Brot selbst backen??? lohnt sich das???

für die schwangere und/oder stillende Mutter (und ihre Familie)

Moderator: britje

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Wölkchen123
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von Wölkchen123 »

sabbelschnuut hat geschrieben: Du hast richtig vermutet: Nicht rühren! :-)
Ich vermute weiter, dass dein Sauerteig noch etwas triebschwach ist, vielleicht durch den Transport oder so? In welcher Form hast du ihn denn bekommen, im Glas? Welche Konsistenz hatte er?
Ja, das kann gut sein. Er war eingefroren und bei mir längere Zeit im TK bis ich mich rangetraut habe, dann noch ein paar Tage im Kühlschrank. Konsistenz ... hmm, wie beschreibe ich das. Fast so wie dann später auch der backteig, also cremig, klebrig, dickflüssig.
Wie sollte denn die ideale Konsistenz sein?
Zucker brauchts eigentlich nicht, im Mehl ist genug "Zucker" enthalten (Zucker ist ja auch nix anderes als Kohlenhydrate).
Hm, wenn du ihn jetzt umgerührt hast, kannst du natürlich nicht mehr nachvollziehen, wie hoch er noch aufgegangen wäre. Ich glaube, ich würde ihn in den Kühlschrank stellen (wenn er jetzt zu lange draußen steht, ist irgendwann die Nahrung alle und die Mikroorganismen sterben eher wieder ab, so schwächst du ihn). Und morgen nochmal nen Fütterungsversuch starten. Auch wieder 15 g von dem Sauerteig abnehmen, in ein neues Glas, 30 g Mehl (VK) und 30 g Wasser dazu, umrühren, warten. Das kann auch länger dauern als die angepeilten 5-6 h. Wichtig ist nicht die Zeit, sondern er sollte sich deutlich vergrößert haben. Dann kannst du ihn direkt nochmal füttern (auch wieder 15 g abnehmen etc pp). Marla aus dem Sauerteigforum beschreibt das ganz gut in dem Thread "1-stufige Sauerteigführung mit guter Hefevermehrung" (oder so). Musst mal im Sauerteigforum nach diesem Titel suchen, ich kann leider nichts verlinken. Auf diese Weise kräftigst du die Hefen in deinem Sauerteig wieder.
OK, so mache ich es :-)
Es hat sich inzwischen immerhin etwas getan, nachdem ich den Zucker dazu gegeben hatte. Wenn es um die Hefen geht, kann das ja nicht schaden, oder? Ich hatte erst die Sorge, dass ich mir mit dem Zucker die Hefen zu sehr hochzüchte und die Bakterien zu kurz kommen. Obwohl die ja auch Zucker verstoffwechseln. Oh je, ich sag jetzt mal nicht, was ich studiert habe und was ich eigentlich wissen müsste :oops: :oops:
Aber egal, ich mache jetzt einfach mit VK-Mehl weiter und dann wird das hoffentlich klappen

Du hattest gefragt, aus welcher Mehlsorte der ST besteht. Also es ist eine Roggen/Dinkel-Mischung. Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: ich habe den Ansatz im Kühlschrank jetzt mit Roggenvollkornmehl gefüttert. Ist das die beste Variante, oder wäre Roggen/Dinkel gemischt oder vielleicht sogar Weizen besser? Dinkel pur ja wohl eher nicht, wenn das so ne Diva ist. (Ich finde es schmeckt gemischt halt besser als pures Roggenbrot, daher war ich ganz froh über dieses Rezept meiner Freundin. Sie sagt übrigens zu meinen Fragen nur, dass ich einfach nach Anleitung machen soll und dass der Teig beim Gehen kaum aufgeht, sondern hauptsächlich beim Backen. Sie nimmt aber auch anscheinend zu viel ST....)
Aber zurück zum Thema: kann man jeden ST mit jedem VK-Mehl füttern, also immer mal variieren, oder gibt es nur DEN Roggen-ST, den Dinkel-ST usw...?

Ach und was ich noch fragen wollte: wiegt der Teig, der in den Ofen kommt, genauso viel wie dann das fertige Brot?
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von Wölkchen123 »

sabbelschnuut hat geschrieben:Oh, und Wölkchen: Wenn du frei geschobene Brote backen willst, solltest du dir mal ein youtube-Video zum sogenannten "Rundwirken" anschauen. Dadurch erhält der Teig Spannung und die Brote werden keine Fladen.
Und zum Wirken des Teiglings ist als Unterlage (damit es nicht so klebt) ein Cleanbake-Tuch von Vorteil, oder das Bäckerleinen-Tuch von ketex, das hat den Vorteil, dass es durch die Latexbeschichtung auf ner glatten Oberfläche auch nicht so arg verrutscht. Bemehlen muss man Untergrund, Teigling und Hände zwar trotzdem noch, aber es ist bei Weitem nicht mehr so ne Sauerei in der Küche.
Ahh, das ist gut danke. Ich versuche mir das mal für später zu merken. Jetzt konzentriere ich mich erstmal darauf, dass der Teig ordentlich wird und dann nehme ich mir das nächste Etappenziel vor :wink: langfristig träume ich ja schon von frei geschobenen Broten :lol:
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von Wölkchen123 »

sabbelschnuut hat geschrieben: Und Wölkchen: Dein Rezept hätte mir zu viel Sauerteiganteil. Um den Sauerteig zu erstellen, brauchts auch eigentlich keine 150 g Anstellgut als Starter, es reichen bei nem normalen triebkräftigen Sauerteig meist 30-40 g. Wenn der Sauerteig noch sehr jung ist, tut man lieber hinterher noch etwas Frischhefe in den Brotteig (NICHT den Sauerteig), um die Triebkraft zu unterstützen.
Für welche Menge Mehl würden denn die 30-40g dann reichen? Bei meinem Rezept waren die 150g Anstellgut ja für 700g Roggenvollkornmehl + 900g Dinkelvollkornmehl + 1400ml Wasser + 150g Kerne.
Nur, damit ich mal eine Vorstellung bekomme, was normal ist. :wink:


Und kannst du ein gutes Thermometer empfehlen? Das scheine ich wohl zu brauchen.

