weggedreht und geschrien.
Das Trinken aus der Flasche ist nicht leichter. Aber manche Babys können nicht problemlos von der Brust zur Flasche und wieder zurück wechseln. Sie bekommen von künstlichen Saugern (Flasche, Schnuller, Stillhütchen) eine Saugverwirrung. Hat Dein Baby einen Schnuller?
Nun stille ich mittlerweile quasi wieder voll.
Unterwegs bekommt sie ab und an die Flasche oder wenn sie mit meinem Mann allein daheim ist.
Wie oft kommt das vor? Wann habt Ihr damit angefangen?
Wenn ich dann gestillt hab und wegfahre (zb Einkaufen) komme ich heim und mein Mann erzählt mir, dass die kleine nochmal 230 ml (!)Fläschchen getrunken hat und dann seelig eingeschlafen ist (obwohl sie zuvor beide seiten getrunken hatte).
Warum selbst satte Babys eine Flasche leeren, kannst Du hier nachlesen .
Natürlich finde ich es nicht okay wenn er ihr dann einfach die Flasche gibt, andererseits hatte sie dann ja offensichtlich wirklich noch hunger und ich will ja nicht dass sie hungrig ist
Im oberen Link kannst Du nachlesen, warum Deine Tochter wahrscheinlich nicht hungrig war. Und es ist tatsächlich nicht okay, wenn Dein Mann ohne klare Zufütterindikation die Flasche gibt.

Ich verstehe natürlich, dass Dein Mann nur möchte, dass Euer Baby satt und zufrieden ist. Das Problem besteht darin, dass die Menge PRE, die Euer Baby trinkt, weniger an Deiner Brust nachgefragt wird. 230 ml sind ca. 25-40% des Tagesbedarfs eines Babys. Es ist kein Wunder, dass sie danach schläft: Sie ist im sog. Fresskoma. Und da kommt das zweite Problem dazu: Es vergeht viel Zeit bis zum nächsten Stillen, weil PRE schwer verdaulich ist. Und weil Deine Brust nicht entleert wird, bekommt sie das Signal, dass weniger Milch benötigt wird und die Milchproduktion fährt herunter.

Die Saugverwirrung oben drauf (und da genügt bei sensitiven Babys schon eine Flasche) sorgt dann noch dafür, dass Dein Baby die Brust nicht ordentlich entleeren kann. Auch das reduziert Deine Milchmenge. Ein Teufelskreis.

Aus all diesen Gründen sollte bei einem Vollstillbaby ausschließlich wenn unbedingt nötig zugefüttert werden. Und dann ohne Sauger (z.B. mit einem Becher oder einem Löffel) und nur kleine Mengen, möglichst gewonnene Muttermilch. Alles andere bringt das System von Angebot und Nachfrage durcheinander.
(abpumpen und ausstreichen funktioniert leider nicht so gut).
Was für eine Pumpe hast Du benutzt? Hat Dir jemand das Ausstreichen gezeigt?
trotzdem hab ich bisher das Thema abstillen/regelmäßiges zufüttern verneint und darauf bestanden, dass die Brust besser ist und die kleine schon alles bekommt was sie braucht
Normalerweise stimmt das auch. Aber in Deine Milchproduktion wurde - so liest es sich für mich - regelmäßig durch Zufüttern eingegriffen. Wir können gerne gemeinsam an Eurem Stillmanagement arbeiten. Parallel werden wir täglich Wiegen und die Ausscheidungen beobachten. Anhand dieser Werte werden wir dann gucken, ob zugefüttert werden muss oder ein Vollstillen möglich ist.
(obwohl mein Mann mir immer mit dem Fläschchen im Nacken sitzt und meint es reiche ihr nicht).
Nun dann heute das vom Kinderarzt, ich bin total am Boden, mein Mann meinte dazu nur, dass ihm das ja längst klar gewesen wäre
Es ist wichtig, dass Dein Mann mit im Boot ist und Dich auf dem Weg begleitet und mit Dir an einem Strang zieht. Natürlich steht das gute Gedeihen an erster Stelle und ich werde die Empfehlung zum Zufüttern geben, wenn es nötig sein sollte. Es kann aber gut sein, dass es reicht etwas häufiger zu Stillen und das Stillen effektiver zu gestalten, wenn nicht mehr mit der Flasche zugefüttert wird. Das werden wir in den nächsten Tagen sehen.
und ich fühle mich echt mies.
Das glaube ich Dir. ((())) Aber Du bist nicht mehr allein mit Deinen Fragen und Sorgen. Die Forumsmamas und ich als Stillberaterin begleiten Dich gerne. Möchtest Du das?

