Liebe Merci,
so, da bin ich.
merci32 hat geschrieben:
Ich habs jetzt doch einmal geschafft. Ich hab die Brust ein bisschen zurückgezogen und konnte in seinem Mundwinkel seine Zunge sehen. Das heißt dann, dass er die Zunge über der Kauleiste hat?
Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen, ja.
merci32 hat geschrieben:Ach so: In einem anderen Thread hattest du was von Nuckeltier geschrieben, dass die Eltern dann stolz sagen, mein Kind nuckelt nicht mehr, aber gar nicht wahr, das Ohr vom Hasen ist ganz abgelutscht.
Wäre das denn eine Alternative für uns?
Am liebsten würde ich ihm den Schnuller geben. Aber das geht ja nicht wegen des Kneifens.
Und den Daumen hätte ich lieber nicht so gern.
Das ist wirklich schwierig, finde ich. Gibt es da irgendeine Zwischenlösung? Also wenn Brust so viel er möchte nicht geht, weil mir das weh tut (das ist übrigens wirklich traurig, ich hab schon oft das Gefühl, er möchte gern noch nuckeln, oder so Schlückchen trinken, einfach weils so schön ist und ich breche das dann aber ab, weil ich weiß, dass er an sich mit der Mahlzeit selbst (also von der reinen Milchmenge her) fertig und zufrieden ist, eben weil ich das nur so lange mitmachen mag wie es "sein muss"). Und aber der Schnuller auch nicht geht und ich auch gern hätte, dass er den Daumen nicht nimmt.
Oder will ich da einfach zu viel und muss mich damit abfinden, dass er den Daumen nimmt?
Hmmm, die "Schnuller-/Daumen-/Finger-/...-Frage ist in Eurem Fall wirklich nicht so leicht zu beantworten.
Wie ich oben ja schonmal erklärt habe, ist "Saugenwollen" bei Babys ein "Bedürfnis-Gesamtpaket", das normalerweise mit "Stillen nach Bedarf, wann immer und für wie lange das Baby ein Stillbedürfnis signalisiert" beantwortet werden sollte. Darum ist meine Antwort darauf normalerweise auch: "Stilltechnik und -management so weit verbessern, dass das Baby effektiv an die Milch kommt, die es möchte, und andererseits auch häufiges und längeres Stillen kein Problem darstellt."
Nun ist das ja aber aus verschiedenen Gründen bei Euch (derzeit noch?) nicht so möglich und ich verstehe Deine Beschränkung des Stillens auf die zur Ernährung absolut notwendige Zeitspanne vollkommen! Ich würde das vermtlich in Deiner Situation nicht anders machen.
Ich sehe im wesentlichen folgende
Optionen:
1) ganz ohne Saugen beruhigen, aber mit viel Körperkontakt und rhythmischer Bewegung durch schwungvolles Herumlaufen mit eng an Mama oder Papa geschmiegtem Baby im gut gebundenen Tragetuch. Gern draußen bei einem flotten Spaziergang - der Frühling steht ja vor der Tür

. Oder drinnen vielleicht dazu singen, Treppensteigen, ...
2) wenn das nicht reicht: zusätzlich etwas zum Saugen anbieten:
a) vorzugsweise Mamas oder Papas kleinen Finger, denn:
* das Risiko für eine ungünstige Beeinflussung der Gaumenform durch diese - naturgegeben ja zeitlich begrenzte - Form des Beruhigungssaugens halte ich im Alter Deines Babys für sehr gering (und dass keine Milch fließt, ist der entscheidende Unterschied zum Fingerfeeding, was die Gefahr von Saugverwirrung anbelangt)
* am Finger hängt eine Bezugsperson dran: es wird also aus dem "Bedürfnispaket" mehr als nur das Saugbedürfnis gestillt, was m.E. die "Saugdauer" ebenfalls begrenzen dürfte
* das ist Deinem Baby außerdem schon vom Einschlafen vertraut und dürfte auch darum am "effektivsten" sein, sprich: zur geringsten "Saugdauer" außerhalb des Stillens führen.
* das Risiko für eine ungünstige Beeinflussung des Stillens halte ich bei dieser Form des Beruhigungssaugens auch langfristig am geringsten,
v.a. weil Mamafingernuckeln Interaktion ist.
[Den Thread kennst Du glaub schon

:]
merci32 hat geschrieben:Jetzt bei unserem kleinen Sohn hatten wir ja zwischenzeitlich auch den Schnuller gegeben und ihn dann wegen der Saugverwirrung wieder weg gelassen. Das ist uns schwer gefallen, ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie das gehen soll ohne Schnuller. Klar, wir haben ihn abgelegt, Schnuller gegeben und konnten dann z.B. in Ruhe Mittagessen. Und jetzt: Bekommt er ja unseren kleinen Finger. Ich würde trotzdem immer noch gern den Schnuller geben, weil ich nicht möchte, dass er viele Jahre am Daumen lutscht und einfach von der langen Zeit dann Fehlstellungen davon trägt. Aber: Ich wüsste gar nicht wann ich ihm den Schnuller geben sollte.

