SLP "nicht nur einen halben Toast"

Was kommt nach dem Vollstillen?

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Katha
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SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von Katha »

arrrrggh, ist das eine Phase, die auch mal wieder aufhört?

Kind isst in der Früh einen Toast, will noch einen. Meist schafft er nicht mal den einen, also sage ich: "Wir machen einen halben, dann noch einen, wenn Du den gegessen hast." Gebrüll: "Nein, nicht nur halben....." das geht ne Zeitlang. Ich erkläre auch, dass Papa und ich die Reste nicht aufessen (weil wir beide ungetoasteten Toast nicht runterkriegen). Er isst natürlich den halben nicht ganz auf. Ist ja auch okay.

Aber wie geht ihr mit dem "Ich will aber von dem und dem mehr", obwohl klar ist, dass es nicht gegessen wird bzw. dann ohne Probleme noch nach genommen werden kann?
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, Und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken, Denn sie haben ihre eigenen Gedanken." Khalil Gibran[/color]

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klimaforscherin
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von klimaforscherin »

Da sind wohl die Augen größer als der Magen. :mrgreen: Motto: Erstmal bunkern, dann essen.
Könnt ihr ihm irgendwie klarmachen, dass er nicht zu kurz kommt? Ein extra-Hasenteller nur für ihn (sein Bunker), für sein nächstes nacktes halbes Toastbrot, das geschmiert wird, wenn er mit dem anderen fertig ist??
Grüße
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FuFu
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von FuFu »

Klein-Fufu ist ja noch ne Ecke jünger. Bislang habe ich ihr das was sie unbedingt wollte auch meistens gegeben.
Auch so Sachen wie eigenes Brot schmieren und dann mein Brot aufessen kommen hier häufig vor.

Aber so langsam nervt es.

In der Krippe dürfen sie sich nichts mehr auftun, wenn sie noch was auf dem Teller haben. Finde ich manchmal zu streng, aber grundsätzlich nicht so ganz verkehrt.

Kurz gesagt, ich weiß es auch nicht und setzt mich mal dazu. [emoji3]

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AnSchle
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von AnSchle »

Der Sohn meiner Cousine wollte auch immer auf den Teller bekommen was er garantiert nicht (auf) isst.
Gab ebenfalls Gebrüll und Gebock.
Er wollte eine Keule zum Weihnachtsessen, erst meinte ich das war weil der Uropa den ganzen Vormittag von "seiner" Keule faselte, meine Cousine erklärte mir dann, dass es gegenwärtig Usus wäre in Menge, Darbietung etc. "special" zu sein. Essen mit Soße auf Kartoffeln ging generell zurück.
Ich kann mich erinnern das "besonderes" Essen in meiner Kindheit auf Zuteilung von Papas Teller kam.
Gelöst wurde es recht "hart" durch die Uroma, die ihm den Wert von Essen bewusst machte, sie hat ihm eine Kriegssuppe gekocht und erklärt wie oft es das gab, dass es nichts anderes gab, auch Sonntags nicht. Und das man von zu wenig und immer gleich auch krank werden kann, dass es noch viele Menschen gibt die Hunger haben, nichts zu essen, nicht mal sauberes Wasser um ihren Babies eine Suppe zu kochen und er will auf seinen Teller haben was er nicht schafft.
DAS GEHT NICHT.


Damit war es für ihn gut, wenn Uroma nein sagt dann diskutiert da keiner, auch er nicht. :lol:
Er war etwas älter als dein Knirps, aber noch eindeutig Kindergarten.
Den Weg über den Wert von Essen finde ich ganz ok.
Hase+Ziege=Frosch

"Ich bin doch lieber jeden Tag glücklich als ich im Recht.." D.Adams

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Lanali
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von Lanali »

Bei uns klappt es auch (meist) mit der "Bunkermethode".
Ich sehe es auch nicht ein, ständig essen wegzuwerfen und meine ist auch am liebsten ungetoastetes Toastbrot ;-).

Manchmal ist es bei ihr auch gar nicht das Essen an sich, sondern die Lust es selber zu schmieren. Wo dann auch von vorne herein klar ist, dass sie es niemals mehr essen wird. Da versuche ich dann umzulenken, dass sie für mich schmiert, aber mit meinen Belagswünschen.
Liebe Grüße
Lanali mit B. (01/2010), S. (11/2012) und N. (09/17)
sutnahpele
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von sutnahpele »

AnSchle hat geschrieben: dass es noch viele Menschen gibt die Hunger haben, nichts zu essen, nicht mal sauberes Wasser um ihren Babies eine Suppe zu kochen und er will auf seinen Teller haben was er nicht schafft.
DAS GEHT NICHT.
Das ist ja die gleiche Argumentationsschiene wie "die Kinder in Afrika". Ich verstehe nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Außerdem ist so eine Argumentation viel zu abstrakt für ein kleines Kind.