Wenn ja, dann beantworte bitte die vielen Fragen aus meinem Beitrag (kopiere sie einfach) und die noch offenen Fragen aus Wie funktioniert Stillberatung hier im SuT?. Dann leihe eine Babywaage in der Apotheke. Wenn ich Dein 'okay' zur Beratung bekomme, schreibe ich noch mehr. Bis dahin kannst Du Dich schonmal an diese Tipps halten:

- mindestens 10-12 x stillen in 24 h
- tags alle 2h, nachts alle 3h (dazu auch wecken: Tipps für schläfrige Babys)
- Stilleinheiten mit 20 min effektivem Stillen
- Wechselstillen oder Brustkompression
- keine künstlichen Sauger
- keine anderen Flüssigkeiten

Die Stillabstände werden von Stillbeginn zu Stillbeginn gerechnet.


Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

"Mit einer Kindheit voller Liebe aber kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten." (Jean Paul)
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Teazer
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Teazer »

P.S.: Bitte registriere Dich. Sonst müssen Deine Antworten händisch frei geschaltet werden und gehen vielleicht unter.

Viele Grüße,
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Gast

Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Gast »

So,
dann versuch ich mal alles zu beantworten :)

Also, ich war damals relativ gestresst weil einfach viel los war (die große war zu der zeit krank, chronisch schwer kranke mutter im selben haus und dazu die umstellung mit kleinem baby und dem alltag nachdem mein mann wieder arbeiten war, das hat wohl den rahmen gesprengt).

Woran hast Du erkannt, dass sie Hunger hat?
Sie hat geschrien wie am spieß, hat die brust gesucht, fäustchen geballt.
wenn ich sie angelegt habe hat sie sofort trinken wollen, aber da so wenig milch da war hat sie dann schnell wieder an der brust geweint...sie hat auch fast gar nicht geschluckt.

Sie bekommen von künstlichen Saugern (Flasche, Schnuller, Stillhütchen) eine Saugverwirrung. Hat Dein Baby einen Schnuller?
ja sie hat einen Schnuller, den hat sie leider schon im Krankenhaus bekommen, das war aber die ersten 3 Monate kein Problem. Sie hat bis dahin an der Brust sehr schön getrunken, gut angedockt und auch regelmäßig geschluckt. auch jetzt ist das trinken an der brust mE gut, bis auf die tatsache dass sie danach nicht satt zu sein scheint.

Wie oft kommt das vor? Wann habt Ihr damit angefangen?

Das kommt eher unregelmäßig vor, ich würde sagen ein bis zweimal in der woche. Angefangen haben wir damit als diese "stress-kriese" war.

Was für eine Pumpe hast Du benutzt? Hat Dir jemand das Ausstreichen gezeigt?

ich habe eine handpumpe von Avent und das Ausstreichen zeigte mir meine hebamme.


* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen?
Unser Stillalltag beginnt oft so gegen 7 Uhr, da trinkt sie dann zwischen 20 und 30 Minuten. Dann gegen 9 oder halb 10 nochmal. gegen 12 oder halb 1 nochmal (immer ca so lange) dann schläft sie meist ein wenig und kommt dann erst gegen halb 4 oder 4 nochmal. ab ca halb 6 will sie dann ständig, am liebsten ununterbrochen, mindestens jedoch nochmal 2 mal bis 8 oder halb 9. zwischen 8 und 9 geht sie dann ins bett und schläft wieder bis morgens halb 7 oder 7.
Ich sollte wohl dazu sagen, dass ich immer nur eine Brust gestillt hatte und stille, weil es meinen brustwarzen besser tat und sie trotzdem (stillproben wurden gemacht) genug bekommen hat (zumindest damals in den ersten wochen as wir stillproben gemacht haben).


* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang?

