Mein Kind ist (meinem Empfinden nach, es ist mein einziges Kind und ich mag ihr Verhalten nicht pathologisieren, um meines zu beschönigen bzw. rumzujammern
Und da kommen wir zum Kernproblem. Mein Kind geht an drei Tagen die Woche zur Tagesoma. Sie ist ein Segen, ich bin so froh, sie zu haben, schätze die persönliche Beziehung und ihr Umgehen mit meinem Kind sehr. Die Tagesoma (sie ist über 70) hat an zwei Tagen noch einen kleinen Jungen bis 12 Uhr.
Nun wird meine Tochter, wenn sie einen Mittagsschlaf hat, abends nicht müde. Wir sprechen dann davon, dass hier bis halb elf, elf Halligalli ist. Nichts mit ruhig Buch anschauen (alleine...). Fernsehen ginge wohl, das möchte ich aber nicht, sie ist zweieinhalb. Sie will bespaßt werden, wie auch vorher den ganzen Tag. Das ist auch tagsüber echt ok, das mache ich auch echt gerne, aber abends möchte ich gerne eine Stunde für mich. Muss ich das zurückstellen, wenn es um die Bedürfnisse (?) meines Kindes geht? Mein Mann kann sie auch bespaßen, ja, aber meistens findet das ja im Wohnzimmer statt und da kann ich auch nicht in Ruhe liegen, irgendwas Ungesundes essen (von dem ich nicht möchte, dass es ihre Hauptnahrung wird) und fernsehen (wenn ich nicht möchte, dass sie abends fernsieht). Und von meinem Mann möchte ich auch nicht verlangen, dass er hier abends den Entertainer spielt, wenn ich da keine Lust mehr zu habe. Er arbeitet viel von zuhause aus und ist auch tagsüber recht präsent. Apropos arbeiten. Ich bin auch berufstätig und bräuchte die Stunde abends Ruhe wirklich sehr. Das zeigt sich mir daran, dass ich beim abendlichen Zubettgehen (mit Mittagsschlaf) echt richtig aggressiv werde. Gestern zum Beispiel. Ich war wirklich sehr, sehr entspannt, sagte mir, dass es egal sei, ob ich nochmal runter käme, dass ich jetzt ruhig bliebe und ganz geduldig. Ha. Nach einer Stunde (und ich wollte nicht mehr runtergehen mit ihr zusammen und mir da das Rumgerenne und Sachen-durch-die-Gegend-Schmeißen geben. Ich wollte, dass sie schläft. Um zehn. Mann. Der Mann hat es zwischenzeitlich auch versucht, da hat sie nach mir geweint. Obwohl ich sie vorher derbe angeschrien habe. Weil sie einfach nicht müde war, ich aber schon. Sie mir aber im Gesicht ect. rumgefummelt und da herumgemurmelt hat. Ich komme zum Punkt. Wegen meines abendlichen Ausrastens habe ich beschlossen, dass es für alle Beteiligten besser ist, sie macht keinen Mittagsschlaf mehr. Dann schläft sie viel schneller ein. Dann dauert es nur ca. eine halbe Stunde und um spätestens halb 10 habe ich frei.
So. Als ich die Tagesoma darum gebeten habe, sie mittags nicht mehr schlafen zu lassen, war sie nicht einverstanden. Zur Erklärung: Sie schläft mittags nicht "von selbst", sondern wird im Wagen herumgefahren. Im Auto würde sie auch schlafen, aber man kann sich mittags nicht mit ihr hinlegen und sie schläft. Sooo nötig kann sie dann aber doch den Mittagsschlaf nicht haben oder? Es stimmt und da verstehe ich die Tagesmutter, dass sie wirklich mittags sehr knatschig wird, nur noch kuscheln (und fummeln) will und einem wirklich leidtun kann. Aber gegen Abend dreht sie verlässlich wieder auf. Mit und ohne Mittagsschlaf. Und das im Kopf habend, fällt es mir nicht wirklich schwer, sie mittags "leiden" zu lassen. Allerdings habe ich bei der Tagesoma das Gefühl, gegen die Bedürfnisse meines Kindes zu argumentieren und es mir leicht machen zu wollen.
Ich muss aufhören, aber vielleicht kann ja schon die ein oder andere mir ihre Meinung zu unserer Situation sagen.