Zur Ausgangsfrage: Wir hatten das auch lange Zeit und ich habe es so gehandhabt, dass ich mich sehr nach seinen Vorstellungen gerichtet habe. Also wenn er eine riesige Menge haben wollte, habe ich mir entsprechend weniger genommen und dann das gegessen, was bei ihm übrig geblieben war (wenn es noch in einem appetitlichen Zustand war :wink:) Ich würde es auch blöd finden, wenn mir das Essen rationiert werden würde.
Bei uns hat es sich gut eingepegelt. Mittlerweile ist Essen sehr entspannt :D

Das mit dem Toastbrot ist natürlich noch mal ein spezielles Problem. Könntet ihr nicht eine Weile auf normales Brot oder Müsli umsteigen?
Mamorea
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von Mamorea »

sutnahpele hat geschrieben:
AnSchle hat geschrieben: dass es noch viele Menschen gibt die Hunger haben, nichts zu essen, nicht mal sauberes Wasser um ihren Babies eine Suppe zu kochen und er will auf seinen Teller haben was er nicht schafft.
DAS GEHT NICHT.
Das ist ja die gleiche Argumentationsschiene wie "die Kinder in Afrika". Ich verstehe nicht, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Außerdem ist so eine Argumentation viel zu abstrakt für ein kleines Kind.
Ich finde, das hat damit zu tun, dass ein Kind lernen muss, dass Essen kostbar ist und dass es nicht selbstverständlich ist. Nur weil wir hier im Überfluss leben, heißt das nicht, dass man ständig essen wegschmeißen kann. Ich finde man kann nicht früh genug anfangen, Kindern nahe zu bringen, Essen wertzuschätzen. Das muss natürlich nicht heißen, dass die Portionen rationiert werden.
mit Schneckchen 9/14
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sutnahpele
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von sutnahpele »

Mamorea hat geschrieben:Ich finde, das hat damit zu tun, dass ein Kind lernen muss, dass Essen kostbar ist und dass es nicht selbstverständlich ist. Nur weil wir hier im Überfluss leben, heißt das nicht, dass man ständig essen wegschmeißen kann. Ich finde man kann nicht früh genug anfangen, Kindern nahe zu bringen, Essen wertzuschätzen. Das muss natürlich nicht heißen, dass die Portionen rationiert werden.
Ich hab nicht gesagt, dass ich ständig Essen wegwerfe. Ich bin nur der Meinung, dass ein Kind auch ein Anrecht darauf haben sollte, sich sein Essen so zusammenzustellen, wie es das möchte. Und bei dem Bsp., das AnSchle gebracht hat, hat sich mir alles zusammengezogen. Ich hätte mein Kind vor solchen Aussagen geschützt. Denn dass das Kind auch eine ganze Keule möchte wie alle anderen auch, finde ich total nachvollziehbar. Da muss man m.E. nicht solche schweren argumentativen Geschütze auffahren wie "Die Uroma hatte früher nichts zu essen." Zumal das ja auch überhaupt nichts mit der Keule von heute zu tun hat :wink:
Und wenn man schon dabei ist, dem Kind was von Moral beim Essen beizubringen und dabei darauf verweist, dass anderswo Menschen nicht mal sauberes Wasser haben, dann wäre es evtl. sinnvoll, auf die Keule zu verzichten :wink:
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Missy
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von Missy »

Geht er in die KiTa? Könnt ihr den Rest denn nicht mit in die Brotdose packen?

Beim Thema Moral und Essen möchte ich bei sutnahpele unterschreiben.
Mir wird da auch ganz anders, weil das einfach so einseitig zum eigenen Vorteil genutzt wird. Wenn man das konsequent durchzieht, dürfte man auch nicht mehr duschen oder gar baden, denn Wasser ist kostbar und wird dadurch auch "verschwendet".
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Katha
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Re: SLP "nicht nur einen halben Toast"

Beitrag von Katha »

ich esse übrigens eigentlich immer die Reste von meinem Kind auf - wenn bei mir noch was reinpasst. Das haut nur nicht hin, wenn Kind mal gaaaaanz langsam isst und ich dann schon zu viel habe. Bei dem besagten Toast kriege ich es halt nicht runter.
Rein von der Selbsteinschätzung können Kinder halt wohl erst so mit 5-6 einschätzen, wie viel Platz noch im Bauch ist. Grundsätzlich sehe ich das sportlich, weil es dann halt oft einer von uns aufisst (bzw. das Kind dann sogar später; auch beim Toast, aber nicht immer)

Die Bunkermethode muss ich mal überlegen, weil dann ist halt auch klar, dass es seines ist.
Mich wundert halt eher, woher das kommt: keine Geschwister, eigentl. gibt es nach (solange es noch da ist)

Beim Bsp. von AnSchle zieht sich mir auch alles zusammen:
Meine Mutter ist Jahrgang 42 und hat aus ihrem Kriegstrauma heraus einiges an mich weitergegeben. Und ich denke, man sollte Kinder vor Retraumatisierungen schützen.
Deswegen sagen ich meinem Kind eher so was, dass Essen Geld kostet, ich setze es in Relation mit z.B. einem Eis, das dann vielleicht nicht gekauft werden kann. Ich erzähle, dass die Bauern da umsonst Arbeit reingesteckt haben und Benzin verbraucht wird, wenn es zu uns gefahren wird (er ist gerade in der Warum-Phase, darum funktionieren Kausalketten ganz gut).
Ich versuche genau deswegen zu achten, was er mag und nicht mag, damit nichts unnötig weggeworfen werden muss.
Katha mit dem Hasen *01/2012
"Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
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