Was vorher so ein ganz selbstverständliches ständiges "Ausstöpseln" war, würde mir jetzt ganz komisch und falsch vorkommen. Ja, klar, könnte man ihn eben dann geben, wenn er selbst an seinen Fingern oder eben dem Daumen nuckelt. Aber bei uns hat da doch ein ziemliches Umdenken eingesetzt.
b) am eigenen Daumen nuckeln lassen (auch hier ist z.B. kein Beißen an der Brust als Folge zu erwarten - Beißen in den eigenen Finger tut ja weh) und es ist wenigstens "aus Mensch" - im Vergleich zum Finger ist es aber eben auch ohne Mamas/Papas direkte Nähe möglich...
c) z.B. ein Seidenpüppchen/Schnuffeltuch/Mullwindelzipfel/... anbieten (kein Druck gegen den Gaumen und keine unbegrenzte unbeaufsichtigte Nutzung beim Schlafen, so dass da immer jemand dabei sein dürfte, der zum einen eben "da ist" und zusätzlich auch "Draufrumbeißen" beim Saugen begrenzen kann)
d) notfalls am Schnuller (da fällt mir ne Menge dagegen ein:
* allem voran die potentiell prolongierte Nutzungsdauer auch über das Ablegen aus dem Tuch hinaus und die potentiellen Folgen für die Stillbeziehung, den Gaumen etc.
* die völlige Schmerzunempfindlichkeit des Schnullers bei Beißen, Kieferkneifen, ...
* ... (siehe Link)
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merci32 hat geschrieben:
Zur Zungenhaltung: das schon erwähnte Saugtraining.
Also die Logopädin meinte ja, sie würde an seiner Saugtechnik nix verändern wollen,
weil er genug Milch bekommt und daraus schließt sie, dass mit seiner Saugtechnik alles ok ist. (Weiß ich jetzt natürlich nicht, ob sie da klug schließt?)
Das kann man so leider nicht sagen, nein. Babys können auch TROTZ schlechter Stilltechnik gut gedeihen (bei einer anderen Mutter würde das selbe Baby vielleicht mit dieser Technik schon nicht mehr so gut gedeihen) und Schmerzen der Mutter allein (auch ohne Gedeihprobleme) sind ein Grund, genauer hinzuschauen und ggf. die Stilltechnik zu verbessern (so es daran liegt).
Schon deshalb weil mütterliche Schmerzen normalerweise zu einer Einschränkung des Stillens nach Bedarf in Mahlzeitendauer und -häufigkeit führen, und damit neue Fragen und Probleme aufwerfen (siehe ja auch unsere Schnullerfrage oben).
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merci32 hat geschrieben:
zum Mundöffnen: Das kann man Kindern vormachen und mit Worten wie "Gaaaanz weit auf!" begleiten.
Ja, das hat meine IBCLC hier auch gesagt. Hab ich auch gemacht, aber er hat das noch nie nachgemacht...

Er findet es aber sehr lustig.

Vielleicht fällt der Groschen bei ihm ja noch

. Wenn sie das nicht gleich nachmachen, heißt nicht, dass sie das nicht noch später tun. Meine Kleine ist so eine Kandidatin gewesen, bei der das erst später hilfreich wurde (und bei schlampigem Andocken ihrerseits heute noch ist - selbst im Halbschlaf macht sie inzwischen "auf Ansage" den Mund weeeeeit auf

)
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merci32 hat geschrieben:Sie meinte, wenn diese Spannung im Schulterbereich nicht weg geht, dann könnte man noch zu einer Physiotherapeutin gehen, die auch Castillo Morales macht.
Ich kenne einen Fall, bei dem das Hinzuziehen einer solchen Physiotherapeutin, die am Oberkörper arbeitete, tatsächlich dann den Durchbruch brachte, der bei der CaMo-Logopädin noch ausgeblieben war. Schön, wenn sie da jemanden wüsste!
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merci32 hat geschrieben:Ja doch, er rutscht manchmal so komisch auf mich und das boppy dann irgendwie von mir weg. Da muss ich noch dran üben. Vielleicht ist das zum Umschnallen dann tatsächlich eine gute Option.
"Üben" kann man da eigentlich nicht wirklich was: der Gebrauch von Stillkissen, die man nicht fest an der Mutter fixieren kann (oder bei großen Perlenstillkissen kann man sie auch manchmal so in einem Sessel mit Armlehnen einklemmen, dass sie unverrutschlich rings um die Mutter liegen), bedingt einfach, dass ein ganz an die aufrecht sitzende Mutter geschmiegtes Baby das Kissen tendenziell von der Mutter wegdrängt, wenn man das Gewicht des Babys aufs Kissen stützt. Das liegt nicht an "Fehlanwendung" oder mangelnder Übung, sondern ist systembedingt (siehe früher verlinkter Artikel "Das beste Stillkissen der Welt").
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Es freut mich, dass der Vasospasmus nachlässt und Du auch sonst so zuversichtlich klingst

.
mrsschulzi hat geschrieben:Drückt mir die Daumen, dass das jetzt wirklich gut und schmerzlos wird!
Sind ganz fest gedrückt! (Vielleicht erledigt sich damit dann ja auch irgendwann die ganze "Nuckelfrage", weil Du mittelfristig zum uneingeschränktem Stillen nach Bedarf übergehen kannst?

)
LG, blueberry