Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

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Gast

Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von Gast »

Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu. Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben mich an diese Community zu wenden, weil sie hier tolle Hilfe bekommen hat.

Ich bin im Moment etwas verwirrt und verunsichert bezüglich der Entwicklung meiner zweiten Tochter. Sie ist jetzt sieben Monate alt, und wog bei der Geburt am 30.1.2015 4270 g bei 56 cm Länge. Im Krankenhaus hatte ich schon einen ziemlichen Stillterror, weil sie zunächst deutlich über 10 % abgenommen hatte. Das kehrte sich dann aber am vierten Tag um und ich konnte mich aufgrund ihrer allgemeinen Verfassung auch gegen jegliche Zufütterung wehren. In den folgenden Wochen und ersten Monaten hat sie super zugenommen.

Ab dem vierten Monat stagniert es etwas, sie hatte eine kurze Brustschreiphase. Sie trinkt allgemein immer sehr kurz und ist dann am anderen Sachen interessiert und wehrt sich regelrecht.
Das mit dem Schreien hat jetzt gottseidank aufgehört. Trotzdem legt sie sehr langsam zu, und der Beikost Start vor anderthalb Monaten hat noch auch noch nicht wirklich gefruchtet.

Mittag ist sie zwischen 20 und 50 g Gemüse, und ich habe jetzt letzte Woche nach der U5 parallel Abendbrei angefangen. Da gehen schon 70 g Griesbrei rein.

Bei der U5 am letzten Freitag wog die kleine 6450 g bei 69 cm Körpergröße. Der BMI ist natürlich sehr schlecht, aber es gab schon einen Positivtrend. Trotzdem hat der Kinderarzt mir jetzt großen Druck gemacht. Er scheint mir nicht zu glauben, dass sie ein grundsätzlich zufriedenes Kind ist, kaum schreit, schon weite Strecken robbt und sehr aktiv ist, und auch lange spielt und erzählt. Er fragt ständig, ob die Milch nicht reicht, dabei lehnt sie ja manchmal die zweite Seite sogar ab. Nun wollte er, dass ich eine Woche lang jede Stillmahlzeit vorher und hinterher wiege. Als ich ihn erschrocken ansah sagte er, "naja dann drei Tage".

Er hat mir extra eine Säuglingswaage aus der Apotheke verschrieben. Für mich natürlich der Horror, weil die kleine nachts relativ oft kommt, sich da auch recht viel Milch holt und länger trinkt, und manchmal so schön neben mir einschläft. Außerdem geht die Zahnerei gerade los.

Von dem psychischen Druck für mich und im Stress für das Kind mal ganz zu schweigen.

Ich habe mich jetzt breitschlagen lassen das einmal 24 Stunden durchzuziehen. In 24 Stunden hat sie in vielen kleinen Mahlzeiten 750 g Milch getrunken. Zusätzlich an dem Tag 20 g Mittags Brei (Pastinaken Kartoffel Möhren) und 70 g Abend Brei (Grieß). Meine Hebamme sagte sagte gleich, ist doch in Ordnung.

Klar nimmt sie mit der Milchmenge nicht so gigantisch schnell zu. Aber da ich am Freitag nach dem Kinderarzttermin direkt mit dem Abendbrei begonnen habe und er ganz gut läuft, habe ich die Hoffnung das ich da schon ein bisschen was auf der Waage tut. Auf jeden Fall habe ich diese 24 Stundenwiegung erst mal abgebrochen. Das tue ich uns nicht weiter an. Stattdessen wiege ich morgens einmal nackt.

Startgewicht am
Samstag 6420 g auf der Leihwaage.
Sonntag 6460,
Montag 6490,
Dienstag nach einer 28° Nacht im Schlafzimmer 6460, heute
Mittwoch 6500 g.

Ich denke für eine halbe Woche ist diese Zunahme doch gar nicht schlecht.

Nun muss ich den Kinder Arzt die Tage anrufen und weiß nicht so recht wie ich argumentieren soll. Letztlich kann er mich ja nicht nötigen, diesen Stillterror mitzumachen.
Meine Hebamme fragte sowieso, was der Kinderarzt denn machen will, wenn ihm das die Milchmenge nicht passt. Zwangsfütterung? Wenn Sie die Brust und den Brei in der Situation abgelehnt wird es ja schließlich auch kein Fläschchen nehmen.

Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps für mich, mit welcher Beikost ich es am besten probieren könnte, damit sie schneller zunimmt? Ich sträube mich ein wenig diesen zuckerhaltigen Milchbrei zu kaufen. Bei meiner älteren Tochter habe ich immer den Abendbrei mit Flocken und Pre Milch angerührt. Habe auch noch Flocken übrig davon. Mittags Brei mit Kartoffel mag sie Moment noch gar nicht richtig, Gemüse pur geht meistens besser aber ist natürlich nicht wirklich nahrhaft. Sie ist auch sehr wählerisch was die Sorten betrifft. Am besten nur Möhrchen. Oder ich pimpe mit Birne, dann geht auch immer ein bisschen mehr.

Ach, das ist alles nicht so einfach. Ich finde es einfach schlimm, wie man zum Teil als Mutter vom Kinderarzt angesehen wird und welchen Unterstellungen man ausgesetzt ist, wenn das Kind nicht nach Tabelle gedeiht. Klar, gibt es auch Fälle von Vernachlässigung oder Menschen die vor dem Arzt lügen. Aber letztendlich war ich auch mit meiner großen Tochter bei ihm, sie war auch immer lang und dünn nur nicht ganz so dünn wie die kleine. Aber die Veranlagung ist bei beiden da.

Vielen Dank fürs Lesen.

Gruß,

Curly

Ach so, bitte entschuldigt Rechtschreibfehler, ich habe das ganze größtenteils diktiert.
curlykuh
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von curlykuh »

Ups. Habe gerade gesehen dass ich das als Gast gepostet hab. Kann man das noch ändern. :oops:
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Scheckse
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von Scheckse »

Hat die Hebammen evtl einen Tipp welcher Kinderarzt Gewichtsentwicklung wirklich fachkundig beurteilen kann? Der ist mMn nämlich Euer einziges Problem. Anrufen würde ich ihn nicht und auch nicht mehr hingehen. Ein gesundes aktives Kind, dass Zugang zu ausgewogener Nahrung inkl. Muttermilch hat, kann wiegen was es will.
Alle Zwangsmaßnahmen produzieren nicht mehr Gewicht (warum auch), sondern maximal eine Essstörung
delfinstern
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von delfinstern »

Hallo Curly,
ich habe mal alle Daten mit Datum hingeschrieben, hast du noch mehr? z.B. Hebamme, U1-U5? Bitte füge die noch in die Liste ein.
30.1.2015 4270 g Geburt
xxxx xxxx niedrigstes Gewicht
28.8. 6450g Kinderarzt
29.8. 6420g auf der Leihwaage.
30.8. 6460g,
31.8. 6490g,
1.9. 6460g
2.9. 6500 g.

Ich (als Laie!) denke aber, solange dein Kind Essen und stillen kann soviel es will, dann habt ihr eher kein Problem.
Liebe Grüße
Delfin*
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von curlykuh »

klar. Habe Daten on masse:
30.1.2015 4270 g Geburt
01.02 3800
02.02. 3760
03.02. 3890
04.02. 3930
05.02. 3960
06.02. 3970
08.02. 4050
10.02. 4080
12.02. 4190
15.02. 4310
18.02. 4460
24.02. 4550, 57,5cm, 37,7cm KU
27.02. 4650
04.03. 4860
10.03. 4900
19.03. 5030
30.04. 5800, 65cm
01.06. 6100, 68cm, 41,5 KU
03.07. 6240
15.07. 6200
28.08. 6450, 69 cm, 43,7 KU
29.8. 6420g auf der Leihwaage.
30.8. 6460g,
31.8. 6490g,
1.9. 6460g
2.9. 6500
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Teazer
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von Teazer »