Stuhlgang ist meistens ca 1 mal am tag. manchmal auch mehrere tage nicht und dann viel stuhlgang, zb gestern war es 5x, davor 3 tage nicht.
über das pinkeln kann ich nicht so viel sagen weil sie manchmal auch nur sehr kleine mengen pieselt :D
das merk ich dann nicht außer ich wickel gerade zufällig. ich würde aber behaupten so mindestens 4 gute nasse windeln hat sie am tag schon.


* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme?
Der beginn war traumhaft. Sie hat sofort gut angedockt und getrunken wie ein weltmeister. Anfangs musste ich sie aber zum Trinken regelmäßig wecken da sie gelbsucht hatte.
als das vorbei war kam sie selbst regelmäßig und schläft nun auch schon recht lange am stück durch.

* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller?
Ja sie hat einen Schnuller und trinkt wie gesagt ab und an Fläschchen.

* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...?
Ja, ich habe eine Hebamme und gehe natürlich zum Kinderarzt zu den U Untersuchungen und bei Krankheit etc.

* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme?

die kleine hatte die ersten 3 Wochen Gelbsucht,
ich habe noch ein paar kilo zu viel auf den Hüften seit der Geburt.

Ich hoff dass ich keine Fragen vergessen hab ^^
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Teazer
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Teazer »

Hallo!

Danke für Deine Antworten. Bitte registriere Dich und melde Dich an. Ich bekomme sonst keine Benachrichtigung, dass Du geantwortet hast.
Also, ich war damals relativ gestresst weil einfach viel los war (die große war zu der zeit krank, chronisch schwer kranke mutter im selben haus und dazu die umstellung mit kleinem baby und dem alltag nachdem mein mann wieder arbeiten war, das hat wohl den rahmen gesprengt).

Woran hast Du erkannt, dass sie Hunger hat?
Sie hat geschrien wie am spieß, hat die brust gesucht, fäustchen geballt.
wenn ich sie angelegt habe hat sie sofort trinken wollen, aber da so wenig milch da war hat sie dann schnell wieder an der brust geweint...sie hat auch fast gar nicht geschluckt.
Es kann sein, dass durch den Stress Dein Milchspendereflex verlangsamt war. Ruhe und Entspannung hätten da geholfen.
ja sie hat einen Schnuller, den hat sie leider schon im Krankenhaus bekommen, das war aber die ersten 3 Monate kein Problem. Sie hat bis dahin an der Brust sehr schön getrunken, gut angedockt und auch regelmäßig geschluckt. auch jetzt ist das trinken an der brust mE gut, bis auf die tatsache dass sie danach nicht satt zu sein scheint.
Babys können ihren Hunger überschnullern und seltener als nötig sich zum Stillen melden. Und es kann passieren, dass sich ihre Stilltechnik durch den Schnuller verschlechtert und sie die Brust nicht mehr richtig stimulieren können. Beides führt zu einer Verringerung der Milchmenge.
Das kommt eher unregelmäßig vor, ich würde sagen ein bis zweimal in der woche. Angefangen haben wir damit als diese "stress-kriese" war.
Das passiert ganz vielen Müttern so. Leider ist das Zufüttern da aber kontraproduktiv. Es wird nur mehr Milch gebildet, wenn auch mehr getrunken oder die Brust anderweitig entleert wird.
ich habe eine handpumpe von Avent
Manche Frauen können mit Pumpen gar keine Milch gewinnen oder nur mit guten elektrischen.
und das Ausstreichen zeigte mir meine hebamme.
Hat es da geklappt?
Unser Stillalltag beginnt oft so gegen 7 Uhr, da trinkt sie dann zwischen 20 und 30 Minuten. Dann gegen 9 oder halb 10 nochmal. gegen 12 oder halb 1 nochmal (immer ca so lange) dann schläft sie meist ein wenig und kommt dann erst gegen halb 4 oder 4 nochmal. ab ca halb 6 will sie dann ständig, am liebsten ununterbrochen, mindestens jedoch nochmal 2 mal bis 8 oder halb 9. zwischen 8 und 9 geht sie dann ins bett und schläft wieder bis morgens halb 7 oder 7.
Es kann gut sein, dass das für Deine Milchbildung und ihr Gedeihen zu wenig ist. Insbesondere das Durchschlafen stellt für viele Stillpaare ein Problem dar. Denn nachts sind die Rezeptoren für die Stillhormone sensibler und das nächtliche Stillen hat Auswirkungen auf die Milchmenge des Folgetages. Es ist also ganz wichtig, dass Du sie nachts zum Stillen weckst (siehe meine Liste oben). Und es ist wichtig, dass Du den Schnuller weg lässt. Nur so kann Dein Baby ihren Stillbedarf korrekt anmelden. Es kann gut sein, dass ihre langsame Zunahme durch den Schnuller mit verursacht wurde.