Danke schon mal!!!
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von sabbelschnuut »

Ah, eingefroren! Das erklärt Einiges. Die Kristalle, die sich beim Einfrieren bilden, zerstören viele der Mikroorganismen. Deshalb ist er etwas triebschwach. Aber nicht ganz tot (er macht ja Bläschen). Päppel ihn ein bisschen mit der Hefevermehrungs-Führung, die ich meinte aus dem Sauerteigforum. Am Besten ein paar mal hintereinander. Dann kommt er schon wieder auf die Beine.

Einfrieren ist die schlechteste Möglichkeit, einen Sauerteig aufzubewahren. Nächstes Mal, wenn du ihn länger nicht brauchst, verkrümel ihn lieber (so viel Mehl zugeben, dass er bröselig wird, hält sich im Kühlschrank einige Wochen). Für noch länger am Besten mal eine Trockensicherung machen (brauchst du dich jetzt aber noch nicht mit zu befassen).

Zum Umzüchten: Man kann eigentlich ganz problemlos von Roggen auf Weizen auf Dinkel umzüchten, man füttert einfach den Sauerteig mit dem gewünschten Mehl und fertig.

Für den jetzigen Sauerteig wärs glaub ich am Besten, ihn erstmal nur mit einer Mehlsorte zu füttern. Roggenvollkorn find ich gut.
Die Puristen schwören drauf, nen eigenen Weizen, Roggen, Dinkel-ST zu haben. Aber wenn man nur manchmal ne andere Sorte backt lohnt es sich nicht, nen eigenen Sauerteig dafür zu halten.

Der Teig wiegt ungefähr so viel wie das fertige Brot, ja! Ich hab immer ca. 1650 g Teig und krieg dann nen 1,5 kg Laib raus. Das Wasser ist im Mehl gebunden, dadurch halten sich - glaube ich zumindest - Sauerteigbrote so lange (haben mehr Zeit zum Verquellen als Hefebrote).

Die 30-40 g Anstellgut wären dann für z. B. 350 g Mehl und 350 g Wasser für eibauers Schwarzbier-Roggenbrot (das backe ich sehr germein Da kommt dann beim fertigen Brotteig aber noch mehr Mehl und Wasser mit drauf, so dass man letztendlich bei nem 1,5 kg Laib landet.

Aber auch wenn du dich im Plötzblog umschaust (mein Lieblingsblog für Brotrezepte) findest du diese Menge bei vielen anderen Broten.

Thermometer hatte ich kein besonderes, mein jetziger Ofen ist noch neu und ich vertrau ihm noch, was die Angaben angeht ;-) ansonsten find ich ja die Ikea-Bratenthermometer nicht schlecht, da kann man glaub ich sogar die Zieltemperatur einstellen, so dass das Ding nicht dauernd piept wenn es über z. B. 80° ist.
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von sabbelschnuut »

Nicht germein - gerne wollte ich sagen!
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von sabbelschnuut »

Ach ja, wegen der idealen Konsistenz: Hört sich bei dir eigentlich schon richtig an. Pfannkuchenteigartig, sagt das Sauerteigforum. Marla aus dem Sauerteigforum sagt aber auch, ein klein wenig fester führen wäre gut für die Triebkraft (wenn ich mich recht erinnere).
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von Atsitsa »

Hach, wenn ich Euch hier so lese, bekomme ich auch wieder Lust, zu backen.
Hier gab's viele von Marlas Broten.

Dann würde die Kleinkindzeit zu intensiv. Eben jenes Kleinkind kommt Mitte August ist in den Kindergarten, und ich hätte wieder mehr Zeit.

Leider habe ich kein Anstellgut mehr - ich müsste also bei Null anfangen und selber ansetzen. Das hab ich schon mal gemacht und es hat gut geklappt.
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von sabbelschnuut »

Eva: Ich finds ja immer wieder toll, wie viele Leute mit Sauerteig backen!

Weil wir am alten Wohnort nur Bäckereiketten um uns rum hatten, habe ich trotz Kleinkind gebacken. Hier im neuen Ort haben wir eine Bäckerei, die ohne Zusätze backt. Dummerweise sind jetzt meine Ansprüche durchs Selberbacken gestiegen... Und ich bin davon überzeugt, dass deren Mehle trotzdem Enzyme enthalten (müssen ja nicht deklariert werden), so luftig, wie deren Brote immer sind. Und man bekommt nur so kleine Brote fürs Geld, die reichen nicht mal für ne halbe Woche!

Ich sehne also herbei, dass mein Backofen endlich wieder angeschlossen wird und mein Sauerteig wieder was zu tun kriegt. Im Moment ist die Küche noch Baustelle [emoji53]
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mayra
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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von mayra »

Ich muss auch endlich mal wieder anfangen... es schmeckt soviel besser und ist noch günstiger dazu!

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Re: Brot selbst backen??? lohnt sich das???

Beitrag von Atsitsa »

Wir haben eine Biobäckerei auf der anderen Straßenseite. Das ist so schön bequem und unaufwändig...
Atsitsa
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