Hallo Curly,

herzlich willkommen im SuT. :D Ich guck mir erst einmal die Gewichtsdaten an:
curlykuh hat geschrieben: 30.1.2015 4270 g Geburt
01.02 3800
02.02. 3760
03.02. 3890
04.02. 3930
05.02. 3960
06.02. 3970
08.02. 4050
10.02. 4080
12.02. 4190
15.02. 4310
18.02. 4460
24.02. 4550, 57,5cm, 37,7cm KU
27.02. 4650
04.03. 4860
10.03. 4900
19.03. 5030
30.04. 5800, 65cm
01.06. 6100, 68cm, 41,5 KU
Die Zunahme in den ersten vier Monaten sollte mindestens 2350 g betragen. Die hat Dein Baby nur um 10 g unterschritten. Das ist weniger als eine Blasenfüllung, kann also vernachlässigt werden. Dein Baby hat bis zu diesem Zeitpunkt normal zugenommen.
03.07. 6240
15.07. 6200
28.08. 6450, 69 cm, 43,7 KU
In den darauf folgenden Wochen hat Dein Baby ca. 350 g zugenommen. Laut WHO hätten es 760 g sein sollen. Die Differenz ist wirklich groß. Von daher war es richtig, dass Dein KiA Dich darauf aufmerksam gemacht hat. Der Bedarf mancher Babys übersteigt einfach die Milchmenge, die sie zu sich nehmen.
Trotzdem hat der Kinderarzt mir jetzt großen Druck gemacht. (...) Nun wollte er, dass ich eine Woche lang jede Stillmahlzeit vorher und hinterher wiege. Als ich ihn erschrocken ansah sagte er, "naja dann drei Tage".
Stillproben sind ein massiver Eingriff in Eure Stillbeziehung und ich kann Deine Abneigung und den entstandenen Stress absolut nachvollziehen. Bei einem beikostreifen Kind macht das auch keinen Sinn, denn ein die Muttermilch übersteigender Bedarf kann in diesem Alter - ein gutes Angebot vorausgesetzt - durch die Beikost zugeführt werden. Es macht also mehr Sinn an diesem Aspekt zu arbeiten anstatt zu gucken wieviel Milch im Bauch landet.

Wie oft stillt Ihr denn in 24h?
Ich habe mich jetzt breitschlagen lassen das einmal 24 Stunden durchzuziehen. In 24 Stunden hat sie in vielen kleinen Mahlzeiten 750 g Milch getrunken. Zusätzlich an dem Tag 20 g Mittags Brei (Pastinaken Kartoffel Möhren) und 70 g Abend Brei (Grieß). Meine Hebamme sagte sagte gleich, ist doch in Ordnung.
Die Milchmenge ist ganz normal. Tatsache ist jedoch, dass die Zunahme etwas mehr Schwung gebrauchen könnte. Aber das kann man auch durch hochkalorische Beikost erreichen.
Trotzdem legt sie sehr langsam zu, und der Beikost Start vor anderthalb Monaten hat noch auch noch nicht wirklich gefruchtet.
Mittag ist sie zwischen 20 und 50 g Gemüse, und ich habe jetzt letzte Woche nach der U5 parallel Abendbrei angefangen. Da gehen schon 70 g Griesbrei rein.
Es spricht nichts dagegen den Grießbrei mehrmals täglich anzubieten. Enthält er bereits Milch oder rührst Du ihn selber an?

Wie sieht es mit der Fettzugabe beim Gemüsebrei aus?
Habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps für mich, mit welcher Beikost ich es am besten probieren könnte, damit sie schneller zunimmt? Ich sträube mich ein wenig diesen zuckerhaltigen Milchbrei zu kaufen.
Das sollst Du auch nicht. Deine Tochter braucht gesunde Beikost, keine leeren Kalorien, die bloß dick machen, aber ungesund sind.
Bei meiner älteren Tochter habe ich immer den Abendbrei mit Flocken und Pre Milch angerührt. Habe auch noch Flocken übrig davon. Mittags Brei mit Kartoffel mag sie Moment noch gar nicht richtig, Gemüse pur geht meistens besser aber ist natürlich nicht wirklich nahrhaft. Sie ist auch sehr wählerisch was die Sorten betrifft. Am besten nur Möhrchen. Oder ich pimpe mit Birne, dann geht auch immer ein bisschen mehr.
Wichtig ist, dass sie den Brei mag und, dass er viele gesunde Kalorien enthält. Am besten, Du probierst verschiedene Gemüsesorten, Flocken, kalorienreiches Obst wie Banane und Mango und verschiedene Fettzugaben wie Öle, Butter und Avocado aus. Der o.g. Link hilft Dir weiter. Ich bin sicher, Du findest einen Brei, den sie mit Freude verschlingt. Den kannst Du dann auch mehrmals täglich anbieten, wenn sie keinen anderen mag. Parallel dazu stillst Du ganz normal nach Bedarf weiter. Und dann wird das Gewicht auch schneller klettern.
Stattdessen wiege ich morgens einmal nackt.
In ihrem Alter reicht einmal in der Woche zu wiegen. Es sind keine großen Zunahmen mehr zu erwarten, die tägliches Wiegen rechtfertigen würden. Das bringt nur unnötigen Stress. Wiege sie an einem festen Wochentag unter möglichst gleichen Umständen (Uhrzeit, Abstand zum letzten Stillen, ähnliche Kleidung, etv.). Das reicht vollkommen aus.