Abendliches Dauerstillen ist ganz normal und hat sogar einen eigenen Namen: Clusterfeeding. Es ist kein Zeichen für zu wenig Milch! Am besten ist, es such im Bett oder auf dem Sofa bequem zu machen. Hast Du ein Tragetuch oder eine Tragehilfe? Clustern geht auch super darin.
Ich sollte wohl dazu sagen, dass ich immer nur eine Brust gestillt hatte und stille, weil es meinen brustwarzen besser tat und sie trotzdem (stillproben wurden gemacht) genug bekommen hat (zumindest damals in den ersten wochen as wir stillproben gemacht haben).
Im Verlauf betrachtet - ich habe ja nur die U-Gewichte - hat sie bereits in den ersten Wochen zu langsam zugenommen.

Zur Milchsteigerung ist es auf jeden Fall wichtig, dass Du beide Seiten anbietest und gerne auch eine dritte und vierte. Wechselstillen (s.o.) ist eine sehr effektive Art die Milchmenge zu steigern.

Wenn Dir die Brustwarzen weh tun, dann stimmt etwas mit der Technik nicht. Korrektes Stillen tut normalerweise nicht weh und reizt auch nicht die Brustwarzen. Es kann sein, dass die Probleme durch die Saugverwirrung kommt oder, dass ein anatomischer Grund vorliegt. Richtiges Anlegen sieht so aus:

- Mamas und Babys Bauch berühren sich
- der Babymund ist weit offen
- die Lippen nach außen gestülpt
- die Zunge liegt über der Zahnleiste
- das Baby hat viel Brust im Mund, mehr als die Brustwarze

Ist das bei Euch so?
Stuhlgang ist meistens ca 1 mal am tag. manchmal auch mehrere tage nicht und dann viel stuhlgang, zb gestern war es 5x, davor 3 tage nicht.
Das ist ab dem Alter von 6 Wochen bei Stillbabys normal.
über das pinkeln kann ich nicht so viel sagen weil sie manchmal auch nur sehr kleine mengen pieselt :D
das merk ich dann nicht außer ich wickel gerade zufällig. ich würde aber behaupten so mindestens 4 gute nasse windeln hat sie am tag schon.
Dann passen die Ausscheidungen.
Der beginn war traumhaft. Sie hat sofort gut angedockt und getrunken wie ein weltmeister. Anfangs musste ich sie aber zum Trinken regelmäßig wecken da sie gelbsucht hatte.
als das vorbei war kam sie selbst regelmäßig und schläft nun auch schon recht lange am stück durch.
Das Durchschlafen ist sicher schön. Aber Dein Baby nimmt zu langsam zu und das bedeutet, dass das Durchschlafen nicht gut für Euch ist. Vollstillbabys sind darauf angewiesen nachts zu stillen, denn Muttermilch ist sehr schnell verdaut. Ihr kleiner Körper braucht aber regelmäßig Kalorien, Nährstoffe und Wasser.
Ja sie hat einen Schnuller und trinkt wie gesagt ab und an Fläschchen.
Beides ist bei Deinem Baby für ein gutes Gedeihen hinderlich. Denkst Du, dass Du und Dein Mann mit meiner Untetstützung alternative Wege gehen könnt, damit das Stillen gelingt?

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Morgaine47 »

Super dass Du Dich hier gemeldet hast. Ich hoffe die Schwierigkeiten gehören bald der Vergangenheit an.
LG
Morgaine

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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von koalina »

Auch von mir ein herzliches Willkommen!
koalina :piepmatz:
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mit Krümel (*15) und Krümelchen (*17)

Unsere kleinen Wunder... kamen überraschend und haben unser Leben mehr bereichert als man es in Worte fassen kann.
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Re: Baby zu leicht, zufüttern?

Beitrag von Teazer »

Hallo!

Wie geht es Euch? Möchtest Du beraten werden?

Viele Grüße,
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