ich habe mich unter der entsprechenden Rubrik schon vorgestellt, darum hier nur in aller Kürze: Mein Mann und ich haben anderthalbjährige Zwillinge und einen elfjährigen Sohn, alle gestillt und getragen, und für Zwillingseltern sind wir relativ ausgeschlafen, fröhlich und entspannt.
Immer wieder gibt es aber doch Phasen, in denen uns das (Ein-)Schlafen vor Herausforderungen stellt. Die beiden Kleinen schlafen mit uns im Familienbett und in aller Regel an der Brust ein. (Ohne Brust schlafen sie unterwegs in Tüchern, Wagen, Autos oder gaaanz selten mal bei jemandem auf dem Arm oder Schoß. Das aber nie bei mir!)
Um es gleich vorweg zu nehmen: Mein Problem ist NICHT das Einschlafen an der Brust und mein Ziel ist weder, dass sie allein (ein)schlafen, noch, dass sie durchschlafen!! Sie mehrmals pro Nacht zu stillen, stört mich nicht. Was mich zermürbt, sind Phasen (erstmals mit zehn Monaten, seit dem immer mal wieder), in denen sich das Abendprogramm vom ersten zusammen Hinlegen bis zum letzten Aufstehen (also meinem dann) über Stunden hinzieht. Bis die beiden endlich final schlafen, ist es so spät, dass ich auch nur noch ins Bett will. Das heißt, dass ich einfach überhaupt keinen „Feierabend“ habe, den ich mir aber den ganzen Tag lang herbeisehne. Wir waren deswegen bereits bei einer Schlafberaterin, die uns gute Hinweise gegeben hat, leider aber keine Erfahrung mit der spezifischen Situation mit Zwillingen hat. Unter anderem haben wir danach versucht, das Abendritual so zu gestalten, dass a) das Stillen nicht der letzte „Programmpunkt“ ist. (Das hat aber nicht funktioniert.) und b) der Vater auch über Wickeln und Umziehen hinaus eingebunden ist. Letzteres ist schwierig, weil es ja auch noch ein großes Kind gibt, um das sich mal jemand kümmern muss. Das ist uns vor allem deshalb wichtig, weil mein Mann drei Tage die Woche beruflich abwesend ist und unser Großer in dieser Zeit ohnehin oft zurückstecken muss, manchmal sogar allein Abendbrot isst, weil ich ewig mit den Zwillingen im Bett hänge. Das soll so nicht sein!
Das ist die eine Baustelle, an der ich gern was ändern würde. Die andere ist, dass ich mir nach anderthalb Jahren sehr intensiven Familienlebens doch sehr wünsche, wieder an einem sozialen Leben teilzunehmen, das über Elternkontexte hinaus geht. Bei unserem Großen ging das in diesem Alter längst. Mein Matt konnte ihn ins Bett bringen , so dass ich abends weggehen konnte. Das ist jetzt völlig undenkbar. Die beiden wachen immer wieder auf, einzeln oder zu zweit und dann bin ich völlig unentbehrlich. Der Vater, der tagsüber nahezu gleichwertiger Tröster in allen Lebenslagen ist, geht nachts GAR NICHT. Sie brüllen, als ob sie allein auf der Welt wären. Es geht einfach NUR Mama. Und genau genommen auch nur Brust. Eins allein würde der Vater möglicherweise irgendwie beruhigt bekommen, vielleicht im Tuch oder sonst wie, aber da ist ja immer auch noch ein zweites, das entweder auch schon schreit oder aber tunlichst nicht wach geschrieen werden soll.
Unsere Kinder haben nie Schnuller oder Flaschen bekommen. Aber in unserem Wunsch, irgendwie hinzukriegen, dass auch der Vater mal die Kinder ins Bett bringen kann, haben wir sogar Nuckelflaschen ausprobiert. Erst wir beide zusammen, dann der Papa allein. Fanden sie sehr lustig mit diesen Dingern, aber einschlafen wollten sie so nicht. Es endet immer mit verzweifeltem Weinen nach Mama – und einem nicht minder verzweifelten Vater, der sich völlig unzulänglich fühlt. Wir haben auch probiert, dass ich schon vorm Abendessen weg gehe, so dass ich definitv nicht da bin, wenn es ans Schlafen geht. Ebenfalls erfolglos.
Wir haben zur Zeit Urlaub und haben sehr viel Hoffnung darein gesetzt, diese lange Zeit mit allen zusammen für eine Veränderung nutzen zu können. Von vier Wochen sind zweieinhalb um, uns gehen die Ideen aus und uns verlässt der Optimismus.
Bis vor kurzem habe ich in solchen Situationen gedacht, dass unser Leidensdruck vielleicht einfach noch nicht groß genug ist. Mittlerweile sind wir aber beide wirklich frustriert davon, dass das Bettbringen und später wieder in den Schlaf begleiten so 100%ig mein Job ist. Mein Mann würde das wirklich gern machen – und ich würde wirklich gern mal was Anderes machen!
Ich wäre sehr dankbar für Tipps oder Erfahrungsberichte, egal ob von Zwillingseltern oder anderen.
Ermüdete Grüße, Leona