ich melde mich nun leider hier mal, wegen einem Problem, das uns nun schon mehrere Wochen beschäftigt. Ich dachte zuerst es wäre nur eine "Phase", aber irgendwie wird es nicht langfristig besser. Habe auch schon viel gelesen hier, aber so richtig etwas das unser Problem schildert, habe ich leider nicht gefunden.
Ich habe meine Hebamme bereits angesprochen, ihre Antwort war für mich leider sehr unbefriedigend ("Viele haben eine Lieblingsseite, gibt auch sehr viele Frauen, die nur einseitig stillen" - mag alles sein. Möchte ich, wenn möglich, aber vermeiden).
Erstmal zu meinem Problem:
Mein Sohn ist jetzt ca 5,5 Monate alt, seit Geburt gestillt, wir hatten nie Probleme, von Anfang an lief alles wirklich traumhaft, keine wunden BW, keine Schmerzen nichts. Ich hatte eher zu viel Milch und einen sehr starken MSR, so dass ich immer nur 1 Seite pro Mahlzeit angeboten habe, die hat er binnen 5-10 Minuten getrunken und ist satt. Anfangs hatte er mit dem starken MSR etwas zu kämpfen und hat oft abgedockt und wieder angedockt, weil er erstmal schlucken musste, das hat sich aber seit längerem gegeben. Mittlerweile trinkt er in einem "Zug" durch.
Es war alles völlig unkompliziert, nur mittlerweile verweigert er seit Wochen die rechte Seite, mal mehr mal weniger. Es gibt Tage, an denen habe ich rechts nur gepumpt, nachts ging es dann problemlos. Dann gibt es Tage, als wäre nie etwas gewesen und er trinkt beide Seiten problemlos, wo ich mich freue, dass es endlich vorbei ist. Doch dann geht es wieder los und heute bspw. hat er weder tags noch nachts rechts getrunken. Manchmal kann ich sie ihm "untermogeln", indem ich ihn zuerst links trinken lasse und dann nachdem der MSR ausgelöst hat nach rechts rüberziehe in den Rückengriff, ab und zu trinkt er dann zumindest etwas ab, aber meist auch nur unter großem Protest (oder eben auch gar nicht).
Mittlerweile belastet es mich wirklich sehr und ich gehe auch schon ziemlich angespannt in die Stillmahlzeit, wenn die rechte Seite dran ist, bzw. biete ich sie ihm jetzt jedes Mal mit an, bin also demnach dauernd "nervös", ob er nun wieder Theater macht oder ob er sie endlich trinkt.
Ich dachte zunächst, es läge an der Beikosteinführung, habe dies dann wieder 2 Wochen pausiert, keine Änderung. Ich kann aber auch nicht mehr genau sagen, seit wann er sie verweigert, ich glaube aber sogar, dass es bereits vor der Beikost angefangen hat. Es war eher schleichend. Also nicht von Anfang an so riguros.
Die Weigerung äußert sich wie folgt: sobald ich ihn vor der rechten Brust positioniere, fängt er an zu meckern, wenn ich ihm dann die BW etwas näher bringe, fängt er bitterlich an zu brüllen. Manchmal dockt er an, wenn ich ihm etwas Milch in den Mund spritze, sobald er aber die BW im Mund hat, drückt er sich wieder weg und brüllt. Manchmal hab ich das Gefühl ihn "ekelt" es förmlich. Wenn ich ihn dann zur linken Brust lege, dockt er sofort gierig an und trinkt ohne Probleme.
Wie gesagt, es gibt auch Tage zwischendurch, da trinkt er problemlos beide Seiten, jedoch ist es sehr selten geworden. Dabei merke ich allerdings, dass er rechts nicht mehr satt wird. Also biete ich grundsätzlich danach noch die linke Seite mit an, wenn er vorher einschläft (v.a. nachts), wird er meist nach ca. 1 Stunde wieder wach und hat Hunger. Das war sonst nie. Beide Seiten konnte ich sonst immer einzeln anbieten.
* Wird oder wurde Euer Baby zugefüttert, bekommt es abgepumpte Milch oder auch mal ein Fläschchen, schreibt bitte die Mengen auf (wie oft wieviel täglich) und womit zugefüttert wird oder wurde. Nein, haben es vor langer Zeit mal mit Wasser aus einem Fläschchen versucht (interessehalber), da kaut er nur drauf rum, kann nichts damit anfangen. Nur Beikost (Brei) seit ca. 1 Monat. Die isst er sehr gern.