Hilft Dir das weiter?

Viele Grüße,
Teazer (ModTeam-Stillberatung)
Viele Grüße von Teazer (Stillmodteam)

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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von curlykuh »

Hallo Teazer,
Danke für die lange Antwort.

Teazer hat geschrieben: Stillproben sind ein massiver Eingriff in Eure Stillbeziehung und ich kann Deine Abneigung und den entstandenen Stress absolut nachvollziehen. Bei einem beikostreifen Kind macht das auch keinen Sinn, denn ein die Muttermilch übersteigender Bedarf kann in diesem Alter - ein gutes Angebot vorausgesetzt - durch die Beikost zugeführt werden. Es macht also mehr Sinn an diesem Aspekt zu arbeiten anstatt zu gucken wieviel Milch im Bauch landet.

Wie oft stillt Ihr denn in 24h?
Zwischen 9 und 12 mal. Sie trinkt immer nur max 4-5 min je Seite. Von Anfang an. Wartet einen Milchspendereflex ab und sobald weniger kommt setzt sie ab. Meine große hatte damals mehr geackert. War total ungewohnt für mich. Deshalb lege ich sie sicherlich auch manchmal auf Verdacht nochmal an oder wenn ich halt mit ihr aus dem Haus will.
Die Milchmenge ist ganz normal. Tatsache ist jedoch, dass die Zunahme etwas mehr Schwung gebrauchen könnte. Aber das kann man auch durch hochkalorische Beikost erreichen.
Sie ist halt auch sehr aktiv und schläft tagsüber meist maximal 1,5 Stunden.
Es spricht nichts dagegen den Grießbrei mehrmals täglich anzubieten. Enthält er bereits Milch oder rührst Du ihn selber an?

Wie sieht es mit der Fettzugabe beim Gemüsebrei aus?
Ich befürchte nur wenn ich den Grießbrei mehrmals gebe, trinkt sie wieder weniger an der Brust. Aber man könnte es probieren. Ich rühre Bio Flocken mit Pre-Milch an.

Mische in 50 g Gemüse 1 Teelöffel Rapsöl
Hilft Dir das weiter?
Auf jeden Fall. Vielen Dank schonmal. Werde ihr morgen gleich nochmal Banane anbieten. Das hatten wir bisher auch noch gar nicht. Und sie ist ja anscheinend so eine süße. :D

Vielleicht entspannt sich die Situation auch wenn meine große (2 1/4 Jahre) in zwei Monaten in der Krippe ist. Aber bis dahin sollte die kleine natürlich auch schon nen Sprung gemacht haben.

Gruß,
Curly
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von curlykuh »

Sollte ich eigentlich in den Grießbrei auch noch zusätzlich Öl rein geben?
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von saiidi »

Schau mal ob dir der link weiter hilft.
Hochkalorische Beikost
Liebe Grüße
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Re: Mein Kind wiegt zu wenig - Psychostress hoch 10

Beitrag von beccarei »

Curlykuh, ich freue mich, dass du dich hier gemeldet hast.
Ich hoffe, die Zunahme kommt mit der Hilfe hier in Schwung.

PS: Bei dem Namen in der Vorschau wusste ich, dass du es bist. :)
Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
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