* Bitte beschreibt, wie Euer Stillalltag für gewöhnlich aussieht: wie oft und wie lange wird üblicherweise gestillt? Wie lang sind die Schlafpausen? Pro Mahlzeit wie gesagt ca. 5-10 Minuten, er stillt gegen 4, 8, 12 (+Brei), 17, 20, 24 Uhr, variiert auch manchmal ein wenig, aber so ungefähr haut's hin. Schlafen ist sehr unterschiedlich, so zwischen 30Min bis 3 Stunden schafft er tagsüber alles, abends geht es zwischen 19 und 21 Uhr ins Bett und er wird nur zum Stillen "wach".
* Wie oft pro Tag scheidet das Baby aus? Wie häufig Stuhlgang? Jede Windel ist feucht bis nass (wird 4 stündlich gewickelt, außer nachts), Stuhlgang ist sehr variabel, manchmal ein paar Tage nicht, manchmal mehrfach (2x) täglich.
* Berichtet auch von Eurem Stillstart und den ersten Wochen nach der Geburt, v.a.: Wie klappt(e) das Stillen? Unruhiges Baby? Andock-Probleme? Von Anfang an keine Probleme, hatte am 3. Tag schon wieder Zunahme und am 5. Tag Geburtsgewicht erreicht. Wie gesagt, war er anfangs vom MSR ein wenig überfordert, hat aber trotzdem stets gut getrunken, keine wunden BW, keine Schmerzen, keine Milchstaus, keine Bauchschmerzen o.ä. Kind war anfangs seeeehr ruhig, hat viel geschlafen und gekuschelt, erst nach ca. 2 Monaten aktiver und mehr wach, aber auch danach meist ziemlich zufrieden und entspannt (Anfängerbaby
* Kennt es künstliche Sauger, also z.B. Flaschen, Hütchen, Schnuller? Goldi Sauger in Kirschkernform, haben wir eingeführt, da er ein sehr großes Saugbedürfnis hat und nach dem Stillen immer weiter saugen wollte, dann aber extrem schimpfte, weil noch so viel Milch kam. War der einzige Schnuller, den er annahm, alle anderen Versuche wurden verschmäht. Goldi hat er seit er 11 Wochen alt ist.
* Seid Ihr (bzw. Ist Euer Kind) bereits woanders in Behandlung/Beratung? Stillberatung, Kinderarzt, Hebamme, Osteopath, Krankengymnastik...? Hebamme wurde gefragt, siehe oben, Osteopathie war ich am Dienstag zuletzt, habe ihr das auch beschrieben, sie sah aber keinen Grund, fand sein Verhalten auch sehr "komisch", Blockade scheint es nicht zu sein, da er sich auch auf der linken Seite liegend (also in Richtung meiner rechten Brust) in den Schlaf wiegen lässt. Und auch im Rückengriff protestiert.
* Gibt es medizinische Besonderheiten, die das Stillen betreffen können? Z.B. Orthopädische Auffälligkeiten, Frühgeburt, Gelbsucht beim Baby? Brust-Operationen, Schilddrüsen- und andere chronische Erkrankungen (Übergewicht, Diabetes, PCOS,...) bei der Mutter? Medikamenteneinnahme? Keine Medikamente. Übergewicht ja, nach der SWS noch mehr als vorher (derzeit 105kg auf 165
Er gedeiht an sich super, 8,5kg bei ca 70cm (geschätzt, U5 ist erst am 9.9.), also darum mache ich mir eher keine Sorgen. Mir geht es primär darum, dass ich ungerne rechts abstillen möchte, momentan habe ich aber das Gefühl, dass es dazu führt. Zum anderen habe ich Angst, dass es doch mal zu einem Milchstau kommt (ich pumpe zwar, wenn der Druck zu groß wird und er nicht trinkt, danach ist es auch besser, aber das ist ja nicht das Ziel). Ich kann mir einfach nicht erklären, was er auf einmal für ein Problem mit der einen Seite hat
Ich weiß nicht, ob ihr mir per "Ferndiagnose" helfen könnt. Falls nicht hatte ich schonmal geschaut, es gibt wohl LLL Stillberaterinnen in der "Nähe", das wäre in Leipzig (vielleicht ist ja eine hier, die mit mir in Kontakt treten könnte?), aber das sind immernoch gut 50km je Strecke. Würde ich auch fahren, aber wenn es anders geht, wäre es natürlich einfacher.
Ist leider etwas lang geworden, entschuldigt... Aber ist ja auch ein sehr ausführliches Thema irgendwie, man weiß ja nie, was nun wichtig und relevant ist und was nicht.
Ich hoffe ihr könnt mir helfen und bedanke mich jetzt schonmal für eure tolle Arbeit hier! Es ist wirklich klasse, dass ihr so viel Aufwand betreibt und das alles ehrenamtlich. Echt ein tolles Forum hier <3